Reisebericht Nepal - zwei Wochen Abenteuer in Nepal & Tibet

von _go further_ am 01.02.

Wir sind via Indien geflogen, mit einer Nacht Aufenthalt in Delhi. Und das sollte eine der eindrücklichsten Nächte meines Lebens werden! Nach dem wir im Hotel, das in Old Delhi liegt, eingecheckt haben, sind wir sofort raus auf die Strasse, um die Umgebung zu erkunden.


Delhi
Der erste Eindruck war eher erschreckend; überall streunen herrenlose Hunde herum, und die Menschen schlafen entweder direkt auf der Strasse oder auf ihren Rikschas. Plötzlich hörten wir aber laute und fröhliche Musik der wir, neugierig geworden, gefolgt sind. Die Strasse, aus der die Musik kam, hätte ein anderer Stadtteil sein können! Farbige Lichter und Tücher verzierten die Strasse, die Menschen waren festlich gekleidet und sassen fröhlich beisammen, während ein Sänger typisch indische Musik spielte. Das ganze hatte eine so warme und einladende Ausstrahlung, dass wir gar nicht anders konnten, als hin zu gehen. Wir sind natürlich sofort aufgefallen; die drei einzigen Touristen weit und breit! Wir wurden aber nicht als Eindringlinge betrachtet, wie man das hierzulande erwarten könnte. Wir wurden herzlich als Gäste empfangen, man hat uns sofort ganz nach vorne zur Bühne gebeten, Tee angeboten und uns Blumenkränze umgelegt und offiziell Willkommen geheissen. Wie man uns erklärte, treffen sich diese Menschen jedes Jahr hier, um ihren Gott zu verehren. Männer, Frauen und Kinder haben sich verkleidet, um die Geschichte dieses Gottes dar zu stellen, während der Sänger und seine ’Band’ die Geschichte erzählten. Wir hatten Glück, denn einer der Männer, der neben uns sass, sprach sehr gut englisch und konnte uns somit erklären, um was es ging.
Gegen 4 Uhr morgens – wir haben unterdessen entschieden, dass sich schlafen gehen nicht mehr lohnt – sind wir kurz zurück zum Hotel und dann wieder raus, um per Tuk-Tuk noch etwas von Delhi zu sehen. Wir sind zur Jama Masjid (die größte Moschee Indiens) gefahren, wo wir gerade bei Sonnenaufgang ankamen. Danach sind wir noch nach New Delhi, zum India Gate gefahren. Der Unterschied zwischen New und Old Delhi ist markant. Man fährt durch diese staubigen und engen Strassen voller Menschen, Rikschas und Kühen, und von einem Moment zum anderen sind plötzlich alle verschwunden, die Strassen sind breit und die Gebäude riesig, mit grünen Parks dazwischen. Und ebenso schnell ist man wieder zurück im geschäftigen Tumult von Old Delhi.

Kathmandu
Noch am gleichen Tag ging der Flug nach Kathmandu, Nepal den wir mehr oder weniger schlafend verbrachten… :-) Kaum im Hotel angekommen, haben wir uns sofort auf den Weg gemacht um ‚unseren’ Stadtteil zu erkunden. Hier kann man sich kaum vor den unzähligen Souvenirshops retten. In jedem Shop gibt es etwas, das man kaufen oder jemandem mitbringen könnte. Selbst die Strassen sind ein echtes Erlebnis. Man versucht sich irgendwie einen Weg durch die Strassen zu bahnen, immer auf der Hut vor den Rikschas, Autos, Motor- und Fahrrädern und den Kühen. In diesen lebhaften Strassen lässt sich auch leicht ein gutes lokales Restaurant mit diversen Spezialitäten finden.
Der nächste Tag war der Tag der Sehenswürdigkeiten. Als erstes sind wir zum Affentempel, von wo aus man (wenn man nach den unzähligen Stufen oben angekommen ist) einen wunderbaren Ausblick über das Kathmandutal hat. Danach ging’s zum Durban Square, mit seinen eindrücklichen Gebäuden und noch spannenderen Leuten, die hier zu finden sind; z.B. die „Holy Men“, heilige Männer die mit ihren farbigen Gewändern und den angemalten Gesichtern nicht zu übersehen sind. Ein echtes Highlight war Bodnath, eine riesige Stupa, die für die in die Region geflohenen Tibeter erbaut wurde. Bei einem Essen auf einem der Roof Top Restaurants hatten wir eine perfekte Sicht auf die Stupa und über die Dächer der Stadt. Überall wehten die Gebetsflaggen, Räucherstäbchen verbreiteten mystische Düfte und wir probierten uns durch Dhal Bhat und Momos aller Art. Nach unserer Runde um die Stupa (natürlich im Uhrzeigersinn) ging es zum letzten Ziel des Tages, Pashupatinath einer Hindu-Tempelanlage, wo die Toten am heiligen Fluss verbrannt werden und zu den fünf Elementen zurückkehren. Es ist im Hinduismus ein sehr wichtiges Ritual und war für mich eine sehr beeindruckende Erfahrung...

Trekking im Kathmandutal
Heute sollte es bereits ernst werden. Unser Guide holte uns gegen 8.00 Uhr vom Hotel ab und wir fuhren aus Kathmandu raus zum Startpunkt unserer 2-tägigen Trekkingtour durchs Kathmandutal. Der Weg begann schon von Anfang mit steilen Treppen, was sich über die ganzen 600 Höhenmeter durchziehen würde. Auf dem Weg nach oben, begegneten uns viele Einheimische. Kinder, die jeden Tag den langen Weg in die Schule gingen, Arbeiter von den Feldern und Dorfbewohner, die ihre Produkte auf die Märkte in der Stadt brachten. Durch Reisfelder, kleine Bergdörfer und entlang von Wasserfällen führte der Weg immer Höher. Leider war das Wetter nicht ganz auf unserer Seite. Auf halbem Wege fing es leicht an zu regnen. Nach einer kurzen Pause mit Nudelsuppe und Tee ging es aufs letzte Stück des Tages. Einige sichtlich erschöpft, motivierte uns der Guide immer wieder aufs Neue, das es nur noch 15min wären und es bald nur noch gerade gehen würde. Nach 5 Stunden erreichten wir erschöpft aber glücklich das vom Nebel umhüllte Tagesziel: Chisapani. Ein kleines Bergdorf bestehend aus ein paar Höfen und zwei oder drei Gästehäusern. Hotel Annapurna-View, so der viel versprechende Name unserer Unterkunft. Mit Kerzen auf dem Zimmer, falls der Generator ausfällt, Dusche und WC auf sehr einfachem Standard und einem Aufenthaltsraum machten wir es uns bei Mustang-Tee (einheimischer Schnaps mit Kaffee und Zucker) und einem nepalesischen Curry-Set gemütlich und warm.

Ein weiterer Tag Trekking
Heute sollte auf uns das großartige Panorama des Himalaja bei Sonnenaufgang auf uns warten. Um 6:00 Uhr klingelte der Wecker, doch anscheinend war der Wettergott mal wieder nicht auf unserer Seite. Nebel, Regen und Wind...also weiterschlafen. 2 Stunden später befanden wir uns wieder auf dem Treck. Fünf Stunden sollte es dauern...entlang des Kammes, durch Dschungel, vorbei an kleinen Seen und immer wieder der Blick in Richtung Norden, doch die Sicht wurde nicht besser. Normalerweise sollte uns das Annapurnamassiv begleiten und uns die Tour versüßen, stattdessen machten sich ein paar blutsaugende Würmer an uns ran. Mittags freuten wir uns über heiße Suppe und Tee in einem kleinen Gästehaus auf halber Strecke hinunter ins Tal. Mit einem Schmunzeln (sichtlich amüsiert über uns im Regen laufenden „Touristen“) empfing uns die Familie. Schnell sammelten wir neue Kraft, um auch den Rest der Strecke zu bewältigen. Immer tiefer stiegen wir hinab, wieder durch Reisterassen und kleine Gehöfte, als uns eine Gruppe einheimischer Frauen in ihren farbenfrohen Gewändern begegnete. Sie waren sichtlich amüsiert über uns, da wir trotz warmen Kleidern und dicken Wanderschuhen froren, während sie lediglich Flip Flops anhatten und leichte Saris trugen.
Nach einer Flussdurchquerung und rutschigen steilen Pfaden sahen wir nach 8 Stunden endlich unseren Fahrer mit dem Minibus auf uns warten. Was wir beim Abstieg bereits befürchteten, stellte sich als Tatsache heraus; er konnte auf Grund des Regens nicht weiter hoch kommen, wodurch aus den geplanten 5 Stunden 8 wurden! Völlig durchnässt und sichtlich müde fuhren wir nach Bhaktapur. Im Hotel konnten wir endlich wieder eine warme Dusche nehmen, wenn auch nur bei Kerzenschein, da der Generator erst spät am Abend zu laufen begann. Eine kurze Runde durch die Stadt, zeigte uns schnell die Schönheit dieser sehr gut erhaltenen alten Königsstadt. Die Eintages-Touristen waren bereits in ihre Hotels in Kathmandu zurückgekehrt, so dass wir die einzigen Fremden auf der Straße waren...ein schönes und doch seltsames Gefühl. Menschen die an kleinen Tempeln beten, neben spielenden Kindern und immer noch geschäftigen Händlern. Beim Abendessen hörten wir von der Straße laute Trommeln und das Schellen von Instrumenten. Ein Umzug mit Fackeln, lauten Trommeln und vielen Menschen bahnte sich seinen Weg durch die Gassen. Hier entschieden wir, dass wir unbedingt wiederkommen müssen, um diese gemütliche Stadt ein wenig intensiver zu erleben.

Nepal - Tibet: von 1300m auf 3650m in einem Tag
Um 6.15 Uhr hieß es bereits aufstehen und Frühstück. Unser Fahrer war wie immer pünktlich und brachte uns zum Flughafen. Mit China Airlines sollte es über die höchsten Berge der Welt nach Lhasa gehen. Wir erwarteten das Schlimmste auf Grund der Berge und der Höhe, doch der 2 Stunden dauernde Flug war wie jeder andere. Wir erspähten zwischen den Wolken sogar ein paar der höchsten Berge der Welt, Mt. Everest war uns jedoch noch nicht vergönnt. In Lhasa auf 3650m Höhe angekommen spürten wir sofort den Unterschied; die Luft war sehr trocken und warm, auch wenn wir die Auswirkungen der Höhe und der dünnen Luft noch nicht sofort bemerkten. Nachdem wir mit unserem Gruppenvisum schnell die Formalitäten erledigt hatten, erwartete uns bereits unser tibetischer Guide am Ausgang und begrüßte und mit den traditionellen weißen Schälen. Während der Fahrt nach Lhasa bekamen wir einen ersten Eindruck von der Landschaft Tibets. Berge, weite Täler, trockene Steppen und klarer blauer Himmel. Schnell verstanden wir, warum wir viel Wasser trinken sollten. 3ltr pro Tag, was uns angesichts der trockenen und tagsüber heißen Luft nicht schwer fiel. Für den Abend erhielten wir einen Essensgutschein für das Dunya´s, ein Restaurant mit einem Mix aus internationaler Küche und einheimischen Zutaten. So endete ich mit indonesischem Fried Rice mit Yakfleisch und einem „Altitude Tea“. Das Essen ist sehr zu Empfehlen, ebenso wie der Tee, der leider aber nicht die erhoffte Wirkung zeigte. Langsam aber sicher machten sich die Auswirkungen der Höhe bemerkbar, mit leichten Kopfschmerzen und Übelkeit. An diesem Abend waren wir uns alle einig, früh schlafen zu gehen um uns zu erholen.

Jokhang und Potala Palace
Am Morgen fühlte ich mich bereits wieder gut und war gespannt auf die Stadtrundtour mit unserem Guide. Wir starteten am Jokhang, einem Kloster mitten in der Stadt, welches inmitten des Barkhor Circuit liegt. Hier befanden sich hunderte Tibeter aus den Bergregionen auf ihrer Pilgerfahrt. Sie beteten vor dem Kloster, bahnten sich ihren Weg durch die vielen Kapellen im Inneren und brachten den Buddhastatuen Yakbutter. Der Geruch der Butterkerzen und Weihrauch ließ eine einzigartige Stimmung entstehen, Mönche gingen ihren Aufgaben nach und die Touristen mischten sich unter das rege Treiben der Gläubigen. Viele verschiedene Buddhastatuen und Bildnisse von früheren Lamas und heiligen Beschützern zierten die zahlreichen Räume. Das meiste davon würde ich wohl erst nach mehrmaligen hören und sehen verstehen. Auf dem Dach des Jokhang konnte man zum Potala Palace rüberschauen, den wir am Nachmittag besuchen sollten. Danach gingen wir auf die Kora (auf dem Barkhor Circuit), welcher eher einem Markt gleicht. Zum Mittagessen hat uns unsere Guide zu sich nach Hause eingeladen. Mit erstaunen entdeckten wir ein Bild des derzeitigen Dalai Lama (was in Tibet eigentlich verboten ist!). Sie schenkte uns Tee ein, welcher mit Salz gemixt war und servierte uns Tsampa, eine einheimische Speise, welche in Tibet als Grundnahrungsmittel gilt und aus Gerste, Yakkäse, Butter und Wasser hergestellt wird. Nicht stark im Geschmack doch sehr trocken und ohne Tee für westlichen Geschmack schwer zu genießen. Dafür bereitete uns ihre Mutter auch noch Kartoffeln mit einer scharfen Soße zu, welche sehr lecker waren. Nach dieser sehr interessanten Einführung ins Leben der Tibeter ging es auf zum Potala Palace. Dieser einstige Sitz des Dalai Lama war natürlich ein Höhepunkt. Wenn mittlerweile auch fast unbewohnt und vom chinesischen Militär besetzt ist der Palast ein sehr beeindruckendes Zeichen der tibetischen Kultur und Geschichte. Eine für uns scheinbar unwirkliche Welt, die es sich nur schwer vorzustellen gelingt und von der westlichen Welt völlig verschieden ist. Mit einer Aussicht über Lhasa ging dieser Tag dem Ende zu. Noch ein wenig in den Shops nach Souvenirs schauen, einen Lemon Tee bei Sonnenuntergang mit Aussicht auf Barkhor Square genießen, gefolgt von einem Dinner in einem chinesischen Straßenrestaurant.

Drepung Kloster, Norbulingka
Heute standen zwei weitere Klöster auf dem Programm. Unsere Guide holte uns ab und es ging zur Drepung Monastery etwas außerhalb von Lhasa. Gelegen am Hang eines Berges hatte man eine tolle Aussicht. Die seit Jahrhunderten bestehende Kultur der Tibeter und die Praktiken des tibetischen Buddhismus konnte man hier sehr gut beobachten. Noch immer kommen hunderte Menschen täglich aus den Bergregionen, um hier zu beten. Norbulingka, der Sommerpalast des Dalai Lama war umgeben von einem schönen mit Blumen und Pflanzen bestückten Park, in dem sich der Lama von seinen Ämtern zurückzog und sich erholte. Mittagessen gab es im von vielen Seiten empfohlenen Tashi1, ein sehr einfaches familiengeführtes Restaurant mit ausgezeichneter Küche. In der Sera Monastery konnten wir am Nachmittag die Mönche im „Debating Club“ beobachten. Ein seltsames Schauspiel, an dem die Mönche offensichtlich sehr viel Vergnügen fanden und definitiv etwas, das man einfach sehen muss!

Erster Ausfall und Vorbereitung für die Tour
Am Morgen fiel die Entscheidung, dass Katja nach Hause fliegen muss. Nach Fieber und Übelkeit über 2 Tage im Bett war es wohl besser für sie, nicht höher zu gehen. Unser Agent vor Ort organisierte alles Nötige und Flüge wurden von Shoestring gebucht. In der Zwischenzeit konnte der Rest von uns noch ein wenig in Lhasa umherschlendern und letzte Besorgungen für den Trip erledigen (warme Jacken, Handschuhe und Mützen waren angesichts der 5200m am Everest Basecamp sehr beliebt). Von einem Restaurant auf den Barkhor Square schauend, bestellten wir eine Flasche tibetischen Wein…wie sich herausstellte 54% stark, so dass der Nachmittag recht lustig wurde. Für unser letztes Abendessen kamen wir noch einmal ins Dunya’s. Mit Pasta gönnte ich meinem Magen etwas Abwechslung von Fried Rice und Fried Noodles.

Die erste lange Fahrt
Bereits um 7:00 Uhr morgens ging es los. Nachdem wir Katja am Flughafen verabschiedeten, ging es mit dem Landcruiser zum ersten großen Pass auf über 4900m. Wir genossen einen grandiosen Ausblick über den Yamdrok-Tso See (der gemäss Einheimischen einem Skorpion gleichen soll) und die schneebedeckten Berge im Hintergrund. Weiter ging es entlang des Friendship-Highways durch ein langes Tal, vorbei an Bergen und Flüssen, Dörfern und wüstenartigen Sanddünen. Unser nächster Stopp war an einer Stelle, wo Räucherstäbchen mit der Kraft der Natur hergestellt werden; Wasser bringt eine Art Mühle in Bewegung, welche ganze Holzstücke zermalmt… Auf der Weiterfahrt entschloss sich unser Fahrer kurzerhand, eine Abkürzung zu nehmen. Nun ging es auf einer Schotterpiste durch Terrain, durch entlegene Dörfer, über Sanddünen und ausgetrocknete Flüsse. Die Schaukeltour dauerte etwa eine Stunde dann erreichten wir wieder den Highway nach Gyantse. Nach 8 Stunden im Landcruiser waren wir froh im Hotel anzukommen. Zum Abendessen versuchten wir ein vom Lonely Planet empfohlenes China-Restaurant; leider nicht wirklich überzeugend… Mit Kartenspielen und heißem Tee machten wir es uns im Hotelzimmer bequem, da außer streunenden Hunden niemand auf der Straße anzutreffen war.

Gyantse - Shigatse und Tashilhunpo Kloster
Das nahe gelegene Pelkor Chöde Monastery war unser erster Stopp. Eine 9 Stockwerke hohe Stupa konnten wir von innen besichtigen. Mit Fotos war es wie immer schwierig. Entweder man bezahlt (von 10 – 1500 Yuan war alles möglich) oder man gibt sie am Eingang ab.
Der Aufstieg zur gegenüberliegenden Festung war anstrengender als vermutet. Hunderte Treppen und dann die dünne Luft auf fast 4000m. Aber die Aussicht über das weite Tal und die Stadt mit dem Kloster entschädigten dafür. Auch hier gab es ein Tashi Restaurant, welches wieder einmal sehr zu empfehlen ist. Auf der Weiterfahrt nach Shigatse besuchten wir noch eine kleine Mühle für Gerstenmehl, dem Grundnahrungsmittel der Tibeter. Nach 2 Stunden erreichten wir Shigatse und das Tashilhunpo Kloster, dem Sitz des Panchen Lama. Hier befindet sich ebenfalls die größte sitzende Buddhastatue (26m hoch, aus Bronze und Gold) der Welt. Nach dem Check-in im Yak-Hotel gab es Abendessen; natürlich im Tashi Restaurant (top!) bei einer Flasche Lhasa Beer.

Shigatse - Sakya Kloster
Nach 3 Stunden und dem 4800m hohen Tso La Pass erreichten wir Sakya. Ein kleiner Ort mit einem sehr bedeutenden Kloster in den Bergen. Auf 4270m gelegen, fiel der Aufstieg zum Kloster entsprechend schwer. Die vier weißen Stupa leuchteten geradezu im Kontrast zum den kargen Berghängen. Zum noch höher gelegenen Kloster für Nonnen schaffte ich es dann doch nicht mehr. Der Hügel unterhalb des Klosters und inmitten der Sonne war einfach zu verlockend. Während Lars und unser Guide zum Kloster sind, gönnten sich Benedetta und ich eine gemütliche Pause. Unser heutiges Abendessen bestand aus Keksen und Tee, da die Höhe sich wieder einmal auf unseren Magen auswirkte.

Der Tag des Mt. Everest
Heute war es soweit! Das heutige Tagesziel: Das Everest Basecamp! Zuerst mussten wir noch zwei Pässe (5200m) überqueren. Das Wetter, diesmal auf unserer Seite, bescherte uns einen tollen Tag. Schon bald konnten wir ein erstes Mal den höchsten Berg der Welt aus der Ferne bewundern. Alle Kameras liefen heiß, für das perfekte Foto vor diesem Giganten. Leider dauerte unsere Fahrt über Schotterpisten, felsiges Gelände und steile Pässe etwas länger, so dass es für den Aufstieg zum Basecamp zu spät wurde. Unterwegs gab es noch Mittag in einem kleinen Dorf entlang der Strecke. Sobald die Sonne unterging, wurde der Wind bitter kalt. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, eine Runde um das Rongbuk Kloster zu laufen und den Mt. Everest im Licht des Sonnenunterganges zu genießen. Die Zimmer im Klostergästehaus waren sehr einfach. Die vorhandenen Toiletten versuchte man zu vermeiden und Duschen existierten nicht. Dafür gab es ein gut geheiztes Restaurant für alle, in dem man auch etwas zwischen die Zähne bekam und heißer Tee serviert wurde.

Basecamp und der wilde Ritt zur Grenze
Schon vor den ersten Sonnenstrahlen hieß es: Raus aus den Federn (oder besser gesagt, aus den 2 Schlafsäcken und den 3 Decken). Recht kalt, doch besser als erwartet schlüpften wir aus den warmen Betten und machten uns bereit für die letzten 8km zu Fuß zum Basecamp. Nur 200 Höhenmeter, und dennoch musste ich mich auf die Atmung konzentrieren und sehr langsam gehen. Obwohl mir alle gesagt haben, dass die Luft hier oben sehr dünn ist und bergauf zu laufen sehr anstrengend, war ich erstaunt und irgendwie fasziniert, wie sich das tatsächlich anfühlt. Unterwegs passierten wir noch ein kleines Zeltdorf, indem Touristen nächtigen konnten und kleine Restaurants in Zelten aufgebaut waren. Von hier war es auch möglich mit dem Pferdekarren die letzten Kilometer zu fahren. Die Verlockung war zwar groß, der Stolz aber noch viel größer! Wenn wir schon hier sind, machen wir das doch wohl zu Fuß! Nach schier endlosem laufen erreichten wir endlich das Basecamp. Es war aber bis auf ein paar Touristen und einem Militärposten relativ leer…die eigentliche Saison für den Anstieg auf den Gipfel ist im Mai. Auf dem Weg nach unten gönnten wir uns dann den Luxus des Pferdekarrens… ein wenig staubig und nicht wirklich schneller kamen wir glücklich im Tal an, wo unser Guide schon auf uns wartete. 8 Stunden Fahrt lagen vor uns. Eine weitere Abkürzung durch die Prärie bescherte uns einen wahrhaftigen Ritt wie auf einem wilden Stier. 2 Stunden lang ging es durch wildes Gelände. Steile Abhänge tief ins Tal, weite Ebenen, entlegene Dörfer, wandernde Nomaden mit ihren Yaks, Wanderer auf dem Everest Treck und sogar ein paar mutige Biker kreuzten unseren Weg. Eine beeindruckende Umgebung und eine Erfahrung die ich trotz der Strapazen nicht missen möchte. Wieder auf dem Friendship-Highway endete auch auf diesem der geteerte Abschnitt. Auf einem weiteren Pass auf über 5000m konnten wir den Xi-Xi-Bangma sehen, den einzigen völlig in Tibet befindlichen 8000er. Danach ging es nur noch abwärts, was nicht heißen soll weniger aufregend. Im Tal des Bothe Kosi ging es auf abenteuerlichen Bergstraßen die auch noch im „Bau“ waren auf unter 2000m. Es wurde gerade dunkel als ein Erdrutsch die Strasse vor uns blockierte und uns sowie den ganzen Convoy von Landcruisern hinter stoppte. Die Fahrer und die Guides fingen an, im Scheinwerferlicht der Autos die ganzen Felsen und Steine von Hand weg zu bringen, während wir mit anderen Touristen ins Gespräch kamen. Bald darauf ging es weiter und wir erreichten etwas verspätet den Grenzort zu Nepal.

Am nächsten Morgen mussten wir erst eine Stunde am Grenzposten warten, bevor es weiter ging. Bald waren wir an der Friendship Brigde, die Nepal mit Tibet verbindet. Auf der anderen Seite der Grenze machten wir uns erst mal auf die Suche nach unserem neuen Guide und dann gings auf zu seinem Auto, das gerade gross genug war, um uns und unser Gepäck aufzunehmen. Das nächste Ziel war „The Last Resort“. Über eine riesige Hängebrücke überquerten wir das 160m tiefe Tal, wo zwei Tage Action und Relaxen gleichzeitig auf uns warteten, in einem paradiesischen Garten, der im extremen Kontrast zu der Landschaft von Tibet stand. Endlich wieder üppiges Grün wie im Dschungel, leuchtende Farben und Schmetterlinge wohin das Auge auch blickt. Die feuchte warme Luft konnte man sofort spüren, so dass wir uns gleich am Nachmittag für Canyoning entschieden. Sieben Wasserfälle galt es zu überwinden…am Seil hängend, die kühle Dusche des rauschenden Baches über uns hereinbrechend. Am Abend relaxten wir in der offenen Lounge, wo neben Masala Tee und Kaffee auch die verschiedensten Cocktails auf der Karte standen. Die Nacht verbrachten wir in gemütlichen Vierbett-Zelten, mit dem Rauschen des Flusses und den nächtlichen Dschungelgeräuschen im Hintergrund.

The Last Resort
Entspannen, Relaxen, Entspannen….so oder umgekehrt verlief der Tag. Ein kurzer Sprung in den Pool, in der Sonne liegen, essen, trinken…so erholt man sich hier von den Höhenabenteuern in Tibet. Benedetta wollte es ein wenig spannender und konnte nicht widerstehen, den Bungy-Sprung aus 160m von der Hängebrücke tief in die Schlucht zu wagen. Ich hätte es ja auch gemacht, wenn man danach nicht die 20 Minuten wieder den Berg hoch laufen müsste *bluff* :-)

Rafting und zurück nach Bhaktapur
Vorletzter Tag und noch einmal war Action angesagt - Rafting auf dem Bhote Kosi. Auf dem Weg stoppte uns noch eine Straßensperre einiger Jugendlicher, die eine Spende für ihre Schule haben wollen. Naja…nach ein wenig hin und her und einer kleinen Spende ging es dann auch endlich weiter. Kurze Anleitung und „Sicherheitshinweise“ (Achtung, es wird gefährlich!) durften wir ins Boot und auf ging es. Lunchstopp, Jumping-Rock, ein paar heftige Stromschnellen, alles war dabei. Eine Person ging über Bord (Verluste sind eingerechnet) und am Schluss ließ uns der Guide auch noch eine Stromschnelle schwimmen….ein riesiger Spaß und erfrischend dazu. Ein Fahrer wartete wieder auf uns am Ende der Strecke und brachte uns im wilden Tempo entlang von Dörfern und Feldern zurück ins Kathmandutal nach Bhaktapur. Dieses Mal kamen wir vor Einbruch der Dunkelheit an und hatten so die Möglichkeit, uns diese schöne alte Stadt noch etwas genauer anzuschauen und den Sonnenuntergang mit Blick über die Dächer und den noch immer sehr belebten Markt der Einheimischen zu genießen. Zum Abendessen gab es noch einen Schluck Rakshi (auch Roxy genannt), um den Abschluss dieser gelungenen Shoestring-Tour zu begießen.

Heimreise
Eine lange Reise stand bevor. Nach ein paar letzten Souvenirs in Kathmandu verabschiedeten wir uns von diesem sehr interessanten Land und stiegen in den Flieger nach Delhi. Hier fanden wir wiedererwartend einen Guide mit dem Schild „Shoestring“ am Flughafen. Tatsächlich hatte man uns ein Hotel für nur 8 Stunden Aufenthalt gebucht. Wir wollten aber nur etwas essen und dann am Flughafen auf unseren Anschlussflug warten. So fuhr man uns zu einem modernen westlich geprägten Einkaufszentrum, wo wir zum Glück auch noch ein indisches Restaurant fanden.
Am nächsten Morgen gegen 8.00 Uhr landeten wir dann erschöpft und müde, aber mit einem Koffer voller Erinnerungen an diese tolle Reise auf europäischem Boden.

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