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Reisebericht: Patagonien - Eine Maerchenwelt Teil I

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tanja

eine Sportskanone

aus Oldenburg

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Jetzt sind wir beiden mittlerweile schon bei unseren letzten 2 Monaten angekommen… Ich kann es mal wieder kaum glauben. Wir sind schon seit guten 6 Wochen in Argentinien und gerade in Brasilien angekommen und geniessen die Zeit… Also, ich fange mal lieber an, mein Tagebuch upzudaten...

Los ging es in Ushuaia. Obwohl der Sommer in Adelaide dieses Jahr nicht allzu gut ausfiel, muss ich sagen, das der Sommer in Patagonien noch schlechter ausfaellt. Es war schon als wir ankamen eisig kalt und zudem recht windig und regnerisch.

Den ersten Tag haben wir uns auf den Weg zum oertlichen Gletscher begeben. Wie sich nach ein paar Wochen herauststellte, sollte das nur einer unserer kleineren Gletscherbesuche sein. Aber trotzdem war es schoen fuer den Anfang.

Da wir dachten, dass das Wetter am naechsten Tag zu schlecht fuer den Trek im National Park war, haben wir uns fuer eine Bootstour durch den Beagle Channel entschieden. Es war ganz nett, aber definitive zu kalt und regnerisch...

Obwohl wir feststellen mussten, dass Sommer in Patagonien nicht mit Sommer in Europa zu vergleichen ist, nicht einmal mit Deutschland, haben wir trotzdem mutigerweise einen 4 Stunden Ausritt fuer den naechsten Tag gebucht. Das Wetter spielte leider gar nicht mit und wir starteten den Ausritt an einem der kaeltesten Tage des Sommers (es hatte die Nacht ueber sogar geschneit!). Der Ausritt war in jedem Fall, trotz eiseskaelte und Wind, einfach nur super. Wir sind durch Waelder, Schlamm und Fluesse, ueber Wiesen und Berge bis runter zum Beagle Channel und dann ueber den Strand zurueck. Und die ganze Zeit hatten wir den Channel im Vorder- und die ersten schneebedeckten Berge im Hintergrund. Es war wirklich einer der beste Ausritte, die ich je unternommen habe. Man fuehlte sich einfach nur frei und absolut der Natur ueberlassen... Ausserdem konnte ich nicht glaube, an was die Pferde in Patagonien so gewoehnt sind!

Unser geplanter erste Trekking Tag startete zum Glueck mit jeder Menge Sonne. Es ging also im Bus zum Parque National de los Glacieres und von dort auf einen 18km Trek. Es ist einfach nur eine atemberaubende Landschaft, von der man nicht genug bekommen kann. Glassklaren Seen, schneebedeckte Bergspitzen, fantastische Waelder und Wiesen, Biberdaeme, etc... Man hat das Gefuehl sich in einer Maerchenwelt aufzuhalten. Am Ende unseres Tages haben wir sogar feststellen koennen, dass wir im Park das Ende der Panamericana erreicht hatten (was nach einigen Minuten gruebeln warum Alaska al Entfernung angegeben wurde, auch diese Mysterium erklaerte)...

Von Ushuaia ging es in einer angenehmen 18 Stunden Fahrt (verlaengert dank unglaublich schneller Grenzkontrollen, bei denen man nur ca. 2 Stunden im Bus sitzen und warten durfte) nach El Calafate, um auf dem Moreno Glacier Ice trekken zu gehen. Der Gletscher war eine der Dinge, bei dem es kein Foto schafft die Realitaet wiederzugeben. Es ist einfach unglaublich wie riesig, blau und atemberaubend der Gletscher ist. Es sah tatsaechlich wie ein ploetzlich eingefrorener Fluss aus, der den See alle paar Monate in 2 komplette seperate Teile teilt. Vor allem hat es aber Spass gemacht, die mit riesem Krach herabfallenden Eisteile zu beobachten. Ein faszinierendes Spiel der Natur, das nur noch durch das Trekken auf dem Gletscher getopt wurde!!!

Einen ordentlichen Lacher hatten Josh und ich erneut mit den uns immer belustigenden Chinesen oder Japanern. Als die Tour in 2 Gruppen, eine in Spanisch- und eine in Englischsprecher unterteilt wurden, haben wir 1 Japaner bei uns in der Gruppe entdecken koennen. Nach einer kurzen Einleitung des Guides ueber die Sicherheitsmassnahmen, ging es weiter und durch Zufall konnte Josh hoeren, wie die Japanerin zu dem Guide sagt: “ Ich spreche nur Japanisch.” Ah, super, was dachte sie, was der Guide denn jetzt antworten soll? Wir haben uns Beide weggeschmissen und gewundert, ob sie ueberhaupt wusste, dass es auf eine Gletschertour geht oder ob sie ganz ueberrascht war, als man ihr extra Eisschuhe anzog und es auf einen riesigen gefrorenen Fluss ging...

Von El Calfate ging es weiter nach El Chalten. Zum Glueck nur eine 4.5 Stunden Busfahrt. Wobei der eine Chinesen gedacht haben muss, das es sich um eine sehr, sehr kurz Fahrt handelt, da er am gleichen Tag Hin- und Zurueck gefahren ist, um einen 2 Stunden Trek in El Chalten unternehmen zu koennen. Ich hoffe nur, dass der Trek die 9 stuendige Bustour Wert war.

El Chalten ist ein super kleines Dorf, umgeben von schneebdeckten Bergen und Gletschern. Zudem ist es der einzige Park, der vernuenftige Mappe und Erklaerungen zu den Trekks aushaendigt und dafuer nicht einmal eine Gebuehr verlangt. Wie sich schnell herausstellte, sollte sich das in den naechsten Parks zum Gegenteil aendern. Leider mussten wir aber auch feststellen, dass der freie Eintritt und das freie Campen seine Nachteile haben kann, da ein ganz bestimmtes Land hier in Massen vertreten war und mal wieder seine ueblichen arroganten und selbstsuechtigen Charakterzuege zum Besten gab!!!

Den ersten Tag haben wir ein paar kurze Hikes zu einigen Aussichtspunkten unternommen. Aber am naechsten Tag stand der 25 km (8 Stunden) Trek zum spektakulaeren Fitz Roy Mountain an. Wir hatten riesiges Glueck und nach Aussagen der Rangers angeblich einen der besten Tage im Monat, wenn nicht sogar Jahr erwischt. Nachdem wir am ersten Tag fast von den Aussichtspunkten geweht wurden, hatten wir einen fantastischen blauen Himmel, jede Menge Sonne und null Wind!! Das Beste war, dass wir so gut wie den gesamten Weg hinauf den Fitz Roy im Blick hatten, der ueber Nacht noch einmal mit einer duennen Schneeschicht bedeckt wurde. Die Aussichtspunkte haben den Aufstieg immer wieder versuesst und die Pausen an den See und Fluesse auf dem Weg waren einfach nicht von dieser Welt.

Die letzten 2 km waren noch einmal super hart, da es nur steil bergauf ging, aber der Ausblick auf der Spitze war es einfach nur Wert. Der Fitz Roy war direkt vor uns und wir konnten den gesamten Gletscher in der glassklaren blauen Lagune Enden sehen. Wir konnten beide nicht genug von der Aussicht bekommen und versuchten jede Minute in dieser Maerchenwelt zu geniessen. Aber leider stand nun der Rueckweg an und wir waren beide doch schon ordentlich vom Hinweg kaputt... UNd wenn man den Fitz Roy so nah vor sich sieht, ist ein stoppen auf halbem Weg so gut wie unmoeglich... Also, der Rueckweg war sehr lang und als wir wieder in El Chalten ankamen, haben wir direkt im ersten Restaurant, das auf unserem Weg lag, halt gemacht. An Kochen war definitiv nicht mehr zu denken...

Nach einem Tag relaxen ging es auf einen zweiten 24km Trek zum Cerro Torre. Diesmal war unsere Belohnung am Ende des Weges ein wahnsinnig grosser Gletscher. Leider war das Wetter nicht so ueberragend wie beim ersten Trek und wir konnten den Torre nicht komplett mit blauem Himmel im Hintergrund geniessen. Trotzdem war die Aussicht super und der Torre erinnerte uns beide an eine Festung umringt von Gletschern und Bergen.

Ich vergass zu erwaehnen, dass wir beide nicht allzu aussreichend mit warmen Klamotten ausgestattet waren. Nun ja, eine lange Hose wuerde ich doch als weniger als ausreichend bezeichnen:) Wir mussten somit an unserem ersten Tag in El Chalten mit Plastiktueten und null Wintersachen zum anziehen (was fuer Josh Shorts und Flip Flops hiess und fuer mich Thermals ohne alles) die Strasse entlanglaufen und eine Wascherei finden. Ich moechte nicht wissen, welches Bild wir abgaben, obwohl ich denke, dass jeder der uns entgegen kam sich denken konnte, das wir keinerlei Sachen mehr zum anziehen hatten :)

Unser naechster Stop nach einer 2 taegigen Busfahrt war Esquel. Es war ein viel zu langer Bustrip, aber immerhin war der Wandel der Landschaft doch faszinierend zu beobachten. Die zum Teil weiten Flaechen und unendlich langen Landschaften erinnerten uns ein wenig an Namibia.

In Esquel angekommen haben wir unser erstes wirklich super gemuetliches Hostel finden koennen, in dem wir uns beide super wohl fuehlten. Leider sollte dies Hostel auch eines der einzigen so gemuetlichen in Argentinien bleiben. Zudem handelte es sich um unsere erste Stadt/ Dorf, in der mehr Agrentinier als Touristen vertreten waren, was die ganze Atmosphaere doch ein wenig gemuetlicher machte... Nach einem Organisationstag und ein wenig relaxen ging es am naechsten Tag zum Park Nacional de los Alerces.

Es ist einfach nur ein wahnsinns Park. Die Seen sind glassklar und reflektieren die schneebdeckten Berge im Hintergrund, was einem wieder das Gefuehl gibt, sich in einer Maerchenwelt aufzuhalten. Leider ist der Park mehr fuer Argentinier mit eigenen Autos aufgemacht, was das Trekken fuer uns Backpacker ein wenig schwieriger macht. Auch eine vernuenftige Organisation und Mappen war nicht wirklich vorhanden. Wir haben uns deshalb fuer einen Bootsausflug ueber den zweiten See entschieden, der mit einer 2 stuendigen Trekkingtour zu einen 2600 Jahre alten Baum verbunden wurde. Da es sich um eine gebuchte Tour handelt, war es fuer uns mal wieder eine andere Erfahrung. Ich habe noch nie auf einem Boot routieren muessen, um kurz an den besten Platz zu gelangen, :) Aber was solls. Die Landschaft hat fuer das Uebel und die anstrengenden Argentiner weggemacht! Josh und ich waeren gerne eine oder zwei Tage im Park gebleiben, obwohl wir damit nicht einmal ein Drittel des Parks abgedeckt haetten, aber leider haben wir unser Zelt in Adelaide gelassen und ich denke, dass es ueber nacht auch noch recht kalt geworden waere...

Von Esquel ging es in einem 3 stuendigen Bustrip nach El Bolson. In El Bloson hat uns der LP mal wieder ein wenig in die Irre gefuehrt. Den ersten Tag wollten wir den Lago Puelo besuchen. Wir hatten beide einen See wie in Esquel erwartet, mit jeder Menge Camping und Trekking Moeglichkeiten. Und genauso vorbereitet sind wir auch vom Hostel aus aufgebrochen. Als wir am Lago Puelo (immer noch Park Nacional de los Alerces) ankamen, wurden wir von jeder Menge Urlaubern und Bikinis ueberrascht. Die Hauptattraktion waren eher Kayaken, Schwimmen und Bootstouren, als Trekken. Das Wetter war zudem wieder hervorragend und somit waren wir in unseren Trekking Outfits komplett fehl am Platz (zumal alle Maedels, ob jung, alt, duenn oder dick (ja, auch die gibt es hier in Massen) sich in Bikinis sonnten, die ich nichteinmal die Haelfte der Koerperteile abdeckten, die sie haetten abdecken sollen). Nun ja, es ging somit den naechsten Tag wieder hin, diesmal besser vorbereitet, und wir konnten uns bei guten 30C doch nicht wirklich fuer einen Trekkingtrip aufraffen.

Nach einem Tag relaxen am See, sind wir aber am daraufolgenden Tag in die Berge aufgebrochen. Da uns Esquel so gut gefallen hat und im Park auch normale Betten als UNterkuenfte angeboten wurden, wollten wir diesmal fuer eine Nacht in einem Refugio im Park bleiben.

Der Trek stellte sich, mit seinen staendigen auf und abs und zerrottetsten Bruecken, die ich jemals gesehen habe, als sehr anstrengend heraus (trotzdem war die Landschaft mal wieder atemberaubend). Wir wollten in einem der Refugios bleiben, dass am Fluss liegt, aber als wir am zweiten Refugio ankamen, mussten wir feststellen, dass es sich weiter vom Fluss entfernt hatte. Und unsere zweite Wahl, das dritte Refugio, war anscheinend noch weiter vom Fluss weg. Da es aber Gefuehlte 40C war, wollten wir uns die Erfrischung im Fluss nicht entgehen lassen. Somit ging es zurueck zum ersten Refugio und direkt ins Wasser. Wie wir hier feststellen durften, war das Wasser zwar glassklar und einfach nur einladend, aber dafuer auch eiskalt. Wirklich eiskalt. Wir haben uns zwar beide erfrischt, konnten aber nicht fuer ein zweites Mal plantschen aufraffen... Abends haben wir es uns am Fluss gemuetlich gemacht, dem Wasser gelauscht, die Sterne beobachtet und home brew beer getrunken. Da wir feststellen mussten, dass das erste Refugio eher ein Campinplatz war, haben wir bei den Brauereibesitzern im ´Wohnzimmer´geschlafen... Ein gemuetlicher Abend und toller Park, auch wenn es einer der unangenehmeren Treks mit seinem zu viele steilen Auf´s und Ab´s war.

So, ich glaube ich habe mal wieder genug geschrieben... Den II Teil der Maechenwelt gibt es beim naechsten Mal...



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