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Reisebericht: Schlamm Trekking
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Am Montag ging es dann los auf unsere erste lange Tour zu den einzelenen Communities... Den ersten Teil des Weges legten wir gemuetlich im Boot zurueck und konnte in der Schule in Ambinanitelo in unseren Zelten als Moskitoschutz uebernachten (Malaria ist naemlich ein riesen Problem).
Am naechsten Morgen ging dann unser erster Marsch los. Mit einem Stock zum Balancehalten (der mehr als noetig war) ging es durch knietiefen Schlamm, Reisfelder, ueber unglaublich rutschigen lehmartigen Boden nach Ambodivoahangy. Zum Glueck ist Mamy (ein weiterer Sepali Mitarbeiter) mit dem Boot nach Ambodivoahangy aufgebrochen und somit mussten wir nicht auch noch unsere Rucksaecke mit uns schleppen... Der Weg allein hat einem definitive schon genug zu schaffen gemacht.
Ambodivohangy ist ein niedliches kleines Doerfchen direkt am FLuss. Wenn es ueber Maroantsetra allerdings schon wenig zu berichten gab, dann kann ich nur sagen, dass es noch weniger ueber Ambodivahangy zu sagen gibt. Hier gibt es naemlich bis auf 2 kleine Shops so gut wie gar nichts, abgesehen von Reis, Oel und Honig.
Wir sind bei Mani, dem Englischlehrer und unserem Guide fuer die naechsten WOchen untergekommen. Die naechsten Tage haben wir versucht, die ersten Surveys durchzufuehren, uns den Sepali Garten von Manis Gruppe angesehen und natuerlich unsere erste “Dusche” im FLuss vorgenommen... Ob man allerdings nach dieser Dusche sauberer oder dreckiger war als vorher blieb fraglich. Man fuehlte sich in jedem Fall ein wenig erfrischt und konnte wenigstens fuer 5 Minuten seine Fuesse ohne Schlamm betrachten.
Den Rest der Zeit haben wir mit den Dorfkindern verbracht (auch wenn dies nicht immer freiwillig der Fall war). Die Kids sind recht begeistert, wenn ‘vesars’ im Dorf sind und somit hatten wir die gesamte Zeit das halbe Dorf um uns rum (Kids machen gute 50% der Dorfbevolkerung aus!).
Nach drei Tagen ging es dann ueber einen 2.5 stuendigen Marsch nach Andaparaty unserer Zwischenstation auf dem Weg nach Sahantaha. DIesen Weg mussten wir nicht nur barfuss, sondern auch mit unseren 15kg schweren Rucksaecken zuruecklegen. Es stellte sich zwar als anstrengend aber doch gut machbar heraus(abgesehen von den ersten Schrammen an Fuessen und Beinen). Wir hatten fuer Toms Videoausruestung zudem einen Porter mit uns, der bei dem Wandern durch Matsch, ueber Steine, FLuesse, Bambubruecken und dem ganzen Rutschen immer noch sooo tierisch schnell war, dass ich das Gefuehl hatte gute 80 Jahre alt zu sein. Es kann sowas von frustrierend sein, wenn man die Malagasy Leute ohne Probleme ueber spitze Steine oder rutschigen Matsch rennen sieht und man selber nach jedem 3 Schritt seine Balance wiederfinden muss!!
Am naechsten Morgen ging es dann gegen 6 Uhr morgens ueber einen 8 stuendigen Marsch nach Sahantaha. Mani hatte uns gesagt, dass wir ueber einen ‘kleinen Umweg’ weisse Lemur’s sehen koennten. Wie sich nachher herausstellte, bedeutet ein kleiner Umweg uebersetzt von Malagasy ins Englische, eine ca. vierstuendige Extratour. Dieser Umweg wurde durch den Ruecksack, das Barfusslaufen, jede Menge Regen, Matsch, einen keinen Ahnung wie hohen Berg mit unglaublich rutschigem Untergrund, huefthohen reisenden Fluessen, jeder Menge spitze Steine und einem dichten Dschungel nur wesentlich vereinfacht!!! WIr waren somit anstatt der geplanten 4 Stunden ca. 8 Stunden unterwegs. Meine Fuesse und Beine hatten am Ende des Tages noch mehr Schrammen und Kratzer, die so gut wie gar nicht heilen konnten, da man immer wieder durch Matsch und Schlamm laufen muss. Dieser Matsch und Schlamm ist zudem mit Kuhschitt versetzt, da ja auch die Kuehe ihren Weg zu den Doerfern machen muessen.... Es ist wirklich unbeschreiblich!!!
Ich moechte behaupten, dass ich noch nie einen so anstrengenden Trek hinter mich gelegt habe! Gut das wir erst am Ende erfahren haben, dass unser Porter zwischendurch keine wirkliche Ahnung mehr hatte, wo wir waren... Nun ja, um ehrlich zu sein, nachdem wir die Spitze des Berges erreicht hatten und das Tal sahen, durch das wir noch zu laufen hatten, haben wir uns schon aehnliches gedacht!
Das wirklich frustrierendere an dem Umweg war, dass wir natuerlich keine Lemurs gesehen haben... Aber dafuer haben wir wenigstens ein paar gute Videoaufnahmen machen koennen... Ob das die ganzen Schrammen an Fuessen und Beinen wieder gut macht, ist allerdings eine andere Frage.
Nun zu Sahantaha: Es gibt eigentlich noch weniger ueber diesen Ort zu Berichten, als ueber Ambodivohangy. Die ‘Strassen’ bestehen nur aus Matsch und Schlamm, es gibt einen Shop, der sogar 2 Mal im Monat aufgestockt wird.... Hm, und das wars.... Die Menschen tragen Sachen, die mit Sicherheit schon 20 Jahre alt sind (in Ambodivohangy waren es lediglich 15 Jahre), die Shirts haben ueberall Risse, manche Hosen sind nur vorne noch zusammen genaeht, waehrend der Hintern rausguckt, etc.... Es ist wirklich traurig mit anzusehen...
Hinzukommt dann noch, dass das Dorf so gut wie von jeglicher Zivilisation abgeschotten. Es gibt keine Elektrizitaet, keine news, keine Transportwege, etc. Das Schlimme ist, dass es eigentlich nur ueber Bildung und neue Einkommensquellen (um die Bildung zu finanzieren) einen Weg aus dem Elend heraus gibt. Da die Kinder aber auf dem Feld benoetigt werden, ist die Abbruchquote in der Grundschule nach einem angefangenen Schuljahr hoeher als 75%.
Und zu dem Ganze abgeschottet sein, kommt dann noch der Gedanke hinzu, dass man bei Krankheit zum einen kein Geld hat um ins Krankenhaus zu gehen und zum zweiten, wenn man Geld hat, zunaechst einen guten 8 stuendigen Fussmarsch hinter sich legen muss, um von dann ueberhaupt ein Boot bekommen zu koennen, welches noch weitere 5 Stunden benoetigt um in Maroantsetra im Krankenhaus anzukommen. (Wobei fraglich ist, ob das Krankhaus als dies bezeichnet werden kann, da eine Ausstattung an Instrumenten und Medizin so gut wie nicht vorhanden ist.) Man kann also nur hoffe, sich kein Bein zu brechen oder irgendwelche anderen schlimmen Krankenheiten zu bekommen!!!
Nach 2 Tagen in Sahantaha ging es fuer Josh und mich dann zurueck. Tom hatte eigentlich geplant noch weiter in den Nationalpark Makira zu gehen, um einen Survey und Videoaufnahmen mit den einzelenen noch abgeschotteteren Communities durchzufuehren, musste seinen Plan aber aufgrund von zu viel Regen, Problemen mit Portern und einem ev. zu hohen Fluss, den es zu ueberqueren galt, aufgeben.
Wir sind somit alle ueber einen 4.5 stuendigen Marsch zurueck nach Andaparaty und von dort mit dem Boot zurueck nach Ambodivohangy, was wir als Rueckkehr in die Zivilisation bezeichnen mussten... J Natuerlich verlief auch dieser Part nicht ganz ohne Probleme, da –aufgrund zu starker Stromschnellen, wir auf halben Weg aus dem Boot mussten und einen Teil des Flusses zu Fuss zuruecklegen durften! Eine weitere gute Sache fuer meine schon allzu zerstoerten Fuesse, da natuerlich ueberall Steine lagen...
Am naechsten Morgen ging es per Boot und ein natuerlich ein wenig Verspaetung zurueck nach Maroantsetra. Fuer uns hiess es, zurueck in den ‘Luxus’(wobei es schon schlimm ist, Maroantsetra als Luxus bezeichnen zu muessen)... Abends gab es natuerlich erst Mal lecker Pizza von Micha, ein Fussbad und einen gemuetlichen DVD Abend am Computer... Es ist schon schlimm, wenn man bedenkt, dass wir nach nur 10 Tagen froh waren zurueck zu kommen. Viele Menschen in diesen Doerfern werden niemals ueberhaupt die Chance haben herauszukommen...
Am Dienstag sollte der naechste Trip Richtung Antala anstehen, da wir alle wieder ein bissel cash benoetigten. Als wir uns aber gegen 5 UHr morgens auf den Weg machen wollten, war ein mega Sturm und mal wieder super viel Regen angesagt. Da Josh und ich noch ein wenig Geld als Reserve haben, stand fuer uns somit fest, diesen Weg definitive nicht anzutreten. Nachdem wir zudem am Tag zuvor erfahren haben, dass wir so gut wie wieder nur durch Matsch laufen, Fluesse ueberqueren und zudem gute 12 Stunden pro Tag laufen muessen, fiel uns die Entscheidung zu bleiben nicht wirklich allzu schwer. Leider heisst es aber auch, dass wir immer noch keine Schokolade bekommen koennen und das wir noch einige Wochen auf eine gute Internetverbindung warten muessen...
Die letzten Tage in Maroantsetra haben wir uns somit wieder fleissig mit dem Projektmarketing beschaeftigt. Es macht echt riesigen Spass alles mal selbst und von Anfang an gesalten zu koennen. Am Ende dieser Woche geht es fuer uns wieder hoch nach Ambodivoahangy, um einige weitere Sachen vor Ort zu organisieren. Ich hoffe, wir finden vorher noch Zeit, nach Nosy Mangabe so fahren und die Humpback Wale zu sehen....
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