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Reisebericht: Wandern in England
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jonny2: 5 Sterne
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Es folgt ein Ausschnitt des Reiseberichtes zu unserem Urlaub in Schottland und England. Den gesamten Reisebericht könnt ihr finden auf: http://www.nilika.de.tl/England-Schottland-2008.htm
Mi. 23.07.2008
Irgendwo im Wald
53,3329° N
2,9925° W
193 m.
Start: 10,30 Uhr
Ziel: 18,30 Uhr
Annikas Schrittzähler: 24.000 Schritte
Aufgewacht Sonnenschein. Nachdem Nils sein Ständchen und seine Geschenke bekommen hatte, sprangen wir beiden zum Baden in Unterwäsche im eiskalten See herum und setzten uns dabei den verwirrten Gesichtern der Leute vom Hafen aus, die uns aber nicht erkennen konnten. Nachdem wir einem Public Foothpath zum See folgten, der sich als Sackgasse herausstellte, liefen wir brav weiter an der Hauptstraße entlang nach Windermere. Angekommen zog es uns zuerst einmal in die Tourist-Info, wo wir eine Wanderkarte des Gebiets erstanden. Dann liefen wir zur Fähre hinunter, kauften zwischendurch noch schnell ein und wechselten etwas Geld. Die Fähre brachte und rüber auf die andere Seite des länglichen Sees. Hier studierten wir ein weiteres Mal die Karte und überlegten uns einen schönen Weg. Wir folgten unzähligen Fublic Footpathes, liefen über Schaf- und Kuhweiden, durch Wälder, eben einfach über Stock und Stein. Der Rucksack wurde immer schwerer und schwerer. Zu den Kilos am Flughafen kam durch das Handgepäck (einschließlich Zelt), 1,5 Liter Wasser und Spiritus nebst des Bieres noch einiges dazu. Ich meckerte und jammerte die ganze Zeit über wenn ich bemerkte, dass es bald wieder bergauf ging. Nachdem wir eine steile Bullenweide mit großem Bogen um die Bullen herum durchwandert hatten, ging es einen steilen Geröllhang hinauf. Nils fand einen Stock für mich, den ich sofort als Wanderstock missbrauchte. Viel brachte es nicht, aber man hörte mich für ein paar Minuten leiser murren, als sonst. Der Geröllhang schien nicht mehr enden zu wollen und als wir endlich ganz ganz oben angekommen waren, konnten wir bis hinunter zum See blicken. Die Fliegen, Mücken und Bremsen waren ganz scharf auf unseren Schweißduft, so verweilten wir nicht lange. Wir quälten uns immer weiter, irgendwann musste doch endlich der Bach kommen, in dem wir unsere Wasserflaschen füllen und dank dessen wir kochen konnten. Tatsächlich überquerten wir bald noch ein kleines Rinnsal, das wir kaum bemerkt hätten. Es floss einmal quer über den Weg, aber es floss, somit musste das Wasser zumindest halbwegs sauber sein. Wir richteten uns in einer wilden Wiese häuslich ein und entfernten uns ersteinmal die Zecken. Von diesem Tag hatte ich meine Hose nicht mehr hochgekrempelt, sondern zog immer die Socken noch darüber. Es gibt doch kaum etwas ekeligeres als Zecken. Bah.
Dann kochten wir, warteten, bis es ein wenig dämmerte und machten dann noch ein Lagerfeuer, auf dem wir dank des Grilliputs noch Tee kochen konnten.









Do. 24.07.2008
Am See
54,2893° N
2,9830° W
226 m.
Start: 11,00 Uhr
Ziel: 15,00 Uhr
Annikas Schrittzähler: 13.020 Schritte; 9,11 Km
Einige winzige Zecken haben überlebt und die Nacht genutzt, um es sich gemütlich zu machen. Die wurden morgens erst einmal gezogen. Pfui!
Dann machten wir uns fertig, liefen den schmalen Weg zur Straße hinunter. Nachts fühlen wir uns noch, als wären wir die einzigen Menschen in der Gegend, hatten den ganzen Tag über keine Menschenseele getroffen und plötzlich liefen wir auf einer ausgebauten Straße an einzelnen Häusern vorbei und trafen sogar auf Autos. Als wir nach einigen Kilometern links in einen Footpath einbogen stellte sich das Wildnis-Gefühl wieder ein. Über einen Hof ging es auf eine Weide. Das Schild am Eingang zeigte geradeaus, aber dort gab es keinen Ausgang. Der einzige Ausgang war ein Schafweg, durch den nur Schafe gequetscht werden konnten. Wir versuchten mit mäßigem Erfolg, uns samt Rucksäcken hindurchzuquetschen. So kamen wir auf einer kleineren Weide an, die ebenfalls keinen Ausgang hatte. Hinzu kam, dass wir in die völlig falsche Richtung gelaufen waren. So kletterten wir über den Zaun und liefen einen Umweg. Nachdem wir uns einige weitere Male verlaufen hatten und Nils viele, viele Motivationsbonbons, die mich den Berg hinauf motivierten, verteilt hatten, standen wir endlich oben am Waldrand. Jetzt war es nicht mehr weit bis zum See. Die kühle Waldluft tat gut nach diesem Bergauf-Marathon in der prallen Sonne. Bald hörten wir Hundegebell und Kindergeschrei. Der See, der in der Karte wie ein winziger Tümpel wirkte, bot Platz für viele Besucher. Ob die sich alle den gleichen fiesen Weg wie wir hinaufgequält hatten? Eine Straße schien nicht in unmittelbarer Nähe zu sein. Aber wie waren dann die alten Leute hinaufgekommen? Wahrscheinlich waren sie den Weg, auf dem ich schwitzend und meckernd kurz vorm Aufgeben war, leichtfüßig hinaufgehüpft. Ich bin eben ein Nordlicht, Berge nicht gewohnt. Bald fanden wir den idealen Zeltplatz. Es gab einen großen, ebenen Zeltplatz, einen felsigen Einstieg zum See, sogar eine Feuerstelle mit einem großen Baumstumpf als Sitzmöglichkeit.
Wir setzten uns und ruhten uns erst einmal aus. Während Nils eben "fünfzehn Minuten" döste, umrundete ich den See.
Als nach und nach die Leute verschwanden, wuschen wir unsere Wäsche und kochten. Als es dämmerte, schlugen wir unser Lager auf und machten Lagerfeuer. Auf diesem gekocht gab es noch den einen oder anderen Tee, bis wir in die Federn fielen.

Fr. 25.07.2008
Auf der Weide vom Bauern
54,3443° N
2,8760° W
192 m.
Start: 10,35 Uhr
Ziel: 18,30 Uhr
Annikas Schrittzähler: 18.159 Schritte; 12,70 Km
Nils' Schrittzähler: 18.135 Schritte; 13,60 Km
Ein Geräusch. Wir lagen still liegen. Welches große Tier da wohl um unser Zelt schleicht? Da war das Geräusch nochmal: "Hellooooooo?" Vielleicht war es doch kein Raubtier. "Hellooooo?" rief ich zurück. Es schien sich um eine Passantin zu handeln. "Did you know, it's against the law to camp here?", fragte sie, wobei sie laaaaaw und heeeeere lang zog. Wir verfluchten die besserwisserische Kuh und versprachen, dass wir schnell zusammenpacken und eine solche Dummheit nie wieder begehen würden. So packten wir in Windeseile den Lagerplatz zusammen. Die Ausrede, wir wären erst spät angekommen und wüssten nicht, wo wir hätten schlafen sollen, hätte wohl aufgrund unserer aufgehängten Wäsche nicht gezogen. Nachdem alles eingepackt war, badeten wir ersteinmal, frühstückten in aller Ruhe und wuschen ab. Nils schwamm zwei Mal durchs eiskalte Wasser, wobei er auch von dort noch Trinkwasser holte, das im Inneren des Sees sauberer zu sein schien, als am Ufer, bei mir kräuselte sich schon alles, als ich nur die Zehen ins Wasser tunkte. Guter Dinge zogen wir weiter, denn die ganze bergauf-Strecke hatten wir gestern schon hinter uns gebracht, heute ging es zunächst einmal bergab. Über Stock und Stein, durch Heide, Wälder und Weiden ging es gemütlich bergab. Und tatsächlich trafen wir auf ein paar Senioren, die den Weg hinaufliefen. Ich fühlte mich ganz klein und unsportlich. Wir stolperten einfach weiter durch die Wälder, beobachten zwei Rehe und folgten den Pfaden. So standen wir irgendwann in Nearby Bridge. Wir freuten uns schon lange auf die Kleinstadt, schließlich musste mein Kameraakku aufgeladen werden und wir brauchten Proviant. Daraus wurde leider nichts, denn die "Stadt" schien aus einem Hotel zu bestehen, in dem man uns versicherte, der nächste Supermarkt sei zwanzig Autominuten entfernt. So liefen wir ein Stück weiter bis nach Lakeside und stiegen dort in die Fähre zurück nach Windermere. Am Pier angekommen gönnten wir uns ein leckeres Buffet-Mittagsessen mit je einem Pint Bier. Das tat gut. Anschließend ging es zum Einkaufen, dann weiter. Nils meckerte, sein gerade leergefutterter Rucksack sei durch den ganzen Proviant wieder schwerer geworden. Das Zelt auf meinem Rücken hingegen hatte während des ganzen Weges noch kein Gramm abgenommen. Als wir annahmen, wir hätten Englands schlecht beschildertste Wanderwege bereits bewandert, irrten wir uns anscheinend, denn hier wurde dem ganzen noch eine Krone aufgesetzt. Hier handelte es sich um ehemalige, mittlerweile wieder zugewachsene Trampelpfade, mit abgefallenen oder gedrehten Schildern. Die Wege teilten sich irgendwann, verloren sich im Nichts, oder änderten ihre Richtung um 180 Grad. Irgendwie schafften wir es trotzdem, in die richtige Richtung zu laufen und uns - wenn auch meist im Nachhinein - zu orientieren. Wir fanden sogar den kleinen Tümpel, an dem wir übernachten wollten. Dummerweise war dieser als Privateigentum ausgezeichnet und von einem hohen Zaun umgeben. Mittlerweile wurde es spät und die ersten Regenwolken der Reise zogen auf. Uns blieb nichts anderes übrig, als weiterzuziehen und uns nach einer anderen Schlafmöglichkeit umzusehen. Bald kam uns ein Bauer samt Hund auf seinem Quad entgegen. Nils hatte gerade die Karte in der Hand und ich stellte mich mit demonstrativ ratlosem Blick daneben und zeigte wild in die verschiedensten Richtungen. Unser Köder funtionierte. Der gute Bauer stieg ab und fragte, ob er uns irgendwie helfen könne. Ich schilderte ihm unsere Situation, worauf er uns anbot, auf einer seiner Weiden zu übernachten. Dankbar nahmen wir sein Angebot an und flitzten runter. Kaum hatten wir das Zelt aufgebaut, fielen auch schon die ersten Tropfen. Wir schliefen beide sehr schnell ein. Ich fühlte mich immer sehr sicher in meinem Zelt, hatte das Gefühl, als könnte mir unter dieser winzigen Schicht Stoff nichts mehr passieren. Nils hingegen lag lange wach und zählte die Sekunden zwischen Blitz und Donner. Ich schlief seelenruhig und bemerkte nicht einmal, dass es überhaupt gewitterte, obwohl Nils mit am nächsten Morgen erzählte, das Gewitter habe lange Zeit direkt über uns gewütet.
Das war nur ein Ausschnitt des Reiseberichtes zu unserem Urlaub in Schottland und England. Den gesamten Reisebericht könnt ihr finden auf: http://www.nilika.de.tl/England-Schottland-2008.htm
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Reiseberichtkommentare
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Susn Juchzer
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jonny2 sagt dazu...
Schöner Bericht! Ich war in Schottland öfter in den Highlands beim Hiking... aber Bier in Glasflaschen habe ich nie mitgeschleppt - Respekt! ;)