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Rubrik: Kleidung

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Wer kennt das Problem nicht, man geht auf Abenteuerreise und der Rucksack ist wie immer zu klein. Zudem kommt im wahrsten Sinne des Wortes „erschwerend“ hinzu, dass man mit leichtem Gepäck unterwegs sein möchte und in manchen Regionen dieser Erde machen Rollenkoffer ja auch nicht wirklich Sinn. Was kann man also tun?

Vorausgesetzt man hat kein Problem mit Kunstfasern, kann man mit modernen funktionellen Textilien das Thema Kombinierbarkeit, Gewicht und Volumen ideal optimieren. Nachfolgend haben wir Euch 10 wichtige Tipps zusammengefasst (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

1) Das Zwiebel- bzw. 3-Lagen Prinzip

Sicherlich habt Ihr davon gehört – man kann funktionelle Textilien wie eine Zwiebel in Form eines 3-Lagen Systems aufbauen. Unterwäsche (nachfolgend Base-Layer), wärmende Thermoschicht (Thermal-Layer) und schützende Außenschicht (Outer-Layer) sind grundsätzlich bei allen Herstellern heute Standard und lassen sich auch über Hersteller hinweg gut kombinieren.

Unser Tipp: Ein echtes 3-Lagen System macht viel Sinn und ist auch für Winter und Sommer super kombinierbar (s. Das Zwiebelprinzip – flexible Kleidungsschichten gegen Hitze, Regen, Wind und Kälte).

2) Baumwolle – Fluch oder Segen?

Eins vorab – Baumwolle ist und bleibt eines der angenehmsten Materialien, gerade bei leichten Aktivitäten. Leider ist Baumwolle aber nicht funktionell, gerade wenn es um schweißtreibende Aktivitäten geht. Kombiniert deshalb keinesfalls Baumwolle mit Funktionsmaterialien. Denn wenn eine Baumwoll-Lage einmal nass geworden ist, kommt die Kälte. Garantiert.
Unser Tipp: Wofür wir immer Baumwolle einpacken würden ist die Nacht – denn viele Menschen fühlen sich nicht wohl damit, 24h am Tag Funktionsunterwäsche zu tragen.

3) Wo man Geld sparen kann und wo lieber nicht

Grundsätzlich ist Kunstfaser nicht gleich Kunstfaser. Denn erst die Kombination aus Material, Webtechnik und Oberflächenbehandlung macht aus einfachen Materialien echte Hochleistungsstoffe.

Wir würden grundsätzlich empfehlen, beim Outer-Layer nicht zu sparen. Wer hier „billig“ kauft, hat meistens schlechte Passform, zu wenig Funktionalität und oftmals auch schlechte Materialien. Allerdings muss es auch nicht immer GORETEX sein. Hier gibt es günstigere Produkte, die teilweise sogar besser geeignet sind, wenn es um hohe Atmungsaktivität geht.

Unser Tipp: Werdet Euch klar darüber was Ihr wirklich benötigt und lasst Euch beraten. Wer wirklich wert auf exklusive Features legt, der liegt bei Arc‘teryx richtig, ansonsten gefallen uns hier die Produkte von Salewa, North Face oder Schöffel.

Beim Thermal-Layer kann man getrost auch mal zu Schnäppchen greifen, gerade in gemäßigten Breiten. Wer allerdings bei Temperaturen unter Null Grad unterwegs ist, wird schnell zu schätzen wissen, was ein gutes Fleece-Produkt auszeichnet – nämlich hohe Wärmepufferung.

Unser Tipp: Je kälter die Bedingungen desto hochwertiger sollte der Thermal-Layer sein. Je grösser die Temperaturbandbreite, desto mehr verschiedene Thermal-Layer sollte man einpacken (dünner Stretch-Fleece und dicker Fleece-Pulli und Jacke).

Ist man zudem in windigen Gebieten unterwegs empfiehlt sich auch ein Windstopper-Produkt. Generell sind Windstopper-Produkte unter einem guten Outer-Layer aber nicht notwendig und eher kontraproduktiv. Uns gefallen hier sehr gut die Produkte von Haglöfs, Mammut und Salewa.

Beim Base-Layer streiten sich die Experten. Hier empfiehlt es sich selbst zu testen und seinen persönlichen Favoriten (=Marke) zu finden. Zwischen Merino, Polyester und Polypropylen gibt es viele Varianten und sogar Materialmixes. Uns gefallen hier die integrierten Systeme von ODLO, CRAFT und Helly Hansen und Icebreaker (s. Testbericht: Funktionsunterwäsche aus Merino-Wolle von Icebreaker) mit verschiedenen Einsatzbereichen. Vor allem bei Helly Hansen hat man das Gefühl, einfach immer trocken und warm zu sein, auch bei hoher körperlicher Aktivität. Und mittlerweile gibt es gerade für die Mädels auch einige wirklich sexy Schnitte und Designs. Funktion muss also nicht hässlich sein. Aber auch für den kleinen Geldbeutel ist die Sportunterwäsche von ALDI eine gute Wahl.

Unser Tipp: Funktionswäsche hält meistens mehrere Jahre lang, selbst bei intensiver Benutzung. Allerdings sollte man Funktionswäsche täglich waschen. Investiert daher gleich zu Beginn in 2 komplette Sets, dann könnt Ihr täglich ein Set waschen und trocknen.

4) Membran oder Beschichtung?

Oftmals wird GORETEX die beste Funktion zugesprochen, aber in Wirklichkeit gibt es viele unterschiedliche Materialien für die „ideale“ Funktionsjacke (Outer-Layer). Wer sich für eine Membran (z.B. GORETEX oder SYMPATEX)entscheidet, wählt damit etwas höheres Gewicht und meistens eine aufwändigere Verarbeitung. Dies schlägt sich im hohen Preis nieder. Man kann aber auch auf Beschichtungen ausweichen und funktionell ist kaum ein Unterschied spürbar, das Produkt ist oft leichter und nimmt weniger Wasser auf, da die Beschichtung von innen ins Gewebe eingearbeitet ist.

Unser Tipp: Zuerst den Einsatzbereich definieren, dann die ideale Passform auswählen. Das Material ist meistens zweitrangig. Auf jeden Fall aber die Kennzahlen bei Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität prüfen.

5) Was ist eigentlich Atmungsaktivität?

Gleich vorab möchten wir mit einem „Märchen“ aufräumen, denn es gibt keine „atmungsaktiven“ Materialien. Das Einzige was Feuchtigkeit von innen nach außen transportiert, ist das Temperaturgefälle innerhalb der Lagen und der äußeren Umgebung. Daraus lässt sich sehr einfach folgern, wann Materialien gut funktionieren, nämlich bei kalten Temperaturen und extrem niedriger Luftfeuchtigkeit. Im Umkehrschluss funktioniert bei 30 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit fast gar nichts mehr.

Zudem ist zu beachten, dass Wasserdichtigkeit (gemessen in Wassersäule) und Atmungsaktivität sich immer umgekehrt zueinander verhalten. Wer eine wirklich dichte Jacke sucht, der wird auch schnell darunter schwitzen. Hoch atmungsaktive Materialien dagegen haben eine geringe Wassersäule. Diese Probleme lassen sich teilweise umgehen durch aufwändige Lüftungssysteme oder auch durch gute Materialmixes.

Unser Tipp: Werdet Euch vor allem klar wofür Ihr das Produkt benötigt. Wer in zwei Produkte investieren kann, ist mit einer stabilen, wasserdichten Outdoorjacke und einer leichten, winddichten und wasserabweisenden Windjacke am besten bedient.

6) Softshells

Seit einiger Zeit kommen immer mehr Produkte mit Stretchmaterial auf den Markt. Die Vorteile sind eindeutig: Perfekte Passform bei enganliegendem Schnitt und sehr hohem Komfort. Die Nachteile sind geringere Haltbarkeit und die geringere Eignung für sehr windiges oder nasses Wetter.

Unser Tipp: Wer nur eine einzige Funktionsjacke mitnimmt, kann mit einer Softshell sehr gut beraten sein. Wer hingegen mehr Material einpacken kann, sollte für eher schlechte Bedingungen eine echte Outdoorjacke einpacken, oder für eher gute Bedingungen eine leichte Shelljacke.

7) Kombiprodukte und Doppeljacken

Generell sparen Kombiprodukte, vor allem Doppeljacken inkl. Fleece vor allem Geld. Aber meistens sind es Kompromisse und man kann nur bedingt den Thermal-Layer variieren, da er entweder eingezippt oder eingeknöpft ist.

Unser Tipp: Besser hier nicht sparen, sondern in ein echtes 3-Lagen System investieren.

8) Abzippen – echte Lösung oder nur Kompromiss?

Wer für variable Bedingungen und vor allem leicht unterwegs sein möchte, der kann Hosen, Hemden und Jacken mit abnehmbaren Beinen und Ärmeln nehmen. Für echten Wetterschutz (Wind und Regen) empfehlen sich derartige Kombiprodukte meist nur bedingt.

Unser Tipp: Produkte mit Zipplösungen sind ideal für Sonnenschutz und warme Bedingungen. Das spart nicht nur Gewicht, sondern ist auch flexibel und komfortabel.

9) Technische Features – echte Funktion

Wer sich an einem Billigprodukt schon mal über hakelige Zipper, abfallende Druckknöpfe und ausgeleierte Gummizügen geärgert hat, der schaut beim nächsten Kauf genauer hin. Aber selbst bei renommierten Marken wird man manchmal misstrauisch. Wir wollen an dieser Stelle keine Marken nennen, finden es aber bedenklich, dass einige Hersteller bei identischer Optik der Produkte kräftig an der Funktion sparen, wenn es sich um billigere Linien handelt. Zuviel Funktion ist im Übrigen aber auch nicht gut, denn damit steigen die Chancen, dass etwas kaputt geht.

Unser Tipp: Wir sind Fans von reduzierter Funktion, kein Schnickschnack, keine Gimmicks. Es gibt leider kein Patentrezept für die beste Preis-Leistung, aber wer einen der großen Kataloge mal in die Hand nimmt, wird schnell herausfinden, was gute Produkte und gute Funktion durchschnittlich kosten. Und wer Schnäppchen kauft, sollte also immer den empfohlenen Verkaufspreis im Auge haben.

10) Bei wärmenden Produkten – Packmaß beachten

Gerade Rucksacktouren haben neben dem Gewicht ein weiteres Problem zu bewältigen. Zu viel Volumen. Leider korreliert geringes Packmaß und Top-Funktion immer auch mit einem hohen Preis. Vor allem bei Schlafsäcken und Daunenjacken sollte man unbedingt die Fillpower beachten.

Unser Tipp: Gute Produkte haben eine Fillpower von 550 sollte es schon sein, Kompressionssäcke schaffen Platz und wer wirklich Volumen reduzieren möchte, der kommt vor allem an einem teureren Schlafsack und Daunenjacke nicht vorbei.

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Geschrieben am 27.03.2009 von stefano in Kleidung
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