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Reisebericht: Einmal Mittelerde bitte ! Neuseeland vom 24.12.04 - 22.1.05
eine Bewanderte
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Weitere Reiseberichte von Tinaskywalker
Flug: Wir sind am 24. Dezember 2004 in Wien zusammen gestartet. Elke kam aus München und ich aus Hamburg. Die Flugverbindung mit Lauda Air (Austria Airlines) ist die schnellste, ohne lange Wartezeiten auf den Flughäfen, das war uns die ca. 1.500 Euro Ticketpreis wert. Wir würden es beim nächsten Mal genau so machen.
Route: Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für den Start auf der Südinsel im beschaulichen Christchurch entschieden.
1.) Nach dem langen Flug und den 12 Stunden Zeitunterschied würde eine "große" Stadt wie Auckland einen doch überfordern.
2.) Der Verkehr ist auf der Südinsel deutlich geringer, so kann man sich in Ruhe an den Linksverkehr gewöhnen.
3.) Auf der Nordinsel ist es wärmer, wir wollten die letzten Tage vor dem Abflug in Pahia noch ordentlich Sonne tanken, bevor es wieder in den Winter zurück ging.
Teile unseres Reiseberichts:
Nach über 30 Stunden sind wir in Christchurch gelandet. Die Route über Wien - Kula Lumpur - Sydney - Christchurch ist eine der schnellsten Flugverbindungen nach NZ. Wir hatten uns den Flug schlimmer vorgestellt. Mit Filme gucken, lesen und schlafen verging die Zeit doch sehr schnell. Die Einreiseformalitäten sind zwar ähnlich wie in den USA, aber die Beamten sind viel freundlicher. Man darf auch zusammen vortreten, wenn man nicht verwandt ist. Nach den Einreiseformalitäten holten wir unsere Koffer. Das komplette Gepäck wurde nochmals durchleuchtet. Mit dem Taxi (30 $) fuhren wir in 20 Minuten zum Hotel. Das Auto würden wir erst am zweiten Tag abholen.Wir bezogen ein schönes Zimmer im "Heritage Christchurch". Wir haben noch kurz zu Hause angerufen, eine heiße Dusche genommen und dann fielen wir ins Bett.
28. Dezember 2004 - An diesem Morgen haben wir im Hotel gefrühstückt und uns nach einem Großeinkauf in einem New World-Supermarkt in Christchurch auf den Weg Richtung Metheven gemacht. Das Fahren außerhalb der Stadt war doch entspannter als in der Stadt. Nach ca. 2,5 Std. haben wir in einem ganz kleinen Ort namens Starvley einen Kaffee getrunken. Bis zur Mount Pottstation fuhren wir dann noch eine knappe Stunde auf einer Schotterpiste am Lake Clearwater vorbei. Hinter einer Biegung standen bereits drei Autos und wir wussten - wir sind angekommen. Von dort konnte man den ersten Blick über die weite Ebene nach Edoras werfen. Wunderschön. Wir ließen die Rohan-Musik im Auto laufen, es ging uns das Herz auf. Daß so ein kleiner Hügel so viel Emotionen auslösen kann. Wir sind dann weiter an den Berg heran gefahren und waren erstaunt, wie nah man dranfahren konnte. Es war sehr windig, aber die Sonne kämpfte sich durch die Wolken. Der Weg hat sich wirklich gelohnt und es war nicht schwierig dorthin zukommen. Unser Respekt für das Team um Dan und Chris Hennah war hinterher noch größer. Das ganze Material dort hinzuschaffen. Acht Monate Bauzeit für acht Drehtage. Einfach fantastisch. Gegen 17 Uhr erreichten wir den 20 km langen Lake Tekapo und die berühmte "Church of the good Shephard", die Bronzestatue eines Hütehundes, der im Gedenken an den wichtigen Beitrag dieser Tiere zur Entwicklung von Neuseeland beigetragen hat. Leider fing es fürchterlich an zu regnen. Trotz des schlechten Wetters leuchtete der See in intensivem Hellblau. Durch Steinmehl vom Gletscherabrieb entsteht diese unglaubliche Farbe.
30. Dezember 2004 - Als wir gegen 8 Uhr aufstanden war es grau, aber die Sonne kämpfte sich durch. Gegen 10 Uhr erreichten wir auf dem Highway 1 die Moeraki Boulders. Wie eine Perlenkette liegen diese 60 Millionen Jahre alten aus Kalksalzen geformten Kugeln am Strand. In unseren verschiedenen Reiseführern stand, daß man das 1-Dollar-Schild ignorieren sollte, das haben wir auch getan. Die Boulders sind kein Privatbesitz, das Restaurant hat kein Recht "Wegegeld" zu nehmen. Inzwischen hatten wir blauen Himmeln und es war herrlich warm. Wir genossen den Spaziergang am Strand.Kurz nach dem Parkplatz der Boulders Richtung Dunedin kommt man an eine Rechtsabbiegerspur. Dort geht es zur schönen Schlucht "Trotter’s Gorge". Ein Abstecher zu einem Stück Rest-Urwald, der sich wirklich lohnt. Steht nicht in jedem Reiseführer. Ein ganz ruhiges Plätzchen, man hört nur die Vögel singen. Nachdem unser Shadowfax uns durch die durch den vielen Regen überflutete Straße gefahren hatte, machten wir hier eine kleine Wanderung an einem Fluß durch eine faszinierende Pflanzenwelt. Wir waren ganz alleine dort.3
1. Dezember 2004 - Tagesziel: Poolburn-Area, Ida Valley, St. Bathans, Gefahrene Kilometer: 214 kmWir fuhren gegen 10 Uhr bei trockenem aber bedecktem Wetter los. Wir hatten arge Bedenken, bis zur Poolburn Area zu kommen. Im Locations Guide von Ian Brodie stand, daß man auf jeden Fall ein "Four-Wheel-Vehicle" haben sollte. Das hörte sich doch abenteuerlich an. Kurz vor Omakau biegt man rechts Richtung Ophir ab. Im Tal liegt dann rechte Hand ein altes Hotel, dort biegt man rechts in die Poolburn Moa Creek Road ab. Als die Straße nur noch aus Schotter bestand, hing an einem Haus ein Schild, daß man zur Lord-of-the-Ring-Location nur noch mit Four-Wheel-Vehicle weiter fahren sollte oder besser hier eine Tour bucht. Wir fuhren guten Mutes weiter. Die Straße war ganz fest und auch nicht matschig, trotz der regnerischen Nacht. Die Landschaft war atemberaubend. Wir hatten das Gefühl, daß gleich Eomér mit seinen Leuten über die Ebene galoppierten. Die Straße war ohne Probleme zu befahren. Pferde grasten auf eingezäunten Wiesen. Wir waren ganz alleine dort oben. Wir fuhren immer weiter Richtung Poolburn Reservoir, das wir nach ca. 40 Minuten ohne Probleme erreichten.
5. Januar 2005 - Um 8.30 Uhr waren wir im Büro der Helicopter Line, der Himmel sah gut aus ! Wir hatten uns für die den Helihike entschieden (150 Euro). Flug auf den Gletscher und zwei Stunden Wanderung. Wir sollten uns noch ein wenig gedulden. Um 9 Uhr wurden wir über die Straße zum Helilandeplatz geschickt. Dort bekamen wir Bergsteigerstiefel und jeder ein Set Steigeisen oder so etwas in der Art. Man durfte keine Jeans tragen, da Elke dann nur noch Shorts mit hatte (die waren erlaubt !) lieh sie sich gegen eine geringe Leihgebühr noch eine wasserfeste Hose. Man erzählte uns, daß wegen des schlechten Wetters vier Tage nicht geflogen werden konnte. Was waren wir doch für Glückspilze. Nach einer kurzen Einweisung, wie wir uns am Heli zu verhalten haben (ich hätte ihm noch Stunden zu sehen können - siehe Foto) ging es endlich los. Elke und ich hatten das Glück vorne sitzen zu dürfen. Es war einfach phantastisch und jeden Euro wert. Ich wußte sofort, daß Helifliegen mein neues Hobby werden würde. Der Blick von oben auf den Gletscher war atemberaubend. Oben angekommen legen wir auf Anweisung unseres Guides die "Eisenfüsse" an und bekamen jeder einen Eisbickel zum abstützen. Wir teilten uns in eine schnellere und eine langsamere Gruppe auf. Wir entschieden uns für die langsamere. Die Tour war phantastisch und ein unbedingt MUSS wenn wenn hier ist. Wir würden bei unserem nächsten Besuch auch wieder diese Tour machen. Man kommt sich ganz klein zwischen diesen Massen von Eis vor.
11. Januar - 2005 inzwischen auf der Nordinsel angekommen - Wir besuchten noch mal kurz Simone im Laden und machten uns auf den Weg Richtung Lake Taupo. Endlich kam die Sonne raus und der Himmel wurde immer blauer. Ca. 10 km über Taupo liegen die Huka Falls, die wirklich beeindruckend sind. Die Wassermassen stürzen 11 Meter ins ein schäumendes Becken, an das man auch mit einem Jet-Boat heranfahren kann. Auf Empfehlung von zwei Deutschen die hier gelebt haben, sind wir nicht nach Rotorua gefahren, wo es zur Hauptsaison sehr überlaufen sein sollte. Statt dessen hat man uns die Orakei Korako Geyserland im "Hidden Valley" empfohlen. Das Thermalgebiet ist sehr groß, aber wir fand es trotzdem sehr beeindruckend. Überall blubberte es und es stank nach faulen Eiern. Die Farben waren faszinierend.
Danach ging es am wunderschönen Lake Taupo entlang zum Tongaria National Park. Wir machten ein Picknick am Ufer und genossen den Blick auf den Mount Ruahepu. Wir fuhren auf der 47 von oben an den Park heran und machten noch einen 20minütigen Walk zum Lake Rotopounamu dem "Jadesee". Dort waren wieder ganz alleine, einfach wunderschön. Man kann auch längere Wanderungen um den See herum machen. Auf dem Weg ins Whakapapa Village zum Grand Chateau, einem Übernachtungshöhepunkt (the Lord of the Rings Cast and crew used the conference room as their headquarters and stayed here during filming in the area) auf unser Reise, hatten wir einige tolle Ausblicke auf den Kegel des Mount Ngauruhoe, der digital bearbeitet "Mount Doom" wurde. Wir bezogen unser Zimmer im Grand Chateau und bestellten für den Abend einen Tisch im Ruapehu Restaurant. Es gab noch ein kleines Problem, ich hatte meinen einzigen vorzeigbaren Sandalen in Napier liegen lassen. Im Restaurant wurde formelle Kleidung erwartet. Schließlich lieh Elke mir ihr zweites Paar, die zwar etwas zu klein waren, aber ich hatte ja nicht so weit zu laufen. Das Essen und der Wein waren wirklich sehr gut und das Preis/Leistungsverhältnis stimmt auch.
Den ganzen Bericht gibt es hier: http://www.tinagemmeker.de/neuseeland.htm
Fazit: Wir haben schon einiges von der Welt gesehen, aber Neuseeland war doch etwas ganz besonderes. Sicher haben wir nicht alles sehen können, dazu sind vier Wochen einfach zu kurz. Aber wir sind doch tief beeindruckt von diesem Land und kommen bestimmt wieder die um die weißen Flecken auf der NZ-Karte zu füllen. Vielleicht sollte man, wenn man vier Wochen Zeit hat, nur eine Insel machen, aber für einen Herrn der Ringe-Fan geht das einfach nicht. Für welche Insel sollte man sich entscheiden?
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Reiseberichtkommentare
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sfintu sagt dazu...
Danke für den Bericht. Da kommen bei mir wehmütige Erinnerungen hoch. Neuseeland ist und bleibt für mich das schönste Land der Welt!!!