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Reisebericht: Vietnam
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Weitere Reiseberichte von tanja
Nach 2 Tagen Luang Prabang ging es dann mit dem Nachtbus innerhalb von angebliche 16 Stunden nach Vinh in Vietnam. Wie wir es vorab schon ahnten, stellten sich die 16 Stunden leider als gute 23 Stunden Fahrzeit in einem bescheidenen local Bus heraus! Es war einfach nur mehr als anstrengend, da wir unter anderem bei jedem Schlagloch aus dem Sitz geflogen sind und der Busfahrer gute 20 Stunden unglaublich interessante Musik in voller Lautstaerke gespielt hat. Nun ja, man muss ihm zugestehen, dass er sich ja doch auf irgendeine Art und Weise fuer die 23 Stunden Busfahrt mit lediglich 1 Stunde Pause fit halten musste...
In Vinh angekommen, wollten wir dann mit dem naechsten Nachtbus fuer 9 Stunden direkt weiter nach Danang. Nachdem wir es uns in unseren zugewiesenen Plaetzen bequem gemacht haben, wunderten wir uns schon, warum die Ticketfrau staendig mit mehr Vietnamesen zu unserem Platz kam und auf den Boden deutete. Wir ahnten zwar, dass sie dabei war, auch diese Plaetze zu verkaufen, aber irgendwie dachten wir, dass sich doch kein Mensch fuer 9 Stunden auf diesen Boden setzen wuerde. Nun ja, die Vietnamesen sehen das ein wenig anderes, denn wir mussten feststellen, dass sich die Plaetze zu unseren Fuessen, mehr und mehr fuellten und fuer unsere Beine sogut wie kein Platz blieb. Nach unseren 24 Stunden auf den Beinen und mit dem Wissen, sowieso schon das Doppelte fuer den Bus gezahlt zu haben, waren Josh und ich nicht mehr in der Lage uns einfach so mit der Situation abfinden....
Am Ende der halbstuendigen Diskussionen, die zudem lediglich ueber Zeichensprache gefuehrt werden konnten, ergab sich, dass der Mann, der zum kaufen der Tickets ein wenig Uebersetzungshilfe geleistet hat, die zusaetzlich bezahlten 200.000 Dong eingestrichen, uns davon aber nichts gesagt hat...Oh, das ist aber mal freundlich. Wir haetten es ja gerne ohne ihn gemeistert, leider besteht hier aber das Problem, dass wirklich kaum jemand Englisch spricht und selbst wenn du mit Geld ankommst und auf den Bus zeigst und deine Ambitionen mehr als eindeutig sind, dir keiner weiterhelfen WILL...
Da wir nach den ganzen Diskussionen definitv nicht mehr im Bus bleiben wollten (wer weiss was uns nach unser rebellischen Aktion im kommunistischen System sonst noch passiert waere :-)), sind Josh und ich somit mit 200.000 Dong Verlust aus dem Bus raus, und ab ins naechste Hotel. Den naechsten Morgen wollten wir dann einen Bus nach Hue buchen und von dort weiter nach Danang. Die Freundlichkeit und Ehrlichkeit der Vietnamesen lies auch hier nicht lange auf sich warten, denn obwohl alle Locals nur 100.000 Dong fuer den Bus zahlen mussten, mussten wir 150.000 Dong pro Person zahlen (200.000 Dong vor Verhandlungen zu Beginn der Abreise). Wir haben natuerlich wieder einen Aufstand gemacht, aber das interessierte natuerlich keinen. Wenn du nicht zahlst, kommst du halt nirgendwo hin. Und die haben hier definitiv kein Problem damit, dich im Nirgendwo auszusetzen.
Was das Ganze noch nervenaufreibender macht, ist, das alle im Bus wissen was abgeht, aber keiner etwas sagt. Die meisten lachen sogar. Es ist unglaublich! Ich finde es einfach nur beruhigend zu wissen, mit wieviel Respekt wir in manch anderen Laendern behandelt werden. Sowas sollte mal in Deutschland passieren. Da wuerde es riesen Schlagzeilen zu Diskriminierung in der Zeitung geben. Aber hier sagt keiner was.... Haengt wohl wieder mit dem guten kommunistischen System zusammen.
Nachdem wir nach einem guten weiteren Tag reisen in China Beach (Marble Mountain) angekommen sind, klebte das Pech leider immer noch ein wenig an uns, denn es war maechtig am regnen... Wir haben uns somit entschieden, das schlechte Wetter zu nutzen und nach Hoi Han zum shoppen zu fahren. Es ist eine unglaublich uhrige Stadt mit tausenden von Schneiderein, die alles herstellen, was du dir nur wuenscht. Und das zu nem spitzen Preis. Den Rest der Zeit sind wir durch die Strassen geschlendert, haben die suessen franzoesichen Colonial Style Haeuser bewundert, sind gemuetlich am Fluss essen gewesen und haben die Sonneaufgangstour zu den Mi Son Tempeln gemacht.
VOn Hoi Han ging es dann zurueck nach China Beach zum Strandrelaxen. Es war einfach nur herrlich die gemuetlichen Spaziergaenge entlang eines meilenweiten unberuehrten Strandes zu geniessen (obwohl sich dies so wie es aussieht in den naechsten Jahren gewaltig aendern wird). An meinem Geburtstag haben wir uns ein wenig luxus gegoennt und haben den Tag gemuetlich am Pool und im Spa Bereich in einem Resort verbracht.
Ein kleines und irgendwie witziges Missverstaendnis stellte sich die naechsten Tage bezueglich unseres Abendessen heraus. Josh kannte die Besitzer noch von seiner letzten Reise und da sie so unglaublich niedlich und freundlich waren, wollten wir wenigstens Abendessen bei der Familie bestellen. Obwohl Josh und ich versucht haben zu erklaeren, dass wir nur ein wenig Fleisch oder Fisch essen, bestand die Haelfte des Mahls immer aus Fleisch und Fisch. Fisch ist ja noch in Ordnung, da du wenigstens weisst, dass es Fisch ist (auch wenn du ihn komplett zerlegen musst, da er mit Kopf serviert wird). Wir hatten nur unsere Problem mit dem Fleischverzehr, da wir nicht wirklich Hund oder sonstiges essen wollten. Und nachdem unsere Suppe Teile eines Auges enthielt, waren wir uns sicher, uns etwas einfallen lassen zu muessen. Fuer den letzten Abend hatten wir somit die gloreiche Idee uns eine vietnamesische Uebersetzung von "kein Fleisch und kein Fisch" vom einzig Englisch sprechenden Herren im Dorf zu organisieren. Wir sind somit voller Hoffnung zum letzten Abendessen und waren uns am Ende nicht sicher, was die tatsaechliche Uebersetzung gewesen ist, da das komplette Essen wieder aus Fleisch und Fisch bestand... :-)
Von China Beach ging es weiter nach Quy Nhon. Wir hatten dort eigentlich einen gemuetlichen kleinen weissen Strand mit ein paar Bungalows erwartet, aber leider handelte es sich eher um eine doch weit fortgeschrittene Tourihochburg und man konnte den Strand am Hotel nicht nutzen, sondern musste fuer die schoenen Straende gute 30-45 Minuten mit dem Motorbike fahren. Somit haben wir uns schnell entschieden am naechsten morgen weiter zu einem Dschungel Beach Resort ca. 60km vor Nha Trang zu fahren.
Wir hatten schon wieder boese Vorahnungen bezueglich des Bustrips, aber wie es scheint, ist der Sueden besser organisiert und wesentlich Touristenfreundlicher als der Norden. Die Fahrt verlief somit ohne Probleme, bis auf das die letzten 20 km auf dem Motorbike mit den grossen Rucksaecken nur halb so gemuetlich wie der Bus war.
Das Resort war einfach nur klasse. Zwar ein bisschen ueberpreist, aber dafuer gemuetlich und relaxt. Wir hatten unseren eigenen Strand mit glassklarem Wasser, eine einfache Huette gute 2 Minuten vom Strand entfernt, Essen gab es im "Resort" und an manchen Abenden ein Lagerfeuer am Strand. Zudem konnte man sich abends ins Meer begeben und die fluoreszierenden Algen um sich herum bewundern. Ein unglaubliches Erlebnis und drei sehr entspannte Tage, in denen wir immer von 2 Hunden (ein puppie wohlgemerkt) beschuetzt wurden :-)
Vom Dschungel Beach ging es dann die Kueste weiter Richtung Sueden nach Mui Ne. Hier haben wir uns fuer unseren letzten Stop ein etwas besseres Resort mit Pool gegoennt. Wir sind mit dem Roller durch die Gegend geduest und haben uns die roten und weissen Sanduenen angeschaut, wobei man aufpassen musste sich nicht die Fuesse am zu heissen Sand zu verbrennen. Es ist eine wirklich tolle Landschaft und trotz Vietnam sehr gut mit dem Mopet zu erkunden.
Unsere letzte Station war dann Saigon oder Ho Chi Minh (die Namensaenderung ist mal wieder ein kommunistische Spielchen). Wir haben die Stadt ein wenig erkundet, sind zu den Chu Chi Tunnelanlagen gefahren und haben uns die antiamerika Propaganda angesehen... Ich will nicht sagen, dass ich ein grosser Amerika Fan bin, aber die Kommunisten haben doch sehr den Realitaetsinn verloren - falls man behaupten kann, dass ueberhaupt noch einer besteht-. Trotzdem war es wirklich interessant, aber auch schockierend zu sehen wie die im Dschungel gekaempft haben muessen. Ich habe keine Ahnung, wie der Viet Kong sich durch diese kleine Tunnelanlagen druecken konnte. Noch schlimmer fand ich aber die Fallen, die fuer die Amerikaner aufgebaut wurden. Oh man... Ohne sagen zu wollen, dass die Amerikaner fair gekaempft haben, aber das man wuetend wird, wenn man diese Fallen sieht, kann ich nur zu gut verstehen.
Nun ja, das war es dann auch schon mit unserer Asientour. Es ging fuer Josh's Bruders Hochzeit zurueck nach Melbourne und die letzte Woche in Australien haben wir noch in Adelaide mit der Familie verbracht. Dann ging es weiter nach Deutschland und wir konnten mit unserem vorzeitgen Besuch meine Mama zum Geburtstag ueberraschen... Jetzt freue ich mich nur noch riesig drauf, meine Maedels endlich wieder zu sehen... Und dann steht ja auch schon Afrika auf dem Flugplan...
Ich habe mal ein paar Fotos von Indien, Laos und Vietnam hochgeladen. Wenn ihr Lust habt, hier ist der link:
http://www.pixum.de/viewalbum/id/4859257
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