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Rubrik: Reisemedizin

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Nach Tuberkulose ist Malaria die zweithäufigste Infektionskrankheit der Welt! Wer eine Reise in entsprechende Länder plant, sollte sich auf jeden Fall im Vorfeld genau informieren. Immer noch gibt es in Deutschland etwa 500-1000 importierte Malariafälle pro Jahr. Zu 80% kommen diese aus Afrika, vor allem aus Ghana, Kenia, Nigeria, Gambia und Kamerun.

Was ist Malaria?

Die Malaria ist immer noch eine potentiell tödliche Krankheit und wird von vielen Reisenden unterschätzt. Neben den Fieberanfällen (daher auch das Synonym „Wechselfieber“), die als Hauptsymptom der Malaria bekannt sind, kann es zu folgenden Malaria-Symptomen kommen:

  • Nierenversagen,
  • epileptischen Anfällen
  • spontan Blutungen
  • Kreislaufschock,
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma.

In welchen Ländern gibt es Malaria?

Malaria kommt in den Tropen und Subtropen vor. Für eine genaue Länderübersicht siehe http://www.dtg.org/laender.html

Wie bekommt man Malaria?

Der Malaria-Erreger, ein Plasmodium von dem es 4 verschiedene Arten gibt, wird durch einen Stich der Anophelesmücke übertragen.

Expositionsprophylaxe: Schutz gegen Mückenstiche

Damit kommt man eigentlich schon zur ersten Malaria-Prophylaxe, der so genannten „Expositionsprophylaxe“, d.h. Schutz gegen Mückenstiche. Übrigens schützt die Expositionsprophylaxe auch vor der Übertragung von Gelbfieber.

So schützt Du Dich gegen Mückenstiche

  • Nutzung von Moskitonetzen
  • Aufhalt in klimatisierten Räumen mit Mückengitter (vor allem nach Einbruch der Dämmerung)
  • Tragen heller Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt
  • Einreiben ungeschützter Haut mit mückenabweisenden Mitteln, so genannten Repellents (z.b Autan active). Das ist vor allem abends/nachts wichtig, da die Anophelesmücke dann besonders aktiv ist! Repellents schützten auch gegen Zecken und anderes Getier…
  • Meiden von stehenden Gewässern (Brutplätze der Mücken!)
  • Imprägnieren der Kleidung und Moskitonetze mit entsprechenden Mitteln (z.b Nobite für Kleidung)
  • Ausräuchern der Räume mit speziellen Verdampfern oder Räucherspiralen (mosquito coils) bietet zusätzlichen Schutz

Wichtig ist vor allem, dass man konsequent auf den Schutz achtet und auch bei einem längeren Aufenthalt nicht nachlässig wird!

Chemoprophylaxe: Vorbeugend Medikamente gegen Malaria einnehmen

Zusätzlich sollte man auch eine „Chemoprophylaxe“ durchführen, d.h. Vorbeugend Medikamente gegen Malaria einnehmen. Die Malaria-Chemoprophylaxe bewahrt einen zwar nicht vor der Infektion, aber vor dem Ausbruch der Krankheit.

Zur Zeit sind folgende Medikamente in Verwendung

  • Chloroquin + Proguanil (Paludrine)
  • Mefloquin (Lariam)
  • Doxycyclin (in Gebieten die bereits Resistenzen gegen andere Medikamente entwickelt haben)
  • Chloroquin (Resochin, Weimerquin, Chlorochin)
  • Atovaquon/Proguanil (Malarone)

Diese Medikamente werden für Aufenthalte bis max. 6 Wochen verordnet. Bei Langzeitaufenthalten müssen individuelle Empfehlungen eingeholt werden!

Leider kommt es in den letzten Jahren vermehrt zu Resistenzen gegen verschiedene Medikamente (d.h. der Malaria-Erreger wir immung gegen das Medikament und das Malariamittel wikt dann nicht mehr). Daher sollte man auf das jeweilige Reiseland zugeschnittene Malaria-Prophylaxen einnehmen. Das erhöht den Schutz!

Da es häufig Änderungen in der Prophylaxe-Therapie gibt, sollte man sich beim Hausarzt oder auf verschiedenen Internetseiten (z.B. http://www.dtg.org/7.html) im Vorfeld erkundigen.

Wichtig bei der Einnhame von Malaria-Medikamenten

Medikamente nie selbst dosieren oder die Reste von Freunden aufbrauchen! Es gelten gesonderte Bestimmungen für Schwangere, Kinder, Menschen mit chronischen Krankheiten oder Nierenproblemen. Manche Medikationen richten sich auch nach dem Körpergewicht.
Also immer lieber mit dem Hausarzt besprechen und nur gezielt anwenden!!

In Ausnahmen: Die Malaria „Stand-by Therapie“

In vielen Großstädten mit sehr geringem Übertragungsrisiko (z.B Städte in Asien und Südamerika – immer die aktuellen Empfehlungen beachten) empfielt sich für den Schutz gegen Malaria:

  • eine sehr sorgfältige Expositionsprophylaxe (Schutz gegen Mückenstiche, s. oben)
  • Mittel für Notfallselbstbehandlung mitführen, so genannte „Stand-by Therapie“ (anstatt der vorbeugenden Chemoprophylaxe)

Zur Zeit werden für die Malaria Stand-by Therapie folgende Medikamente verwendet:

  • Artemeter + Lumefantrin (Riamet)
  • Atovaquon + Proquanil (Malarone)
  • Mefloquin (Lariam)

Regeln für die Malaria Stand-by Therapie

Die Malaria-Stand-by Thearpie ist nur in Gebieten mit einem sehr geringem Übertragungsrisiko zu emopfehlen. Ansonsten sollte man vorbeugend Medikamente einnehmen (s. Chemoprophylaxe).

Außerdem sollte man beim Auftreten von Fieber IMMER einen Arzt aufsuchen, selbst wenn man Medikamente zur Stand-by Therapie dabei hat.

Schnelltests sind für Laien in ihrer Anwendung und Aussage unzuverlässig und deshalb für Reisende eigentlich nicht empfehlenswert!

Umgang mit Malariaverdacht

Also immer dran denken: Fieber ab dem 6ten Tag nach Einreise in ein Malariagebiet und bis zu 6 Wochen nach Rückkehr ist so lange Malaria verdächtig bis das Gegenteil bewiesen ist! Deshalb unbedingt beim Arzbesuche Auslandsaufenthalte erwähnen.

Es gibt Fälle, bei denen erst nach 1 bis 2 Jahren ein Malariaschub auftritt! Die Plasmodien können es sich nämlich auch in der Leber gemütlich machen und mit dem Ausbruch noch ein bisschen warten…

Leider denken viele Reisende „Mir passiert schon nichts, und wenn, dann kann ich immer noch Malarone einwerfen!“

So einfach ist das leider nicht. Die Hauptursache für Todesfälle ist die nicht optimale Chemoprophylaxe!
Leichtsinn ist bei der Malaria gefährlich!

Wenn Du noch Fragen oder Kommentare dazu hast, kannst Du sie gerne hier im blog posten!
Gute Reise;)

Weitere Infos

Geschrieben am 25.01.2009 von Chefin in Reisemedizin
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3 Trackback(s) zu “Tipps zu Malaria und Malariaprophylaxe”

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  • Trackback von # Der join my trip Reiseblog am 28.01.2009 um 14:39

    Die Fernreise-Checkliste – was Du vor der Abreise erledigen solltest…

    An Visum, Impfungen, Reisepass und Co gedacht? Mit der Fernreise-Checkliste von unserer Chefin werden die Vorbereitung für Deine nächste Fernreise zum Kinderspiel!

    Sobald wie möglich erledigen
    Visum beantragen
    Gültigkeit von Au…

  •  
  • Trackback von # Der join my trip Reiseblog am 29.01.2009 um 10:02

    Tropenreisen – so bleibst Du in den Tropen gesund…

    Gesundheitlich gesehen sind die Tropen nicht nur ein Paradies. Dein Körper muss zum einen mit der schwülen Hitze und der extremen Sonneneinwirkung fertig werden, zum anderen lauern Gefahren in Speis und Trank, die Dir Deinen Traumurlaub so …

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  • Trackback von # Der join my trip Reiseblog am 03.02.2009 um 00:19

    Tropenreise – Welche Impfungen brauche ich für Südamerika, Asien oder Afrika?…

    Welche Impfungen brauche ich für eine Reise in Tropengebiete? Bereits 6-8 Wochen vor Deiner Abreise solltest Du Dich deswegen bei Deinem Hausarzt erkundigen, aber wenn Du vorab schon mal wissen willst, mit welchen Impfungen Du bei einer Tropenre…

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