Anzeige

 

Reiseberichte auf join my trip – inspirierende Reiseberichte von reisebegeisterten Menschen

Anzeige

Reiseberichte aus der ganzen Welt

In den Reiseberichten auf join my trip findest Du (Geheim-)Tipps und Inspirationen für Deine nächste Reise.

Alle Reiseberichte stammen von unseren Mitgliedern. Wenn Du Fragen zu einem Reisebericht hast, freut sich der Autor über eine private Nachricht oder einen Kommentar unter dem Reisebericht.

Wenn Du selber einen Reisebericht schreiben willst, bitte hier entlang: Reisebericht schreiben.

Viel Spaß ;)
Dein join my trip team

P.s.: und vergiss das Bewerten nicht!!! ;)

 

Reisebericht: Undredal - Norwegen 2007

bild3

fjordsurfer

ein Reiseführer

aus Hannover

Aufrufe: 1730

Weitersagen: Url Embed  Email

Teilen


(1 Bewertung)

Aktivitäten


    Noch keine Aktivitäten-Stichworte vorhanden

Geotags



diashow zeigen

Die Lage des Dörfchens Undredal, tief unten an den Ufern des Aurlandfjordes, mag wohl Sinnbild sein für diesen Nachmittag, der zum Tiefpunkt unserer Reise wird. Vielleicht hätte ich doch auf Angelika hören sollen, ein paar Kronen mehr auszugeben, um eine angenehme Nacht in einem Hotel zu verbringen, doch der Wegweiser nach Undredal mit dem Angebot günstiger Fremdenzimmer ist einfach zu verlockend. Und so fahren wir die zehn Kilometer, die uns vorkommen wie hundert, immer tiefer hinein in den Nebel und hinab zum Fjord, vorbei an den so zahlreichen Hytter und Schafweiden, und als nach einer beklemmend langen Zeit weder ein Auto entgegenkommt, noch irgendein Haus dieses Dorfes in Sicht kommt und wir schon kurz vor dem Umdrehen sind, lichtet sich der Nebel und gibt den Blick frei auf ein winziges Kirchtürmchen. Undredal. Ein Dorf, das achtmal so viele Schafe wie Einwohner hat und zudem die kleinste Stabkirche Norwegens beheimatet. Nachdem wir die "Ringstraße" des Dorfes einmal umfahren haben, halten wir Ausschau nach einer der äußerst zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten. Genau genommen gibt es zwei: Den durch den Regen vollständig aufgeweichten Campingplatz, der ca. 30 % der Fläche des Ortes einnimmt, oder das Café "Rom". Obwohl dieses Schild lediglich auf Kaffee und Zimmer hinweist (Zimmer heißt auf Norwegisch nun mal "rom"), wollen wir uns diese vage Illusion von weltstädtischem Flair nicht zerstören, und so betreten wir das von außen einladende Gebäude. Linkerhand sitzt ein betrunkener Norweger mittleren Alters, den wir zunächst nicht beachten, der sich aber später als unsere Abendgesellschaft entpuppen soll. Der Gastraum ist klein, aber gemütlich, mit einer kleinen Biertheke auf der rechten Seite und in einem angrenzenden Nebenraum stoßen wir schließlich auf eine Art Rezeption, wo uns eine junge Frau gelangweilt begrüßt. Ich versuche mich wieder in Norwegisch, und kann mich auch recht gut verständigen. Et rom for ei natt. Ein Zimmer für eine Nacht. Wir sind offensichtlich die einzigen Gäste. Ob wir denn unsere Betten selbst beziehen wollen, fragt sie uns. Dann sei das billiger. Nach unseren Erfahrungen in Geilo entscheiden wir uns natürlich spontan für das Sparangebot. Und ob wir denn auch hier essen wollen. Nach kurzem Überlegen und nachdem wir unsere Möglichkeiten der Abendverpflegung durchgegangen sind – letztlich kommen wir zu der Erkenntnis, dass es in diesem gottverlassenen Kaff nichts außer diesem Gasthof gibt, und zurück nach Flåm wollen wir auch nicht fahren – entscheiden wir uns schließlich dafür.

Unser Zimmer liegt in einem kleinen Haus in der Dorfmitte. Alles in allem sind es wohl an die sechs, sieben "Zimmerle", jeweils mit Bad und Dusche. Es riecht stark nach Zitronenreiniger. Ich muss erst mal das Fenster aufreißen. Mein schlechtes Gewissen wegen der Entscheidung, in diesem Kaff zu übernachten, anstatt in einem schönen Hotel, verfliegen allmählich, als wir das gemütliche Zimmer sehen und Angelika offensichtlich auch zufrieden zu sein scheint.

Nachdem wir die Koffer ausgepackt und uns kurz frisch gemacht haben, schlendern wir hinunter zum Gasthaus. Wir sind wirklich hungrig. Unser Vorrat an Keksen ist stark geschrumpft. Wir setzen uns neben den betrunkenen Norweger, der sein nächstes Bier geöffnet hat, und sich in auch für Einheimische unverständlichem Norwegisch mit der jungen Frau von der Rezeption unterhält. Sie ist Russin, wie wir erfahren. Sie nimmt unsere Bestellung auf. Sie weist uns darauf hin, dass es nur noch einmal das Hauptgericht, Rindfleisch mit Kartoffeln und Gemüse gibt, was ich dann auch spontan bestelle.

Während wir auf unser Essen warten, fühlen wir uns beobachtet. Der betrunkenen Norweger links am Nachbartisch stiert zu uns herüber, als wären ihm der Heilige Geist, Jesus, der Prophet Mohammed und Mahatma Gandhi gleichzeitig erschienen und er es nicht fassen könne, dass dies auch noch in seinem Heimatdorf Undredal geschehen ist. Verlegen nicken wir ihm zu, und das sieht er als Aufforderung, uns ein Gespräch aufzuzwingen. Wo wir denn herkommen, können wir aus einem gebrabbelten Englisch, dass uns überrascht, gerade noch heraushören. Germany. Deutschland. Das erfreut ihn, denn nun trumpft er mit phänomenalen Kenntnissen über den deutschen Fussball auf. Das gesamte Gespräch der nächsten halben Stunde dreht sich um den VfL Bochum. Und noch ein paar andere deutsche Fußballklubs, die der Norweger wie aus dem FF kennt. Aber der Club aus Bochum hat es ihm angetan. Angeblich hat er dort mal eine Freundin gehabt. Das Gespräch artet dahingehend aus, dass Angelika beginnt, auf einem Blatt Papier und einer schnell hin gekritzelten Deutschlandkarte sämtliche Fußballstädte, die er uns nennt, geographisch zuordnet und einzeichnet. Der Norweger ist glücklich. Leider erlöst die junge Russin uns erst, als sie das Essen bringt, und sich dann wieder zu dem Alten setzt. Mein Essen ist echt der Knaller. Als sie mir gesagt hat, dass es nur noch eine Portion des Hauptgerichtes gebe, und Angelika mir den Vortritt gelassen hat, war mir noch nicht klar, dass diese eine Portion aus zwei riesigen, die Hälfte des Tellers ausfüllenden Fleischstücken besteht, die locker für uns beide gereicht hätten. Das Essen schmeckt fad und eintönig, das Fleisch ist wenigstens mager. Ich schaffe natürlich nicht alles und versichere der Bedienung, dass es mir trotzdem geschmeckt hat. Angelika kann ihr Essen nicht wirklich genießen. Der Besoffene stinkt widerlich, und zudem gafft er sie die ganze Zeit an.

Die Erlösung kommt spät. Eine Gruppe von vier Spaniern betritt kurz vor Ladenschluss (21 Uhr) das Lokal Und setzt sich an den Nachbartisch. Nun ist unser Norweger völlig verwirrt. Wahrscheinlich könnte sich nicht einmal sein Großvater erinnern, wann jemals so viele Fremde in Undredal waren. Er hat nun neue Opfer. Er steht auf, holt sich ein weiteres Bier von der Theke und fängt ein Gespräch mit der anderen Gruppe an. Dieselben Fragen, dasselbe Thema. Real Madrid. Schon nach kurzer Zeit schauen sich die Spanier verwundert und ein bisschen genervt an.

Wir verabschieden uns kurz vor 9 Uhr, bevor man uns rausschmeißen kann. Wir schlendern noch ein bisschen durch das Dorf und hinunter zum Fjord und sind froh, auf dem Weg zur Unterkunft nicht unserem „Freund“ zu begegnen. Nicht auszudenken, dass er noch herausfindet, wo wir wohnen. Hundemüde fallen wir ins Bett. Wir entscheiden uns dafür, morgen KEIN Frühstück bei unseren Gastgebern einzunehmen.

(Fotos folgen)



Kommentare

Bitte erst Einloggen oder Registrieren, um Kommentare zu schreiben

Impressum Hinweise zur den grünen Werbelinks im Text Sitemap Reisemagazin

Login






Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren

Reisepartner gefunden

Miss SunshineRe:Individual ...

Miss Sunshine

Miss SunshineRe:Mittelmeerk...

Miss Sunshine

chailRe:Städtereise...

chail

AmaveraRe:surfen,camp...

Amavera

AmaveraRe:Reisepartne...

Amavera

Neue Reiseberichte

Mit dem Fahrrad durch ...Mit dem Fahrrad durch den Banff- und Jasper Nationalpark

von Karin Lutz

(0.0 bei Stimmen)

Entwurf - noch ohne Ti...Entwurf - noch ohne Titel

von herbstlicht

(0.0 bei Stimmen)

Reiseberichte

USA Südstaaten 2...USA Südstaaten 2004 oder Wie Ty zu uns fand

von FritzundBuddy

Hallo Zusammen, wir laden euch ein auf unsere Südstaaten Rundreise in 2004, 3 Wochen mit...

Thailand und Kam...Thailand und Kambodscha

von hupfi76

  Am 20. Januar 2008 geht es für 9 Tage nach Thailand und Kambodscha.   ...

von New York mit...von New York mit der AIDA aura die Ostküste entlang in die Karibik

von FritzundBuddy

Die AIDA Family fast komplett auf Tour!ursprünglich veröffentlicht unter: http://www.fritz...

Reiseberichtkommentare

TeschileinThailand wir k...

Teschilein

Susn JuchzerRadtour von Co...

Susn Juchzer

RoteZora007Ruanda: Sanfte...

RoteZora007

join us on Facebook