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Reisebericht: Centroamerica -
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sfintu: 5 Sterne
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Geotags
Weitere Reiseberichte von Don Martino
So, es war dann mal wieder soweit…. nachdem meine Akkus fast leer waren, breche ich Anfang Oktober nach Zentralamerika auf. Die Reise beginnt mit einem dreitägigen Zwischenstopp in der spanischen Hauptstadt. Ich erkunde das historische Stadtzentrum und genieße einfach das „Nichts-tun-müssen“. Wow, das ist Luxus, einfach mal eine Stunde in einem Kaffee sitzen und umtriebige Leute dabei zu beobachten, wie sie durch die Stadt wuseln… uih, ja, so kann Urlaub losgehen! Fast planlos schlendere ich durch Madrid… wenn ich keine Lust mehr habe zu Fuß zu gehen, steige ich einfach in den nächsten Bus oder Metro ein und lass mich einfach mal ein paar Stationen weitertreiben… Mal schaugn, was es da interessantes zu sehen gibt.

Plaza Major, Madrid
Wenige Tage später geht es dann weiter nach Costa Rica. Wie immer steigt allein beim Anblick des Flughafens Barajas mein „Ich-muss-weg-Gefühl“ in ungeahnte Höhen. Etwas ernüchtert, erhalte ich beim Check-In den Platz 36G… letzte Reihe Mitte vor der Toilette. Zum Glück wurde mir erklärt, wie ein Spanier meinen Familiennamen ausspricht… so schrecke ich vor dem Boarding auf, als plötzlich mein Name durch den Lautsprecher am Gate ertönt. Ich werde mal wieder vom Glück geküsst und bekomme völlig überraschend ein Upgrade für die Businessclass. Ja, so kann der Urlaub losgehen! 10 Stunden Entspannung und leckeres Essen… Mein Sitzplatznachbar schaltet relativ schnell in den „Stand-by-Betrieb“, weil er wahrscheinlich völlig genervt ist, dass ich erst mal eine halbe Stunde damit beschäftigt bin die interessanten Sitz- und Liegepositionen meines Sessels inklusive den Massagevorrichtungen auszuprobieren. Mann, ich hab da so viel Platz, dass ich nicht mal liegend mit den Zehenspitzen am Vordersitz anstoße ;-) Es ist ein traumhafter Flug…. Der Blick auf die Venezolanische Karibikküste und der Überflug über den Lago Maracaibo machen mich ganz glücklich….. weiter geht’s über Kolumbien mit Cartagena… Te quiero!!! Wunderbare Reiseziele, die ich schon erleben durfte! Über Panama wird die Luftstraße dann etwas holperig…. Vor der Landung in San Jose taucht der A340-600 in riesige Wolkentürme ein. Lateinamerikanische Großstädte sind immer so eine Sache. Lima, Quito, La Paz, Caracas, Bogota und Habana hatten alle irgendwie ihren Reiz… aber San Jose ist wirklich nicht einladend. Komisch, hab ich was anderes erwartet. Am folgenden Tag geht’s zum Glück gleich wieder raus aus der Stadt in Richtung Norden des Landes.
Sonnenuntergang im Parque National Rincon de la Vieja
Der Nationalpark Rincon de la Vieja ist mein erstes Ziel. Ich ahne noch nicht, dass der Sonnenuntergang an diesem Abend der erste und einzige (!!!) während meiner dreieinhalb wöchigen Reise durch Zentralamerika sein wird. Weiter geht’s nach Nicaragua. Eines der ärmsten Länder Mittelamerikas ist jetzt sicherlich nicht das typische Urlaubsland. Mir ist es aber gleich sympathisch. Die koloniale Altstadt von Granada ist wunderschön.
Historische Altstadt von Granada, Nicaragua
Die Landschaft mit den Vulkanen find ich einfach spannend. Leider muss eine Tour am Volcan Masaya wegen erhöhter Schwefelkonzentration abgesagt werden. War schon eine abenteuerliche Vorstellung mit Gasmasken am Krater entlang zu wandern um einen Blick in den Rachen dieses Feuerspuckers zu erhalten.

Volcan Masaya, Nicaragua
Die Regenzeit „klopft“ heute zum erstenmal so richtig an. Die Überfahrt über den Lago Nicaragua zu Isla Ometepe wird durch eine bewegte See begleitet. Es herrscht massives Hochwasser auf dem größten See Mittelamerikas. Der wunderschön beschriebene Strand fällt Wort wörtlich ins Wasser. Am Fuße der Vulkane Concepcion und Maders verbringe ich zwei wunderschön entspannte Tage bei leider bewölktem Himmel…

Blick auf den Volcan Concepcion, Isla Ometepe, Nicaragua
Zurück über die Costaricanische Grenze geht’s zum Parque National Arenal. Der gleichnamige Vulkan ist das Reisehighlight Costa Ricas. Das Wetter hier ist ziemlich „traurig“. Es regnet und graue Wolken hängen bis fast zum Boden runter. Ich bezweifle fast, dass es den Vulkan Arenal überhaupt gibt… am kommenden Morgen werde ich jedoch für einen kurzen Augenblick eines Besseren belehrt. Ein kurzer Blick ist mir gewährt. Bezaubernd find ich den Besuch eines Hängebrückenparks. In schwindelnden Höhen geht es durch die Baumwipfel des Regenwaldes. Bin selbst über mich überrascht, dass ich das so genießen kann. Ich habs nämlich sonst überhaupt nicht mit wackeligen und „durchsichtigen“ Wegen in luftiger Höhe.
Hängebrückenpark, Arenal N.P., Costa Rica
Canopy muss bei einer Costa Rica Reise unbedingt mit auf dem Programm stehen. Am Fuße des Arenals sauße ich über zehn „Kabel“ den Berg hinunter. Besonders adrenalinreich war der Tarzan-Swing. Mann, was mach ich hier nur alles… Der Parque National Tortuguero an der Karibikküste ist ein weiterer Höhepunkt eines Costa Rica Aufenthalts. Über das verzweigte Kanalsystem erreicht man die kleine Ortschaft an der Küste. Ich kann mich nicht erinnern, je so eine schlechte Straße bis zum Bootsanleger gefahren zu sein. Da war die achtstündige Jeepfahrt durch die bolivianischen Anden richtig luxuriös dagegen. Während der ca. einstündigen Bootsfahrt zur Lodge werden wir mit einem wahnsinnigen Regenschauer konfrontiert. Der absolute Wahnsinn…. So was hab ich noch nie erlebt. Aber, um es mal positiv zu formulieren, es macht so eine Reise einfach authentisch und ich hab es mir ja schließlich selbst ausgesucht, während der Regenzeit in ein solches Land zu fahren. Eine Stunde später lacht uns bereits wieder die Sonne ins Gesicht. Pura Vida! Die Landschaft um Tortuguero finde ich wunderbar. Ich liebe es mit einem Motorboot durch den Dschungel zu tuckern. Das satte Grün tut der Seele gut!
Parque National Tortuguero, Costa Rica
Ich liebe die kleinen Schildkröten die ihre Hälse in den Himmel strecken um noch ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen. Vor meiner „Bude“ in der Loge kommt es zu einem unterhaltsamen Stelldichein mit einer großen Brüllaffenfamilie. Eine äußerst unterhaltsame Aufführung! Am Abend des zweiten Tages erlebe ich etwas ganz besonderes. Ich habe mir zu Beginn immer gedacht, ja das wird wieder so ein touristen-Nepp sein… aber zum Schluss war ich wirklich begeistert…. Nein, ich muss sagen es hat mich berührt! Wir brechen in der Dunkelheit an den Strand auf um große Meeresschildkröten bei der Eiablage zu beobachten. Es ist einbeschreibliches Bild wenn sich diese Riesen des Meeres aus dem Wasser begeben um dann an der Küste so ca. 200 Eier abzulegen. Das ist alles live! Nach drei Tagen geht es wieder zurück in die Mitte des Landes.
Volcan Irazu, Costa Rica
Im Vale Orosi werde ich natürlich wiedermal richtig heftig „dawaschen“. Es gießt aus allen Kübeln und so bin ich etwas zweifelhaft, was meinen geplanten Trip auf den Volcan Irazu (3.432 m) betrifft. Aber, wer früh aufsteht, wird dann doch belohnt. Man kann zwar nicht den unbeschreibenlichen Blick von der Karibik im Osten bis zum Pazifik im Westen genießen… aber zumindst ist der Gipfel frei. Kaum wieder im Tal angekommen, beginnt es wieder zu Kübeln… Über den Pass Cerro de la Muerte geht’s an die Pazifikküste. Von Sierpe aus bringt mich ein kleines Boot raus aufs Meer in den Corcovado Nationalpark.
Pazifische Depressione am Corcovado N.P., Costa Rica
Der Himmel hängt schon wieder ziemlich tief. Ich hab selten solche schwarzen Wolken gesehen… ja, und eins zwei drei… es geht schon wieder los! Nicht nur dass das Aufeinandertreffen von Süß- und Salzwasser einen besonderne Seegang beschert… jetzt muss es auch noch zu Regnen beginne. Ich erreiche ein kleines „Paradies“ bei einem fürchterlichen Schmuddelwetter. Die nächsten fünfzehn Stunden wird es ununterbrochen regnen. Man nennt so etwas pazifische Depression. Ja, das kann ich verstehen, nicht nur das Wetter ist traurig! Am Nachmittag des folgenden Tages macht es dann doch wieder für ein paar Stunden auf und so ist ein kleiner Ausflug erlaubt. Das tolle bei diesem Klima: Auch wenns regnet, es ist nicht kalt… Mein Regenponcho ist während der Reise mein ständiger Begleiter. Zwei Nächste später geht’s wieder zurück nach Sierpe… Oh Backe, da zieht sich wieder ein Wetter zusammen. Und schon wieder geht’s los…..

Oh wie schön ist Panama. Wer kennt nicht dieses Kinderbuch? Mit den Bildern vom Bär und kleinen Tiger erreiche ich das kleine zentralamerikanische Land. Ja, ich hätte bei diesem Sauwetter jetzt auch lieber das Plüschsofa in der kleinen Hütte von den beiden kleinen Helden meiner Kindheit. An der Grenze zu Panama ist man mal wieder der absoluten Willkür des pseudobürokratischen Verwaltungsapparates ausgeliefert. Ja nicht Lachen bei der Gepäckkontrolle… die Spaßtoleranz ist hier relativ gering. Was ich auch schon an der Grenze zu Nicaragua besonders bemerkenswert fand: Man fährt hier mit dem Bus am Grenzübergang durch eine Desinfektionsschleuse… keine Ahnung, was da aus den Düsen rauströpfelt... Panama ist ein bedeutendes Kaffeeanbaugebiet. Ich besichtige in Boquette eine Kaffefabrik. Wow, die sind hier vor ein paar Jahren Kaffee-Weltmeister geworden! Die Führung durch die Fabrik find ich sehr unterhaltsam. Ein völlig neuer Blick auf das „schwarze Gold“. Der Quetzal-Trail, ein wunderschöner Wanderweg durch die Bergwelt ist wegen des äußerst besch… Wetters gesperrt. Wo kommt das ganze Wasser nur her. Es Regnet und regnet…. Aber, wie schön ist doch das grün der Bäume… Mit den feuchtfröhlichen Eindrücken eines fürchterlichen Sauwetters in den vergangenen Tagen starte ich mit einem skeptischen Gefühl an die Ostküste Panamas.
Bocas del Toro, Panam
Das Inselarchipel Bocas del Toro gehört zu den schönsten Reisezielen des Landes. Im Satelittenbild des Vortages hing noch ein ziemliches Unwetter über der Küste… und so rechne ich schon wieder mit einem absoluten Sauwetter. Aber ich habe Glück, das Wetter in Bocas ist traumhaft. Die Karibk zeigt sich von ihrer besten Seite. Sonne, Strand und Meer! Pura Vida! Ein kleines Paradies!!!!

Bocas del Toro, Panama
Von Bocas del Toro geht’s nun mit dem Flugzeug nach Panam-City. Hier erleb ich eine absolute Check-In-Premiere. Hier wird das Gepäck zusammen mit den Passagieren gewogen! Resultat: Meine Tasche reist erstmal ohne mich ;-) Die Propellermaschine von AirPanama braucht für die Strecke in die Hauptstadt eine knappe Stunde. Ein kurzer Überflug über den Panamakanal bringt einen ersten Eindruck was mich in den kommenden Tage so erwarten wird.
Panama City
Panama City ist eine Stadt der absoluten Kontraste. Auf der einen Seite die koloniale Altstadt… auf der anderen Seite eine modern wirken wollende Wirtschaftsmetropole mit unzähligen Wolkenkratzern. Panama ist für mich ein Land mit gestohlender Identität. Alles ist hier ziemlich amerikanisiert. Schade, dass muss wirklich nicht sein. Aber die amerikanischen Einflüsse durch den Kanal – einer der bedeutesten Wasserstraßen der Welt – schlagen hier voll durch. Ich versuche hier wieder positiv zu formulieren: Die Stadt hat Potenzial. Der historische Kern erinnert mich an Cartagena in Kolumbien. Nur mit dem großen Unterschied, dass es die Kolumbianer erkannt haben, für die Attraktivität eines Ortes auch was machen zu müssen. Ich hab den Eindruck dass es in Panama City an 10 von 7 Tagen in der Woche regnet. Der Himmel hat meist die Farbe der grauen Hochhausschluchten der Millionenmetropole.
Eine abwechslungsreiche Reise geht nach dreieinhalb Wochen zu Ende.
Auch wenn mir das Wetter oft einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, war es eine wunderbare Tour mit schönen Eindrücken und der Lust nach Mehr! Eines ist mir aber klar… Ich fahr nicht mehr in der Regenzeit…. ;-)
Hasta la proxima!
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Reiseberichtkommentare
Teschilein
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sfintu sagt dazu...
Muchas gracias anche!
Ich will diesen Herbst nach Costa Rica, Nicaragua und El Salvador reisen. Nachdem ich deinen Bericht gelesen habe, fällt das Abwarten noch viel schwerer...