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Reisebericht: Der Westen Nordamerikas Teil I

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BBQ

ein Abenteurer

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Wer sich an dem Punkt befindet, an welchen ich mich in diesen Augenblicken befand, versteht sofort meine Aufregung. Eine angenehme Aufregung, hervorgerufen durch Nervosität, Fernweh und auch ein wenig Flugangst.

Ist das der richtige Flug, habe ich alles eingepackt, habe ich genügend Englischkenntnisse und klappt alles mit dem schon zuvor gemietetem Auto? Das Ende vom Lied klang nach Bier und Musik. Ich ließ meinen Kummer, die Freundin, die Mutter und die Freunde zurück gelassen zu haben, auf dem Flughafen und kümmerte mich um das vorangehende Ziel, etwas alkoholisches im Flugzeug zu bekommen.

Die Sicherheitskontrollen gingen schnell von statten, bis mein Rucksack durch das Röntgengerät transportiert wurde. Der Sicherheitsbeamte am Monitor bekam große Augen und rief einen Kollegen zu sich, welcher sich auch brav zu ihn stellte um gemeinsam meinen Rucksack inspizieren zu können. In diesem Augenblick fragte ich mich, wie lange die Kameraausrüstung den Strahlen stand halten könne und danke der fortschrittlichen Technik, dass ich keine empfindlichen Filme mehr verstauen musste.

Mein Rucksack wurde aus dem Gerät entnommen und einem Beamten übergeben, welchen ich hintertrotten sollte. Ich tat wie mir geheißen und ging aus dem Sicherheitsbereich wieder in den zivilen Bereich, nur um in einen anderen Sicherheitsbereich zu gelangen. Dort wartete schon ein weiterer Sicherheitsbeamter und bat mich, alles im Rucksack verstaute auszupacken.

Ein mühevolles Pack-System wurde mit dieser Bitte schon mal zunichte gemacht, ein großartiger Anfang dachte ich und packte meinen Rucksack aus. Kamera, Objektive, Blitze, Speicherkarten, Kabel (2kg) und weiteres elektronisches Zeug, was den Sicherheitsbeamten Sorgen zu machen schien. Nach dem alles vor mir ausgebreitet lag begann er mit einer Art Staubsauger nach Sprengstoffspuren zu suchen. Überraschenderweise fand er nichts dergelichen und ich durfte mein Hab und Gut wieder verpacken.

Es war geschafft. Ich saß im Flugzeug Richtung Frankfurt am Main, wo der Flug über den großen Teich auf mich wartete. In Frankfurt angekommen wurde mir schlagartig klar, was es hieß mit „Air India“ zu fliegen. 95% der Fluggäste waren tatsächlich Indischer Abstammung.

Die Stewardessen waren im traditionellen Gewand gekleidet, so wie die Piloten, welche Turban trugen und allesamt mit einem Schnauzer gesegnet waren, der sogar Tom Selleck peinlich gewesen wäre. Ich lehnte mich zurück und schaltete, ungeachtet der Warnhinweise, meinen tragbaren Musikspieler ein.

Kurz darauf schlief ich ein. Meine Augen öffneten sich, als mich eine Person mit Turban auf die Schulter tippte und mich bat die Rückenlehne aufzurichten. Das Essen wurde serviert. Ich hoffte auf den gleichen Genuss wie mir die Cracker aus Indien bereiteten. Sie hatten Zutaten die ich an dieser Stelle gerne benennen möchte: „Riceflow“, „Bengalgram“ und „Flourpeanutoil“. Zusammen mit dem „Tiger“-Bier aus Singapur, ergab dies eine Mischung, bei der ich mich auf den nächsten Toilettengang freute. Das Mittagessen bestand aus einer Art Hühnchen mit Curry und Reis. Zu meiner Überraschung war das eine köstliche Mahlzeit, zwar mit nicht zu identifizierendem Gemüse, aber was mich nicht umbringt macht mich nur härter, dachte ich und verschlang das Grünzeug.

Ich hörte James Hetfield, wie er in mein Ohr schrieh, „Exit Light Enter Night“ und sah auf der Leinwand schräg vor mir einen Bollywoodkracher. Im Programm gab es ein Film, der scheinbar großes Interesse bei meinen Mitreisenden zu wecken schien. Um mich rum verfolgten alle gespannt das rumgehüpfe und gesinge. Ich musste kurz schmunzeln, welch wunderbare Stimmung sich in meinen Kopf bildete.

Metallica im Ohr und für die visuelle Unterhaltung sorgte der Hüpf- und Singfilm auf der Leinwand. Ich sah auf die Uhr – es sind knapp 4h vergangen. Laut meinen Notizen, die ich mir vor der Reise angelegt hatte, hatte ich eine Gesamtreisezeit von 12h. Abzüglich der schon geschafften 4h, hatte ich noch 8h vor mir. Mit diesem Gedanke stellte ich meine Rückenlehne in einer angenehmere Position und schloss meine Augen.

In Los Angeles angekommen freute ich mich auf die Einreisekontrollen der Amerikanischen Boardercontrol. Sie verlief größtenteils fehlerfrei, so dass wir auch schnell den Flughafen verlassen konnten. Wer schon einmal auf dem Los Angeles International Airport war, weiß, dass man hier so schnell nicht rauskommt. Mit 61.041.066 Passagieren im Jahr 2006 und 1.907.173 Tonnen umgesetzter Frachtgut, ist LAX einer der größten Flughäfen der Welt. Er hat eine Fläche von 1.386ha und ca 50000 Beschäftigte.

Wir fanden unseren Bus, mit der Aufschrift „Alamo“ – unsere Autovermietung. Er brachte uns direkt nach Inglewood, zu einer Alamo Zweigstelle, knapp 10 Minuten vom Flughafen entfernt. Der nötige Papierkrieg wurde schnell erledigt und wir bestiegen unsere neues Auto für die nächsten 4 Wochen. Ein „Wrangler“ der Marke „Jeep“ mit einem 3,7l Motor und natürlich, wie soll es anders sein, ein Automatikgetriebe. Ich muss ehrlich zugeben, ich bin noch nie besser Auto gefahren.

Am Verkehr in Los Angeles gewöhnt man sich mit der Zeit, auch wenn die ein oder andere Situation hätte vermieden werden können. Durch reines Nichtwissen, kommt man in Lagen wie die folgende. Eine rot blinkende Ampel an einer Kreuzung. Das Fragezeichen über unseren Köpfen hätte größer nicht sein können. Nie sind wir bei Recherchen im Internet auf ein Hinweis gestoßen, was denn rot blinkende Ampeln bedeuten. Wir hatten keine große Wahl und fuhren mit der „Try & Error“ Methode weiter. Später erfuhren wir, dass die Rot blinkende Ampel ganz einfach zu deuten ist.

Pro ankommender Intervall darf nur ein Auto die Kreuzung überqueren und das auch nur unter der Beachtung der Vorfahrtsregeln. Das habe ich wieder gelesen, als ich die größte Zeit meiner Reise bereits hinter mich gebracht hatte. Man muss sich die Situation vorstellen.

Großes Auto, große Stadt mit scheinbar endlos langen Boulevards, Lanes, Roads, Drives und Streets. Wir fuhren einen halben Tag durch die Stadt ohne ein erkennbares Zeil anzusteuern. Natürlich hatten wir ein Ziel. Die Autovermietung hätte uns das Auto nicht geben dürfen, hätten wir kein Nachweis einer Übernachtung in LA vorweisen können.

Die Gefahr, aus einem Flugzeug zu steigen, mit dem man die halbe Erdkugel umrundet hat und die Vorstellung aus diesem Grund an Jetlag zu leiden, macht den Vermietungen höchste Sorgen. Zuhause schon, hatten wir ein Hostel in LA gebucht, welches wir dann bei Dunkelheit auch ansteuerten. Das Hostel California, direkt am Venice Beach. Wir stellten unser Auto auf den, für amerikanische Verhältnisse, relativ beengten Parkplatz ab und gingen zur Rezeption.

Draußen saßen ein Dutzend junge Menschen, aus aller Herren Länder. Ich konnte in den Gesprächen Französisch, Italienisch, Deutsch und Russisch heraushören. Sie tranken Bier und rauchten, surften mit ihren Laptops im Internet oder quatschten in einem mit starkem dialekt versehenden Englisch miteinander. Die Nacht war nur wenig kühler als der Tag und der Blick in den Himmel blieb Sternenlos.In der Großstadt ein hoffnungsloses Unterfangen. Ich sollte aber noch in Gegenden der USA kommen, wo der Blick in den Nachthimmel umfangreich belohnt wurde.

Wir checkten ein und bezogen unser gemeinsames Zimmer, mit direktem Blick auf den Venice Boulevard. Da standen wir. Ein großer Raum, mit Etagenbetten, ca 12 an der Zahl. Es roch nach altem Schweiß und jedes der Betten war komplett durchgelegen. Ich dankte in diesem Augenblick dem schummrigen Licht, dass es die Flecken auf den Matratzen vor mir verbarg. In diesem Raum, wo nach Aussage der Anmeldung etwa 30 Reisende diese Nacht schlafen werden, suchten wir uns unser Bett und legten unser nötigstes an Kleidung ab. Hier halten wir uns nur auf um zu schlafen, sagten wir uns und zogen uns um.

Wir mussten den pazifischen Ozean testen, das war völlig klar. In Badeklamotten gezweckt, begaben wir uns an den Strand, vorbei an finstere Gestalten die in einer dunklen Ecke Richtung Venice Beach abhingen. Das Wasser war herrlich. Es hatte eine angenehme Temperatur, war sauber (zumindestens im Dunkeln) und die Wellen rissen unsere Füße unter uns weg. Nach einer knappen Stunde reichte es jedem und wir begaben uns wieder Richtung Hostel, wo wir freudig auf die Dusche zusteuerten.

Wer konnte ahnen, dass das Wasser in der Dusche mit Chlor versetzt war. Wie ich später lernen musste, war alles Wasser, was aus der Leitung im Westen der USA kommt, mit Chlor versetzt. Nun hatte man die Wahl, bevor wir schlafen gingen, zwischen Salzwasser oder Chlorwasser. Ich entschied mich für’s Erstere. Lange schlief ich diese Nacht nicht. Einmal aufgewacht konnte ich nicht mehr einschlafen und ich beschloss mich nach draußen zu bewegen.

Ich sah das Hostel nun das erste Mal im Tageslicht. Was für eine Hütte, dachte ich. Es war bedeckt und dennoch schon recht warm, für diese Uhrzeit. Man konnte das Salzwasser vom Pazifik in der Luft riechen. Ich setzte mich in die Couch auf der Terrasse, wo gestern Abend noch die Franzosen saßen und bier tranken und zündete mir eine Zigarette an. Meine Augen wanderten, auf der Suche nach einem Aschenbecher, in der Gegend rum und mir fiel die Katze auf, die keine 2m neben mir, auf dem Stuhl lag und schlummerte.

Eine kalifornische Katze, dachte ich und sie schlief genauso wie meine daheimgebliebende Katze. Es ist also nicht alles anders, überlegte ich und fand meinen Aschenbecher. Nach dem auch der letzte aus dem Bett gefunden hatte und wir alles verstaut hatten, setzten wir an der Stelle fort, wo wir gestern Abend die Reise unterbrachen.

Natürlich hatten wir großen Hunger auf ein echtes amerikanisches Frühstück. Und das fanden wir auch, 5min vom Hostel entfernt. Das 50`s Cafe an der Ecke war liebevoll mit den alten, aus dem Filmen bekannten roten Lederecken ausgestattet. An der Wand hingen Portraits von Berühmtheiten aus Hollywood und die dazugehörige Musik aus längst vergangenen Tagen, rundete das Gesamtbild eines jeden Touristen komplett ab. Wir bestellten uns so etwas wie „2 Eggs – Sunny side up, Hash Browns, Pancake with syrup and Coffee“.

Es war traumhaft, ich hatte das Gefühl jeden Augenblick zu platzen und ein Frühstück machte uns alle den ganzen Tag über satt. Anschließend fuhren wir mit dem Auto quer durch LA ohne ein Plan, wo es überhaupt hingehen sollte. Nach einem entschlossenem Blick in die Karte, führte unser Interesse uns direkt nach Hollywood, mit dem dazugehörigen Kleinigkeiten wie: Chinese Theater, Hollywood Boulevard, Walk of Fame und viele weitere Sehenswürdigkeiten. Fotos geschossen, berühmte Persönlichkeiten suchen auf dem Walk of Fame, Unmengen an T-Shirts kaufen und das Hollywood Sign suchen.

Es dauerte etwa einen halben Tag, bis wir keine Lust mehr hatten und uns Richtung Auto bewegten. Urlaub kann richtig anstrengend sein und das wurde uns gerade klar. Wir beschlossen den restlichen Tag auf das Auto umzusteigen und fuhren Richtung Downtown. Der kürzeste Weg nach Downtown war der Freeway und da wir sowieso alles mitmachen wollten, warum also nicht eine Straße mit 6 Spuren je Richtung, mit einer konstanten Geschwindigkeit von 65mph und kein Linksfahrgebot, befahren? Hat man erst einmal seine Spur gefunden, spielte nur noch der Tempomat und das Lenkrad, welches man ab und zu mal drehen musste, eine tragende Rolle. Wir hatten natürlich, wie sollte es anders sein, das Glück, direkt in die Rush Hour zu geraten. 2h später hatten wir es geschafft und waren in Downtown angekommen.

Wir dachten in diesem Augenblick alle das gleiche: Notiz an mich – das nächste mal den Hollywood Freeway meiden. In Downtown machten wir unsere Erledigungen in Form von Lebensmitteln und Wasser. Wir kauften sehr viel Wasser, da es in diesem Land einfach nötig war. Man sah kaum Menschen auf der Straße, die nicht eine Flasche Wasser oder einen Becher mit einer klebrigen Flüssigkeit mit sich herumtrugen. Wir standen nun vor dem Regal im Markt und waren uns plötzlich nicht mehr so sicher. Vergleichbar mit den blinkenden roten Ampeln am ersten Tag, standen wir vor dem Regal mit den großen Wasserkanistern. Die Größe der sich dort befindlichen Kanistern hatte uns weniger verwundert. Es war mehr die Draufschrift auf einer der Gallonen. Wortwörtlich stand auf den Gallonen mit den grünen Deckeln „Sodium Free“.

Es sollte bis zur letzten Woche ein Mysterium für uns bleiben. Was zum Henker war Sodium? Und warum hatten die blauen, welche, nicht den Vermerk „Sodium Free“ trugen, 0% Sodium? Und wieder wandten wir die Try and Error Methode an und kauften 2 Gallonen Sodium Free Wasser und 2 Gallonen Wasser, welches 0% Sodium enthielt. Es blieb auch beim Konsum des Wassers recht interessant, da die Gallonen mit dem Sodium Free Etikett immer bis zum Schluss getrunken wurden. Misstrauen gegenüber amerikanischen Konsumgütern hilft ungemein, wenn man deutsche Lebensmittel gewohnt ist. Das Auto hatte nun genug Wasser geladen, um locker einen Monat in Deutschland mit Wasser versorgt zu sein. Wir waren aber in einem heißen Staat im Westen der USA, da reicht solch ein Vorrat für gerade einmal 2 Tage.

Aus Downtown raus, hatten wir uns, wie sollte es anders sein, wieder einmal komplett verfahren. Und natürlich, das ist sicher keine Neuigkeit, gibt es in Los Angeles auch weniger schöne Ecken. Wir waren nach 5 Minuten aus Downtown raus und sind in ein Viertel gelandet, welches ich nicht mal schwer bewaffnet betreten würde. Die Hautfarben waren nun alle dunkel und es gab mehr Gruppen als einzelne Personen, die sich auf dem Gehweg befanden. Unser Auto wurde angeschaut, als wäre gerade ein Ufo gelandet. Wir betätigten die elektrischen Fensterheber, obwohl uns der Schweiß auf der Stirn stand und sahen nur gerade aus.

Die Ampel vor uns schaltete auf Rot und die Gestalten links und rechts von uns machten uns keinen Mut. Wir waren hier eindeutig falsch, hier mussten wir so schnell wie möglich raus. Der Mietwagen hatte eine automatische Verriegelung der Türen, wenn man schneller als 10mph fuhr und doch betätigte ich das Schloss an meiner Tür, nur um auf Nummer sicher zu gehen. Wir fuhren die Kreuzung rechts und fuhren auf direktem Weg in die Richtung aus der wir kamen.

Plötzlich sahen wir im Rückspiegel Blaulicht und hörten ein sehr kurzes Aufheulen der Sirene. Nun war das T-Shirt entgültig durchnässt. Was haben wir vorher im Internet über die amerikanischen Cops gelesen, was konnte man alles falsch machen, wie unfreundlich waren sie doch immer in den anderen Reiseberichten. Macht nichts falsch, sonst habt ihr ein großes Problem.

Alle diese Hinweise schossen mir in diesem Augenblick durch den Kopf. Jeder von uns tat genau das Richtige, wir waren super ausgebildet, dank des Internets. Wir fuhren rechts ran und stellten das Getriebe in Parkposition. Schalteten den Motor aus und legten unsere Hände gut sichtbar an die Scheibe. Ein Cop kam zum Fahrer an die Scheibe, während der zweite Cop sich das Fahrzeug anschaute. Es war für die beiden völlig klar. Ein Mietauto, vier weiße Personen, ein voller Kofferraum und kein Plan, in welche Gegend sie sich aufhielten. Der Cop am Fahrefenster fragte ob bei uns alles in Ordnung sei und bat uns die Papiere zu zeigen.

Während dessen trat der zweite Cop an das Beifahrerfenster und unterhielt sich mit mir. Es war tatsächlich eine entspannende Konversation, zwischen uns und den Cops. Nachdem die Überprüfung abgeschlossen war, fragte uns einer der beiden Cops, ob wir wissen wo wir uns gerade befänden. Wir verneinten natürlich und suchten Ausreden. Die Sache hatte sich mitlerweile entspannt und wir erhielten unsere Papiere wieder. Netterweise haben sie uns dann noch den Weg nach „draußen“ erklärt, welchen wir auch umgehend fuhren. Unser erstes Erlebnis mit amerikanischen Polizisten und es war ein voller Erfolg.

Solange man deren Regeln befolgt und sich verständlich artikulieren kann, gehen sie auch darauf ein und wirken wie dein Freund und Helfer. Es dämmerte bereits und wir waren uns im klaren darüber, dass wir die Stadt heute nicht mehr verlassen würden. Die Frage nach einem Schlafplatz stand nun im Raum. Glücklicherweise hatte eine Mitreisende guten Kontakt zu einer Studentin der UCLA.

Die University of California, Los Angeles, wurde 1919 gegründet und ist der zweitälteste Campus der University of California. Im Jahr 2005 waren 35.967 Studenten an der Universität eingeschrieben. An den zwölf Fakultäten arbeiten mehr als 22.000 Angestellte. Zur Zeit lehren 5 Nobelpreisträger an der UCLA. An dieser Universität haben schon Berühmtheiten wie James Dean, Jim Morrison und Ben Stiller die Schulbank gedrückt und nun war ich hier und durfte ein wenig Flair dieser Einrichtung in mich einsaugen.

Wir trafen uns mit der besagten Freundin, gingen einkaufen und dann führte sie uns noch freundlicherweise ein wenig über das Gelände. Es hatte mich schon inspiriert, nur durch das Gelände zu laufen. Hier macht das studieren sicher spaß und man bekommt die Möglichkeit sich hier so richtig auszutoben. Sei es künstlerisch oder politisch, hier war für jeden Studierenden etwas dabei. An diesem Abend hatten wir noch die Gelegenheit das Internet unsicher zu machen und dann legten wir uns auch schon schlafen. Das Apartment war nicht sehr groß, jedoch für ein Student an der UCLA gerade noch bezahlbar. Ich hatte mich noch etwas mit ihr unterhalten um ihr noch einige Kleinigkeiten entlocken zu können. Im Prinzip ist es so, dass man nur das nötige Kleingeld mitbringen muss. Großartige Qualifikationen sind hier nicht gefordert, sagte sie mir.

Ich warf ein Blick in das Programmheft und fand unter den Punkt „photography“ ein 6 Wochen Kurs, dieser hatte meine volle Aufmerksamkeit. Ich fragte sie, was ich denn für solch ein Kurs bezahlen müsse, mit Wohnung, Studiengebühren und Unterlagen. Die Summe bezifferte sie auf ca 4000$, was für 6 Wochen doch recht elitär war. Ich fragte sie noch, ob ich das Programmheft behalten könnte und steckte es in meinen Rucksack. Mein Schlafsack war schon auf dem Boden aufgerollt, nur ich fehlte noch, der ihn ausfüllte. Ich folgte dem stillen Ruf und schlief mit dem Gedanken ein, hier einmal zu studieren.

Der Nächste Tag begann mit einem Plan. Wir gingen in den nächsten Wal-Mart und kauften ein großes Zelt, einen Kocher mit den nötigen Gaspullen, Kochgeschirr und diverse alkoholische Getränke, die ich nur mit meinem Reispass erstehen durfte. Nachdem wir Wal Mart überlebt hatten und mir klar wurde, dass ich gerade im umsatzstärksten Unternehmen der Welt einkaufen war, ging es ohne Umwege direkt Richtung San Diego. Es waren nur etwa 120 Meilen, die wir bis nach San Diego zurücklegten.

Das Reisen in einem SUV dieser Größe machte es für alle Beteiligten sehr angenehm. Uns fehlte es an nichts. Die Klimaanlage brachte genügend Kühlung, der Motor war durchzugsstark, trotz der Unmengen an Gepäck im Kofferraum und die Getränkehalter waren auch zu Genüge vorhanden.

Tempomat an und zurücklehnen. Ab und zu mal in den Rückspiegel schauen, ob man nicht doch etwas verliert, um dann wieder entspannt in den Sitz zu gleiten. Die Gefahr bei solch einer angenehmen Reise, sollten wir erst später kennenlernen. Nach knapp 3 1/2h sahen wir schon die Skyline von San Diego und wie die Motte im Licht, steuerten wir direkt nach Downtown. Es war bereits dunkel als wir in die Stadt fuhren und der Unterschied von einem Highway in der Prärie und einer Straße in Downtown ist klein aber fein. Hier wollten wir das erste Mal unser neues Zelt aufschlagen und suchten in unseren klugen Reiseführern eine geeignete Stelle zum Zelten. Es fand sich nach längerer Suche auch genau solch eine Stelle. In Mission Bay, San Diego gab es ein KOA-Campground. Die Marke „KOA“ trafen wir immer wieder, egal in welchem Staat wir waren. In der Rezeption lagen Karten aus, wo alle KOA-Campgrounds der Vereinigten Staaten eingezeichnet waren. Und das waren unzählige Campingplätze, aber allesamt an den besten Stellen.

Die Nacht hier kostete uns rund 50$, was man durch 4 teilte und direkt aus der Gemeinschaftskasse bezahlte. Wir waren alle müde und so passierte an diesem Abend nicht mehr viel. Das Zelt stand, was bei dieser architektonischen Meisterleistung des Zeltes ein Wunder war und legten uns schlafen. Ich habe mitlerweile mitbekommen, dass ich immer als erstes wach wurde und erst 2h später der Rest es mir gleich tat. Es war mir durchaus recht, da ich so die Gelegenheit hatte mir die Gegend in Ruhe anzuschauen. Die Sonne war gerade im Begriff aufzugehen und ich schlenderte durch den Trailerpark. Welche Dimensionen sich vor mir auftaten, begriff ich recht früh und so nahm ich die Kamera mit, um die Trucks und Trailer einmal bildlich festzuhalten. Hier konnte man sich satt sehen, was große Autos und Trailer betraf. V8, V10 und V12 Motoren waren hier zu Gegend, genauso wie die Luxusliner.

Aus reiner Neugierde ging ich an einem der großen Trailer entlang und zählte die Meter, natürlich nur ungefähr. Dieser Trailer hatte eine satte Länge von 23 Metern. Geschätzte Höhe etwa 3 Meter. Gezogen wurde dieses Monster von einem V10 GMC SUV. Diese Art der Reisemöglichkeit war scheinbar auch sehr beliebt bei den Amerikanern, solche Trailer fand man überall vor. Ich schoss meine Fotos, völlig ungestört da es früh am Morgen war. Der Strand von Mission Bay war nur wenige Meter von unserem Zelt entfernt und das war auch dann meine zweite Anlaufstelle an diesem Morgen.

Ein wunderbarer Sonnenaufgang der fotografiert werden wollte, bot sich mir. Ich blieb bis ich merkte, dass der Platz langsam erwachte. Mein Bauch äußerte seine Bedürfnisse in Form eines lauten Grummeln, worauf ich hörte und mich Richtung Zelt bewegte. San Diego war mir schon am ersten Abend sympatisch gewesen und dieser Morgen änderte nichts an meiner Meinung.

Sie ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien und die achtgrößte in den USA. Die Stadt hat 1.287.000 Einwohner und liegt im Südwesten von Kalifornien nahe der Grenze zu Mexiko. San Diego ist Hauptort des gleichnamigen Bezirks, des San Diego County. Stichwort Mexiko. Die Entscheidung, dass wir einen kurzen Abstecher nach Mexiko machen wollten war uns alle einfach gefallen und so war auch schon unser erster Tag im südlichen Teil Kaliforniens geplant. Wir fuhren knapp 30 Minuten und stellten das Auto kurz vor der Grenze ab. Grund dafür war die Versicherung, die ab der Landesgrenze und darüber hinaus uns keinen Penny gezahlt hätte, würde unserem Auto etwas zustoßen. Der Parkplatz befand sich unmittelbar vor der Grenze, sodass wir nur einen Fußweg von knapp 5 Minuten hatten, bis wir die Grenze passieren konnten. Von der USA nach Mexiko brauchte es nur ein Drehkreuz und 2 Kameras und man befand sich in Mittelamerika und in einer neuen Zeitzone. Es war eine herrlich witzige Vorstellung, zu Fuß die Zeitzone zu wechseln. Wo in Deutschland konnte man das schon machen? Wir verstellten unsere Uhren natürlich nicht, es war nur ein Tagestrip durch Tijuana geplant. Tijuana ist eine Stadt im Nordwesten von Mexiko im Bundesstaat Baja California. Die Bevölkerung belief sich 2003 auf eine geschätzte Zahl von 1.270.600 Menschen. Die Stadt ist ein wichtiger Zielort für Touristen aus den USA; die Hauptstraße im Stadtzentrum heißt „Avenida de la Revolución“. Tijuana ist besonders unter den Millionen von Collegestudenten bekannt, die es jedes Jahr auf der Suche nach einem leicht zugänglichen Ort mit wenigen Einschränkungen und einer niedrigeren Altersgrenze für den Alkoholkonsum hemmungslos überrennen. In den 1980er Jahren wurde ein Straßenbahnnetz bis zur Grenze aufgebaut, damit man Tijuana aus San Diego sehr leicht erreichen kann.

Viele US-amerikanische Touristen lassen ihre Autos auf der amerikanischen Seite stehen und gehen zu Fuß in die Stadt, da man beim Autofahren eine mexikanische Versicherung braucht; die amerikanische ist ungültig. Darüber hinaus haben in den letzten sechs oder sieben Jahren etliche US-Studenten Tijuana (oftmals einfach als „TJ“ (Tidschey) bezeichnet) als Wohnsitz gewählt, da die Lebenshaltungskosten deutlich geringer sind als in San Diego. Wir standen auf dem Platz „Avenida de la Revolución“ und die Sonne war brennend heiß. Uns liefen Kinder nach, die Ihre Süßigkeiten an uns verkaufen wollten, die Drugstores waren zu unzähligen Geschäften, links und rechts von uns im Übermaß vorhanden.

Die Einkaufsstraße war gesäumt von Touristen, die entweder essen gingen oder einfach den billigen Spaß der erotischen Sorte benötigten. Das wurde hier ohne Grenzen angeboten. Als junger Mann verging keine Minute in welcher man nicht angesprochen wurde, leider hatte ich keine große Lust mich bei diesem Wetter auszutoben und so begnügte ich mich mit der Margarita am Mittagstisch. Die Margarita ist ein beliebter Cocktail. Der Hauptbestandteil ist Tequila, das Besondere ist der Salzrand am Glas.

Nach klassischer Art wird die Margarita aus Tequila, Curaçao und Limettensaft gemixt, mittlerweile existieren aber auch zahlreiche Varianten wie die Strawberry Margarita mit Erdbeersirup. Auch typisch ist der Salzrand am Glas der entsteht, indem der Glasrand zunächst in Zitronensaft und dann in Salz getaucht wird. Wir suchten uns ein nettes Lokal, direkt im Zentrum und nahmen auf der Dachterrasse des Hauses platz. Wir aßen Burritos, tranken Margaritas und mexikanisches Bier.

Teil II folgt in wenigen Tagen, ich bitte um etwas Geduld, da ich nicht durchgehend zum Schreiben komme. Ich danke auf diesem Wege schon einmal meinen Mitreisenden, die es relativ lange mit mir ausgehalten haben.



Kommentare

 

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sfintu sagt dazu...

Ich war mal für vier Wochen an der United States International University in San Diego, um mein Englisch ein bisschen aufzubessern. War eine geile Zeit, in die ich mich beim Lesen zurückversetzt fühle. Danke dafür!
Aber bitte, bitte ein paar Fotos einstellen.

 
 

 

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Mizuno sagt dazu...

oh man sehr geil ;) da werden doch erinnerungen wieder wach hast du echt gut gemacht seb
oh man das war echt ein klasse urlaub!!!

 
 

 

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gwadarasta sagt dazu...

seb seb seb.. was soll ich dazu nur sagen? 4 WEISSE in einem auto??? sonst gehts dir aber noch gut?! ganz schnell korrigieren, der rest ist geduldet

 
 

 

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Chefin sagt dazu...

freu mich auf teil 2
bitte absätze machen sonst werd ich beim lesen blind *g*

 
 

 

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Weltenbummler sagt dazu...

Wow, ich war für 10-15 Minuten in Amerika Danke für den Bericht, hab mich letztens schon gefragt, wie es euch wohl ergeht.

 
 

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