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Reisebericht: Berlin im Herbst 2008
ein Reiseführer
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Ja, es war mal wieder soweit. Ich durfte ein paar Tage in Berlin verweilen. Dieses Mal fiel der Besuch leider in einen bereits herbstlichen Monat, in den Oktober. Dennoch gibt es ein paar Bilder auf denen auch das Tageslicht zu sehen ist, denn es war ja noch Sommerzeit. Ansonsten hatte ich dieses Jahr erstmals die Möglichkeit dem "Festival of Lights" beizuwohnen. Seit einigen Jahren, jeweils im Oktober, erstrahlt Berlin bei Dunkelheit in bunten Lichtern. Diverse Gebäude werden dafür mit Licht angestrahlt und weil einfach weißes Licht ja langweilig wäre gibt es das Spektakel in bunten Farben.
Knapp 50 Gebäude wurden dazu ausgesucht, Firmen, die ihre Geschäftshäuser beleuchten genauso wie städtische Gebäude, die speziell mit bunten Lampen angestrahlt wurden. Die Gebäude, die dabei besonders herausstachen wurden, sobald es dunkel wurde, durch Fotografen umlagert. Ich habe meine "Reise" im Westen der Stadt begonnen, die Gedächniskirche am Breitscheidplatz und das Elefantentor, der Eingang zum Zoo, waren die ersten beleuchteten Gebäude.
Von dort ging es dann weiter in Richtung Tiergarten. Die bunt beleuchtete Siegelsäule war bereits von weitem gut zu erkennen. Man muß wissen, daß die Säule ja eigentlich auf einer riesengroßen Verkehrsinsel steht, die man nur unterirdisch via Tunnel betreten kann, aber das tat dem Interesse an der "Gold Else" keinen Abbruch. Im Gegenteil, das große Rund bot Fotografen genügend Platz für Aufnahmen. Ich habe den Bus 100 bis zum "Großen Stern" genommen. Dieser fuhr zwar im 10 Minutentakt, kam aber auf Grund der Vielzahl der Touristen häufig vollkommen aus dem Takt.
Besonders bunt wurde es dann aber entlang der Straße "Unter den Linden". Auf dem Weg dorthin, wenige 100 Meter weiter, folgt dann der Touristenmagnet Nr. 1, das Brandenburger Tor. Bunte Lampen in den Durchgängen mit ständig wechselnden Farben. Auf der Seite des Pariser Platzes, wurden am oberen Rand des Brandenburger Tores die eingesandten "Werbesprüche" aus der Aktion "be berlin" projiziert.

Auf der Straße "Unter den Linden" selbst wurden dann die Bäume rechts und links des Boulevards in gelbes und grünes Licht getaucht. Zwischen Friedrichstr. und Schloßplatz schlenderten die Touristen auf dem fußläufigen Mittelstreifen selbst am späteren Abend noch in großer Zahl. Es war geradezu ein wenig schade, daß man sich auf Grund der kühlen Witterung, auf die Bänke zur rechten und linken Seite nicht länger hinsetzen konnte. Nicht unterschätzen darf man den Aufwand, von der Verlegung der Stromkabel bis zur Platzierung der Lampen selbst, denn der Boulevard hat ja üblicherweise keine Steckdosen.
An der Friedrichstr. / Ecke Unter den Linden hat unterdessen auch ein neues Bürogebäude geöffnet. Geworben wurde mit der neuen "Upper East Side". Oben Büros, unten eine Reihe nobler Geschäfte. Auf Seiten der Friedrichstr. führt ein langer Arcadenweg an dem Gebäude vorbei. Auch wenn die letzten Baustellenabsperrungen noch standen fanden sich bereits eine ganze Reihe von Kunden in den Geschäften.
Ein weiteres Highlight der Berliner Dom. Auf ihn wurden aus etwa 100 Meter Entfernung Bilder projiziert, so groß, daß man, je nach Motiv, ein Feeling wie bei einem Fotoabend hatte. Der Lustgarten vor dem Dom war dementsprechend gut mit Fotografen gefüllt. Wer kein Stativ dabei hatte, umlagerte sämtliche Auflageflächen für die kleine Digitalkamera, denn für gute Aufnahmen waren schon Belichtungszeiten von mehreren Sekunden notwendig.

Auch das Palais am Festungsgraben, etwas versteckt und ein paar Meter abseits von "Unter den Linden" erstrahlte in Farben des Regenbogens. Hier war es ebenso schwierig eine klare Aufnahme zu bekommen, da zum einen kaum geeignete Auflageflächen für die Kamera zur Verfügung standen und zum anderen vor dem Gebäude eine ganze Reihe von Bäumen stehen. Vielleicht kann man doch die Farbenpracht erahnen.
Vom Berliner Dom ging es nun ein paar Meter abseits zum Gendarmenmarkt. Hier wo Konzerthaus, Deutscher und Französischer Dom eng bei einander stehen, waren die meisten Fotografen zu finden. Ein wunderschönes buntes Bild, fast schon eine perfekte Kombination, die sich auf einem Foto nur annähernd wiedergeben läßt. Der Gendarmenmarkt war sozusagen Treffpunkt für ganze Ladungen von Reisebussen. Wenn gleich drei Gebäude um die Gunst des Zuschauers buhlen ist es schwer den richtigen Standpunkt für ein perfektes Foto zu finden.
Beenden konnte man den Lichtergang dann in Richtung Alexanderplatz. Hier stand die große Lichtuhr, welche mit meterhohen Zahlen die aktuelle Zeit anzeigte. Auch der Fernsehturm im Hintergrund war wie jedes Jahr zu dieser Veranstaltung in bunten Farben beleuchtet.
An einem Nachmittag habe ich mich aufgemacht und den Südpark besucht. Der Südpark ist ein altes Gelände eines Rangierbahnhofs gleich an der S-Bahnstation Priesterweg. Für einen Eintritt von 1,- Euro, zu zahlen an einer Art Parkautomat (ich meine den Park-schein-automat für Autos, so wie wir ihn tausendfach an den Straßen finden) darf man sich im Park umschauen. Da wo früher die Gleise verliefen, verlaufen heute die speziell angelegten Wege. Am alten Überführungsbauwerk befinden sich Gafitis, aber eben auch nur hier. Gleich ins Auge fällt ein alter Turm und nur wenige Meter weiter das alte Verwaltunsgebäude. Hier stehen ein paar alte Anhänger, während zwischen den Schienen mitlerweile die Bäume ihren Weg suchen. Achtung Zugverkehr sagt ein Schild, daß zwar noch gut lesbar ist, aber leider hochkant auf dem Boden liegend keine wirklchen Gefahren mehr verkündet. Ein paar Schritte weiter in den Wald plötzlich etwas ganz großes. Eine frisch renovierte Dampflok nebst Teder. Hier steht sie so, als wollte sie verkünden "... noch 5 Minuten bis zur Abfahrt ...". Für das weitere Drumherum reichte meine Zeit leider nicht mehr aus, aber wer mal an die frische Luft möchte und gleichzeitig etwas sehen möchte ist hier gut aufgehoben.

Den Regennachmittag am Folgetag habe ich dann zunächst in einem U-Bahnhof verbracht. Die Strecke der zukünftigen U55 (vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor) ist bereits seit längerem bezugsfertig, der U-Bahnhof Brandenburger Tor jedoch braucht nach wie vor noch etwas Zeit bis zur Fertigstellung. Also nutzt man den dazwischen liegenden U-Bahnhof "Bundestag" für Opernaufführungen oder wie jetzt für Ausstellungen. Nun interessierte mich die Ausstellung weniger, dafür konnte ich einen Blick in den zukünftigen U-Bahnhof werfen. Sehr großzügig gebaut, kann man ohne Umschweife sagen. Eine Art Empore ermöglicht es einem, den kompletten Bahnsteig einmal zu umrunden.
Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte bin ich dann doch nochmal in die (fahrende) U-Bahn gestiegen und zur Oberbaumbrücke (zwischen Friedrichshain und Kreuzberg) rausgefahren. Auch diese Brücke war in zartes Festivallicht getaucht. Die noch nasse Straße hat schließlich noch zusätliche Effekte erzeugt.
Auf dem Rückweg habe ich dann noch kurz am Technikmuseum Station gemacht. Auch dieses war wie in den letzten Jahren beleuchtet. Den Tagesabschluß fand an diesem Tag der Hauptbahnhof. Durch eine dezent bunte Beleuchtung war auch der Hauptbahnhof eines der 50 ausgewählten Gebäude für das Festival of Lights.
Der nächste Nachmittag begann zunächst am Leipziger Platz. Hier stehen noch Mauerreste der Hinterlandmauer. Der ehemalige Mauerverlauf ist durch eine Doppelreihe Pflastersteine gekennzeichnet, die quer über den Rasen und die Leipziger Straße verlaufen. Danach ging es zum Schloß Charlottenburg. Da, wie man mir vor Ort sagte, tagüber Publikumsverkehr im Schloß stattfindet, kamen erst zu Beginn der Dämmerung die Techniker und installierten die bunte Beleuchtung am Schloß. Jeden Tag aufs neue, so richtig vorstellen konnte ich mir das ja nicht, aber in der Tat, selbst als es bereits dunkel wurde, mußte an den Lampen noch kräftig geschraubt werden. Ich habe dann, es wurde mitlerweile arg kühl, als die Beleuchtung halbwegs stand meine Bilder gemacht. Vielleicht gab es noch schönere Aufnahmen, aber ich wollte nicht länger warten.
Zurück hatte ich dann, wieder am Potsdamer Platz, das Glück, bei Dreharbeiten zu einer Telenovela zuschauen zu können. Dort wo die Scheinwerfer den Platz ausleuchteten und kleine Menschentrauben sich versammelten stand Jeanette Biedermann und lächelte in die Kamera. Allem Anschein nach wurden Weihnachtsszenen gedreht, denn der Nikolaus lief durchs Bild und Schnee fiel vom Himmel. Abgeschlossen habe ich diesen Tag mit einem Abstecher ins Nikolaiviertel. Hier waren passend zur Festival of Lights Aktion die Kirchtürme der Nikolaikirche ausgeleuchtet und auf den Straßen des Viertels konnte man auf die Suche nach der "Weißen Frau" gehen.
Beendet habe ich die Woche dann noch mit einem Besuch des Berliner Doms (5,- Euro Eintritt). Der Aufgang zur Kuppel war (zum Glück) nicht nur den Personen vorbehalten, die auf diesem Schild benannt wurden. Aber bei guter Puste sollte man trotzdem sein. Ich habe nicht gezählt, aber gelesen habe ich von insgesamt 270 Stufen bis nach ganz oben und ich denke, das dürfte auch in etwa hinkommen. Von der Kuppel, die einen sehr schönen Rundumausblick bietet, kann man dann auf den Alexanderplatz genauso schauen wie auf die Spree (und hier auf die letzten Reste des Palastes der Republik), auf den Lustgarten vor dem Dom, in Richtung Regierungsviertel (leider durch ein Restaurationsgerüst an dem Tag verstellt) und auch in Richtung Museumsinsel und Hackesche Höfe.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatte ich die Ehre, die letzen Reste des Palastes des Republik nocheinmal sehen zu dürfen. Nur die Treppenhäuser standen noch und sollen ca. Ende November komplett beseitigt sein. Auf dem Schloßplatz selbst kann man durch Holzbohlenwege abgetrennt die Ausgrabungen der Reste des Stadtschlosses begutachten oder in die neue Kunsthalle (in hellem Blau, gerade eröffnet) gehen.
Der nach historischem Vorbild wiederhergestellte Schinkelplatz, gleich auf der anderen Seite der Spree läd zum Ausruhen ein und ein bischen Drehorgelmusik von der Schloßbrücke schließen diesen Reisebericht für dieses Mal ab.
Kommentare
Photo64 sagt dazu...
In der Tat, das hier ist stark ... http://www.city-stiftung-berlin.eu/uploads/pics/Siegessaeule.jpg
Weltenbummler sagt dazu...
Und wer mehr Bilder möchte: http://www.city-stiftung-berlin.eu/index.php?id=2&sprache=0
Das ist die offizielle Seite
Weltenbummler sagt dazu...
Herrlich schön, mit den Lichtern. Wann ist das Fest immer? Nur im Oktober?
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Weltenbummler sagt dazu...
Wow, da passt aber auch alles. Der Mond, die Person links. Echt tolles Foto...