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Reisebericht: September 1999 - an Cèze, Ardèche und Tarn

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Rolf F.

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Seit 1994 reisten wir jedes Jahr nach Frankreich. Wir hatten am Atlantik oder später am Mittelmeer ein Quartier für zwei Wochen fest gebucht und haben uns dann für eine Woche oder gar 10 Tage quer durchs Land "treiben" lassen. Dort wo es uns gefiel, sind wir auch mal eine oder zwei Nächte geblieben und haben Ausflüge in die Umgebung gemacht.Da wir für unsere langen Anfahrten an unser Ziel immer neue Routen gesucht haben, haben wir im Lauf der Jahre sehr viel von diesem schönen Land kennengelernt.

Nach dem frustierenden Erlebnis 1997, als wir in Nîmes ausgeraubt und später überfallen wurden (siehe mein Tripbook Urlaubsreise 1997 endete abenteuerlich), haben wir 1998 wieder einen sehr schönen Urlaub in Frankreich verbracht, der unsere Herzen für dieses Land wieder höher schlagen ließ (siehe Frankreichreise 1998).

Und 1999 wurde unser erstes Jahr, in dem wir Frankreich gleich zweimal besucht haben: zuerst vor Ostern an der Côte d'Azur (Frühjahrsreise an die Côte d'Azur) und in einem späten Sommerurlaub September im Languedoc. Davon will ich hier berichten. Damals haben wir für unsere Fotos noch normale Filme belichtet, kann sich noch jemand an diese Zeiten erinnern? Die Fotos hier sind eingescant und haben natürlich nicht die Qualität wie heutige Digitalfotos.

Unser erstes Ziel war die Domaine de la Sablière an der Cèze. Uns hatte es schon 1997 dort so gut gefallen, daß wir sicher waren, wiederzukommen. Hier liegen am Cèze-Ufer vier FKK-Plätze nahe beieinander, so daß man unbekleidet an beiden Ufern über größere Strecken laufen kann. An manchen Stellen ist mit ein bißchen Geschick das Durchqueren des Flusses möglich: Vorsicht allerdings ist vor glitschigen Steinen geboten, wenn man vielleicht einen teuren Fotoapparat mitführt.

Ein Ausflug in das vor allem den Kanuten bekanntere Nachbartal der Ardèche mit seinem bekannten Pont d'Arc, dem berühmten Felsentor über die Ardèche, gehörte wie schon 1997 auch diesmal selbstverständlich zu unserem Programm.

Wie gesagt - die Cèze ist ein Paradies und dies vor allem für Naturisten! Aber auch am wenige Autostunden entfernten Tarn mit seinen beeindruckenden Gorges du Tarn, den Tarnschluchten, kann man Romantik pur erleben. Schon oft hatten wir sie auf den Flüssen gesehen bei unseren Fahrten durch Frankreich - die kleinen, meist gelben Plasteboote, besetzt mit ein oder zwei Personen, eine Tonne am Ende oder in der Mitte festgeschnallt. Und schon 1998 stand es für uns fest, daß auch wir eine solche Kanupartie unternehmen wollten, und zwar bei Sainte Enimie, einem malerischen Städtchen am Tarn.
Enimie war die Schwester Dagoberts. Sie erkrankte an Lepra, um nicht den vom Vater ausgesuchten Mann heiraten zu müssen. Durch eine Quelle wurde sie geheilt und gründete ein Kloster: das heutige Ste. Enimie.

Wir erkundigten uns gleich am Morgen bei einer der am Flußufer vertretenen Firmen und bekamen die Auskunft, daß wir jederzeit starten könnten. Vorsichtigerweise hatten wir uns eine kurze Strecke über 5 km ausgesucht: von Prades zurück nach Ste. Enimie. Ein Auto brachte uns also gegen 11.00 Uhr mit unseren Paddeln und einem wasserdichten Faß für Kleidung, Wertgegenstände und Proviant flußaufwärts nach Prades; der Fahrer meinte. es genüge, wenn wir gegen 16.00 Uhr wieder in Ste. Enimie wären und wies uns nur auf die Betonbarriere in 50 m Entfernung hin, über die wir das Canoe ziehen mußten, dann überließ er uns unserem Schicksal. Wir legten die obligatorischen Schwimmwesten an und los ging es. Das Wetter war herrlich und wir konnten auf dem fast menschenleeren Fluß die langsame Fahrt genießen. Das waren eben die Vorteile des Urlaubs außerhalb der Saison: kein Zeitlimit (die Fahrt ist in der Hochsaison innerhalb von 1 ½ Std. zu absolvieren), kein Gedränge auf dem Flüßchen, so daß wir mehr als einmal die Möglichkeit hatten, am Ufer oder auf Sandbänken uns unserer Kleidung zu entledigen und nackt in den kühlen Fluten des Tarn zu baden. Nur zweimal überholten uns andere Boote, sonst war alles idyllisch ruhig. Ohne Zwischenfälle ging es also langsam flußabwärts, über Fischschwärme hinweg. Hin und wieder schabte das Boot zwar etwas über die Steine der kleinen Stromschnellen, denn nach dem langen Sommer führte der Tarn wenig Wasser. Im Frühjahr und Frühsommer ist es wahrscheinlich anders; höherer Wasserstand und schnellere Abfahrt machen dann den Fluß sicher etwas unberechenbarer und gefährlicher. So aber sind wir nach viereinhalb Stunden wohlbehalten und entspannt wieder in Ste. Enimie eingetroffen.

Urlaub in Frankreich - was gibt es Schöneres?

Die nächsten zwei Wochen haben wir am Mittelmeer verbracht, aber davon berichte ich ein andermal, schließlich sind wir auch in den nächsten Jahren immer wieder in dieses unser Urlaubsparadies gefahren.



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