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Reisebericht: 2005 CHILE

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doneduardo

ein Freizeitprofi

aus Leipzig

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2005 Chile von Nord nach Süd

1.Tag:

Am 25. November ging es endlich wieder los. Von Frankfurt via Madrid nach Santiago de Chile.

2.Tag:

Nach 13 stündigem Flug endlich Ankunft in Santiago und gegen 10 Uhr hatte sich die gesamte Gruppe gefunden. Mit elf Leuten wieder schön überschaubar.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel, mit erfrischender Dusche, ging es bei strahlendem Sonnenschein zu ersten Erkundungen von Santiago. Etwas ungewohnt für unseren Anblick war, bei diesen Temperaturen, der weihnachtlich geschmückte Baum auf dem Plaza de Armas. Nach dem französischen Viertel und dem Präsidentenpalast, ging es mit der Seilbahn auf den Cerro San Cristobal. Von hier oben bekam man einen sehr guten Überblick über die Ausdehnung der Stadt und bei unserem Glück mit der Fernsicht, waren auch die schneebedeckten Anden zu sehen. Nach dem „Abstieg“ mit der Standseilbahn, statten wir noch den Markhallen einen Besuch ab und nutzten gleich die Gelegenheit uns mit einigen Früchten einzudecken. Die Hallen stammen aus dem 18.Jahrhundert und bestehen aus einer schönen Stahlkonstruktion. In der Mitte und Oberhalb gibt es viele kleine und größere Restaurants, die zur Mittagszeit doch recht lautstark um Kundschaft buhlen. Am letzten Tag unserer Reise haben wir hier gegessen und ich kann es nur empfehlen. Alles frisch und reichlich, wie auf der gesamten Reise. Die Preise waren im Großen und Ganzen wie hier in Deutschland.

3.Tag:

Heute ging es wieder sehr früh aus den Federn, denn der Flieger nach Calama wartete. Ziel Atacamawüste, nach San Pedro, wo ich ja vor nicht mal 24 Monaten schon einmal war. Und schon waren wir wieder auf über 3000 Meter Höhe. Sachen im Hotel abliefern und weiter zum Salzsee Salar de Atacama. Er liegt auf 2300 Metern Höhe und ist Schutzgebiet für viele Tierarten. Flamingos waren besonders reichlich zu sehen und sehr gut zu fotografieren. Die Atacama bietet sehr unterschiedliche Eindrücke, was man von einer Wüste nun so gar nicht erwartet. Nach längerer Fahrt und steinigen Anstiegen gelangt man zu immer neuen Lagunen mit den oft gleichnamigen Vulkanen im Hintergrund. Der Miscanti (5622m) mit der Lagune (4100m) bei traumhaften Wetter und der klaren Luft, einfach ein Traum. Natürlich durfte heute auch der obligatorische Sonnenuntergang nicht fehlen.

4.Tag:

Heute früh krähte der Wecker schon gegen vier Uhr. Der innere Schweinehund hatte dafür überhaupt kein Verständnis, aber was muss, das muss. Es war ziemlich frostig und keiner hatte wirklich Lust, aber schließlich mussten wir vor Sonnenaufgang unser Ziel, die Geysire von El Tatio, erreichen. Nach ca. zweistündiger, holpriger Fahrt war es geschafft. Und es hat sich gelohnt. Mit aufsteigender Sonne begann die Erde zu leben. Wie der Vorhof zur Hölle. Durch den Luftdruckunterschied schoss aus immer mehr Bodenöffnungen Wasserdampf und man war gut beraten, diesen nicht zu nahe zu kommen. Frühstückseier im Geysir gekocht hat man ja schließlich nicht jeden Tag. Bei der Rückfahrt war mit Erschrecken fest zu stellen, an welchen Abgründen der Jeep im Dunkeln entlang gerast ist. Bei den heißen Quellen von Puritama konnten wir ein sehr entspannendes Bad genießen. Am Mittag geht es zurück nach Calama, wo dann auch der Besuch der größten Kupfermine auf dem Programm stand. In Chuquicamata wird im größten Tagebau Kupfer gefördert. Ich bin ja Tagebaulöscher aus meiner Heimat gewöhnt, aber diese Ausmaße sind gigantisch. Tiefe damals 800 Meter (geplant 1000m), längste Ausdehnung 15km. Dieser Gigantismus hat allerdings auch seinen Preis. Die Siedlung in der Nähe der Mine wurde geräumt, um sich flächenmäßig zu erweitern. Die Abraumhalden schimmern im Sonnenlicht gelb (Schwefel) und die umweltschädlichen Stäube in der Luft haben auf die Gesundheit der Bevölkerung auch sehr negative Einflüsse.

5.Tag:

Endlich wieder früh aufstehen. Nun geht´s mit dem Flieger über Antofagasta zurück nach Santiago. Von hier aus im Bus gleich weiter nach Valparaiso. Im Gegensatz zur Wüste, gibt es nun Grün im Überfluss. Die Fahrt dahin führt durch große Weinanbaugebiete und der Besuch eines Weingutes war am Anfang nicht als solches zu erkennen. Durch die Ausdehnung Santiagos liegt dieses nun praktisch in der Stadt.

Valparaiso ist die wichtigste Hafenstadt von Centralchile. Die Stadt ist auf über 40 Hügel errichtet und um in diese Teile leicht zu gelangen, gibt es noch viele Seilzugbahnen. Sie sind sehr originell und trotz ihres Alters sehr gut in Schuss. Aber irgendwie passen die Betonhochhäuser nicht so recht ins Bild.

6.Tag:

Heut geht es etwas entspannter los. Zuerst zur Nachbarstadt Vina del Mar, die ein beliebter Badeort ist und deren Küste mit immer mehr Betonbauten verschandelt wird.

Auf der „Palmenstraße“ geht es entlang der Küste immer gen Süden, bis zur Isla Negra. Hier liegt traumhaft an der Felsenküste das Haus von Pablo Neruda. Das Haus hat er selbst entworfen und ähnelt innen sehr einem Schiff. Alles sehr eng, selbst die Treppen sind sehr steil. Und alles voll mit Mitbringseln von seinen Auslandsaufendhalten. Sie zeugen vor allem von seinen vielseitigen Interessen. Besondere Begeisterung verursachte das Schlafzimmer, mit einem riesigen Fenster in Richtung Sonnenaufgang.

Auf dem weitern Weg bot sich dann ein erfrischendes Bad im Pazifik. Nicht sehr warm, aber man kann halt sagen, ich war drin.

7.Tag:

Heute noch ein entspannter Tag, es lässt sich kaum fassen. Die Fahrt führte heute wieder durch die Weinanbaugebiete mit anschließendem Besuch eines der ältesten Winzereien Chiles. Den Nachmittag hat sich jeder auf unterschiedliche Weise verbracht. Der nächste feste Termin war 22 Uhr am Hauptbahnhof von Santiago, der Nachtzug nach Temuco. Vorher also noch Proviante bunkern (Pisco). Im Zug teilten uns die Zugbegleiterinnen freundlich aber bestimmt mit, dass Alkohol im Abteil verboten ist. So blieb uns nichts weiter übrig, ihn durch sofortiges trinken zu vernichten. Schließlich tat es der Stimmung keinen Abbruch und den größten Teil der Fahrt verbrachten wir trotzdem im Speisewagen, bis der irgendwann schloss. Obwohl ich sie nicht lange genutzt habe, hatte der Zug sehr bequeme Liegesitze.

8.Tag:

In Temuco angekommen ging es mit einem Bus der Bahngesellschaft noch eine Stunde lang weiter bis nach Pucon. Hier gab´s erstmal ein gutes Frühstück bei unserem lokalen Guide, der auch Unterkünfte und die verschiedenen Touren anbietet. Die kleine Stadt liegt zwischen Villarrica-See und gleichnamigen Vulkan. Zuerst mal eine kleine Ortsbesichtigung und danach zur Unterkunft, die noch einige Kilometer entfernt war. Leider hat uns hier das bisherige Glück mit dem Wetter etwas verlassen. Durch die vergangenen Regenfälle war der Weg recht beschwerlich und das geplante Rafting fiel buchstäblich ins Wasser. Zum Glück war die Unterkunft wie für dieses Wetter geschaffen. Bei Ankunft waren die einzelnen Kamine in den Bungalows in vollem Betrieb und die unterschiedlichen Becken mit Thermalwasser, der Hotelanlage, ließen das schlechte Wetter schnell vergessen. Erholung und Entspannung, obwohl es ja überhaupt nicht so geplant war.

9.Tag:

Nach den vergangenen Niederschlägen, war leider die Besteigung des Villarrica Vulkans am heutigen Tag nicht möglich. Also Programmänderung und die Gruppe fährt, diesmal bei Regenwetter (Temperaturen sind auf 9°C gefallen), zu zwei imposanten Wasserfällen. Der erste ist der "Salto la China", seine Fallhöhe beträgt 73m. Wir nähern uns - von kurzen Regenschauern begleitet - diesem Wasserfall auf einem befestigten Pfad, der durch eine Regenwaldlandschaft führt. Auch der zweite Wasserfall "Salto el Leon" erscheint nach kurzem Fußmarsch hinter hohen Bäumen. Dieser hat eine Fallhöhe von 92m und entwickelt beim Aufprall eine enorme Gischtwolke, so dass man sich dem Wasserfall nicht nähern kann, ohne nass zu werden. Von hier geht die Fahrt weiter ins Mapuche-Dorf "Currarehue". Dort besichtigen wir das Museum, wo Gebrauchsgegenstände, Musikinstrumente sowie viele Bilder ausgestellt sind. Es ist in erster Linie für die Mapuche selbst eingerichtet worden und nur in zweiter Linie für uns Touristen. Wir erfuhren viel über das Leben der Mapuche damals und heute. Die Häuser sind recht einfach gebaut, haben allerdings einen sehr farbenfrohen Anstrich. Nach der Führung konnte die Gruppe ein Mittagessen nach Art der Mapuche genießen, das ausschließlich mit selbst angebauten Produkten bereitet war. Die Mahlzeit war zwar recht schmackhaft, aber einige kauften sich dann in einer nahen Bäckerei doch noch etwas Kuchen. Danach ging es wieder nach Pucon zurück, wo dann bei schönem Wetter noch die Geschäfte unsicher gemacht worden. Am Abend ging es zurück ins Hotel und die meisten der Gruppe nutzten die Gelegenheit zu einem Bad in den Thermalbecken des Hotels. Diese wurden auch von Einheimischen sehr rege genutzt, zumal es Samstag war. 10. Tag:

Nach dem Motto "die Karawane zieht weiter" hieß es heute Morgen um 7 Uhr aufstehen, gut frühstücken und dann marschbereit gegen 9 Uhr sein. Entsprechend dem Wetter war die Stimmung "heiter bis wolkig". Um die Mittagszeit nach einem kurzen Stopp in Osorno erreichen wir die eindrucksvolle Stadt Valdivia. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es in einem Boot zu einer Hafenrundfahrt, unterstützt durch die lebhaften Erzählungen des Kapitäns. Nach einem guten Mittagessen in der Markthalle(wo es natürlich wieder frischen Fisch gab), ging es dann weiter nach Frutillar, einem typisch altdeutschen Fischerdörfchen am Llanquihue See, wo wir uns sogar trauten, uns in einem Krämerladen auf Deutsch zu unterhalten! Der Ort wurde durch deutsche Auswanderer gegründet und so tragen viele Strassen, Hotels, Kaffees …, noch deutsche Namen und von den Älteren sprechen noch viele Deutsch. Gegen Abend erreichten wir Puerto Varas und nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, machten wir uns auf einen Stadtrundgang, bei dem die Kirche des Ortes einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Die Unterkunft wirkte durch die verschiedensten Sachen- (Bilder, Werkzeuge, Gebrauchs- und Sanitärgegenstände)- wie ein Museum.

11.Tag:Heute stand endlich wieder Fliegen auf dem Plan, aber bis es soweit ist, fahren wir zum Nationalpark Vicente Perez Rosales. Hier besuchen wir die Stromschnellen – Saltos del Petrohué, die den Abfluss des Todos los Santos Sees bilden. Diese sind durch die Lava des Vulkan Osorno entstanden. Jetzt zeigte sich wieder mal, dass das frühe Aufstehen doch Vorteile hat. Nach unserem kleinen Rundgang, wurde es plötzlich überall voll und es kamen einige Busladungen mit Tagestouristen. Genau der richtige Zeitpunkt um uns auf den Weg nach Puerto Montt zu machen.Die Stadt hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen. Die Einwohnerzahl hat die 150000 überschritten und an allen Ecken wurde gebuddelt. Oft auch noch mit einfachsten Mitteln und das bei diesem heillosen Durcheinander von Kabeln und Leitungen etwas funktioniert ist schon beachtlich. Aber das kennt man ja von vielen Ländern. Den großen Fischmarkt konnten wir nur im Schnelldurchgang bewundern, da es nun langsam Zeit wurde, wenn wir dem Flieger nicht hinterher schauen wollten. Pünktlich, wie immer auf der Reise, hob der Flieger Richtung Coyhaique ab. Der Ort liegt am südlichen Abschnitt der Carratera Austral und ist die Provinzhautstadt. Die Stadt selbst hat nicht so sehr viel zu bieten, aber die nächsten Tage werden wir auf Cafes, größerer Geschäfte und Restaurants verzichten. Also noch neuen Proviant gebunkert (Pisco und andere lecker Sachen).

12.Tag:

Heut begann nun das Abenteuer Carratera Austral. Obwohl man nicht unbedingt von Abenteuer sprechen kann, wenn man in einem verhältnismäßig guten Bus sitzt. Auf diesem Teil der Reise begegneten uns sehr viele Individualreisende, ob nun im VW-Bus, Camper oder gar mit Rädern. Aber alle waren von der Landschaft begeistert. Unser erstes Ziel war heute Villa Cerro Castillo. Die Fahrbahn ist hier noch sehr gut ausgebaut und hinter jeder Kurve und jedem Hügel eröffnen sich neue Ausblicke. Zum Mittag sollte es Asado Patagónico geben, (am Lagerfeuer gebratenes Lamm). Da wir doch recht früh dran waren und unser Gastgeber über Pferde und weitläufige Länderreihen verfügte, nutzten wir zu viert die Gelegenheit, die Gegend zu erkunden. Zum Glück kannten die Tiere den Weg und waren sehr ruhig. Ab jetzt hatten wir die gesamte Reise über das beste Wetter. Im Nu waren zwei Stunden vergangen und mit Blick auf den Cerro de Castillo, haben wir uns das Lamm mit einem Gläschen Rotwein schmecken lassen. Leider verging die Zeit hier zu schnell und wir mussten weiter zu unserem Tagesziel, Puerto Rio Tranquilo am General Carrera See. Der Zustand der Straße wurde nun langsam schlechter, bis es nur noch Schotterpiste war. Der kleine Ort zeigte sich recht verschlafen und die Unterkunft bestand eigentlich nur aus Baucontainern. Auf jeden Fall trocken und erfroren ist auch keiner. Vorher ging es erstmal in einem kleinen Boot über den See, zu den Mamorhöhlen. Der See war zum Glück recht ruhig und die durch das Wasser ausgewaschenen Felsen strahlten im Sonnenlicht. Wie uns der Bootsführer sagte, könnte er um diese Jahreszeit in die Höhlen einfahren, aber da bisher der übliche Niederschlag ausgeblieben sei, ist momentan der Wasserstand zu niedrig. Überall ist halt das Wetter etwas durcheinander. Der See ist der zweitgrößte Südamerikas und gehört neben Chile auch zu Argentinien, wobei sich beide streiten, bei wem der schönere Teil liegt.

13.Tag:

Nun geht´s weiter auf Schotterpist bis nach Puerta Guadal. Die geplante Schiffspassage entfällt, da sich die Eigentümerverhältnisse geändert haben und der neue Besitzer nicht viel in die Sicherheit investiert, kam es wohl schon zu Zwischenfällen. Also steht uns ein langer Landweg bevor, der durch die herrliche Landschaft aber zu keiner Zeit eintönig wird. Am Nachmittag erreichten wir dann unser Ziel, eine direkt am Carrera See gelegene Lodge mit Blick über den See. Hier könnte ich es einige Tage aushalten, aber dieser Urlaub ist nichts zum längeren verweilen. Der Besitzer war gerade mit einigen Bergsteigern auf den nahen Gipfeln unterwegs und seine Frau sowie die der Teilnehmer warteten schon seit ein paar Tagen auf Nachrichten aus den Bergen. Jedenfalls gab´s wieder mal einen herrlichen Sonnenuntergang.

14.Tag:

Nach einer entspannten Nacht und gutem Frühstück, ging es heute die gesamte Strecke wieder zurück, bis nach Coyhaique. Da heute das Wetter es wieder sehr gut mit uns meinte, konnten wir den geplanten Rundflug, über das nördliche patagonische Eisfeld zur Laguna San Rafael, durchführen. Vor zwei Tagen hatte es noch zu starke Winde gegeben und der Flug war so nicht möglich. Die Zusatzausgabe von 50 Dollar hat sich auf jeden Fall gelohnt. An der Abbruchkannte des Gletschers hatten wir auch noch das Glück, dass gerade ein großes Stück ins Meer stürzte, als wir vorbei flogen. Der Rückweg war dann doch etwas holpriger und für einige Mägen nicht sehr angenehm.Am Nachmittag erreichten wir Coyhaique und die meisten haben sich erstmal etwas erholt, bevor es abends wieder durch die Restaurants ging.

15.Tag:

Heute war endlich wieder mal ausschlafen angesagt. Der nächste feste Termin war wieder mal ein Flug. Diesmal zum letzten Abschnitte der Reise, nach Punta Arenas. Bis dahin also noch Geldautomaten plündern, E-Mails verschicken und wieder den bekannten Reiseproviant bunkern.Zum Glück war der Flug nicht ausgebucht und so hatte fast jeder einen Fensterplatz. So bekamen wir einen herrlichen Blick auf die Anden mit ihren Gletschern und vor allem auf das Bergmassiv des Torres del Paine. Nach der Landung ging es weiter in den kleinen Ort Puerto Natales. Dabei führte die Fahrt durch unendlich wirkende Steppenlandschaft, die sehr durch die rauen Wetterbedingungen geprägt war sowie riesige eingezäunte Weiden, ohne auf ihnen große Schafherden zu sehen. Die waren wohl gerade wo anders unterwegs.Morgen sollte es in den Nationalpark Torres del Paine gehen und da die Wetterprognosen erfreulich klangen, waren wir voller Erwartung der nächsten Tage.

16.Tag:

Die Wetterfrösche haben Recht behalten, zu ihrem Glück. Zu Beginn unserer Reise, haben wir in Norden Leute gesprochen, die hier drei Tage nur Regenwetter hatten. Im Nachhinein nicht auszudenken. Also heute immer in Richtung des Wahrzeichens Patagoniens. Nach einiger Zeit und immer reizvolleren Ausblicken auf die Landschaft, besuchten wir die Milodonhöhle. In dieser recht großen Höhle wurden die Überreste eines urzeitlichen Faultiers gefunden, das es immerhin auf die stolze Größe von drei Metern brachte. Danach Einfahrt in den Nationalpark, der immerhin eine Größe1800 km² hat. Hier hat man die Wahl der Qual, was in der zur Verfügung stehenden Zeit besichtigt werden kann. So gibt es zahlreiche Seen, Wasserfälle und Lagunen. Bei passendem Wetter lohnt alles einen Besuch. Allgegenwärtig ist hier der gelb blühende Ginster. Der Lage in einem Nationalpark und der Abgeschiedenheit, ist es offenbar geschuldet, dass die Preise hier sehr hoch sind. Weder im Restaurante (Mittagessen) noch in unserem Hostal, was sehr schön lag, sind Preis und Leistung in einem normalen Verhältnis.

17.Tag:

Erster banger Blick am Morgen aus dem Fenster und Erleichterung mach sich breit. Sonnenschein und ein herrlicher Blick auf das Paine- Massiv. Das heutige Ziel ist der See des Grey- Gletschers. Nach einer kurzen Wanderung bis zum Bootsanleger und dem Übersetzten in unser Boot, konnte es endlich losgehen. Nach einiger Zeit tauchten schon die ersten kleinen Eisbrocken auf, die von ihrer ursprünglichen Größe schon einiges verloren hatten. An der Abbruchkante angekommen, wurde erstmal mit Pisco und Gletschereis angestoßen. Es ist wirklich herrlich, wie das Eis in den schönsten Blautönen schimmert. In jeder Kante brach sich das Sonnenlicht anders und nur gut, das es Digitalkameras gibt und man einige von der Menge Bilder löschen kann. Nur zu bedauerlich, bei wem jetzt die Akkus versagten. Einige Leute einer anderen Truppe, hatten am Vortag ein Eistrekking auf dem Gletscher gemacht. Sie waren allesamt begeistert, da dies auch oft nicht möglich ist. Bilder von früheren Jahren zeigten aber auch hier einen starken Rückgang des Gletschers. Da unser Kapitän recht nah an die Abbruchkante fuhr, konnte man die Höhe des Eispanzers richtig gut einschätzen. Nach zwei Stunden ging es wieder zurück und nach einem kleinen Imbiss führte unser Weg wieder an endlosen Weideflächen endlang nach Puerto Natales. Dabei hatten wir unterwegs noch das Glück, eine Kondorfamilie bei ihrer Mahlzeit zu beobachten.

18.Tag:

Heute geht es die lange Strecke wieder zurück nach Punta Arenas, wo noch ein Höhepunkt der Reise wartete. Nach einem kleinen Stadtbummel und einem Abstecher zum Hafen, im dem gerade ein Kreuzfahrtschiff lag, ging es mit einem Fährschiff zur Isla Magdalena. Diese liegt in der Magellanstraße und auf ihr brüten rund 200000 Magellanpinguine ihre Jungen aus. Leider wurde das Wetter trüb und regnerisch, so dass nach ca. zwei Stunden die ersten Umrisse zu sehen waren. An Land waren erst nicht sehr viele von ihnen zusehen, da der größte Teil der Elterntiere erst von Futter suche kam. Nachdem sich der Großteil der Besucher auf einen Rundweg begeben hatte und hier am Steg etwas Ruhe eingekehrt war, zeigten die Tiere auch keine Scheu mehr und liefen nur wenige Zentimeter an einem vorbei. In einigen Höhlen waren auch schon Jungtiere zu sehen. Durch das Wetter war von Feuerland leider nichts zu sehen. Durch die Kühle war aber der Geruch nicht so sehr stark, wie sonst bei schönem Wetter. Die Tiere haben sich offenbar schon sehr an den Besucheransturm gewöhnt. Zum Glück ist aber ein größerer Teil der Insel gesperrt, so dass die Meisten ungestört brüten können. Einerseits ist es schön wenn man diese Tiere in freier Natur beobachten kann, andererseits ist es für sie sicherlich auch Stress, wenn am Tag zwei Schiffe voll mit Touristen kommen. Nach der windigen und schaukeligen Rückfahrt waren alle recht froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

19.Tag:

Heute schrumpft die Gruppe. Einige zieht es auf die Osterinseln, zwei fahren mit einem Mietwagen über Argentinien zurück nach Santiago und andere haben einen anderen Rückflug.Der Rest fliegt zurück Santiago, wo nach etwas Ruhe im Hotel jeder den Tag nach seinen Vorstellung verbringt.

20.Tag:

Endlich wieder mal ausschlafen, dann auf den letzten Drücker frühstücken und plötzlich saßen wir mitten in einer Weinverkostung. Bloß gut, dass der Flieger erst am späten Nachmittag ging. Zum Mittagessen sind wir nochmals in die Markthallen gefahren und ich kann es wirklich nur empfehlen. Man sitzt sehr gut und das Essen ist Spitze. Danach noch einige Mitbringsel gekauft und ab zum Flughafen. Doch nun ein neues Problem. Durch Wein, Pisco und andere Sachen, war das Gepäck nun über der Freigrenze. Die Zuschläge die gezahlt werden sollten, standen allerdings in keinem Verhältnis. Zum Glück konnten wir umpacken und die Getränke mit im Handgepäck verstauen. Leichter ist der Flieger dadurch auch nicht geworden. Heutzutage wohl unvorstellbar. Sonst wäre es wohl noch eine feucht fröhliche Party geworden. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Reise sehr schön war. Das es kein Erholungsurlaub wird, war vorher klar und im nach hinein hätte man noch vier Tage Strandurlaub zum Abschluss irgendwo buchen können. Schließlich war fliegen bei dieser Reisen schon fast wie Bus fahren. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie viele Kilometer bei dieser Tour zurück gelegt wurden, aber es waren verdammt viele.

Südamerika ich komme wieder!!!



Kommentare

 

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Don Martino sagt dazu...

´

Ich kann mich nur anschließen... "Südamerika - ich komme auch wieder!"

Pfundige Buidl!

Martin

 
 

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