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Reisebericht: Indien: Kerala und Rajasthan

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tanja

eine Sportskanone

aus Oldenburg

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Nun sind wir schon mehr als 6 Wochen unterwegs und ich haenge mittlerweile wirklich ein bissel mit meinem Tagebuch hinterher... Indien ist einfach viel zu gross und es gibt so vieles zu sehen. Von daher moechte man wirklich so viel wie moeglich mitnehmen und vergisst dabei doch gerne mal das Internet-Cafe aufzusuchen und trinkt statt dessen einen Chai an der naechsten Strassenecke.

Also, fangen wir doch mal von vorne an. Nach ein paar letzten Tagen mit den Kids stand ein traenenreicher Abschied bevor... Vor allem Babu hat Josh und mir wirklich das Herz gebrochen. Er hat sich so zusammengerissen nicht zu weinen. Man wuerde ihn wirklich am liebsten mitnehmen...

Es ging somit per Nachtzug nach Alleppey, was bedeutete, dass wir gute 13 Stunden im Zug sassen, um lediglich von der Ost- zur Westkueste zu kommen. UNd die Zuege hier sind nicht wirklich mit der Deutschen Bahn zu vergleichen. Zu Beginn der Reise nimmt man sich gleich vor, so wenig Wasser wie moeglich zu sich zu nehmen, um ja nicht die Toilette aufsuchen zu muessen. Allerdings ist es wie ueblich, dass man gerade dann am meisten zur Toilette gehen muss, wenn man es eigentlich nicht vor hat. Am schoensten ist, dass man seine ganze GEschichte direkt auf die Gleise fliessen sieht... Egal wo. Ob an einer Haltestelle oder unterwegs. Und die Inder haben nicht wirklich ein Problem auch groesser Geschafte direkt an Haltestellen zu erledigen, was den unglaublichen Gestank an manchen Stationen erklaert.

Sieht man mal von den Toiletten ab, hat man insgesamt 8 Betten eingekesselt mit Gitterstaeben -es handelt sich dabei aber nicht um abgetrennte Abteile- und von diesen 8 Bettenabteilen befinden sich ca. 15 in einem Zugabteil. Da sich zudem in Indien mehr Maenner von einem Ort zum anderen Bewegen, haelt sich die Frauenrate auf diesen Fahrten sehr in Grenzen. Und als "Westerner" mit blonden Haaren faellt man am allerwenigsten auf.

Nachdem wir diese Fahrt gut ueberstanden haben, haben wir in Alleppey unseren Hausboot Tour durch die sogenannten Backwaters gebucht. Es war einfach nur unglaublich entspannend, einen ganzen Tag nicht anderes zu tun als zu essen und auf dem Oberdeck zu liegen und die Landschaft zu bewundern. UNd diese Hausboote sind einfach nur uhrig. Sie haben Aehnlichkeit mit fliegenden Fischen auf dem Wasser.

Nach 2 Tagen in Alleppey ging es mit dem "local bus" Richtung Kochin wo wir die naechsten 2 Tage verbracht haben. Kochin ist ein kleiner touristischerer Ort und wir konnten nach gute 2.5 Wochen endlich wieder unser erstes WEsternessen geniessen. Ich kann euch nicht sagen, wie sehr ich mich ueber Spaghetti und Pizza gefreut habe- auch wenn es immer noch einen kleinen indischen Style in sich hat-. Wir haben uns die fuer diese Gegend beruehmten Fischernetze am Strand angeschaut und sonst eigentlich nur ein bissel relaxt und unseren naechsten Stop geplant.

Wir haben uns fuer Bekal entschieden, ein kleiner Ort am Meer, ueber den wir nicht viel mehr in Erfahrung bringen konnten, als dass er einsamen und wunderschoene Straende haben soll. Somit haben wir den Nachtzug genommen und sind nach 10 Stunden fahrt am sogenannten Bahnhof in Bekal angekommen. Als Josh im vollgepackten Zug einen der Inder fragte, welche Seite vom Zug wir aussteigen muessen und dieser nur antwortet:" Das ist egal. Pass nur auf entgegekommende Zuege auf, wenn du raus springst.", haette uns klar sein muessen, dass wir wohl keinen behindertengerechten Bahnhof erwarten konnten.

Aber wie man es so kennt, kommt man machmal zu Orten, von denen man nur ganz wenig weiss und zu denen kaum ein Touristen kommt, und am Ende stellt sich heraus, dass es einer der besten Plaetze war, zu denen du jemals gekommen bist.

Bekal war definitiv keiner dieser Orte. Es handelte sich eher um einen verstaubte Hauptstrasse nach Managlore und der Strand war gute 40 Minuten Laufzeit entfernt. Die Einwohner dieses Ortes kannten so gut wie keine TOuristen, was wohl auch der Grund war, dass wir von Rikshaw Fahrer eher ignoriert, anstatt als potentielle Goldminen angesehen wurden. Mal abgesehen von dem Rest der Einwohner, die die Augen nicht mehr von uns "Westernern" abwenden konnten.

Unglaublichen Spass hatten wir auch, als wir unser Fruehstueck in einem kleinen oertlichen "Restaurant" bestellen wollten. Es gab keine englischen Menues und da der Besitzer nur gebrochen Englisch sprechen konnte, musste wir uns mit der Auswahl von Chapati oder Dosa zufrieden stellen. Der Rest des Essens war eine Ueberraschung. Da die INder zum Fruehstueck aber auch gerne schon Curry essen, haben wir unser Fruehstueck somit als Mittagessen ansehen muessen. Ein unglaublich guter Start in einen relaxten Strandtag :-) Nach einem 40 minuetigem Spaziergang zum Strand konnten wir dann aber zum Glueck feststellen, dass es sich tatsaechlich um einen unberuehrten, kilometerlangen schoenen Strand handelte.

Wir haben uns am naechsten Tag ein wenig umgesehen und ein anderes Hotel gebucht, was zwar leider ein wenig ueber unserem Hotelbugdet von $8 pro Tag lag, sich aber einfach nur gelohnt hat. Wir hatten ein normales Restaurant, waren 3 Minuten vom Strand entfernt, und hatten ein super gemuetliches Zimmer.

Von Mangalore ging es dann via Mumbai nach Udaipur. Leider mussten wir die Nacht am Flughafen in Mumbai verbringen, da unser Flug nach Mumbai Verspaetung hatte und wir somit unseren Anschlussflug nicht mehr erreichen konnten.

Die naechsten 3 Tage haben wir in Udaipur verbracht. Es ist ein kleines touristischeres Oertchen an einem See. Wir hatten ein Hostel direkt am Wasser und konnten von den Dachterrassen den Blick ueber die Landschaft geniessen. In Udaipur wurde ueberigens auch der James Bond Film Octopussy gedreht, den man auf Wunsch abends in eigentlich jedem Restaurant sehen konnte.

Den naechsten Tag haben wir eine Fahrradtour durch Udaipur unternommen und uns die Gegend ein wenig genauer angesehen. Auf dem Rueckweg haben wir uns leider gute 4 Mal verirrt und was noch frustierender war, wir sind jedes Mal wieder am fast gleichen Platz herrausgekommen. Wir haben beide keine Idee gehabt, wie das gelaufen ist, da wir zwischendurch immer mal wieder gute 45 Minuten geradelt sind und trotzdem am gleichen Platz herauskamen...

Am naechsten Tag haben wir uns den Palast angesehen, sind durch die Seitenstrassen geschlendert, haben Chai getrunken und abends vom Monsoon Palace den Sonnenuntergang genossen. Man merkt, dass Rajasthan einfach schon laenger ein Tourismusgebiet ist, als Kerala, was sich in vielen kleinen Dingen wiederspiegelt, die das Leben ein wenig einfacher machen koennen.

Nach Udaipur ging es mit dem ersten Nachtbus Richtung Jodphur. Man bekommt in diesen Busen seine eigene Schlafkabine, die einem Kuechenschrank sehr aehnelt, und soll dann gut durchschlafen koennen- sieht man von den kaputten Strassen, Schlagloechern und Kurven ab. Da zudem unser eigentlich Nachtbus ueberbucht war (wie untypisch fuer Indien :-)), sind wir in den local Nachtbus geschickt worden, der jede Menge Chapati auf den Betten hatte und deren Fenster sich nicht komplett schliessen lassen konnten. Leider hat mir zudem vorher keiner mitgeteilt, dass es in diesen Busen keine Toiletten gibt- was sich bei Strassen mit riesen Schlagloechern als Qual heraustellen kann und man nur noch auf den naechsten Stop hofft und ehe nicht mehr schlafen kann-. Nun ja, wir haben es ueberlebt und sind in Jodphur angekommen. Leider haben wir keine Unterkunft gebucht und durften somit die ersten Stunden des morgens auf einer Dachterasse eines Hostels schlafen :-) War eigentlich ganz witzig.

Am naechsten Tag haben wir uns das unglaubliche Fort in Jodhpur angeschaut. Es war einfach nur interessant und hat riesigen Spass gemacht. Die Audiotour war super gestaltet und hat jede Menge informationen geliefert. Und dieses Fort ist echt der Hammer. Es sticht aus der blauen Stadt herraus und wir haben beide keine Ahnung, wie die damals dieses Fort auf dem Felsen bauen konnten. Es hat mich ein wenig an den letzten Teil von Herr der Ringe erinnert, wo die weisse Festung erstuermt wurde... Wirklich nur faszinierend.

Nach nur einem Tag in Jodhpur ging es mit dem ueberfuellten local Bus (in dem glaube ich mehr Abgeasse hinein als durch den Auspuff herausgepumpt wurden) nach Jaisalmer. Wir haben eine UNterkunft direkt im Fort genommen und haben sozusagen direkt im Schloss gelebt, was echt klasse war. Am naechsten Tage haben wir unseren Kameltrip gebucht und somit die naechsten 2.5 Tage in der Wueste verbracht. Leider habe ich wohl das verrueckte Kamel erwischt habe, denn als ich den Kamelguide gefragt habe, ob ich mein Kamel streicheln kann, meinte er nur:" Manchmal mag es das und manchmal nicht." Hm, danke... Dann lasse ich es doch lieber sein. Ich haette es vielleicht schon ahnen sollen, als es anfing rumzustinkern, als es seinen Sattel aufbekam :-)

Ich bin in jedem Fall ohne runterzufallen von einem Ort zum anderen gekommen. Die Guides haben fuer uns am Lagerfeuer gekocht und abends konnten wir, in dicke Decken gewickelt, die Sterne zum einschlafen anschauen. UNd sonst war es einfach nur still, keine Ton, keine Hupen, keine Motor, nichts, abgesehen vom Furzen der Kamele, was unvorstellbare Ausmasse annehmen konnte. Es hat einfach nur Spass gemacht und es war mal wieder ein tolles Erlebnis.

Ich werde jetzt mal zum Abendessen aufbrechen. Ich denke der Teil hier ist schon lang genug :-)



Kommentare

Viele schöne Eindrücke

 

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yoyo sagt dazu...

Wow klingt nach tollen Erlebnissen!
In der Wüste war ich ja auch schon ein paar Mal und die Stille und Weite beeindruckt mich immer wieder.
Noch eine gute Reise mit vielen schönen Eindrücken!!
Grüße
yoyo

 
 

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