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Reisebericht: ÖPNV auf kamerunische Art

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werdermann

ein Genießer

aus soest

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Mühsam quält sich das Auto die leichte Steigung hoch. Ein schwacher Motor und die volle Beladung zwingen den Fahrer, in den nächst niedrigeren Gang zu schalten. Für drei Tage bin ich dem feuchtwarmen Klima Doualas entkommen, denn seit gestern halte ich mich im etwa einhundertfünfzig Kilometer nördlich gelegenen Nkongsamba auf, wo ein deutlich milderes Klima herrscht. Anstatt zu schwitzen, musste ich mir am Abend sogar einen dünnen Pullover überziehen.

Hier in dieser Stadt betreibt die EEC eine kleine Druckerei mit etwa zwanzig Mitarbeitern. Es soll geklärt werden, ob ich für eine gewisse Zeit während meines Sabbatjahres hierher zurückkommen könnte, um zum Beispiel bei der Beschaffung von Ersatzteilen für die alten Heidelberger Druckmaschinen zu helfen. Ein Kirchenmitarbeiter brachte mich bequem in einem Landrover der EEC nach Nkongsamba, nun bin ich auf die öffentlichen Transportmittel oder auf meine Füße angewiesen. Dadurch wird mir bewusst, dass der Transport von Menschen in Kamerun eine andere Qualität als in Deutschland hat. In den etwas höher gelegenen Stadtteil, in dem sich die Druckerei befindet, fahren als Taxen vorwiegend "etwas" ältere Modelle vom Renault 4, die gelbe oder weiße Farbe, oft viele Beulen und meistens nette Aufkleber mit Sprüchen wie "Danke Gott", "Gott ist bei uns" oder "Gott, führe die Hand des Fahrers" haben. Und in so einem Oldtimer befinde ich mich gerade.


Am Fahrpreis können sich die deutschen Taxiunternehmen ein Beispiel nehmen, er beträgt lediglich einhundert Francs CFA (fünfzehn Cent). Der "Komfort" lässt allerdings zu wünschen übrig, was neben dem Alter der Fahrzeuge auch etwas mit den Straßenverhältnissen und der Anzahl der Insassen zu tun hat. In so einem geräumigen Fahrzeug wie dem R4 finden locker sechs Personen Platz, vorne und hinten jeweils drei. Das Gepäck kommt unter Umständen noch dazu, wenn der Kofferraum nicht ausreicht. In etwas größeren Renault-Modellen, die ebenfalls als Taxen genutzt werden, sitzen bis zu vier Personen auf der Rückbank. So kommen sich die Menschen in Afrika schnell etwas näher.

Drei Tage sind schnell vorbei und so befinde ich mich bereits wieder auf der Rückfahrt nach Douala, während mir noch die vielen Eindrücke vom Aufenthalt in Nkongsamba durch den Kopf gehen. Kaum hat der Kleinbus von "Linda-Voyage" in einem der an der Strecke liegenden Dörfer angehalten, schon drängeln sich einige Frauen, Kinder und Jugendliche um das Fahrzeug herum. Lautstark bieten sie ihre Waren an, die sie am ausgestreckten Arm und in kleine Plastiktüten verpackt durch die Fenster ins Wageninnere halten: Erdnüsse, geschälte und in Stücke geschnittene Papayas, gekochte Maiskolben oder die sehr bitter schmeckenden Kolanüsse.

Der Fahrpreis von umgerechnet zwei Euro und fünfundzwanzig Cent ist durchaus human und die Straße nach Douala ist in fast durchgehend sehr gutem Zustand. Lediglich ein paar größere Schlaglöcher zwingen den Fahrer zu kleinen Ausweichmanövern. Ähnlich wie in Nkongsamba ist hingegen die maximale Packungsdichte eines Kleinbusses deutlich höher als bei uns.

Eigentlich sind in den sechs Reihen jeweils drei normale und ein klappbarer "Notsitz" für den Gang vorgesehen. Durch eine Reihe von Zwischenstopps, wie in diesem Ort, reicht der Platzbedarf zwangsläufig nicht aus, was zur Folge hat, dass insbesondere im hinteren Busbereich Fünferreihen eröffnet werden, falls nicht Kinder dabei sind. Dann sitzen in einer Reihe bis zu sieben Personen. Erdrückend kommt hinzu, dass die meisten Kamerunerinnen nicht gerade dem schlanken, westeuropäischen Schönheitsideal nachstreben, womit sie Recht haben, denn das würde nicht zu ihnen und zu ihrer Mentalität passen. Wahrscheinlich habe ich es nur meinem Namensvetter Manfred, dem Außendienstmitarbeiter der Druckerei zu verdanken, der mich nach Douala begleitet, dass wir ziemlich weit vorne sitzen und es hier nur Viererreihen gibt.

Ergänzend zu diesen Webseiten sind die Reiseerlebnisse als Buch zusammengefasst: Tropischer Sabbat



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