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Reisebericht: 2003 PERU-BOLIVIEN-CHILE
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RUNDREISE – PERU – BOLIVIEN – CHILIE
15.09. bis 11.10. 2003
1.Tag:Der Flieger hob gegen 19 Uhr von Frankfurt in Richtung Madrid ab. Bis zum Abflug haben wir niemanden weiteres aus der Reisegruppe getroffen. Bei der Kontrolle wurden meine Akkus offensichtlich für Patronen gehalten, weitere Probleme traten aber nicht auf. Also ging es pünktlich los.
Nach ca. 2,5 Stunden sind wir in Madrid gelandet und hatten 1 Stunde Aufenthalt. Hier hat sich dann der Rest der Truppe gefunden.
Der Flug bis Santiago de Chile dauerte 13 Stunden. Das Flugzeug war wirklich sehr gut. Platzangebot, Verpflegung, Unterhaltungsangebot sowie äußerer Eindruck waren TOP. In Santiago angekommen, hatten wir nur eine Stunde Aufenthalt, bevor es mit einem vierstündigen Flug weiter nach Lima ging. Ursprünglich war ein zwölfstündiger Aufenthalt vorgesehen, bei dem eine Stadtrundfahrt in Santiago geplant war.
2.Tag:So sind wir heute gegen 12 Uhr in Lima angekommen und wurden von unserer Reiseleiterin Tathiana schon erwartet. Mit dem Bus ging es erst einmal zum Hotel. Gegen 15 Uhr haben wir uns zum Stadtrundgang getroffen. Da das Hotel ziemlich im Zentrum lag, hatten wir es nicht weit bis zum Plaza de Armas, mit Kathedrale und Regierungspalast. Nach dem Besuch der Kathedrale besichtigten wir Kirche und Kloster San Francisco. Dieses beherbergt eine große Bibliothek mit kostbaren Sammlungen. Eine schaurige Sehenswürdigkeit beherbergen die Katakomben unter dem Kloster. Hier liegen- fein säuberlich nach Größe sortiert- die Gebeine von rund 25000 Verstorbenen.
Danach haben wir uns in einem Supermarkt alles Notwendige für den nächsten Tag besorgt. Zum Abendessen sind wir mit Taxis in den Stadtteil Miraflores gefahren. Eine völlig andere Welt, direkt oberhalb einer Meeresbucht. Sehr gutes Essen ( POLLO ).
3.Tag:Heute konnten wir ausschlafen. Es sollte erst gegen 11 Uhr mit unserem Bus losgehen. So blieb noch genügend Zeit in einem Internetcafe die ersten Grüße in Richtung Heimat zu senden.
Nachdem das gesamte Gepäck verstaut war, sind wir ziemlich lang durch die Stadt gefahren, bis deren Grenzen erreicht waren. Dabei führte der Weg zum Schluss, wie in jeder Großstadt des Kontinents, nur noch durch die Armenviertel. Zum Mittagessen haben wir an einem schönen Strandabschnitt am Pazifik gehalten. Zum Picknick gab es als Vorspeise Kartoffeln mit sehr scharfer Soße und danach eine große Portion Reis. Es hat sehr gut geschmeckt und diese scharfen Kartoffeln sollte es noch oft geben. Nach dem Essen wurde Fußball gespielt. Einige wagten sich für ein erstes Bad in den Pazifik. Danach ging es auf der Panamerikana weiter Richtung Pisco, wo unser Hotel, Residenzial San Jorge, für diese Nacht war. Zum Abendessen sind wir in ein kleines Restaurant gegangen. Es lag mitten in der Hauptgeschäftsstraße, dem entsprechen groß war die Belästigung durch Händler. Ich wollte heute Fisch essen und hatte mir als Vorspeise Ceviche de Corvina und als Hauptgericht Pescado de Corvina bestellt. Als die Vorspeise kam, war ich schon satt. Die Portion war so groß, dass die voll und ganz gereicht hat. Zu meinem Glück hatte die Bedienung aber irgendwie mein Hauptgericht vergessen. Ein Teil hat sich nach dem Essen in Richtung Hotel verabschiedet und so wurde es noch ein gemütlicher Abend.
4.Tag:Heute stand das erste Highlight der Reise auf dem Programm, die Islas Ballestas mit ihrer Tierwelt und die Steinformationen im Paracas Nationalpark.Nach kurzer Busfahrt, vorbei an kleinen Fischerorten und Fischmehlfabriken erreichten wir den Ort Paracas, von wo aus Motorboote mit Unmengen von Touristen starteten. Nach 20 minütiger Fahrt wurde die erste Sehenswürdigkeit langsam sichtbar. Der Candelabro – ein gigantisches Scharrbild im Wüstensand auf der Peninsula de Paracas. Die Bedeutung des Bildes ist allerdings völlig unklar. Langsam kamen die Inseln immer näher. Durch den Kot der Guanotöpel leuchten diese wie weiße Kalkfelsen aus dem blauen Meer. Diesem Guano kam als Dünger im letzten Jahrhundert eine große Bedeutung zu. Der starke Geruch trug allerdings nicht unbedingt zu meinem Wohlbefinden bei. Die Inseln wurden also hauptsächlich von riesigen Töpelkolonien bevölkert. Durch den sehr nahrungsreichen Humboldstrom haben sich hier auch Kolonien von Seelöwen niedergelassen, die hier ihre Jungen aufziehen. Wir konnten mit dem Boot sehr nah heranfahren und sie in Ruhe beobachten. Auf einem Felsen war sogar ein Pärchen Humboldpinguine zu sehen. Es war schon sehr beeindruckend diese ganzen Tiere in freier Natur und in dieser Vielzahl zu sehen. Bei der Rückfahrt sorgte der frische Fahrtwind sich sehr gut auf mein Wohlbefinden aus.
Nach der Rückkehr ging es mit Bus weiter zu den riesigen Steinformationen im Paracas Nationalpakt. Dieser lag direkt am Pazifik und die Dimensionen waren schon beeindruckend. Die Sonne schien erbarmungslos, so dass der Schatten jetzt sehr willkommen war. Ich bestellte mir wieder Pescado de Corvina und im Gegensatz zum letzten Abend bekam ich diesmal mein Essen. Zur „Freude“ aller anderen war ich der Einzige, an dessen Gericht Knoblauch war und zwar sehr viel.
Danach ging es in Richtung Ausgang des Nationalparks. Dort besuchten wir noch ein Museum, in dem über die Geschichte der Paracas Kultur berichtet wurde. So wurden die verschiedenen Arten der Mumifizierung und deren Bedeutung, sowie das Verformen der Schädel je nach Stellung in der Gesellschaft gezeigt.
Anschließend ging es weiter in Richtung Ica, mit ca. 150000 Einwohnern die größte Stadt zwischen Lima und Arequipa. Etwas südlich lag die Oase Huacachina inmitten riesiger Sanddünen. Um den kleinen See hatten sich viele kleine Restaurants angesiedelt. Sehr schön direkt neben einer riesigen Düne lag unser Hotel Hosteria Suiza. Gleich nach der Ankunft ging es mit Bords auf die erste kleine Düne. Alle waren wild darauf endlich das Sandborden auszuprobieren. Allerdings muss man ja bekanntlich erst einmal hoch um wieder her runter fahren zu können. Und das war sehr anstrengend. Zum einen war es sehr warm und zum anderen gab der Sand bei jedem Schritt nach. Beim ersten Mal wollten es alle ohne einzuwachsen versuchen, aber sobald der Hang etwas flacher wurde, bremste der Sand doch sehr stark ab. Nach mehreren Versuchen, die alle nicht so berauschen verliefen, zog es uns dann doch auf die große Düne. Sie endete unten direkt hinterm Hotel, allerdings war dafür ein langer, steiler Aufstieg nötig. Voller Elan liefen wir los, um die Düne zu bezwingen. Ich habe mich unterwegs nicht nur einmal gefragt, was ich hier eigentlich mache. Oben angekommen entschädigte der grandiose Ausblick über die Oase und die umliegende Sandlandschaft. Die Abfahrt war dementsprechend zügig, bis der erste unfreiwillige Sturz erst einmal alles stoppte. Unten angekommen war der Sand bis in die kleinste Öffnung vorgedrungen. Jetzt war der richtige Moment für ein Bad im Pool. Das Wasser war nicht unbedingt warm, aber doch sehr angenehm.
5.Tag:Nach dem Frühstück hatten wir noch Zeit um uns in der Oase etwas um zu sehen. Außer dem Zwitschern der Vögel war hier nichts zu Hören. Die Anlagen rund um den See hatten offensichtlich schon bessere Zeiten erlebt.Danach ging es mit dem Bus in Richtung Nazca-Linien. Unterwegs besuchten wir aber erst mal eine Piscobrennerei „ Bodega “. Hier wird noch nach alter Tradition, aus Weintrauben der Pisco, in Handarbeit hergestellt. Dabei fanden auch noch die Keramikgefäße aus der Inkazeit ihre Verwendung. Natürlich durfte nach der Führung die Verkostung nicht fehlen. Im Anschluss kaufte jeder einige Flasche für zu Hause, das allerdings war Wunschdenken. Die Flaschen wurden alle vorher gelehrt. Nachdem wir uns nun mit Pisco gestärkt hatten, ging es weiter in Richtung Nazca. Zuerst kamen wir an einem Aussichtsturm an, von dem aus man zwei dieser gigantischen Scharrbilder sehen konnte. Danach besuchten wir das Museum von Maria Reiche. Sie begann nach dem zweiten Weltkrieg damit, die Linien freizulegen und zu vermessen. Dadurch wurden erstmals die gewaltigen Dimensionen sichtbar. Über den Sinn dieser Bilder gibt es allerdings viele Theorien. Bei unserem anschließenden Rundflug über die Linien, waren diese für uns das erste mal im Ganzen sichtbar. Die Flüge mit den kleinen Propellermaschinen waren für den Magen sehr anstrengend. Ein Teilnehmer hatte sehr große Probleme. Er hat vom gesamten Flug nur in der ersten Minute etwas mitbekommen und hatte die nächsten zwei Tage damit zu kämpfen.Das Hostal war sehr einfach, aber für eine Nacht akzeptabel.Einige sind am Abend zur Sternwarte gegangen, um sich den südlichen Sternenhimmel erklären zu lassen. Der Rest hat sich in der Zwischenzeit ins Restaurant begeben und hatte wieder mit der großen Auswahl an Speisen zu kämpfen. Im Restaurant waren mehrere Reisegruppen, darunter auch eine Riesengruppe Japaner. Die waren von der Folkloretruppe so begeistert, dass diese überhaupt nicht aufhören wollte. Zurück im Hotel war von irgendwo her noch Musik zu hören, also beschlossen wir nach dieser Quelle zu suchen. Nach langem fanden wir dann eine Karaokebar. Allerdings war da nicht viel los, aber um noch einige Bier zu trinken war es gut. Zu vorgerückter Stunde begannen wir noch die ersten Salsaschritte zu üben.
6.Tag:Am Morgen ging es dann erst einmal zu dem vorspanischen Friedhof von Chauchilla. Dieser lag etwas abseits der Hauptstraße und bei der Anfahrt wurden wir ordentlich durchgeschüttelt. Es war sehr heiß und die Gräber liegen ziemlich weit auseinander. Insgesamt waren es vierzehn Grabstätten, in denen unterschiedlich viele Mumien lagen. Durch das trockene Klima sind die meisten noch gut erhalten. Selbst an der Erdoberfläche waren viele Knochenreste, oder sogar ganze Schädel zu sehen, welche Grabräuber liegen gelassen hatten. Nach dem dritten Grab, sehnten sich aber alle nach dem Ende der Führung. Nachdem das geschafft war, ging es weiter nach Corire, wo unsere nächste Unterkunft war. Dabei führte die Strecke am Anfang durch endlose Wüsteneinsamkeit. Nach etwa 80 km verläuft die Panamerika wieder entlang des Pazifiks. Auf kurvenreicher Strecke, mit steil abfallenden Hängen in Richtung Meer, ging es weiter in Richtung Camana. Auf der gesamten Strecke gab es auf keiner Seite eine Leitplanke, so wie man es von Deutschland her gewohnt ist. Die Steilküste, mit der unten aufschäumenden Gischt, war schon sehr beeindruckend. An einem schönen Strandabschnitt haben wir für unser Picknick gehalten und um zu Baden. Das Wasser war, wenn man erst einmal drin war, sehr angenehm. Es hatte vielleicht 14 Grad und die Fahrer, der gelegentlich vorbei fahrenden Trucks, konnten sicherlich nicht verstehen, wie man bei diesen Temperaturen baden gehen kann. Aber so sind halt Touristen.
An der Mündung des Rio de Majes in den Pazifik, verlässt die Panamerikana die Küste und stieg langsam, aber stetig, an. In der Umgebung des Flusslaufes waren, das erste mal auf dieser Reise, größere intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen zu sehen. Durch das günstige Klima sind hier mehrere Ernten möglich. Abseits dieses Tales war die Gegend wieder trostlos und kahl. Die nächste Abwechslung kam erst nach einiger Zeit. Plötzlich tauchte nach einer weiteren Serpentine ein Talkessel voller Olivenbäume auf. Der kleine Ort hieß Yauca. Wir hielten hier, um Wasser und andere Kleinigkeiten einzukaufen. Viele probierten auch die Oliven, die in großen Mengen angeboten wurden. Der Olivenhain wurde von den Spaniern angelegt und gedeiht, bei diesen klimatischen Bedingungen, prächtig. Mit der Zeit hatte sich der Bus auf ca. 1000 Meter hoch gekämpft. Bis nach Corire sollte die Fahrt noch etwas dauern. Wir kamen gegen 19 Uhr an und gingen erst einmal zum Abendessen. Hier wurden wir schon erwartet. Heute gab es Fluss-Schrimps. Die Portionen waren, genau wie die Schrimps, sehr groß. Nachdem wir unsere Sachen im Hotel verstaut hatten, wollten wir uns noch etwas den Ort erkunden. Die „ Sterngucker von Nazca „ wollten die dunkle Nacht nutzen, um uns ihre erworbenen Kenntnisse zu präsentieren. Sie fanden sich erstaunlich gut zurecht. Danach sind wir im Ortszentrum über den Markt gegangen. Die meisten Händler packten schon ihre Sachen zusammen oder schliefen. Hier gab es das erste mal Kokablätter zu kaufen. Ein Beutel mit ca. 300 Gramm kam ungefähr 50 Cent. Im Allgemeinen war für unsere Verhältnisse alles sehr preiswert.
7.Tag:Nach dem Frühstück ging es erst einmal ein kleines Stück aus dem Ort Corire, um die erst kürzlich entdeckten Fußabdrücke von Dinosauriern, zu besichtigen. Dazu mussten wir ziemlich weit nach oben steigen. Wir waren hier ungefähr bei 1000 Meter Höhe. Da es auch schon recht warm war, hatten wir hier die erste wirkliche Anstrengung bei dieser Reise. Der Ausblick auf das fruchtbare Tal war genial, die Fußabdrücke lohnten die Anstrengung aber nicht. Selbst die Geschichte zur Endeckung dieser, klang doch sehr unglaubwürdig. Danach ging es weiter nach Toro Muerto. Auf diesem sehr weitläufigen Gebiet lagen einige Tausend Felsbrocken mit eingeritzten Petroglyphen. Die Felsen sind vulkanischen Ursprungs und zeigen die verschiedensten Abbildungen von Tieren, Tänzern und Kriegern. Die genaue Entstehung und deren Bedeutung sind allerdings umstritten. Nach einer halben Stunde hatten wir eigentlich alle genug, weil es auch immer heißer wurde. Aber unser Führer war unermüdlich. Als es endlich überstanden war, ging es weiter in Richtung Cabanaconde. Wir verließen dazu die Panamerikana und nahmen die alte Straße nach Arequipa. Diese ist eigentlich nur eine Schotterpiste und jetzt wurde uns auch klar, warum unsere Fahrer die Gepäckklappe mit Paketband ab geklebt haben. Auf den ersten Kilometern erstrahlte die Wüstenlandschaft rechts und links der Strecke im satten Grün. Bis hierher kam, in riesigen Wasserkanälen, das begehrte Nass aus den Bergen. Da wo nicht bewässert wurde, fing abrupt die Steinwüste wieder an. Auf den grünen Wiesen wurden große Rinderherden gehalten, und so kamen wir an einigen Molkereien vorbei. An einer hielten wir und kauften, nach anfänglichem Zögern, alle eine Flasche Trinkjoghurt. Das war eine willkommene Abwechslung, da er schön kalt war. Dann ging es weiter auf der Schotterpiste. Der Bus kämpfte sich langsam höher, ohne dass wir es so recht merkten. Auf so einer Straße würde in Deutschland sicher keiner mit einem Bus fahren. Als die Fahrer einen günstigen Platz gefunden hatten, hielten sie an. Schließlich wollten wir noch unser Picknick machen. Nachdem wir es zweimal auf Meereshöhe hatten, waren wir diesmal ungefähr 3000 Meter hoch. Vor uns lagen nun noch einige Stunden Fahrt und ein Paar Höhenmeter. Bei der Durchfahrt in Huambo, ein kleiner Ort im Gebirge auf ca. 4000 Meter, hielten wir, um den ersten Cocatee zu trinken. Da dessen Zubereitung noch etwas dauerte, liefen wir etwas durch den Ort. Die Dorfjugend war gerade beim Volleyball spielen und irgendjemand lies Tathiana fragen, ob sie gegen uns spielen würden. Deren Begeisterung darüber ist kaum vorstellbar. Also spielten wir erst gegen 6 Mädchen und haben jämmerlich verloren. Beim Spiel gegen die Jungen wurden wir zwar besser, aber an einen Sieg war nicht zu denken. Im Ort hatte sich das Ereignis auch schnell herum gesprochen, denn der Platz hatte sich zusehends gefüllt. Die Enttäuschung war groß, als wir aufhören mussten, aber schließlich hatten wir noch über zwei Stunden Fahrt vor uns. Wir tranken noch unseren Cocatee und machten uns auf die letzte Etappe. In Cabanaconde angekommen, gab es zum Abendessen Alpacafleisch und es schmeckte hervorragend. Die Unterkunft war sehr gut und wir fielen ziemlich kaputt in die Betten.
8.Tag:Heute Morgen sind wir wieder ziemlich früh aufgebrochen. Die Straße führte entlang des Colca Caňon und es gab wieder einmal wunderschöne Aussichten. Gegen 8 Uhr hatten wir den Aussichtspunkt erreicht, vom dem aus die Kondore, bei ihrem morgendlichen Aufstieg zu beobachten sein sollten. Hier hatten sich schon sehr viele Leute eingefunden. Und pünktlich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen, war der erste Kondor tief unten im Tal zu sehen. Es wurden immer mehr. Sie stiegen, nur getragen von warmen Aufwinden, sehr schnell auf. Zum Schluss waren es zehn Stück, die sich sehr majestätisch durch die Luft gleiten ließen. Sie sind so gute Gleite, dass sie sehr weite Strecken mit kaum einem Flügelschlag zurücklegen können. Im Anschluss fuhren wir weiter durch das Colca Caňon, welcher der Tiefste von Südamerika ist. Dabei konnte man die riesigen Terassenfelder, die noch aus der Inkazeit und davor, stammen. Viele der hier lebenden Bauern haben kaum Geld und tauschen ihre Erzeugnisse untereinander oder mit Bauern aus anderen Gegenden.
Gegen 11 Uhr sind wir in dem kleinen Ort Civay angekommen. Hier hatten wir uns für eine Mountainbiketour entlang des Colca -Tals angemeldet. Eigentlich hatten sich alle für die Tour gemeldet. Einige haben jedoch mit der Höhe Probleme, schließlich lag der Ort auf über 3600 Meter. Das machte sich dann auch an jeder kleinen Steigung bemerkbar. Die Ausblicke in die Schlucht waren grandios, allerdings hatte man oft absolut keinen Bock darauf, wenn einem die Anstrengung fast die letzte Kraft nimmt. Ich war eigentlich auch so weit mein Fahrrad auf den Bus zu packen, aber nach einer kurzen Pause und der Zusage unseres Begleiters, es gehe nur noch bergab, fuhren wir schließlich alle weiter. Die letzten Kilometer waren wirklich eine Erholung, obwohl die Strecke doch sehr steil und vor allem steinig war. Die Schluss-Strecke ging wieder sehr bergauf. Also beschlossen wir, außer den zwei Jüngsten, mit dem Bus zu fahren. Als der Bus fahren wollte fiel die Seitentür ab und es dauerte schließlich über eine halbe Stunde bis, wir am Markt ankamen, wo uns Thatiana abholen wollte. Da sich das auch verzögerte, vertrieben wir uns die Zeit mit dem Üben der Salsaschritte, was unter der anwesenden Dorfjugend für Belustigung sorgte. Auf dem weiteren Weg war noch ein Besuch der Thermalquellen von Calera geplant. Nach ungefähr einer Stunde waren wir da und genossen das Bad in dem sehr angenehmen Wasser. Nach zwei Stunden verließen wir die Thermalquellen, schließlich hatten wir noch eine vierstündige Busfahrt bis Arequipa vor uns. Dabei war die Straße immer noch in dem Zustand der letzten Tage und das sollte bis Arequipa so bleiben. Auf der Fahrt bewältigte der Bus noch eine Passstraße. Diese lag auf 4800 Metern, es sehr kalt und die Luft war auch sehr dünn. Da Arequipa auf 2350 Metern liegt, ging es jetzt nur noch bergab. Gegen 21 Uhr kamen wir in unserem Hotel an. Es lag ziemlich im Zentrum und war sehr geräumig. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg, um die Stadt noch etwas zu erkunden. Der Plaza de Armas sah in seiner Beleuchtung sehr gut aus und wir erkundigten uns bei einem Polizisten, wo denn am Abend noch etwas los sei. Also sind wir zu fünft noch in eine Disco. Beim Betreten der Räumlichkeiten hat sich durch uns der Altersdurchschnitt sprunghaft nach oben bewegt. Da in dieser Stadt am Abend sonst nichts los war, sind wir alle drei Abende hier gelandet.
9.Tag:Heute konnten wir ausschlafen. Wir trafen uns erst gegen 10 Uhr zum Stadtrundgang. Zuerst ging es in die Markhalle. Hier gab es alles in großen Mengen. Allein über 800 Sorten Kartoffeln und 300 Sorten Mais wachsen in Peru. Für unsere Verhältnisse war alles sehr günstig, der große Teil der Bevölkerung allerdings kann sich nur das nötigste leisten. Die meisten von uns haben gleich die Möglichkeit genutzt, um einige Südfrüchte zu kaufen, die man noch nicht kannte. Danach ging es über den Plaza de Armas zur Klosteranlage Sta. Catalina. Diese riesige Anlage, mit 20000 m² Grundfläche, war wirklich sehr beeindruckend. Das Kloster wird teilweise noch bewohnt und ist sehr gut gepflegt. Es verfügt über eigene Straßen, einen großen Garten, einen Friedhof, eigene Kanalisation und andere Annehmlichkeiten aus früherer Zeit. Damals hielt sich jede Nonne mehrere Dienerinnen, und sie lebten teilweise im puren Luxus. Ins Kloster wurde nur die Erstgeborene einer Familie spanischer Abstammung aufgenommen. Dafür musste noch ein hoher Geldbetrag gezahlt werden.
Nach einem weiten Besuch einer Kirche, war es nun langsam Zeit fürs Mittagessen. Heute wollten wir Cuy (Meerschwein) probieren. Dazu fuhren wir mit Taxis in ein Restaurant, das in einem anderen Stadtteil lag. Hier konnten wir zum ersten Mal auch chicha (das Maisbier der Inkas) probieren. Mir hat es überhaupt nicht geschmeckt, andere wiederum konnten gar nicht genug bekommen. Fast alle wollten Meerschwein kosten. Zum Glück hatten aber viele eine Vorspeise bestellt, denn das Meerschwein war sehr fett und zäh. Durch das Frittieren war es nicht knusprig, sondern sehr hart. Den restlichen Tag hatten wir zur freien Verfügung. Fürs Abendessen hatten wir uns in einem kleinen Supermarkt ein paar Flaschen Rotwein, Bier und Knabberzeug besorgt. Danach suchten wir uns zwei freie Bänke am Plaza und ließen es uns gut gehen. Es dauerte allerdings nicht lange bis uns ein Polizist verständlich machte, dass dies auf dem Plaza nicht erwünscht ist. Also steckten wir die Flaschen in die Tüten und stellten sie hinter die Bänke, somit war wieder alles in Ordnung. Zu vorgerückter Stunde gingen wir wieder in unsere bekannte Disco. Diesmal wurde noch ein wunderbarer Abend mit sehr guter Stimmung.
10.Tag:Bis gegen 13 Uhr standen heute die Besuche der vom Reiseveranstalter unterstützen Sozialprojekte auf dem Programm. Zuerst fuhren wir zu einer Schule, die weit am Rande von Arequipa in einem Armutsviertel lag. Diese Schule wird ausschließlich von Veranstalter finanziert. Es gab seit neuem erst einen dritten Klassenraum. So können nun zwei Klassen in einem Raum unterrichtet werden. Die mitgebrachten Sachen wurden mit sehr viel Freude entgegen genommen. Selbst bei den Apfelsinen, die wir mitgebracht hatten, glänzten die Augen der Kinder, als ob Weihnachten wäre. Nachdem wir uns von ihnen verabschiedet hatten, fuhren wir ans andere Ende der Stadt. Hier besuchten wir einen Kindergarten und eine „ Großküche“. In ihr bekamen vor allem alte und kranke eine warme Mahlzeit. Im Kindergarten haben wir die gesamten Sachen abgegeben, die wir als Spenden mitgebracht hatten. Sie sollten von hier aus je nach Bedarf in anderen Einrichtungen verteilt werden. Der Rest des Tages war wieder zur freien Verfügung. Nun war endlich mal Gelegenheit, um mal ausgiebig E-Mails zu schreiben. Danach habe ich noch ein paar Kleinigkeiten gekauft und mir das Treiben auf dem Plaza angesehen, wo einer unermüdlich eine Rede hielt.
11.TagDie Nacht war heute wieder um 5 Uhr vorbei, da unser Flugzeug nach Cusco schon um 8 Uhr startete. Am Flughafen herrschte schon starkes Gedränge. Schließlich ist Cusco das touristische Hauptziel der meisten Perureisenden. Im Flieger hatte ich einen Fensterplatz, aber die Kamera hatte ich natürlich im Gepäckfach verstaut. Das Wetter war sehr gut und der Flug ging genau über den Colca – Caňon. Jetzt bekam man erst einmal eine Vorstellung über dessen Größe. Nach der Ankunft am Flughafen von Cusco, der mittlerweile in der Stadt liegt, fuhren wir zu unserem Hotel. Das La Casona Real lag in einer kleinen Gasse, ungefähr 100 Meter vom Plaza entfernt. Das Hostal sah von der Straße eher unscheinbar aus, hatte aber einen sehr schönen Innenhof. Es war auf der gesamten Reise die beste Unterkunft. Danach sind einige von uns gleich zum Plaza gegangen, wo gerade ein farbenprächtiger Umzug stattfand. Im Anschluss unternahmen wir einen ersten Stadtrundgang. Gegen 14 Uhr trafen wir uns mit einer Führerin zur Stadtbesichtigung. Sie stammte aus Deutschland und lebte schon 13 Jahre in Cusco. Zuerst führte uns der Weg über den Plaza zum Convento Sta. Catalina. Er wurde teilweise auf den Grundmauern eines Inkatempels errichtet. Heute wird er nur noch teilweise von Mönchen bewohnt. Danach ging es zur Kathedrale. Sie ist im Inneren, wie alle besuchten Gotteshäuser, sehr prunkvoll. Der Eintritt war nur über einen Seiteneingang möglich. Es sind sehr viele heilige Figuren, in prunkvollen Gewändern, zu sehen. Diese werden zu bestimmten Prozessionen durch die Stadt getragen oder gefahren. Sehr imposant ist die Kathedrale auch von außen. Das Bauwerk ist mit einer Größe von 85 x 45 m, einer der größten Kirchenbauten Amerikas. Die Glockentürme sind 33m hoch und im linken hängt, die mit sechs Tonnen, größte Glocke Südamerikas. Danach fuhren wir zur Kultstätte Sacsaynuaman, die 200m oberhalb von Cusco liegt. Sie diente den Inkas als religiöse Stätte und ist aus riesigen bearbeiten Felsblöcken. Der größte mit 5x5x2,5 m wiegt immerhin ca. 200 t. Von hier hat man auch einen sehr schönen Blick auf Cusco. Unsere Führerin wusste viel zu erzählen, aber alles in einem Tempo, dass man kaum etwas behalten konnte. So hatte sie offensichtlich vergessen, dass wir uns erst ein paar Stunden in der Höhe von über 3300 Meter befanden. Fast alle hatten Probleme ihrem Tempo zu folgen. Zurück gingen wir zu Fuß. In Cusco angekommen, mussten wir uns natürlich noch den zwölfeckigen Stein ansehen, obwohl man sicherlich nichts verpasst, wenn man es nicht tut. Zum Abendessen sind wir in ein kleines verstecktes Restaurant gegangen, wo es sogar eine deutsche Karte gab. Danach waren alle wohl zu müde, um noch irgendwo hin zu gehen.
12.Tag:Für die kommenden drei Tage waren wir also drei Leute weniger. Diese waren heute Morgen zum viertägigen Inkatrail aufgebrochen. Nach dem Frühstück kam eine lokale Führerin, mit der wir heute das heilige Tal der Inkas besichtigen wollten. Der zentrale Abschnitt des Urubambatales erstreckt sich zwischen Pisac und Ollantayambo. Nach kurzer Fahrt, tauchten die ersten Straßensperren auf. Bauern hatten aus Protest gegen die Regierung in den letzten Tagen immer wieder Schutt, Steine, Erde und stellenweise auch zerschlagenes Glas über die gesamte Straße verteilt, so dass ein Durchkommen sehr erschwert wurde. Entgegen kommende Leute versicherten uns, dass der Weg bis Pisac befahrbar sei. Unterwegs hielten wir an einem geförderten Project, bei dem wir das erste Mal Lamas, Alpakas und Vicunias zu sehen bekamen. Des Weiteren war zu sehen, wie die gewonnene Wolle auf traditionelle Weise verarbeitet wird. Als wir weiter fahren wollten, bemerkte der Fahrer einen platten Reifen an unserem Bus. So hatten die Straßensperren ihre Wirkung nicht ganz verfehlt. Nach kurzer Weiterfahrt erreichten wir das Urubambatal. An einer günstigen Stelle hielt der Bus. Von hier aus hatten wir einen herrlichen Blick über das gesamte Tal, mit seinen fruchtbaren Feldern und Terrassen. Von weitem war das kleine Dorf Pisac schon zu sehen, an dem wir aber erst einmal vorbei fuhren. Oberhalb des Ortes sah man schon die Reste eines Inka – Zeremonialzentrums, mit riesigen Terrassenfeldern. Unser Ausgangspunkt war der obere Parkplatz. Der Weg führte zuerst über einen schmalen Pfad, bis wir schließlich unzählige Löcher in der gegenüber liegenden Felswand sahen. Hierbei handelte es sich, mit ca. 2000 Gräbern, um einen der größten Inka - Friedhöfe Perus. Der weitere Weg führte zunächst durch einen kleinen Tunnel, vorbei an einem Wachturm und schwindelerregenden Abgründen zur Mitte der Tempelanlage. Von dieser Stelle aus ließ sich das gesamte Tal überblicken. Welche genaue Aufgabe diese Anlage hatte, ist wie so oft, nicht ganz sicher. Vermutlich diente sie Priestern für ihre Rituale und Astronomen für deren Berechnungen. Der Abstieg war, durch die Hitze und das steile Gelände anstrengend, aber sehr lohnend. Hinter jeder Biegung gab es neue fantastische Ausblicke und es fiel schwer die Kamera nicht zu betätigen. Im unteren Teil des Weges kamen wir direkt über die Terrassenfelder, auf denen Rinder oder Schafe standen, die sich durch uns überhaupt nicht beirren ließen. Einige Touristen kamen uns auch entgegen. Ihnen sah man die Anstrengung aber auch deutlich an. Nach diesem grandiosen Abstieg fanden wir den Rest der Gruppe sehr schnell, da heute kein großer Markt stattfand. Zum Mittagessen gingen wir in eine kleine Bäckerei um ein paar Empaladas zu essen. Es war eine sehr urige Bäckerei und das Essen war wie immer sehr günstig und lecker. Danach sind wir noch über den kleinen Markt gegangen und einige haben sich noch Hüte und Schmuck gekauft. Leider konnten wir durch die Straßenblockaden nicht weiter fahren. So blieb uns nur der Rückweg nach Cusco, wo jeder den Rest vom Tag auf unterschiedliche Weise verbringen konnte. In einem Internetcafe habe ich mir meine Bilder auf CD brennen lassen, um auf meinen Speicherkarten wieder Platz zu schaffen. Fürs Abendessen haben wir diesmal zwar lange ein Lokal gesucht, aber schließlich doch noch eins mit einem sehr guten Angebot gefunden. Danach ging’s ins Rockcafe, wo wir noch ein paar Stunden ausgehalten haben.
13.Tag:Den heutigen Tag hatten wir zur freien Verfügung. Der Großteil von uns hatte sich für einen Reitausflug entschieden. Der führte uns zu drei unterschiedlichen Ruinen. Zuerst kamen wir nach Quengo. Der Kultort war der Erdgöttin Pachamama gewidmet. Auf der Oberfläche des riesigen Felsens war eine gewaltige Opferrinne, in welcher Tier- oder gar Menschenblut, für rituelle Zeremonien geflossen sein soll. Einige Kilometer weiter lag Puca Pucara, die „Rote Festung“. Sie diente wahrscheinlich als Unterkunft und Verpflegungsstation der Stafettenläufer der Inkas. Nur wenige hundert Meter gegenüber lag die Tempelanlge der heiligen Quellen „Tambo Machay“. Hier war der Andrang von Touristen sehr groß. Dem aus unterirdischen Quellen sprudelnden Wasser wird eine sehr heilende Wirkung nachgesagt. Dementsprechend groß war der Andrang am Wasser. Der Weg zurück dauerte gut über eine Stunde. Die Pferde waren sehr ruhig und kannten den Weg auswendig. Sie liefen trotz des oft steilen Geländes sehr sicher. Als wir Cusco näher kamen, verschlechtere sich das Wetter zunehmend. Der Wind wurde sehr kalt, aber zum Glück fing es nicht an zu regnen. Die Pferde haben wir oberhalb der Stadt beim Besitzer abgegeben und sind dann über die Tempelanlage von Sacsayhuman nach unten gelaufen. Den Weg kannten wir ja vom ersten Tag. Jetzt machte es sich bezahlt, dass ich den ganzen Tag die Flasche Pisco Puro mitgeschleppt hatte. Der hatte im Unterschied, zum Pisco Sur, 40% und das wirkte sich bei der Kühle gut aus.
Den Rest des Tages ging wieder jeder seine eigenen Wege. Zum Abendessen trafen wir uns beim Mexikaner, der genau gegenüber vom Hotel war. Fast alle bestellten sich das Menü, das war sehr reichlich und mit 5 Euro auch preiswert. Es gab nur einen Nachteil. Ich saß genau gegenüber vom Pizzaofen und bei jedem Öffnen kam ein heißer Schwall Luft gezogen.
14.Tag:Heute mussten wir schon 5 Uhr aufstehen, denn gegen 6 Uhr fuhr der Zug in Richtung Machu Picchu. Unser Ziel war der Kilometer 104, von wo aus der zweitägige Inkatrail startete. Die gesamte Fahrt dauerte fast vier Stunden, wobei der Zug für die ersten 11 Kilometer über eine Stunde benötigte, da er im Zick Zack aus dem Tal musste. Die Zeit verging aber doch relativ schnell, da die Landschaft immer schöner wurde. Als wir am Ziel waren, mussten sich alle am Eingang erst einmal eintragen. Ich glaub das einzige wonach nicht gefragt wurde, war die Kontonummer. Nachdem wir unsere Lunchpakete verspeist hatten, ging es endlich los. Das Wetter war wieder mal hervorragend, wobei sich der Sonnenschein zunehmend nachteilig auswirkte. Der gesamte Weg lag in voller Sonneneinstrahlung und machte den Marsch noch anstrengender. Nach einer halben Stunde kamen wir zur ersten Schutzhütte, wo der Schatten von allen voll ausgenutzt wurde. Der Weg war nicht besonders steil, aber führte immer stetig bergauf. Stellenweise war es sehr schmal und der Abgrund sehr steil, ohne Bäume oder Sträucher, die einen Fall irgendwie aufgehalten hätten. Wenn man zurück sah entschädigte der tolle Ausblick für die Strapazen. Die Ruinen von Wiňay Wayna kamen langsam näher. Das letzte Teilstück der Strecke lag dann aber etwas im Schatten und wir kamen auch noch an einem Wasserfall vorbei, an dem wir uns erfrischen konnten. Nach ca. 2,5 Stunden waren wir an den Ruinen. Diese Anlage klebt förmlich an den Berghängen und die Mauerreste sind stellenweise noch gut erhalten. So kann man sich die ungefähre Größe der Anlage ausmalen. Die drei viertägigen waren auch gerade angekommen, hatten ihre Zelte bezogen und freuten sich über eine Dusche. Die Nacht verbrachten wir in einem großen Bettensaal. Ich durfte auch noch in der obersten Etage schlafen, was eigentlich überhaupt nicht möglich war, da oben der Sauerstoffgehalt der Luft doch sehr gering war. Es war die pure Erlösung, als es endlich vier Uhr war und wir aufstehen konnten.
15.Tag:
Nach dem Frühstück machten sich fast alle Gruppen, mit Taschenlampen bewaffnet, auf den Weg nach Machu Picchu. Gegen 5 Uhr wurde das Tor geöffnet. Das erste Ziel war erst einmal das Sonnentor. Der Weg dahin dauerte ungefähr eine Stunde und war für diese Tageszeit ziemlich anstrengend, da der Weg in der Dunkelheit und durch Nebel oft schlecht zu sehen war. Der letzte Anstieg zum Sonnentor führte dann auch wieder über eine steile Treppe. Oben angekommen war die Enttäuschung doch ziemlich groß, da außer Nebel nichts zu erkennen war. Unser Führer war allerdings großer Zuversicht, dass wir mit aufsteigender Sonne bald eine perfekte Aussicht auf die Ruinen haben werden. So kam es dann auch. Wir hatten immer noch über eine Stunde zu laufen, eh wir endlich an den Ruinen ankamen. Zu dieser Tageszeit waren auf der gesamten Anlage kaum Touristen zu sehen, denn der erste Zug kam erst gegen 11 Uhr. Bis dahin hatten wir uns die gesamte Anlage angeschaut und uns alles über die eventuelle Aufgabe dieser Stadt erklären lassen. Darüber gibt es ziemlich unterschiedliche Auffassungen. Bis zur Abfahrt zum Bahnhof hatten wir noch gut 3 Stunden Zeit. Die konnte dann jeder nach seinen Vorstellungen nutzen.
Als wir die Anlage verlassen haben, hat man vor lauter Touristen kaum noch etwas von den Ruinen gesehen und es kamen immer noch volle Busse an.
Unten im Dorf Aquas Calientes angekommen, hatten wir noch reichlich Zeit zum Essen und uns etwas die Gegend anzusehen. Hier gab es im Grunde keine Straße, denn mitten durch die Häuser rechts und links führte die Bahnlinie. Alles was hier benötigt wird, muss den Weg mit der Bahn zurücklegen. Der Ort bietet einige Unterkunftsmöglichkeiten, kleine Bars und Restaurants für eine Stärkung vor der langen Rückfahrt. Da wir eine Haltestelle vor Cusco ausgestiegen sind, haben wir uns eine Stunde Zugfahrt erspart.
16.Tag:Der heutige Tag stand jedem zur freien Verfügung. Nach dem gemeinsamen Frühstück ging jeder seine eigenen Wege. Ich hab mir den Markt und in die Markthalle angesehen. In allen Gängen war emsiges Treiben und jeder Händler versuchte auf seinen Stand aufmerksam zu machen. Allein in drei Gängen gab es Stände, wo es frisch gepresste Fruchtsäfte gab. Zwei große Gläser kosteten ungefähr 1 Euro. Alles war in großen Mengen vorhanden, nur kann es sich nicht jeder leisten. Um den Plaza de Armas, mit der Kathedrale und der Iglesia de Compaňia, gibt es sehr viele schöne Restaurants, mit Balkonen in den ersten Etagen. Hier konnte man bei dem herrlichen Wetter schön sitzen und etwas Essen und Trinken. Als ich mir hier zum Mittagessen ein Grande Cerveza bestelle, schaute mich die Bedienung etwas ungläubig an und als sie zurückkam, wusste ich auch warum. Hier war ein großes Bier, eine Flasche mit ca. 1,7 Litern Inhalt. Zum Glück war die Flasche noch zu, so dass ich doch lieber zu einem pequeňo Cerveza tendierte.
17.Tag:Heute ging es mit dem Zug weiter nach Puno am Titicacasee. Also wieder zeitig aus den Federn, denn der Zug sollte 8 Uhr abfahren. Am Bahnhof herrschte großes Gedränge und vor dem Einsteigen wurden die Pässe überprüft. Vor Abfahrt des Zuges mussten wir nochmals die Pässe zeigen und zum Schluss kam noch einer die Tickets kontrollieren. Die ganze Prozedur bei einer Fahrt im Inland. Der Zug sollte für die über 300 km lange Strecke ca. 8 Stunden brauchen. Er fuhr allerdings sehr langsam und nach 1 Stunde wurde uns mitgeteilt, dass in Puno gestreikt wird und der Zug darum so langsam fährt. Die Fahrzeit verlängerte sich dadurch auf 11 Stunden. Mit zunehmender Höhe wurde die Landschaft immer kahler. Zeitweise waren große Alpaca - und Lamaherden zu sehen. In La Raya hat der Zug die höchst Stelle erreicht und einen Stopp eingelegt. Der Pass lag auf 4319 Metern Höhe und es gab die Möglichkeit sich mit Sachen aus Alpacawolle einzudecken. Die dünne Luft war deutlich zu spüren.
Als wir in Juliaca ankamen, war es schon dunkel und die Busfahrt bis Llachon am Titicacasee sollte noch 3 Stunden dauern. Kurz vorm Ziel war zu allem Übel auch noch die Straße aufgerissen, so der Bus über Felder fahren musste und wir befürchteten überhaupt nicht anzukommen. In Llachon wurden wir schon von den Gastfamilien erwartet. Nachdem alle verteilt waren, gingen wir zu unseren Unterkünften. Nach einer kurzen Besichtigung der Unterkunft, brachte uns Theodora, die Besitzerin meiner Unterkunft, wieder zu unserem Gastgeber Valentin. Hier gab es Abendessen und Valentin erzählte viel vom Ort und seiner Arbeit als Bürgermeister. Da die Nächte hier sehr kalt werden, lagen mehrer Decken auf dem Bett. Sie haben wunderbar gewärmt, waren aber auch so schwer, dass ich mich in der Nacht wohl kaum gedreht habe. Am Morgen sah man erst wie nah wir am Titicacasee wohnten. Aus dem Fenster hatte man einen herrlichen Blick über den See. Es gab hier zwar Waschbecken und Toilette, was alles ordnungsgemäß angeschlossen war, aber bis zum Grundstück existierte noch keine Wasserleitung. So musste alles Wasser von Theodora aus dem See herangetragen werden.
Nach dem Frühstück besuchten wir den Kindergarten. Als wir ankamen, wurden erst noch ein paar Kinder zusammengetrommelt. Die freuten sich dann auch sehr über die mitgebrachten Sachen. Beim Besuch der Schule spielten wir mit den Kindern Fußball bzw. Volleyball und sie waren über die Abwechslung sehr begeistert. Danach entschieden wir uns für die Besteigung eines Minigipfels. Das war wieder schweißtreibend, denn schließlich liegt der See auf einer Höhe von 3800 Metern und der Gipfel lag bei 4000 Metern. Die Sonne strahlt erbarmungslos vom Himmel, die Luft war sehr dünn, die Anstrengung groß und der anschließende Ausblick über den See großartig. Nach dem Abstieg aßen wir bei unserem Gastgeber zu Mittag. Es gab eine Vorsuppe und anschließend Fisch, der am Morgen noch im See geschwommen war. Danach sind wir zum Strand gegangen. Eigentlich wollten ja einige ins Wasser gehen, aber in der Zwischenzeit waren viele Wolken aufgezogen und das Wetter wurde zunehmend kühler. Also war ich der einzige der sich überwand. Das Wasser hatte nur 8 bis 10 Grad und ich war schnell wieder draußen. Nach dem Abendessen hatten wir uns noch um ein Lagerfeuer versammelt, welches die Bewohner mit großer Begeisterung am brennen hielten.
Am Abend haben wir uns doch entschlossen, am nächsten Tag nach Puno zu fahren und nach Bolivien einzureisen. Durch die Straßenblockaden rund um den See, war La Paz in den letzten Tagen nicht erreichbar gewesen. So hatten wir wieder Hoffnung, dass die Tour doch wie geplant weiter geht.
18.Tag:Heute war die Nacht also wieder sehr früh vorbei, denn gegen 6 Uhr legte unser Boot ab. Das Wetter war wie immer schön, aber auch sehr kühl. Oben auf dem Boot hat es keiner lange ausgehalten. Nach über einer Stunde Fahrt kamen die ersten Schilfinseln der Urus näher. An einer hielten wir an und eine Führerin erzählte viel über die Geschichte der Indios. Die Inseln schwimmen eigentlich nur bei Hochwasser, sonst liegen sie auf dem Grund auf. Sie müssen ständig mit neuem Schilf ausgebessert werden. Der See war an diesen Stellen schon sehr flach und das Schilf wuchs in großen Mengen.
Als wir Puno näher kamen, wurde das Wasser immer trüber und war von Algen übersät.
Hier wartete schon unser Bus, der uns bis zur Grenze bringen sollte. Je näher wir der Grenze kamen, umso voller wurden die Straßen, bis zum Schluss fast nichts mehr ging. Also ließen wir das Gepäck erst mal im Bus und erledigten die Ausreiseformalitäten. Hier konnte man vor Menschenmassen fast nicht laufen. Das Gepäck haben wir dann auf zwei Transportkarren geladen, die es über die Grenze brachten. Nach den Einreiseformalitäten ging die Suche nach unserem Bus los. Thatiana wusste weder wo der Bus steht, noch wer der Führer in Bolivien ist. Der Trubel auf dieser Straße war extrem, vor allem nach den ruhigen Tagen auf Llachon. An jeder Ecke wurden Busse und Lastwagen beladen so hoch es nur ging.
Nach einer ganzen weile tauchte der neue Reiseführer endlich auf. Er hatte den Bus in einer Seitenstraße geparkt. Wir waren froh endlich weiter zu kommen und Thatiana war auch ein großer Stein vom Herzen gefallen. Auf dem Weg nach La Paz mussten wir viele Straßenblockaden umfahren, da die Armee die Straße nur teilweise beräumt hatte. Nach ca. 15 km war noch einmal eine Passkontrolle, wo es auch sehr genau zuging. Ansonsten war auf der gesamten Strecke sehr viel Armee zu sehen. Bevor wir La Paz erreichten, schauten wir uns noch die Ruinenanlage von Tiahuanaco an. Von dieser Kultur ist noch wenig bekannt, allerdings existierte sie weit 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche von ca. 80 km² wurde über Kanäle vom Titicacasee bewässert. Bei der Weiterfahrt wurde das Wetter immer schlechter und es regnete stark. In der Ferne waren die schneebedeckten Königskordollieren zu sehen. Der Hausberg von La Paz, der 6322m hohe Illimani, war sehr schlecht zu sehen. Am späten Nachmittag sind wir in unserem Hotel angekommen. Es lag im so genannten Indianerviertel, wo sehr viel Trubel herrschte. Nun mussten wir unsere Bolivienpläne doch ändern. Für den übernächsten Tag war ein Generalstreik angekündigt. Da jetzt keine Züge mehr fuhren, mussten wir auf den Bus ausweichen. Andere Touristen hatten schließlich hier schon lange festgesessen. Am anderen Morgen wollten wir erst noch einen Stadtrundgang machen und La Paz dann auf schnellstem Wege verlassen.
Zum Abendessen ist der Großteil der Gruppe in ein besseres Viertel gefahren. Diese liegen weiter unten im Talkessel. Hier ist wohl die Luft oft schlechter, dafür sind die Temperatur-Schwankungen nicht so stark wie in El Alto und den anderen Armenvierteln auf 4000 Metern.. Hier haben wir sehr gut und preiswert gegessen.
19.Tag:Gegen 8 Uhr hieß es wieder aufstehen, denn am Vormittag wollten wir unseren Stadtrundgang machen. Zuerst besuchten wir die Kirche San Francisco und danach den Plaza Murillo, an dem das Parlamentsgebäude und der Regierungspalast standen. Das Militärpräsent an diesen Gebäuden war sehr stark. Zum Schluss sind wir noch durch die Markthallen gegangen, die aber auch nicht viel anders aussahen als in Cusco oder Arequipa. Auf unserem Weg zum Hotel besuchten wir noch den so genannten Hexenmarkt, wo es alle möglichen Kräuter und Wundermittel zur Heilung sämtlicher Krankheiten gab. Da sich die gesamte Stadt über einen Höhenunterschied von über 1000m erstreckt, war dieser Rundgang auch etwas anstrengend. Gegen 14 Uhr wollten wir eigentlich mit dem Bus in Richtung Uyuni fahren. Da es nun aber Probleme mit dem gewünschten Reisemittel gab, verzögerte sich alles um einige Stunden. Eigentlich wollten wir mit Taxen zum Busbahnhof fahren, aber durch ein Straßenfest war der gesamte Stadtteil gesperrt und wir mussten mit unserem gesamten Gepäck, in Gegenrichtung des Umzuges, durch das Getümmel von Menschen laufen. So kamen nach und nach alle mit Taxen zum Bahnhof. Für das erste Teilstück bis Oruro war der Bus sehr gut. Nach gut 3,5 Stunden über geteerte Straße kamen wir da an. Jeder versuchte hier irgendwo etwas zum Essen zu kaufen, denn der nächste Abschnitt war länger und beschwerlicher. Auch der Bus war um einiges schlechter und ohne Heizung. In Voraussicht auf die kälter werdenden Temperaturen haben wir gleich die Schlafsäcke mit in dem Bus genommen, was sich als sehr gut erwies. Mit der Zeit wurde es sehr kalt, zumal sich mit der Zeit einige Fenster von selbst öffneten. Gegen 4 Uhr kamen wir endlich an unserer Unterkunft in Uyuni an.
20.Tag:
Gegen 11 Uhr wollten wir mit den Jeeps die Tour über den Salzsee und das Altiplano beginnen. Das Gepäck, welches nicht benötigt wurde, kam auf einen anderen Jeep und wurde schon an die chilenische Grenze gebracht. Wir teilten uns in zwei Jeeps auf. Unsere erste Station war ein alter Eisenbahnfriedhof, der am Rande des Salzsees lag. Durch die sehr trockene Luft sind die Loks noch gut erhalten. Eisenbahnerfans wäre hier sicherlich das Wasser in den Augen zusammen gelaufen. Nach dem ausgiebigen Fotostopp kamen wir dann den ersten kleinen Salzhügeln näher. An einer „kleinen Salzfabrik“ haben wir als nächstes angehalten. Hier wurde das gewonnene Salz erst einmal auf einer Art Ofen getrocknet, danach gemahlen und dabei etwas Jod beigemischt. Für ein 50 Kilo Paket, mit je 1kg Päckchen, bekam der Inhaber 6 Bolivanos, was ungefähr 65 Cent entspricht. Der größte Salzsee der Welt liegt in einer Höhe von 3660m, erstreckt sich auf einer Fläche von über 12000km² und hat ein geschätztes Vorkommen von rund 10Mrd. Tonnen reinen Speisesalzes, wobei zurzeit ungefähr 20000 Tonnen jährlich abgebaut werden. Das nächste Ziel war eines der beiden Salzhotels. Diese sind aus Salzblöcken erbaut und liegen in der Mitte des Sees. Von hier aus sieht man ringsum nur eine blendende weise Oberfläche. Ohne Sonnenbrille konnte man bei dieser Sonneneinstrahlung nichts erkennen. Am Horizont waren einige Berge zu erkennen, die den Fahrern als Orientierung dienten. Unser Mittagspicknick machten wir an der Isla Incahuasi. Während die Fahrer das Essen zubereiteten, sahen wir uns ein wenig auf der Insel um. Das einzige was hier wuchs waren Kakteen, der größte war 12 Meter hoch und sehr beeindruckend. Nach dem Essen hatten wir Zeit die ganze Insel zu erkunden, wobei immer wieder neue Fotomotive auftauchten. In der Regenzeit ist der See nicht befahrbar, da das Wasser dann 10 bis 15 cm hoch steht und die Wege nicht auffindbar sind. Nach einer weiteren Stunde Fahrt durch die „Salzwüste“, kamen wir langsam zu deren Ende. Über schlechte Wege gelangten wir am späten Nachmittag an unserer Unterkunft an. Die war aber komfortabler als wir uns es gedacht hatten. Um den Sonnenuntergang zu beobachten, wollten wir noch einen Hang besteigen, der gleich hinter der Unterkunft war. Der Weg war sehr steinig und steil und den Rückweg hätten wir in der Dunkelheit sicherlich nicht unbeschadet überstanden. Also haben wir auf halber Strecke halt gemacht und uns mit Pisco Puro gegen die aufkommende Kälte verteidigt. Nach dem Abendessen, welches wieder die Fahrer zubereiteten, haben wir uns die Zeit noch mit Kartenspielen und Knobelbecher vertrieben. Das einzige Problem, was fast alle hatten, war die sehr trockene Luft. Der Hals war total ausgetrocknet und selbst trinken half irgendwie nicht so richtig.
21.Tag:
Heute ging es wieder früh los. Nach dem Essen fuhren wir mit den Jeeps Richtung Lagunen. Nach langer Fahrt über staubige Pisten erreichten wir die erste Lagune. In dieser sahen wir auch die ersten Flamingos der Reise. Der Anblick war riesig und die Höhe von über 4000 Metern machte sich bei jeder Anstrengung bemerkbar. Unterwegs zogen auch viele Lama- und Alpacaherden umher. Keine Ahnung wovon sie sich ernährten, denn von Vegetation kann hier keine Rede sein.
Unterwegs kamen wir auch an seltsamen Steinformationen vorbei, die durch Wind und Regen so geformt wurden. Der Steinbaum sieht wirklich echt aus. Kurz vor unserem Tagesziel, der Laguna Colorado, konnten wir noch einige Vulkane bestaunen, von denen auch einer rauchte. Die Lagune war schon von weitem zu sehen, denn sie leuchtet in einem sehr kräftigen Rot. Für ihre Farbe sorgen Algen und Plankton, welche wiederum als Nahrung der Flamingos dienen. Unsere Fahrer brachten uns an eine sehr schöne Stelle der Lagune. Dafür sind wir auf die andere Seite gefahren und einige hatten schon Angst, wir würden keine schönen Fotomotive bekommen. Von hier war der Anblick aber wirklich viel besser. Nachdem dann wieder viel zu viele Bilder geknipst waren, machten wir uns auf den Weg zur Unterkunft. Diesmal stimmte die Ankündigung von Thatiana allerdings. Wer nicht unbedingt musste, benutzte die Toiletten eigentlich nicht. Man sagte uns aber, dass diese Unterkunft noch besser sei, als die geplante. Hier gab es immerhin fließendes Wasser. Die Zimmer waren für eine Nacht vollkommend ausreichend. Zumindest waren die Fenster ziemlich dicht und der Wind blies auch nicht durchs Dach. Hier hat sich der Winterschlafsack bewährt.
22.Tag:Heute ging es sehr früh raus. Den Sonnenaufgang wollten wir uns bei den Geysiren anschauen, haben es aber leider nicht ganz geschafft. Die Scheiben der Jeeps waren sehr dick zu gefroren. In der Nacht sollen angeblich – 20 Grad gewesen sein. Selbst wenn es nicht ganz so kalt war, so waren die Temperaturen jetzt doch noch bei – 10 Grad. Der Fahrer war mit einem ca.15 cm großem eisfreiem Sichtfeld zufrieden. Jedenfalls waren alle sehr dick angezogen und versuchten sich gegenseitig zu wärmen. Selbst Thatiana hatte ihren geliebten Platz vorn beim Fahrer abgegeben und ist nach ganz hinten gekrochen. Frühstück sollte es an den Thermalquellen geben. Die aufsteigenden Rauchsäulen aus dem Erdinneren waren schon von weitem sichtbar. Der Untergrund war von einer dicken Ascheschicht bedeckt und das Laufen war in dieser Höhe von fast 5000 Meter noch beschwerlicher. Am Rande des Kraters konnten wir den heißen Schlamm sehen, der sehr nach Schwefel stank. Der heiße Dampf kam aus allen Löschern und wurde nur von einem nahe gelegenen Bergwerk zu Heizzwecken genutzt. Danach ging es weiter zu den heißen Thermalquellen. Die meisten waren sich jetzt schon einig, nicht ins Wasser zu gehen. Der Anblick war nicht unbedingt umwerfend, aber wenn man schon mal da ist, geht man auch rein. Die Außentemperatur war sicher noch im zweistelligen Minusbereich, aber die Sonne wärmte doch schon etwas. Das Becken war nicht groß, doch da sich auch von einer anderen Gruppe nur wenige trauten, war es nicht überfüllt. Das Wasser hatte etwa 25 Grad und nur wenige Meter vom Becken waren der Boden und das Wasser noch gefroren.
Unsere Fahrer haben in der Zwischenzeit das Frühstück gerichtet. Den Cocatee habe ich mit einem Schluck Whisky geschmacklich verbessert und nach und nach wollte fast jeder einen Schluck. Plötzlich hat auch keiner mehr gefroren. Danach ging es in Richtung Chile. Dabei kamen wir noch an einigen Lagunen vorbei, die mit Flamingos übersät waren. Vor der chilenischen Grenze haben wir unsere Jeeps verlassen und sind in einen chilenischen Bus umgestiegen. Hier bekamen wir unser restliches Gepäck und mussten alle angefangenen Lebensmittel aufessen oder wegwerfen, da die Einfuhr in Chile verboten ist. Noch in der Wüste kamen wir zum Grenzposten, wo die Formalitäten erledigt wurden. Danach wurde sofort die Straße besser. Als wir die geteerte Hauptstraße erreichten, konnten wir San Pedro de Atacame schon sehen. Auf einer solchen Straße sind wir schon lange nicht gefahren. Der Bus legte bis in den Ort eine Strecke von knapp 25 km zurück und fuhr dabei von 4600m auf eine Höhe von knapp 2000m. Den Höhenunterschied habe ich deutlich gemerkt. Am Straßenrand lagen viele Fracks von Autos und Lastwagen, die wohl die Kurven und das Gefälle der Strecke unterschätzt hatten. Die Zollkontrolle wartete am Ortseingang auf uns. Sämtliches Gepäck wurde geöffnet und kontrolliert. Nach Cocablättern wurde besonders gesucht. Nach der Prozedur fuhren wir dann in unser letztes Hotel dieser Reise. Die Ausstattung der Zimmer war gut und für alle ausreichend.
San Pedro ist ein kleiner Ort, in dem es zwar einige Wechselstuben gab, aber keinen Geldautomaten. Die Preise haben fast europäisches Niveau, was uns aber nicht abgehalten hat, bis zur Schließzeit gegen 1 Uhr, in den Kneipen zu bleiben. Einige Restaurants hatten offene Feuer unter freiem Himmel. Da es in dieser Region kaum regnete, besteht auch kaum die Gefahr, dass man irgendwie nass wird.
23.Tag:
Heute Morgen konnten wir wieder etwas ausschlafen. Durch den verkürzten Bolivienaufendhalt hatten wir nun hier zwei Tage länger Zeit. So buchten wir für den nächsten Tag fast alle einen Ausflug zu einer Salzwasserlagune, in der man baden kann. Für heute hatte jeder andere Pläne. Die einen haben sich den Ort angeschaut oder einfach nur ausgeruht. Ich bin mit einigen zu einem Freibad gegangen. Dieses lag außerhalb des Ortes und wir mussten wieder in Richtung Bolivien. In unserem Optimismus haben wir uns fürs Laufen entschieden, was keine gute Wahl war. Die Sonne brannte erbarmungslos und das Bad kam und kam nicht näher. Nach über einer Stunde kamen wir endlich an und außer uns waren nur zwei andere im Bad. Das Wasser war schön warm, da es offenbar von einer warmen Quelle gespeist wurde. Da zum Zurücklaufen keiner Lust hatte, ließen wir uns vom Hostalinhaber abholen und waren so nach einigen Minuten zurück. Am Nachmittag ging es schon wieder zum nächsten Höhepunkt. Mit einem Bus fuhren wir erst zum Tal des Todes. Durch dieses Tal führte die alte Straße nach Calama. Auf ihr kamen früher viele Tiere ums Leben, da es hier sehr heiß und trocken ist. Die Wärme wird von den riesigen Felswänden reflektiert und bei dem zwanzigminütigen Marsch durch diese Schlucht war mein Wasservorrat fast aufgebraucht. Danach besuchten wir eine stillgelegte Salzmine und fuhren zum Rand des Mondtales. Von oben hatten wir einen schönen Blick über diese Mondlandschaft.
Zum Sonnenuntergang sind wir danach in dieses Tal gefahren. Hier führte der beschwerliche Weg erst einmal vielleicht 100m auf eine Sanddüne hinauf, dann auf deren Kamm einige hundert Meter zu einem Felsen, der dann auch noch bestiegen werden musste. Die Anstrengung hat sich aber gelohnt. Je weiter die Sonne versank, um so mehr änderten sich die Farben, in denen sich die umliegenden Berge spiegelten. So gab es ständig neue Fotomotive. Der Abstieg ging schneller, allerdings hatte man danach wieder überall diesen feinen Sand. Am Abend wollten wir nach dem Schließen der Lokale noch etwas unternehmen, aber der Ort war wie ausgestorben.
24.Tag:Heute ging es nach dem Frühstück mit einem Kleinbus in die Atacamawüste zur Salzwasserlagune. Die Fahrt dauerte über eine Stunde und war sehr staubig und holprig. Die Lagune hatte ungefähr eine Tiefe von 20 Metern und um die 20 Grad. Der Salzgehalt des Wassers betrug ca. das 70fache vom Meerwasser. Hier konnte man sich treiben lassen, denn untergehen konnte man nicht. Außer uns war hier niemand zu sehen. Die Bergkette im Hintergrund spiegelte sich herrlich im Wasser. Zum Mittag gab es ein kleines Picknick. Unser Badetücher waren vom Salz vollkommen durchnässt und verkrustet. Nach mehreren Badegängen ging es dann wieder zurück und jeder freute sich auf eine ausgiebige Dusche, denn das Salz auf der Haut ist wirklich ekelhaft.
Zum Abschiedsessen gingen wir wieder in das Restaurant, wo wir die letzten Tage gefrühstückt hatten. Die Stimmung wurde immer besser und der harte Kern blieb natürlich bis zu Schluss.
25.Tag:Nun neigte sich die Reise doch langsam ihrem Ende. Vormittags ging von Calama aus der Flug zuerst nach Santiago. Der Aufenthalt bis zum Rückflug war für einen Stadtbummel leider zu kurz. Dann wartete wieder der 13 stündige Flug nach Madrid und noch einmal 3 Stunden nach Frankfurt.
Mit etwas Eile bekam ich noch meinen Zug und war gegen 22 Uhr wieder zu Hause.
Südamerika ich komme wieder.
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Reiseberichtkommentare
Teschilein
Susn Juchzer
RoteZora007




Don Martino sagt dazu...
Tolle Tour und super Bilder! Mich würde der Reiseveranstalter noch interessieren... bin ständig auf der Suche nach interessanten Angeboten in Südamerika.