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Reisebericht: Israel - Land voller Hoffnung und Gegensätze
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Viel hört und liest man ständig über Israel, das kleine Land im Nahen Osten. Unruhe, Gewalt und politische Probleme, daran denkt man hierzulande häufig, wenn es um Israel geht. Um es kurz zu sagen: Das Bild stimmt nicht, wie ich selbst in diesem Jahr erleben konnte.
Angefangen hat alles in Berlin auf der Tourismusmesse, wo ich die Reise nach Israel gewonnen habe. Keine Zeit verlierend trat ich schon 2 Monate später meinen Ausflug in das "heilige Land" an. Bereits auf dem Flughafen wurde ich mit eingehenden Kontrollen der israelischen Airline konfrontiert, die einem letzlich aber das Gefühl von Sicherheit vermitteln.
Endlich angekommen in Tel Aviv nach etwa 4 Stunden Flug erlebte ich direkt eine bunte, quirlige und äußerst lebensfrohe Atmosphäre dieser Stadt, die mir während meiner ganzen Zeit überall in diesem Land wieder begegnete. Bemerkenswert ist vor allem, dass es nur junge Leute zu geben scheint. Der erste Eindruck: Dieses Land ist jung und lebendig.
Los ging es direkt am nächsten Tag Richtung Nazareth, durch das grüne Jordantal mit seinen reichhaltigen Plantagen, vor allem Bananen, Datteln und Orangen, aber auch Baumwolle. Zurecht trägt diese Region den Namen "Garten Israels". Von Nazareth mit der Verkündigungskirche geht es zum See Genezareth. Hier wird einem bewußt, wie klein die Dimensionen dieses Landes doch sind. Nur einen Steinwurf entfernt liegen auf der anderen Seite des Sees die Golanhöhen, deren Bedeutung für Israel wohl jeder kennt. Die Fahrt entlang der jordanischen Grenze, die extrem gesicherten Grenzanlagen, größten Teils vermint, erwecken für mich als Deutschen die Bilder der längst vergangenen Teilung unseres eigenen Landes. Angst und Risiko sind hier noch die täglichen Gefährten der Bewohner, die hier zum Alltag gehören zu scheinen. Völlig unspektakulär läuft die Passierung der Grenze zum palästinensischen Territorium im Westjordanland ab. Ganz anders als erwartet, eher gelassen als hektisch, keine Spur von Gefahr zu erkennen.
Das Gefühl von Sicherheit erhält man auch durch eine andere Auffälligkeit, die in Europa so nicht vorkommt: Überall sind in den Städten Soldaten, die wie ganz natürlich in Gruppen in Cafes sitzen, durch Einkaufsstrassen laufen, immer schwer bewaffnet aber nicht bedrohlich wirkend. Ein Rätsel, welchem System diese Art der flächendeckenden Stationierung folgt.
Charakteristisch ist ebenfalls die Unmenge an historischen und kulturellen Stätten. Es scheint keinen Stein zu geben in Israel, der nicht eine Bedeutung in der Geschichte hat.
Weiter geht es am nächsten Tag durch die Wüste zur Festung Massada, die wegen ihrer Höhenlage einen hervorragenden Weiblick ermöglicht. Ja eine echte Wüste, die nur wenige Kilometer vom immergrünen Jordantal entfernt liegt und in der es nichts zu geben scheint ausser Stein und Sand. Dennoch leben hier Menschen, Beduinen, die sich seit je her diesem Lebensstil angepasst haben. Von Zigeunerromantik kann jedoch keine Rede sein. Ärmlich wirken die Hütten und Zelte, karg der Lebensstil. Auch diesen Blickwinkel sollte man berücksichtigen beim Besuch des Landes.
Trocken-heiss und daher trotz 40° C fast erträglich (wenn man genug Wasser trinkt) ist das Klima hier, im Gegensatz zu tel Aviv und dem Jordantal an der Küste, wo feucht-warmes Klima den Aufenthalt erschweren.
Ein Naturspektakel der besonderen Art, einzigartig geradzu, eröffnet sich hier: das Tote Meer. Nicht nur liegt es 300m unter dem Meeresspiegel und stellt damit den tiefsten Punkt der Erde dar, es hat auch ein Anfang und Ende. Ja wirklich, hier kann man an das Ende eines Meeres gelangen. Und was für ein Ende! Denn in den letzten Jahrzenten ist das Tote Meer deutlich geschrumpft. Verantwortlich ist die heere Ausbeute des Jordans zur Bewässerung, sicherlich auch in gewisser Weise der viel beredete Klimawandel. Kurz und gut, dieses Meer wird irgendwann verschwinden, wenn keine Maßnahmen zu seiner Rettung ergriffen werden. Geplant ist ein Stichkanal vom Roten zum Toten Meer. Das Tote Meer ist tatsächlich so salzhaltig, wie es immer beschrieben wird. Ungewohnt erscheint es mir daher, dass ich auf dem Wasser liegen kann, ohne unterzugehen. Lange hält man es jedoch nicht aus, maximal 10 Minuten kann man in dem 25°C warmen Wasser bleiben, dessen Salz auf der Haut brennt, so dass direkt eine Dusche von Nöten ist. Kein Fisch könnte in diesem Meer leben.
Dann endlich, am nächsten Tag erreiche ich Jerusalem. Die Stadt, in der die Gegensätze des Landes auf engstem Raum aufeinander treffen wie ein Strudel in einem reissenden Fluss der Lebendigkeit. Von historischen Stätten und Gebäuden überladen, Kulturen die sich vermischen und doch ihren Anspruch auf strenge Trennung geltend machen. Übereinander und durcheinander und doch klar geordnet gliedern sich Strassen, Wege und Plätze, so dass dem neuankommenden Besucher ob der zahlreichen Eindrücke die Sinne schwinden. Bilder, Geräusche, Gerüche, Atmosphäre in einzigartiger Komposition bilden das Gesamtwerk dieser Stadt, die einen wirklich an die Mystik des Orients glauben läßt. Hier reicht nicht ein Tag, nicht 1 Woche um die Vielfalt der Stadt wahrzunehmen und zu ergründen.
Israel hat auf engstem Raum viele Gesichter. So auch Haifa, die Stadt am Meer, in der die Bahai-Gärten zu finden sind. Wie eine barocke Schlossanlage erhebt sich mächtig dieses Meisterwerk der Garten-Architektur, dass als wichtigstes Zentrum der islamischen Bahai-Religion gilt, und erstreckt sich über 250 Meter Höhenunterschied auf den Hügeln von Haifa.
Cesarea, die ehemalige römische Hafenstadt, deren Überreste noch heute davon zeugen, wie mächtig diese Stätte einst gewesen sein muss und das restaurierte und daher noch immer in Betrieb befindliche Theater sind ein unverzichtbares Ziel auf der Rundreise durch Israel, dass mich besonders wegen seiner Weitläufigkeit beeindruckt hat.
Akko, die Kreuzfahrerstadt mit einer mächtigen Festungsanlage, deren Mauern und Katakomben einen Eindruck davon vermitteln, wie massiv die Kreuzzüge sich gestaltet haben. Hier trifft man jedoch sehr deutlich auch ein anderes Bild Israels an: Das Leben der arabischen Bevölkerung des Landes, die nicht in den Palästinensergebieten wohnen. Ärmlich und geradzu vernachlässigt bietet sich der Anblick dieser Menschen, die hier seit jeher wohnen. Kein Reiseführer wird darüber berichten, man muss sich selbst einen Eindruck verschaffen.
Tel Aviv, die Stadt, in der ich ankam und in der meine nur 7-tägige Reise begann: In dieser Stadt gibt es im Vergleich zu den übrigen Teilen des Landes nur wenige historische Stätten. Modern und aufgeschlossen, scheinbar ständig in Feierlaune mit wunderbaren Stränden, exzellenten Einkaufsstrassen, in denen kein Wunsch offen bleibt, so präsentiert sich diese Metropole am Meer. Besuchen sollte man auf jeden Fall hier auch Jaffa, das historische Viertel im Norden der Stadt, beliebt und geprägt vor allem von Künstlern, die sich dort angesiedelt haben.
Die Negev-Wüste mit Eilat, der südlichsten Stadt Israels am Roten Meer, in dem auch Delphine anzutreffen sind, habe ich bei dieser Reise nicht gesehen und werde diesen Teil beim nächsten Ausflug in dieses Land bereisen, dass man wohl zigmal besuchen kann, ohne es wirklich zu kennen.
Altes und neues, Zerstörtes und Wiedererrichtetes, Gegensätzliches und Mystisches prägen dieses Land. Die historische Kontinuität Israels besteht darin, dass es keine gibt und wohl nie geben wird. Dieses Land lebt, weil es immer zwischen Blüte und Vernichtung, zwischen Leben und Tod steht. Hoffnung Wandel bilden die Stützen der Existenz, so deutlich, wie sie wohl nirgendwo sonst wahrnehmbar sind.
Kommentare
trottamondi sagt dazu...
Ich habe in deinem Bericht so viel Selbst-Erlebtes wiedergefunden! War 2000 selber für zwei Wochen in Israel im Austausch und habe fast die gleichen Orte besucht wie du. Schön, wenn noch jemand die Gastfreundschaft und Offenheit der Israelis erfahren hat. Viele Leute wollen einem ja erstmal nicht glauben, wenn man von Israel und seinen Bewohnern schwärmt...
Also, danke für den Bericht!
Weltenbummler sagt dazu...
Ich war auch einmal in Israel letzten Dezember und ich habe zwar nicht so viel gesehen, aber was ich gesehen habe war beeindruckend. Am tollsten fand ich die Offenheit der Leute. Besonders in Tel Aviv ist es mir aufgefallen. Einfach tolle Menschen da.
Super....
dieschönenomadin sagt dazu...
hab einige Freunde, die schon in Israel waren und würde dieses Land der Gegensätze gern auch mal besuchen. Danke für diese Inspiration ![]()
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tara sagt dazu...
bin bißchen neidisch, hab mich bisher nicht getraut eben wegen der nachrichten aber ich will auf jeden fall mal hin