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Reisebericht: Urlaubsreise 1997 endete abenteuerlich

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Rolf F.

ein Genießer

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Nachdem wir bereits in den Sommern 1994 bis 1996 individuell nach und durch Frankreich - immer bis an den Atlantik - gefahren sind, fuhren wir diesmal erstmalig an die südfranzösische Mittelmeerküste.

Die Urlaubsreise 1997

hat uns durch die Franche-Comté, Rhône-Alpes, speziell die Haute-Savoie, Drôme und das Ardèche-Gebiet in das Languedoc-Roussillon geführt. Wir haben vom Hotelbalkon den Blick über den Genfer See genießen können, der in Frankreich übrigens nicht so heißt, sondern Lac Léman. Dann konnten wir den schneebedeckten Mont Blanc bewundern und im weiteren die wilde Romantik der Alpes Dauphinés entdecken, die noch nicht so sehr vom Tourismus überlaufen sind.

Sowohl dort als auch ein paar Tage später im Cèze-Tal haben wir wunderschön gelegene Campingplätze kennengelernt, wo man Urlaub ganz natürlich, eben eins mit der Natur, verbringen kann. Selbstverständlich haben wir auch den Schluchten der Ardèche einen Tagesausflug gewidmet.

Wir waren fast den ganzen Monat September unterwegs und haben nur Sonnenschein erlebt, sowohl auf der fast 10-tägigen Hinreise als auch in unserem Ferienquartier am Mittelmeer sowie auf der Rückreise Ende September. Nachdem wir am letzten Tag allerdings den Rhein überquert hatten, war es auch mit dem Sommer vorbei - wir waren wieder im kalten Deutschland!

Von unserem Feriendomizil aus haben wir auch noch einige Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung gemacht.

Tatsächlich: gerade das Roussillon ist immer eine Reise wert! Die Nähe von Meer und Gebirge, Mittelmeer und Pyrenäen, die südliche Sonne, die Weinberge überall und natürlich die freundlichen Bewohner geben dieser "spanischen Ecke" Frankreichs ein besonderes Gepräge.
Apropos Spanien: wir haben die Gelegenheit genutzt, unserem ersten Urlaubsort im westlichen Ausland nach dem Mauerfall einen Erinnerungsbesuch abzustatten.

Im Juli 1990 hatten wir - nachdem wir unseren "schwer erkämpften" Betriebsferienheim-Platz (ja, so hieß das bei uns damals) in Finsterbergen/Thür. (!) nicht mehr antreten durften, weil das Betriebsferienheim geschlossen worden war, dann eben kurzentschlossen eine Reise an die Costa Brava nach Calella gebucht. (Ein paar Tage vorher wußten wir noch nicht einmal, daß es eine "Costa Brava" gibt - geschweige denn, wo sie liegt.)

Während unseres Urlaubs haben wir auch freundschaftliche Kontakte zu Franzosen knüpfen können, vor allem beim gemeinsamen Pétanque-Spiel. Und wir haben nun endlich nach über 33 Jahren eine französische Schul- und Brieffreundin wiedertreffen und sie und ihre Familie besuchen dürfen, ganz in der Nähe von Perpignan.

In den Jahren 1963 und 1964 hatte unsere Freundin Dominique mit anderen Schülern aus Frankreich die DDR besucht, so daß wir in deutsch-französischen Ferienlagern gemeinsam viele Sommerwochen erlebt hatten. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß, und wir wurden sehr warmherzig empfangen.

Alles in allem: es wäre der schönste Urlaub von allen bisherigen geworden, wenn nicht ...
ja, auf der Rückreise haben wir die Schattenseiten auch dieses schönen Landes kennengelernt. Während eines einstündigen Stadtbummels duch Nîmes wurde unser Auto aufgebrochen und ausgeraubt, alles weg: Kleidung, wichtige Papiere, Autoradio, Zelt und Schlafsäcke, Waschzeug, die Kühltasche mit unseren Lebensmitteln für unterwegs, Reiselektüre, ein Fotoapparat, die neugekauften Pétanque-Kugeln, Wein, ... und alle Urlaubsfilme !
Deswegen gibt es hier auch keine während dieses Urlaubs aufgenommenen Fotos von unserer Tour.
Nach der Aufnahme der Anzeige im Polizeikommissariat wurden wir schließlich noch bei der Ausfahrt aus dieser für uns so ungastlichen Stadt an einer roten Ampel noch überfallen! Ziel war die meiner Frau noch verbliebene Spiegelreflexkamera. Dieser Raubüberfall blieb zwar erfolglos, hinterließ aber neben Schrammen und Kratzern von der körperlichen Auseinandersetzung mit den Räubern vor allem seelische Wunden, die erst nach vielen Monaten verblaßten.
Wir haben erfahren müssen: Auch das von uns so sehr geliebte Frankreich ist kein Wunderland, sondern ein "ganz normales" kapitalistisches Land mit zu krassen sozialen Gegensätzen. Insbesondere ist es offensichtlich nicht gelungen, die algerischen und anderen, vor allem nordafrikanischen, Flüchtlinge, die ihre Länder nach deren Unabhängigkeit verlassen mußten, weil sie mit den Kolonialherren kollaboriert hatten, in die Gesellschaft zu integrieren. Sie und ihre Nachkommen leben heute am unteren Ende der sozialen Skala und bilden einen guten Nährboden für das Verbrechen.

Trotzdem bleiben wir dabei:

Urlaub in Frankreich - was gibt es Schöneres?
Schließlich kann man dort Urlaub wie im Paradies machen!

Deshalb reifte der Gedanke sehr schnell: Im nächsten Jahr die gleiche Route - nun gerade!
Und außerdem, die Fotos mußten ja noch einmal gemacht werden ...

Wie es in den folgenden Jahren weiterging, wird man in den nach und nach folgenden Berichten hier nachlesen können.



Kommentare

 

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Rolf F. sagt dazu...

Hallo Chefin,
ja, als wir abends dann Quartier gefunden hatten, hat meine Frau Rotz und Wasser geheult und geschworen, dieses Land nie, nie wieder zu besuchen. Tatsächlich konnten wir aber zwei Tage später im Auto schon wieder singen. Das haben wir auch getan, weil wir ja kein Radio mehr hatten.
Es hat dann noch einige Monate gebraucht, ehe wir dieses psychisch ziemlich belastende Erlebnis verarbeitet hatten. Dann aber stand fest: Jetzt erst recht! Und heute ist Frankreich in gewissem Sinne unsere zweite Heimat.

 
 

 

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Chefin sagt dazu...

wow....das ist natürlich bitter....
vor allem wenn man dann dasteht und einfach alles weg ist...
Der stress danach...
Aber schön, dass ihr frankreich nicht den rücken gekehrt habt!
Ist immernoch das tollste Urlaubsland finde ich!!

 
 

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