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Reisebericht: Eifel-Mörder: Das Krimihotel in Hillesheim
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Eifel-Krimis sind seit Jahren der Renner bei den Fans des regionalen Detektiv-Romans. Der Mitbegründer dieses Genres und Wahl-Eifelaner Jacques Berndorf ist mit 4,5 Mio. Exemplaren der auflagenstärkste deutsche Krimi-Autor. Mord und Totschlag im Taschenbuchformat haben die Eifel weit über ihre geografischen Grenzen hinaus bekannt gemacht. Und immer mehr Leser der Eifeler Kriminalgeschichten wollen diese scheinbar so schaurig-schöne Gegend selber kennen lernen. Seit September 2010 gibt es endlich auch die passende Unterkunft: Deutschlands erstes Krimihotel in Hillesheim. Hier wird alles geboten, was das Herz des Krimi-Fans höher schlagen lässt - schlafen, speisen, Spiel und Spannung in mordsmäßigem Ambiente; dazu echte Kriminalschriftsteller, nicht gerade zum Anfassen, aber zum Anschauen und Anhören.

"'Mein ist die Rache', sprach der Herr im grauen Anzug. Hauptkommissar Stahnke schüttelte milde das massige, blondstoppelige Haupt und bemühte sich um eine pastorale Modulation seiner Stimme. 'Eben nicht, Herr Krüger', antwortete er, 'Selbstjustiz sieht unser Rechtssystem nun einmal nicht vor.'..."

Peter Gerdes liest seinen Kurz-Krimi "Blondes Gift" über den heimtückischen Tod aus der Kaffeebohne. Das Publikum im prall gefüllten Restaurant des Krimihotels lauscht gebannt. Zwischen Vorspeise und Hauptspeise wird die erste Leiche serviert, eine weitere Leiche gibt's zum Dessert. Solche "Krimidinner-Lesungen" gehören zum festen Repertoire in Hillesheim.
Eine andere feste Einrichtung sind die Krimi-Wochenenden, bei denen die Hotelgäste von Schauspielern inszenierte Mordfälle lösen.
"Beim letzten Mal zum Beispiel", erzählt Hoteldirektor Christoph Böhnke, "hat unten in der Gästetoilette eine Leiche mit einem Messer in der Brust gelegen, und dann wird das restliche Wochenende damit verbracht Indizien zu sammeln, Verdächtige zu befragen, Zimmer zu durchsuchen, um dann am Sonntagvormittag den Mörder zu überführen."

Böhnke ist selbst ein großer Krimifan. Alle Zimmer des Hotels hat er bekannten Krimiautoren oder Krimihelden gewidmet von Sherlock Holmes über James Bond bis hin zu Derrick. Und alle Zimmer sind entsprechend dekoriert.

"Hier befinden wir uns im Alfred-Hitchcock-Zimmer. Das Alfred-Hitchcock-Zimmer ist mit den größten seiner Filmerfolge geschmückt. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir an der einen Wand eine Original-Gipsmaske von seinem Gesicht haben. Die Maske ist in den Hollywood-Studios damals zu Lebzeiten von ihm abgenommen worden, man sieht also wirkilich, wie sein Gesicht ausgesehen hat. Und wenn wir hier auf den verbotenen Knopf drücken, werden wir mit ganz bekannten Tönen aus Psycho überrascht."
Das bei den Gästen beliebteste Themenzimmer ist ein deutlich weniger gruseliges, nämlich das Miss-Marple-Zimmer – ausgestattet unter anderem mit ihrem Hut, ihrem Schirm und ihrem Golfschläger aus 16 Uhr 50 ab Paddington:

"Warum ist es das beliebteste?", sagt Böhnke. "Ich denke, es liegt daran, dass Miss Marple eine Person ist, die jeder kennt und die jeder gerne als schrullige Oma auch in seiner Familie hätte, als richtige Oma. Die kann ihre Nase nirgendwo raushalten und die hat so einen trockenen Humor, und das ist natürlich auch so dieser englische Stil, der so eine gewisse Anheimeligkeit bringt. Das Zimmer hat eben so einen gewissen Anreiz, als ob sie mal eben gerade raus ist, um einen Fall aufzuklären, und in dem Moment kommt der Gast hier rein und darf das Wochenende hier wohnen."

Wem diese Mörder-Umgebung noch nicht genügt, kann gleich nebenan im Deutschen Krimi-Archiv stundenlang schmökern. Mehr als 25.000 Werke stehen zur Auswahl. Und es kommen ständig neue hinzu, denn die Krimi-Autoren. Die denken sich ständig neue Mordgeschichten aus. So auch der Ostfriese Peter Gerdes. Zum Espresso beim Krimidinner liest er das Finale aus "Blondes Gift" :

"'Mein ist die Rache', murmelte er vor sich hin. Dann schüttelte er den Kopf: 'Ach was!' Entschlossen nahm er einen kräftigen Schluck und stellte den Becher zurück. Oder schmeckte der Kaffee etwa doch etwas muffig? 'Quatsch', sagte Stahnke, 'nie im Leben.' – Danke für die Aufmerksamkeit."
(Mehr zur Krimistadt Hillesheim, u.a. Originaltöne und ein Interview mit Eifel-Krimiautor Jacques Berndorf, auf meiner Webseite:
www.rolf-froehling.de/alle_reportagen/vulkaneifel_14/vulkaneifel_4.html)
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