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Reisebericht: Paraguay – Im wilden Reich der Ayoreode-Indianer: Ein Rendezvous mit der Natur
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Das Land, in dem 'das Wasser zum Wasser geht', so die einheimische Bezeichnung für Paraguay. Ein Land, das durch seine abwechslungsreiche Flora und Fauna stetig wachsende Touristenzahlen zu verbuchen hat. Besonders der Öko-Tourismus erfreut sich unter den ausländischen Reisenden zunehmend stärkerer Beliebtheit. Paraguay ist neben Bolivien der einzige Staat in Südamerika, der keinen direkten Zugang zum Meer hat.
Die unendlichen Weiten des Chaco und die reiche Flora und Fauna des Sumpfgebietes Pantanal zeigen wie abwechslungsreich die Natur sein kann. Hier finden sich ganz unterschiedliche Landschaften wie Palmenwälder, Lagunen und dichte niedrige Wälder, die jeweils verschiedene Arten von wilden Tieren beherbergen. Der dünn besiedelte Chaco und das Pantanal stellen außerdem ein Refugium für Indianerstämme und europäische Immigranten dar, die hier ein neues Zuhause gefunden haben.
Der Gran Chaco, übersetzt "große Ebene der Jagd", erstreckt sich vom Bergland von Chiquitos Boliviens im Norden bis zur Sierra de Córdoba. Er wird durch drei große quer durchlaufende Flüsse durchzogen: im Norden der Pilcomayo, der Bermejo-Teuco in der Mitte und der Rio Salado im Süden.
PANTANAL - DAS ÖKOLOGISCHE RESERVAT
Wir befinden uns in der „zweiten Lunge Südamerikas“, dem größten Feuchtgebiet der Welt. Mehr als 230 Tausend Quadratkilometer umfasst dieses Gebiet, das im Vergleich mehr als dreimal so groß wie Belgien und die Schweiz zusammengenommen ist. Tropisch-heißes und feuchtes Klima – selten unter 30 Grad- kennzeichnen die Region. Eine vollkommene Abhängigkeit dieser Gegend vom Wasser – nicht zu verwechseln mit eine Sumpflandschaft – rufen eine unvergleichliche Mischung unterschiedlicher Ökosysteme hervor. Savannen, überschwemmte Ebenenen, Wälder mit amazonischem Charakter, Dschungel und Steppengebiete – vielseitiger könnte die Natur sich kaum darstellen, dirigiert von alljährlichen Regen- und Trockenzeiten.
Auch die hier vorkommende Artenvielfalt, besonders von Fauna, Flora ist überwältigend.
Man fühlt sich wie im Tropenhaus eines Zoos, nur dass diesmal die Szenerie echt, der Lebensraum der Wildtiere natürlich ist. Dösende Kaimane an den Ufern verfolgen jede Bewegung mit trägem Blick, an die im Wasser lauernden Piranhas denken wir lieber nicht. In den Baumwipfeln sitzende Brüllaffen stoßen unwirkliche Laute aus, Papgeien und Aras kreischen und die freuchtwarme, regenreiche Luft tut ihr übriges, das Regenwaldszenario abzurunden. Eine Unzahl von Insekten, bevölkert die Flüsse, Wälder und Seen - und ihre unterschiedlichen Stimmen und Farben geben dem Ökosystem des Pantanal sein unvergleichliches Flair. Wir sind angekommen - im Paradies der Naturfreunde.
Schon lange gilt das Pantanal als Ziel von Naturliebhabern und Ökotouristen. Ein Teil des Gebietes steht unter Naturschutz, die Unesco erklärte es zum Biosphärenreservat. Etwa 700 Vogel- und rund 80 Säugetier und dutzende von Reptilienarten wurden bislang gezählt.
Von Mai bis Juni, in der Zeit der Ebbe, entwickelt sich in der Natur das neue Leben: Im Wasser, auf dem Land und in den Bäumen wird es jetzt besonders interessant und die Beobachtungen der Tierfamilien gehören zu den schönsten Erlebnissen - und Fotomotiven. Nicht gut beraten ist jedoch der Besucher, der ohne Führer dieses Naturschauspiel erkunden möchte. Ein Bad in einem der vielen, vermeintlich friedlichen Teiche kann tödlich enden und sollte ob der Gefahr von Schlangen, Kaimanen, Piranhas und Spinnen besser vermieden werden, die Spielregeln des Dschungels gelten für alle, denn die Natur kennt keine Touristen.
Der Chaco – Abenteuer im Westen Paraguays
Der Chaco dehnt sich mit 61 % des paraguayischen Territoriums westlich des Flusses Paraguay aus und umfaßt nur 3 % der Gesamtbevölkerung des Landes. Der Chaco ist gleichbedeutend mit Abenteuer und Erlebnis, etwas unbequem und mit einer gewissen Gefahr verbunden.
Je nach Zone sind Temperaturen zwischen dem Gefrierpunkt und bis zu 45 Grad im Sommer keine Seltenheit. Das Gebiet teilt sich in 3 Zonen: Der Untere Chaco (Chaco Bajo) im Westen von Asuncion besteht hauptsächlich aus Palmenhainen, ein großer Teil des Terrains ist ständig überschwemmt.
Die Vegetation in der leicht hügeligen Landschaft des Mittleren Chaco ist eine Mischung aus Hartholzbäumen und Kakteen. Charakteristisch sind die Flaschenbäum.
Der Hohe Chaco (Chaco Alto), im Nordwesten der Region, besteht aus dichten niedrigen Wäldern, eine undurchlässige Barrikade aus harten Stacheln und feuerfesten Dornen. In dieser Gegend leben noch viele Pumas, Tapire und Wildschweine. Im extremen Norden verdünnt sich die Vegetation. Die geographischen und klimatischen Bedingungen des Chaco begünstigen die Vielfalt der Fauna und Flora in dieser Region, die ein besonderes Ökosystem schafft.
Die wichtigsten Städte sind in dieser Region Loma Plata und Filadelfia. Hier trifft man vor allem Menschen, deren Vorfahren deutschstämmige Mennoniten sind, eingewandert als Flüchtlinge aus
der Sowjetunion der 30er Jahre. Die rund 15 Tausend deutschsprachigen Einwohner bilden hier im weniger dicht besiedelten Westen Paraguays jedoch eine Minderheit. In der Region des paraguayischen Chaco leben noch zahlreiche Indianerstämme, die meisten gehören zur schon genannten Tupi-Guaraní-Sprachfamilie. Bedroht von der zunehmenden Regenwald-Abholzung sind vor allem die Ayoreode-Indianer.
Im Chaco bietet sich – ähnlich wie bereits im Pantanal – die einmalige Gelegenheit, einen Artenreichtum zu erkunden, wie er kaum ein zweites Mal auf der Welt zu sehen ist. Nicht umsonst weist bereits die indianische Bedeutung des Wortes Chaco auf seinen Reichtum hin. „Land der Jagd“ bedeutet es und der Artenreichtum ist wahrhaft ein Schatz der Natur. Unzählige Reptilien und Säugetiere sowie mehr als 600 Vogelarten lassen das Herz des Naturfreunds höher schlagen und laden zu intensiver Beobachtung besonders der Fauna ein.
Der Reisende kann in den Kolonien oder auch auf Estancien Unterkunft finden. Es gibt auch vereinzelt gute Übernachtungsmöglichkeiten in modernen Hotels wie z. B. das Hotel Florida in Fernheim. Spaziergänge auf den Waldpfaden (Picadas Chaqueñas), Navigation auf dem Rio Paraguay in Richtung Pantanal, sind Möglichkeiten, eine noch wilde Natur aufzudecken
Diesen Teil des Landes sollte man sich auf keinen Fall bei einem Besuch Paraguays entgehen lassen – ein Land das trotz seiner, für südamerikanische Verhältnisse geringen Größe eine schier unerschöpfliche Fülle an Attraktionen zu bieten hat. Neben den einzigartigen Naturerlebnissen lädt das Land beispielsweise auch ein, auf den Spuren der Jesuiten zu wandeln und die Geschichte Paraguays zu ergründen.
Kommentare
Weltenbummler sagt dazu...
Oh der Bericht war mir entgangen, als er veröffentlich wurde. Wie immer eine Freude zu lesen, gentleman. Das Tropenhaus fand ich als Kind im Zoo auch immer am Besten. Die Luft, die Geräusche, das war wirklich immer wie eine andere Welt.
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Reiseberichtkommentare
Teschilein
Susn Juchzer
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Kajak0815 sagt dazu...
Der Bericht über das Pantanal ist in Hinsicht auf die beschriebenen Gefahren besonders auf Piranhas und Spinnen bezogen höchst unprofessionell geschrieben (abgeschrieben oder erlebt?) Wirklich schade und verschenkte Zeit.