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Reisebericht: Mädelsurlaub in Cala Ratjada

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jessy84

eine Sonnenanbeterin

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Vom 29. Oktober bis 5. November waren wir, fünf Mädels zwischen 25 und 29 Jahren, im Urlaub in Cala Ratjada. Cala Ratjada ist möglicherweise nicht allen Lesern ein Begriff. Der Ort liegt an der Ostküste von Mallorca. Wie am Ballermann hat es dort fast nur deutsche Touristen. Cala Ratjada ist insbesondere bekannt für seine zahlreichen Discos und Clubs.

Doch von vorne: Am 29.10. flogen wir von Berlin-Tegel mit Air Berlin nach Palma. Das Flugzeug war viel zu groß für die wenigen Passagiere. Als wir in Palma ankamen, hatten sich allerdings bereits zahlreiche Passagiere für den Rückflug versammelt. Dazu muss man wissen, dass in den meisten Ferienregionen die Sommersaison am 31. Oktober endet. Somit war es klar, dass auf dem Hinflug nicht allzu viele Fluggäste an Bord sein konnten. Uns war das natürlich nur recht. Wir hatten den Urlaubstermin auch extra so ausgewählt, dass nicht mehr viele Touristen auf der Insel sind. So spart man bei den Mietwagen und beim Hotel enorm. Die Fahrt vom Flughafen nach Cala Ratjada mussten wir dann allerdings zweimal machen. Man bringt in einem Fiat Grande Punto zwar fünf Leute unter, leider aber nicht deren Gepäck im Kofferraum (vor allem nicht das von Frauen). Aber egal, die Straße ist auf weiten Strecken mittlerweile fast wie eine Autobahn ausgebaut, so dass man für die einfache Strecke nur noch etwa eine Stunde braucht. Die beiden von uns, die erst einmal am Flughafen zurückbleiben mussten, machten es sich jedenfalls bei Kaffee und Kuchen in dem Café im Parkhaus am Flughafen gemütlich. Schließlich waren wir am frühen Abend dann alle in Cala Ratjada angekommen und hatten gut Hunger (die Bordverpflegung bei Air Berlin ist zwar kostenlos, aber nicht wirklich eine Offenbahrung). Wirklich abtanzen konnten wir an den Abenden allerdings nicht. Die Saison war einfach schon vorüber und die meisten Locations hatten dicht. Das war allerdings auch nicht das primäre Ziel unserer Reise, sonst hätten wir in einer anderen Jahreszeit gehen müssen. So konnten wenigstens unsere Männer zuhause etwas beruhigter schlafen. J

Obwohl kaum noch Urlaubsgäste da waren, war es am Samstag richtig warm. Wir lagen fast den ganzen Tag an der Badebucht Son Moll, die im Sommer recht überlaufen ist. Getrübt wird die Bucht von der Ruine eines Hotels, die schon längere Zeit dort steht. Bei Bauarbeiten sollen vor zwei Jahren dort mehrere Arbeiter ums Leben gekommen sein und seitdem steht der Schandfleck in der Gegend herum. Verpflegt haben wir uns mit Einkäufen aus einem nahegelegenen Supermarkt, da die Lokale schon zu hatten (außerdem muss man auch das Budget im Auge behalten). Das Wasser hatte noch 22 Grad. Zwei von uns war dies aber schon zu kalt (mir übrigens nicht).

Am Sonntagvormittag zog ein Regengebiet über Mallorca, so dass wir erst einmal im Hotel festsaßen. So gegen 13 Uhr verbesserte sich das Wetter zunehmend, es blies aber ein kühler Wind. Wir entschlossen uns dann zu einer Wanderung nach Cala Mesquida. An der Bucht Cala Agulla beginnt ein Wanderweg nach Cala Mesquida.

Für die Wanderung, die zunächst ziemlich bergauf und dann wieder bergab geht, braucht man etwa eineinhalb Stunden. Wir trafen unterwegs ein paar Nordic Walker, die die Strecke schätzungsweise in der Hälfte der Zeit schafften. Die Nordic Walker waren natürlich auch Deutsche, so wie fast alle Nordic Walker. Cala Mesquida hat eine tolle Dünenlandschaft, über die Fußgängerstege führen. Nach der Ankunft in Cala Mesquida verfluchten wir uns, dass wir keine Verpflegung mitgenommen hatten. Wenn nämlich schon Cala Ratjada zu dieser Jahreszeit ausgestorben war, so war Cala Mesquida das Ende der Welt. Die Hotels hatten jedenfalls schon zu und so konnte man vor Ort auch keinen Kaffee mehr trinken. Zu unserer Überraschung fuhr aber noch der Linienbus nach Cala Ratjada. Da wir keine Lust hatten auf den gleichen Weg zurück, nahmen wir den Bus.

Am Sonntag war es immer noch recht frisch. Wir unternahmen dann eine weitere Wanderung. Mit dem Mietwagen fuhren wir nach Cala Mesquida und marschierten entlang der Steilküste zur Bucht Cala Torta. Das dauerte so etwa eine Stunde für die einfache Strecke. Die Cala Torta liegt mitten in einem unbewohnten Gebiet. Auch im Sommer dürfte es da eher ruhig sein, weil die Bucht so schlecht erreichbar ist. Mangels Alternative mussten wir dann den gleichen Weg auch wieder zurücklaufen. Für diese Wanderung sollte man übrigens gutes Schuhwerk dabei haben. Der Weg führt recht nah an der Steilküste entlang, so dass man besser schwindelfrei sein sollte. Wahrscheinlich würde ich die Wanderung nicht noch einmal machen wollen.

Endlich wurde es am Montag wieder wärmer und sonniger. Niemandem von uns stand der Sinn danach schon wieder wandern zu gehen. Mit dem Auto fuhren wir in den kleinen Ort Font de sa Cala, der ein paar Kilometer von Cala Ratjada entfernt liegt. Der dortige Strand ist recht klein. Rund um den Strand hat es einige Hotels. Im Sommer dürfte es dort recht eng zugehen. Die Hotels hatten aber schon zu und so waren wir auch hier fast ganz alleine. Ein Minuspunkt an diesem Strand sind die Algen, die um diese Jahreszeit wohl niemand mehr beseitigt. Liegt man ohnehin lieber in der Sonne, braucht man sich daran aber nicht zu stören. Am Strand gibt es eine Bar, die sogar noch geöffnet hatte.

Den Dienstag nutzten wir für einen Badeausflug nach Cala Millor. Cala Millor ist ein typischer Touristenort mit Bettenburg, den im Sommer auch vorwiegend deutsche Touristen bevölkern. Der Strand ist kilometerlang. Im Sommer würde mir dieser Ort zu sehr nach Massentourismus riechen. Anfang November konnte aber auch ich ihn ertragen. Ein Plus war, dass doch noch etliche Lokale offen hatten. Die meiste Zeit verbrachten wir aber doch am Strand.

Den Mittwoch nutzten drei von uns für einen Shoppingtrip nach Palma. Ich war allerdings nicht mit und verbrachte den Tag lieber am Strand. Bis Palma kamen die Mädels eigentlich gar nicht richtig. Sie blieben bereits etwa 10 Kilometer vor Palma in einem riesigen Outlet Center hängen. Ob es ein richtiges Outlet Center ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall soll es ziemlich groß sein.

Am Donnerstag machten wir uns einen faulen Tag an der Cala Agulla. Die Saison war zu Ende und so konnten wir mit dem Auto bis zum Parkplatz direkt am Strand fahren, ohne für's Parken bezahlen zu müssen.

Am Freitagabend ging es zurück nach Berlin. Um 12 Uhr mussten wir aus dem Hotel auschecken und hatten vor dem Rückflug noch den Nachmittag zur freien Verfügung. An diesem wollten wir uns mal den legendären Ballermann 6 anschauen, was aber in einem Fiasko endete. Wohl nicht nur wegen des bescheidenen Wetters hatte der Balneario 6 (wie er auf spanisch heißt) geschlossen. Es war einfach nicht mehr Saison. An der Playa de Palma waren übrigens für die Jahreszeit noch erstaunlich viele Touris unterwegs. Diese gehörten allerdings mehrheitlich einer Alterskategorie an, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr den Sangria aus Kübeln säuft (wenn sie es denn jemals getan haben). Das Oberbayern und der Mega Park haben übrigens auch schon seit zwei Wochen zu. Wenigstens gab es doch noch einige Lokale, die geöffnet hatten, und in denen wir dann dem schlechten Wetter am Freitag trotzen konnten.

Wer um diese Jahreszeit nach Mallorca reist, braucht Glück mit dem Wetter. Ansonsten hat man Pech. Falls ich nochmals im Herbst fliege, dann mit meinem Freund. Dann hat man entweder gutes Wetter oder Kuschelwetter. ;-)



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