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Reisebericht: Die vergessene Kultur der Osterinsel

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Yom

ein Reiseführer

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Die Osterinsel, die von den Einheimischen Rapa Nui genannt wird, war hier schon mindestens einmal Thema eines Reiseberichts, jedoch finde ich, da dieses Reiseziel so weit entfernt liegt und recht unbekannt ist, schadet es nichts, noch mal etwas darüber zu erfahren.

Rapa Nui liegt 3760km vom chilenischen Festland und 4200 km von Tahiti entfernt und gilt als der Flecken Land, der am weitesten von einem anderen bewohnten entfernten ist. Einsam ist es deswegen heute dort nicht mehr.

Geschichte:

Angenommen werden zwei Besiedelungswellen. Die erste (Langohren) aus Richtung Südamerika, das sollen auch die Baumeister der Steinfiguren gewesen sein. Die zweite aus Richtung Polynesien (Kurzohren). Letzlich kam es zu Stammeskriegen zwischen beiden Parteien, die zur Auslöschung der Langohren führten.

Der eindrucksvolle Hollywood-Film “Rapa Nui” von Kevin Costner sei an dieser Stelle empfohlen. Auch die Bewohner der Osterinsel finden den geschichtlichen Inhalt des Films zwar gerafft, aber richtig dargestellt.

Erste Siedlungsspuren weisen auf eine Zeit um 500 n. Chr.

Der Kult um die Moais (Steinfiguren) die im Laufe der Jahrhunderte immer größer und mächtiger wurden gibt nach wie vor Rätsel auf. Auch deren Transport zu ihren Ahus (Zeremonienplattformen) ist nicht restlos geklärt. Laut frühen Aussagen von Einheimischen sollen sie selbständig und aufrecht zu ihren Standorten gegangen sein.

Ein aufrechter Transport kann nicht ausgeschlossen werden, Tatsache ist jedoch, dass letztlich jeder Baum auf der Insel für den Transport verbraucht wurde und die Insel viele Jahrhunderte baumlos und nur von Gras und Sträuchern bewachsen war. Inzwischen wurden einige Gebiete mit Eukalyptus und Palmen wieder aufgeforstet.

Der erste bekannte Kontakt mit Europa war am Ostersonntag 1722. Da entdeckte der holländische Seefahrer Jakob Roggeveen die Insel Rapa Nui, die von da an, nach ihrem Entdeckungstag, auch Osterinsel genannt wird. Im Laufe der Landgänge kam es zu Diebstahl von geringwertigen Gegenständen (z.B. Tischtuch). Dafür wurden 17 Eingeborene erschossen. Der Kontakt mit der westlichen Welt blieb für Einwohner Rapa Nuis lange Zeit von Nachteil, unter anderem durch die Einschleppung von Krankheiten und durch Verschleppung von Einwohnern in die Sklaverei.1888 wurde die Insel von Chile in Besitz genommen und erst 1966 wurden sie gleichberechtigte Bürger.

Anreise:

Die Flüge bucht man ab besten frühzeitig, möglichst schon ein halbes Jahr vorher.

Dann ist der Preis noch günstig, außerdem sind die Flüge kurz vor Abflug immer restlos ausgebucht.

Es bietet sich an alle Flüge mit der chilenischen Fluggesellschaft LAN durchzuführen, da die Flugstrecke Santiago de Chile - Osterinsel als Inlandsflug gilt und es für diese Strecke keine andere Möglichkeit gibt.

Ab Flughafen Frankfurt am Main fliegt man bis Madrid ca. 2,5 Std. Dann bis Santiago de Chile ca. 13,5 Std. und am nächsten Tag oder einige Tage später zur Osterinsel ca. 5 Std. auf den Pazifik hinaus. LAN fliegt ab/bis Frankfurt täglich. Die Osterinsel wird sechsmal pro Woche angeflogen. Entweder von und nach Santiago oder als Langstreckenflug, der nach Papeete / Tahiti weitergeht bzw. von dort kommt.

Vor Ort:

Die wichtigsten Besichtigungspunkte sind der Ahu Tongariki auf dem 15 Moais wieder aufgerichtet wurden. Der Ahu Nau Nau, der in der Anakena Bucht mit Sandstrand und Palmen steht. Der Ahu a Kivi, der sich als einziger im Landesinneren befindet und die sieben kühnen Seefahrer darstellen soll, die die Osterinsel entdeckt haben. Die Moai-”Werkstatt” am Vulkan Rano Raraku, die Zeremonienstätte Orongo auf dem Vukan Rano Kau mit seinem einzigartigen Kratersee und Te Pito Te Kura, der Nabel der Welt. Die Moais von Tahai sind zu Fuß von Hanga Roa aus in 15 Min. zu erreichen. (siehe Diashow) Abends sollte man den Besuch einer polynesischen Folkloreshow nicht versäumen (z.B. Matato’a Gruppe).

Angeboten werden eine Ganztagestour und zwei Halbtagestouren, die diese Sehenswürdigkeiten abdecken und einen Überblick verschaffen. Danach sollte man sich unbedingt selbständig machen.

Empfehlenswert ist die Anmietung eines Autos. Aus gutem Grund werden nur Jeeps mit Vierradantrieb in verschiedenen Größen angeboten, da die Straßen außerhalb des Hauptortes Hanga Roa häufig sehr schlecht sind. Der Preis hierfür war im Gegensatz zu den Angaben in Reiseführern moderat (Rent a car Oceanic, über das Hotel gebucht). Ein internationaler Führerschein ist Vorschrift.

Tipp: Wanderung an der Küste entlang ums Nordkap. Mit einem Taxi zum Ausgangspunkt am Ahu Te Peu fahren lassen und eine Abholzeit für den Zielpunkt Anakena Bucht (Bademöglichkeit) vereinbaren.

Dauer mit Rast am Makati Te Moa: 5 Std. Wir haben auf der Wanderung keinen einzigen Menschen getroffen, nur Wildpferde und Kühe.

Der Hauptort und einzige Ort auf der Insel ist Hanga Roa. Eine Streusiedlung, einstöckige Häuser mit viel Grün dazwischen, mit ca. 2500 Einwohnern.

Bargeld kann man mit der EC-Karte mit Maestro-Zeichen aus dem Geldautomaten in einem runden Pavillon vor der Chilenischen Nationalbank ziehen (bis 100.000 Pesos tägl.). In der Bank kann auch Bargeld (Euros und US$) getauscht werden - häufig lange Schlange von wartenden Einheimischen. Seit neuestem gibt es auch eine Santander-Bank Filiale mit einem Red Bank Geldautomaten, an dem Bargeldbezug auch mit VISA-Karte möglich sein soll (Quelle: einheimische Reiseleiterin, nicht selbst ausprobiert). Ansonsten fühlt sich die Santander-Bank eindeutig zu höherem berufen. Bleibt abzuwarten, ob das bei den Bewohnern ankommt.

Souvenirs kann man in der Kunsthalle (Mercado Artesenal) 50m neben der Kirche kaufen und in Pesos oder US-Dollar bezahlen. Schöne und wieder andere Andenken gibt es auch am Fuße des Rano Raraku (Moai-Werkstatt) beim Eingang zum Nationalparkgelände.

Für Preise in Pesos wird in ganz Chile eigenartigerweise auch gerne das Dollarzeichen $ verwendet. Preise in US-Dollar sind mit US$ gekennzeichnet. Eine Verwechslung ist ausgeschlossen, da Preise in Pesos mindesten vierstellig sind. Der US-Dollar ist nicht mehr so beiliebt wie in Reiseführern angegeben, der Kaufkraftverlust der Währung macht sich auch auf Rapa Nui bemerkbar.

Tipp: Im Postamt gibt es außer Briefmarken (Postkarte braucht ca. 12 Tage bis Deutschland/Österreich) auch einen Rapa Nui Stempel in den Reisepaß.

Rapa Nui ist für den Kulturinteressierten eine Reise wert. Empfohlene Aufenthaltsdauer - je nach Interesse - 4 bis 8 Tage. Aber auch wer nur noch einen Stempel in den Paß braucht, wird bedient. ;-)

Die Reise fand im November 2009 statt.



Kommentare

 

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Yom sagt dazu...

Ja, ich versuche meine Reiseberichte für Interessierte zu schreiben, die evtl. auch dieses Zeil ansteuern möchten und im Moment sind die Erinnerungen alle noch frisch und da die Reiseführer (in Buchform) viele widersprüchliche Informationen enthalten, wie z.B. zum Bargeldbezug auf der Osterinsel, habe ich versucht hier meine Erfahrungen wiederzugeben. Mich hätte auch vor der Reise interessiert, ob mein Handy auf Rapa Nui funktioniert, darüber fand ich nirgends Infos: SMS sind nach Deutschland möglich, üblicher Auslandspreis, (Anrufe entsprechend teuer) Romingvertrag des Anbieters mit Chile und evtl. Quadband-Handy sind Voraussetzungen. Kann nur über Satellit laufen wg. der Entfernung zum Festland oder Unterseekabel?
Zu Deiner Frage: Am beeindruckensten fand ich die Moais am Abhang des Rano Raraku, der "Moai-Werkstatt", da diese so nahe und nicht so entrückt sind, wie die, die schon auf ihren Ahus stehen.

 
 

 

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sfintu sagt dazu...

Du nimmst ja deine Selbsteinschätzung als "Reiseführer" sehr wörtlich!
Ich war auch schon auf der Osterinsel und habe einen Bericht in diesem Forum veröffentlicht. Was dort nicht steht, ist dass die Begegnung mit den Moai eines meiner faszinierendsten Reiseerlebnisse überhaupt war. Ist es dir auch so ergangen?

 
 

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