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Reisebericht: Chennai Mithra

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tanja

eine Sportskanone

aus Oldenburg

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UNser Trip geht los. Wir fliegen fuer insgesamt 3 Monate nach Asien (Indien, Lao und Vietnam). Dann gehts zurueck nach Australien, um ueber Deutschland und Portugal fuer ne ganze Zeit nach Afrika zu duesen. Dort werden wir fuer einige Monate in einem Entwicklungsprogramm in Madagascar arbeiten und natuerlich noch einige Zeit reisen gehen. WIr werden somit vorraussichtlich bis Anfang/ Mitte 2011 unterwegs sein und uns abschliessend fuer einige Jahre in Deutschland niederlassen.

Am Samstag (16.1.10) ging es endlich los von Adelaide in Richtung Chennai. Nach den ganzen Vorbereitungen und Umzugsstress und so weiter konnten wir es beide echt nicht mehr abwarten.

Am Flughafen in Chennai angekommen mussten wir uns natuerlich zunaechst ein Taxi organisieren. Nun ja, eigentlich mussten wir erstmal den Weg zur Hauptstrasse finden :-) Schilder und Wege gabe es naemlich keine :-)

Dort angekommen kam auch gleich der erste Taxifahrer( ohne Taxi) auf uns zu. Somit war ein schnelles Preisaushandeln angesagt, wobei der Taxifahrer definitiv den besseren Deal gemacht hat, da wir einfach zu muede waren, und los gings. Wir hatten, da wir 4 Leute mit Backpacks waren(haben noch 2 Australier am Flughafen getroffen), ein normales taxi erwartet. Der junge Mann dachte aber wohl, dass eine Rikscha doch gross genug sei... Hm... Wir sind alle untergekommen, aber ich habe immer noch keine Ahnung, wie er die 4 Backpacks in einen 0.5m*1m grossen "Kofferraum" bekommen hat. Nun ja, Josh musste mit auf dem Fahrersitz sitzen und die Backpacks fielen in unseren Nacken, ob es somit passte ist ein andere Sache, aber wir sind uebergekommen

Waehrend der Fahrt meinte Josh den Fahrer fragen zu muessen, wie schnell denn die Rikscha fahren kann und als der Fahrer 80km?h antwortete, war Josh's Antwort nur, dass das wohl lediglich ohne die 4 Fahrgaeste moeglich waere. Leider hat der Fahrer das eher als Herausforderung angekommen und es tatsaechlich versucht. Ich dachte, dass der Motor jeden Moment explodiert und sowieso, dass er die naechste Kuh, das naechste Schlagloch oder den ganz einfach die naechste Rikscha, die lediglich durch Huppen die Strassenseite, Fahrstreifen, Kreuzungen usw. ueberqueren, mitnimmt. Ein Ausweichen waere in jedem Fall nur mit einem Ueberschlag geendet :-)

Unser erster stop in Chennai war Mithra (ein Heim fuer koerperlich behinderte und geistig gestoerte Kinder). Wir haben insgesamt 12 Tage dort gearbeitet und es hat einfach super Spass gemacht. Zu Beginn war ich ehrlich gesagt ein wenig nervoes, da Josh mir ja bereits erzaehlt hat, dass viele, wenn sie ueberhaupt sprechen koennen, kein Englisch sprechen. SOmit habe ich gehofft, dass ich irgendwie mit den kids kommunizieren kann und das mir zudem immer wieder neue Sachen zum Spielen einfallen... Dort angekommen, haben sich meine Sorgen als absolut unbegruendet herausgestellt. Kaum 2 Minuten da, hatten wir beide auch schon 10 Kinder an Armen, Bauch, Beinen und ueberhaupt ueberall haengen... Alle am lachen und freuen, dass neue Spielkamerade da sind :-) Nach dem ganzen Umarmen haetten Josh und ich auch so gut wie die erste Dusche hinter uns, da mindestens immer 4 Kinder unglaublich am sabbern waren... noch besser wird es, wenn sie ihre Plaetzchen am nachmittag gegessen haben... Denn dann handelt es sich nicht mehr nur wirklich um sabber:-) und umarmen ist fuer sie immer noch das Lieblingshobby.

Wir haben beide wirklich viel zu lachen (sei es ueber witzige Dinge, die die Kids machen, ueber herunterfallende Hosen, darueber wie sie sich selbst herumkommandieren, fuer ordnung oder fuer sich untereinander sorgen, usw.). Es ist einfach schoen die kleinen spielen und gluecklich zu sehen. UNd Josh macht seinen Job einfach unglaublich gut... Man sieht, wieviel Spass es ihm macht, sich mit den Kids zu beschaeftigen.

Aber alles Gute hat meistens auch seine Kehrseite. So gerne ich das auch mache und so viel Spass es auch macht, ganz einfach ist es trotzdem nicht. Zum einen da ein Heim fuer Kinder in Indien nicht wirklich mit einem in deutschland zu vergleichen ist (obwohl dies schon wirklich gut ausgestattet ist). Trotzdem denkt man an so viele Dinge, die man doch aendern koennte und die einen so grossen Unterschied fuer die Kinder machen wuerde... und sei es nur medizinische Versorgung oder professionelle UNterstuetzung. Und zum zweiten, weil einem die Kinder einfach nur leid tun. Man muss sich vorstellen, dass die wahrscheinlich ihr ganzes Leben dort verbringen werden. Klar, es ist besser als auf der Strasse zu leben und kein Essen zu haben, aber trotzdem ist es schwer, denn sie haben ueberhaupt keine andere Moeglichkeit zu ueberleben oder einfach mal was anderes zu sehen.

UNd wenn man an die Muetter denkt, die mit ihren Kinder ins Heim gekommen sind. Die muessen den Rest der Familie so gut wie aufgeben und haben einfach ueberhaupt kein Geld... Eine der Muetter ist mit ihrem Kind seit 7 Jahren im Heim. Sie muss jede Nacht neben ihrem Jungen schlafen und sich so gut wie jede Minute um ihn kuemmern. WEnn er in der Schule ist, hilft sie in der Schule, Kueche oder die Schlafsaele reinigen... Das ist wirklich ein 24 Stunden Job fuer wahrscheinlich den Rest ihrers Lebens... Und trotzdem ist sie immer am lachen...

Und dann Babu, der eigentlich wirklich intelligent ist, aber nicht ganz deutlich sprechen kann und im Rollstuhl sitzt... Er bekommt einfach nicht den Respekt, den er bekommen muesste, weil die meisten denken, dass er behindert ist und sie ihn ehe nicht gut verstehen koennen. UNd wenn du den Kindern in die Augen schaust, dann hast du das Gefuehl, du siehst in vielen Hilferufe und Verzweilfung, weil sie nicht sagen oder machen koennen, was sie eigentlich wollen... Dann noch die Lehrer und Sister Theodor (es ist ein katholisches Dorf und sie ist die mother) die ihr Leben der Hilfe dieser Kinder widmen. Ich weiss nur, dass ich es nicht mein Lebenlang machen koennte. Es ist alles eine unglaublich Erfahrung, die ich nicht missen moechte!

Was ich zudem einfach klasse finde, ist, dass die von Josh und 2 weiteren Schulen aus Adelaide mit der 11 und 12 Klasse jedes Jahr in den Sommerferien fuer 4 Wochen nach Indien fahren. Einfach ein super Sache kindern die Welt, eine andere Kultur und ein anderes Leben/ andere Lebensstandards zu zeigen... UNd Respekt vor den Lehrern, dass fuer die Kinder in ihren Ferien zu machen.

Am Freitag geht es fuer uns somit weiter nach Kerala. Freue uns schon beide drauf, obwohl ich jetzt schon weiss, dass der Abschied von den Kids richtig schwer sein wird.



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