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Reisebericht: Alaska / Yukon / British Columbia
eine Bewanderte
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Vom 11. August - 8. September 2006 fuhren wir mit dem Wohnmobil durch den Yukon, Alaska und British Columbia.
Leider hatten wir den schlechtesten Sommer seit Jahren erwischt. Trotzdem würde ich jederzeit wieder nach Alaska fahren. Die Natur ist einfach fantastisch. Die Ruhe und die wenigen Menschen -einfach Erholung pur.
Samstag, 19. August 2006
Um 7 Uhr klingelte der Wecker. Was sagt der Magen? Immer noch nicht so doll, aber ich fühlte mich nicht mehr so schwach. Frühstück reingewürgt, 3 Kohletabletten und den Rest der Pillen. Auf ging es im strömenden Regen zum Wasserflughafen. Wir bekamen lange Anglerstiefel und die Einweisung, wie wir uns zu verhalten hatten. Immer zusammen bleiben, das war das wichtigste, wenn wir in der Bucht ankommen. Und dann ging es auch schon los. Nach 3 Minuten Flug hörte der Regen auf und wir hatten eine Traumsicht auf die Katmai-Halbinsel. Wir landeten nach gut 1,5 Stunden. Wir ging zu Fuß noch ca. 5 Minuten bis zu einem Fluss mit kleinen Inseln in der Mitte, auf der wir in einer Reihe Platz nahmen. Keine 10 Meter von uns waren die Bären - ohne Zaun. Vier Stunden haben wir dort verbracht. Gut, dass ich mit Tierfotografie nicht mein Geld verdienen muss. Sehr anstrengend, den richtigen Moment abzupassen.
Mittwoch, 23. August 2006
Am heutigen Morgen zeigte der Himmel ein freundliches mausgrau. Kein Regen. Wir fuhren als erstes zum Airport, um nach einem Flug zum Denali zu fragen. Wenn der Berg nicht zu uns wollte, dann wollten wir zu ihm. Eine Nebelbank hing über dem Flughafen. Es gab nur eine Maschine, die durch die Wolkendecke fliegen darf - die einmotorigen müssen Sichtkontakt haben - und die war ausgebucht. Wir sollten warten; wenn der Nebel sich lichtete könnten wir vier auch mit einer kleinen Maschine fliegen. Gegen 12 Uhr ging es dann los. Es waren immer noch viele Wolken am Himmel, aber wir konnten die Berge wenigstens sehen.
Auf der Fahrt Richtung Denali Park wurde das Wetter dann immer besser. Im Park haben wir dann Tickets für morgen früh um 7.45 Uhr bis zum Wonder Lake gekauft. Sollte es Bindfäden regnen und keine Sicht sein, fahren wir eben eher zurück. Wir wohnen jetzt zwei Nächte auf dem staatlichen Rilley Creek, d.h. keine Hook ups, also kein Strom- und Wasseranschluss. Wir müssen mit den Reserven auskommen.
Übermorgen müssen wir dann Strecke machen (Meyers wollen Mittwoch in Whitehorse sein). Uns fehlen zwei Tage, die wir aber auch ohne die Anchorage-Pause verloren hätten. Die Straße zum Denali ist erst seit heute morgen wieder auf.
Sonntag, 27. August 2006
Traumhaftes Wetter begleitete uns von Alaska nach Kanada. Wir haben das Glückschwein vorne auf das Armaturenbrett geklebt. Vielleicht hat das die Wende gebracht. Unterwegs haben wir zwei Frankfurter getroffen, die mit dem Fahrrad sechs Wochen von Inuvik unterwegs sind. Wir haben ihnen zwei Liter Wasser abgefüllt. Wasser ist auf der Strecke auf dem Top of the Word ein großes Problem. Glücklich sind sie weiter geradelt, das Abendessen war gesichert. Sie wollten Nudeln kochen. Für kein Geld der Welt würde ich mir das antun.
Die Dame an der Grenze haben wir dann doch leicht beschwindeln müssen. Eine Flasche Wein und Bier hatten wir doch dabei. :-) Kurz vor Dawson City musste es dann doch noch mal kurz regnen. Der Campingplatz ist echt klasse, und wir können in der Stadt alles zu Fuß erreichen.
Beim Einkaufen versuchte sich die Kassieren im deutsch sprechen. Ganz süß! Ob wir eine - sie suchte nach dem Wort - eine Tasche brauchen. Sie hatte deutsch in der Schule, aber das Wort Tasche kannte sie aus "Lola rennt" - Wo ist die Tasche? ". Solche Erlebnisse haben wir ständig. Viele Menschen in Alaska und im Yukon haben deutsche Vorfahren, aber keiner spricht mehr deutsch. Einer wusste noch, dass seine Oma ihn immer "Hosenscheisser" genannt hat.
Wir waren Essen bei Klondike Kate und dann im Casino. Morgen wollen wir dann auf den Midnight Dome und zum Klondike. Und natürlich die Stadt angucken.
Sonntag, 3. September 2006
Beim Angeln hatten wir nicht viel Glück. Der Lachs war zu klein und musste wieder ins Wasser, aber wir hatten wenigstens ein Foto für den Angelclub. Papa ärgert sich immer noch grün, dass er nicht in Seward angeln war. Aber da hatte die Stimme der Vernunft noch die Oberhand (btw. das war nicht seine). Das Wetter sah gut aus, als wir in Skagway aufbrachen und wir konnten die tolle Landschaft noch mal ohne Regen genießen.
Kurz hinter Carcross (ich hatte noch mal kurz an die rosa Mukluks im Generalstore gedacht, war dann aber vernünftig. Die sind diese Saison wahrscheinlich schon wieder out) bogen wir Richtung Atlin ab, erst noch Asphalt, dann wieder 80 km Gravelroad und den Rest wieder Asphalt. Die Strecke zog sich wie Kaugummi, ich durfte dann unter tausend Ermahungen auch mal wieder fahren. Aber der Weg hat sich gelohnt. Es war wohl einer der - wenn nicht der - schönste Abend in unserem Urlaub. Schade, dass wir alle fünf das nicht zusammen erleben konnten. Ich hab wohl 100 Fotos gemacht und bin auch jetzt noch nicht in der Lage, die besten auszusuchen. Da müsst ihr jetzt durch.
Der Reiseführer sagt zu Atlin: Man rollte über den letzen Hügel hinein in ein lockeres Ensemble von Gebäuden, das, ja nach persönlicher Disposition, als bezaubernd rustikal oder Ansammlung von Bruchbuden bezeichnet werden könnte. Wir haben uns für die erste Disposition entschieden. Oder von einer einheimischen Autorin beschrieben:... in einsamer Sturheit an einem See von fesselnder Schönheit...". In meinen Worten gesprochen: Da geht dir einer ab! Wir waren hingerissen!
Die ganze Geschichte gibt es hier:
Kommentare
re:
Tinaskywalker sagt dazu...
Doch uns war schon etwas mulmig zumute. Aber der Führer hatte jahrelange Erfahrung. Wenn man sich an die Anweisungen hält, kann eigentlich nichts passieren. Für alle Fälle hatte er natürlich ein Gewehr dabei.
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slowdiver sagt dazu...
Wow ist das schön da und die tollen Fotos die Du gemacht hast.
Ich glaub da muß ich auch noch hin.