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Reisebericht: Tudo bem! Eine Reise in 40 Tagen durch Süd-Brasilien Absolute Höhepunkte der Reise waren die Wasserfälle von Foz do Iguazu, die historischen Städe von Minas Gerais und natürlich Rio de Janeiro. Entw
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Tudo bem! Eine Reise in 40 Tagen durch Süd-Brasilien
Absolute Höhepunkte der Reise waren die Wasserfälle von Foz do Iguazu, die historischen Städe von Minas Gerais und natürlich Rio de Janeiro.
A cidade maravilhosa
Über Sao Paulo geht es Anfang November erst einmal nach Rio de Janeiro .
>A cidade maravilhosa!<. Die wunderbare Stadt, so loben die Cariocas, die Bewohner Rios, ihre Stadt selbst. Und dazu haben sie auch guten Grund. Den besten Eindruck hat man nun einmal vom Corcovado, zu Füßen des Cristo Redentor, der riesigen Christusstatue. Spektakuläre Aussichten auf das endlos erscheinende Häusermeer, das sich zwischen den zahlreichen Bergen und um die herrlichen Buchten mit ihren weltbekannten Stränden erstreckt. Selbst bei weniger guter Sicht, wie bei meinem Besuch, ist die Aussicht auf Rio einzigartig. Ohne Zweifel, diese Stadt ist wohl eine der schönsten Städte der Welt.
Vielleicht ist es das Lebensgefühl, das die Cariocas vermitteln, möglicherweise auch das Klima, vielleicht die wunderschöne Lage, wahrscheinlich aber eine Mischung all dieser Faktoren, die diese Stadt so faszinierend machen.
Doch es gibt auch genügend Schattenseiten. Ein großes Problem für die Stadt ist die hohe Kriminalität. Die Polizei hat neben Tötungsdelikten mit Entführungen, Raubüberfällen und organisierten Drogen- und Kriminellensyndikaten zu kämpfen. Schätzungen der brasilianischen Polizei zufolge wird zum Beispiel das ComandoVermelho eines der einflussreichsten Syndikate in Rio - von etwa 5.ooo, teilweisemit Kriegswaffen ausgerüsteten, Kriminellen gebildet. Es kontrolliert etwa 4o Prozent des lokalen Markts für illegale Drogen. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Aufklärungsrate der Morde in Rio de Janeiro gemäß Expertenstudien bei gerade mal einem Prozent liegt, stimmt das nicht gerade zuversichtlich. Umso faszinierender ist diese unverwüstliche tudo-bem-Einstellung der Cariocas, Daumen nach oben, alles ist okay! Und davon lassen wir uns einfach anstecken.
Curitiba und der Bundesstaat Paraná
Nach drei Tagen in Rio geht es nach Paraty, einer wundervoll restaurierten alten Stadt, die mit ihren alten Kopfsteinpflasterstraßen autofrei ist und dem UNESCO-Weltkulturerbe unterstellt wurde. Von hier aus unternehmen wir zwei Tagestouren. Im Süden laufen wir zwischen den riesigen, teilweise runden Steinen am Praia de Trinidade hindurch. Fast wie in Hampi, in Indien! In Parati-Mirim besuchen wir eine Familie des alten Stammes der Guarani, von denen nur noch 35.ooo in Süd-Brasilien leben. Eine Bootstour zu abgelegenen Stränden rundet den dreitägigen Aufenthalt ab.
Curitiba, die Hauptstadt des Bundesstaats Paraná, zeigt sich von ihrer besten Seite. Hier scheint alles besser, durchdachter und organisierter abzulaufen als im Rest des Landes. Der Baumbestand und die vielen Parkanlagen im Stadtgebiet bilden weitere Vorteile. Nicht umsonst genießt Curitiba den Titel Capital Ecológica do Brasil, Brasiliens Öko-Hauptstadt. Es macht Spaß in dieser fußgängergerechten Stadt zu spazieren. Aber vor allem ist das Verkehrssystem hervorragend! Und es gibt natürlich auch ein Touristenbussystem. Damit unternehmen wir eine einstündige Tour mit Zwischenstopps an allen sehenswerten Stellen. So werden die weit auseinander liegenden Attraktionen touristengerecht angeboten.
Am nächsten Tag fahren wir mit einem Bus in Richtung Ponta Grossa, westlich von Curitiba und lassen uns nach anderthalb Stunden am Parque Estadual de Vila Velha absetzen. Nach wenigen Schritten in diesem Park wissen wir, warum die Indios, die diese Gegend bewohnten, dem Ort den Namen ltacueretaba gaben, die steinerne Stadt, woraus dann in Portugiesisch Vila Velha, die Alte Stadt, wurde. Hier kann man faszinierende Steinformationen sehen, die die Fantasie anregen.
Sonne, Wind und Regen haben aus dem weichen Gestein bizarre Gebilde herausgearbeitet, die zum Teil wie Reste einer verfallenen Stadt, zum Teil aber wie Fabelwesen aussehen. Sie tragen Namen wie zum Beispiel Schloss, Zyklopenstadt,Sphinx, aber auch Kamel, Rhinozeros, Schildkröte und Löwe. Vieles lässt sichdarin erkennen.
Leider wird das Wetter schlechter. Deshalb nehmen wir den Bus nach Morettes, östlich von Curitiba, um dann am Nachmittag von dort mit dem Serra Verde Express etwa drei Stunden, dann wieder bei teilweise Sonnenschein, zurück nach Curitiba zu fahren. Während der Zugfahrt durch die bezaubernde Bergwelt, an rauschenden
Wasserfällen vorbei und über Schwindel erregende Brücken, werden Informationen per Mikrofon an die Mitreisenden gegeben, die teilweise an einen Losverkäufer auf dem Jahrmarkt erinnern. Es ist völlig ausreichend, die Strecke nur in einer Richtung mit der historischen Eisenbahn zu unternehmen.
Gewaltige Wasserfälle und alte Kolonialstädte
Unsere nächste Station heißt Joinville im südlich von Paraná gelegenen Bundesstaat Santa Catarina. Theo möchte hier Verwandte besuchen.
In dieser Stadt leben viele Deutsche, aber auch Leute aus Säo Paulo, die ihren Alterssitz hierher verlegt haben, um Smog und Verkehr der fast 13 Millionen Einwohner zählenden Stadt zu entrinnen. Zwei angenehme Tage verbringen wir hier.
Ein Zwischenstopp mit erneuter Übernachtung in Curitiba erleichtert uns die lange Busfahrt nach Foz do Iguagu. Diese Wasserfälle sind Pflichtprogramm für Besucher des Südens von Brasilien. Die Dimensionen dieser Fälle stellen alle anderen in der Welt in den Schatten. Deshalb wurden sie 1986 von der UNESCO zur Weltnaturerbestätte ernannt. Am nächsten Tag besichtigen wir die Wasserfälle auf argentinischer Seite, was eine völlig andere Sicht auf die tosenden Wassermassen zulässt.
Die große Begeisterung und Überwältigung des Naturschauspiels lässt uns unaufhörlich Fotos schießen. Ein lebhafter Austausch abends in der Pousada am Pool und beim Sonnenuntergang rundet den Aufenthalt in dieser Gegend ab. Doch bevor wir Foz do Iguacu verlassen, besuchen wir noch den nur 14 Kilometer entfernten Itaipu-Staudamm. Er ist der zweitgrößte der Welt aber aufgrund der hohen Auslastung der Turbinen bleibt Itaipu hinsichtlich der Jahresenergieproduktion auch nach der Fertigstellung des Drei-Schluchten-Staudamms am Yangtze in China an erster Stelle. So decken Paraguay immerhin 90 Prozent und Brasilien circa 20Prozent ihres Strombedarfs durch diesen Staudamm ab. Weitere große Staudämme sind in Brasilien geplant, was allerdings aus vielerlei Gründen keineswegs unumstritten ist. Laut Reiseführer und den befragten Brasilianern gibt es nichts Besonderes zwischen Foz do Iguacu und Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais zu sehen. Und so dritteln wir die Strecke, übernachten in Londrino und Ribeiro Preto, um täglich nicht mehr als etwa acht Stunden mit dem Bus zu fahren. Belo Horizonte ist für uns auch nur eine Übernachtungsstelle, um mit wieder gewonnenen Kräften einige cidades históricas, Kolonialstädte, in diesem Bundesstaat zu besuchen.
Ouro Preto ist sicher ein absoluter Höhepunkt und nicht ohne Grund die erste Stadt Brasiliens, die dem Weltkulturerbe unterstellt wurde. Die teilweise mühevollen und schweißtreibenden Wege, bedingt durch die enormen Höhenunterschiede und das alte Kopfsteinpflaster, werden durch schöne Ausblicke und die überall liebevoll restaurierten Häuser aus der Zeit des Goldabbaus und des jahrelangen Regierungssitzes des Landes mehr als entschädigt.
Von hier unternehmen wir wieder eine historische Eisenbahnfahrt nach Mariana, einem kleinen Ort, etwa 14 Kilometer entfernt, der versucht Ouro Preto nachzueifern. Sao Joao del Rei, die alte Goldgräberstadt sowie Teresdpolis, das bereits im Bundesstaat Rio de Janeiro liegt, sind die nächsten Stationen unserer Reise. In Petropolis, unweit von Rio, sind wir vom Prunk der Kaiserfamilie Dom Pedro II überwältigt, das alles ist im vollständig erhaltenen Palast zu bestaunen.
Na praia, am Strand
Nun bricht der letzte Teil unserer Reise an:
Strandleben in und um Cabo Frio, etwa 150 Kilometer östlich von Rio. Von Peró, vier Kilometer von Cabo Frio entfernt, genießen wir den langen Strand, die herrlichen Wellen, unternehmen Tagestouren nach Arraial do Cabo, um von dort eine dreistündige Bootsfahrt zu herrlichen, nur per Boot erreichbaren Stränden zu unternehmen.
Cabo Frio betrachten wir vom Berg Ilha de Japanese aus, mit traumhaftem Blick auf die Praia do Forte, auf das an ihrem Ende gelegenen Fort, die blendend weißen Riesendünen Dama Branca (weiße Frau) und Pontal sowie auf das türkisblaue, glasklare Meer.
Als wir uns mit denn Bus zu dem ehemaligen Fischerörtchen Buzios aufmachen, erleben wir Szenen wie in einem Gangsterfilm. Der Bus steht in einem Verkehrsstau fest, als Polizisten mit Gewehren und Pistolen plötzlich den Bus stürmen. Die Busreisenden ducken sich verängstigt und versuchen Schutz zwischen den Sitzen zu finden. Menschen schreien, alte Frauen und Kinder weinen. Nach und nachdürfen Passagiere nach Kontrolle, Leibesvisitationen und teilweise freiem Oberkörper den Bus verlassen die Polizei immer noch mit dem Gewehr im Anschlag. Als fast alle den Bus verlassen traben, werden zwei Männer mit freiem Oberkörper und Handschellen aus dem Bus geführt. Nachdem die Polizei die Diebe im Polizeiauto abtransportiert hat, dürfen wir wieder einsteigen und die Fahrt fortsetzen. Ein aufregendes Erlebnis! Wir sind froh, dass es so glimpflich ausgegangen ist.
Buzios hat seinen Aufschwung im Jahre 1960 durch den Besuch von Brigitte Bardot und ihrem damaligen brasilianischen Freund genommen.
Die malerische Uferpromenade mit dem Blick auf viele kleine Boote, einige Inseln und die schmalen kopfsteingepflasterten Straßen mit vielen Lokalen, Restaurants und Boutiquen machen auch heute noch einen Besuch lohnenswert. Nach fast einer Woche nehmen wir schweren Herzens Abschied von Cabo Frio, um dann noch zwei volle Tage reines Strandleben in Saquarema zu genießen. Von dort fahren wir am Abflugtag direkt zum Flughafen in Rio de Janeiro.
Ich habe viele fröhliche, freundliche und hilfsbereite Brasilianer getroffen und wurde oftmals auf der Straße begrüßt und auch gefragt, ob ich Hilfe brauche. Ohne jegliche Kenntnisse der Landessprache, dem brasilianischen Portugiesisch, dürfte das Reisen allerdings nicht immer einfach sein, da kaum jemand eineFremdsprache beherrscht.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass es mich fasziniert hat, wie Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Rassen wie selbstverständlich und (zumindest scheinbar) ohne Vorurteile miteinander umgehen und leben.
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Makkez sagt dazu...
Muchas Gracias
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