Reisebericht: Alaska 2012 (Teil 2)

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step2treveler

ein Reiseführer

aus Ulm

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Tag 8

"Delta River"

Habe eine feuchte Nacht hinter mir. Kurz vor dem Morgengrauen, hat es aber aufgehört zu regnen. Das Zelt ist nahezu trocken. Mal sehen, was die "Delta-Region" so zu bieten hat. Langsam und Vorsichtig geht es auf der Piste zurück. Ich habe es nicht so eilig. Nach knapp einer Stunde, ist die Teerstraße erreicht. Mein Auto, sieht durch den kleine "Abstecher" in die "Wildes", inzwischen ziemlich dreckig aus.

Bis zum "Tok" Highway, sind es noch ein paar Meilen. Und danach geht es wieder dieselbe Strecke bis nach "Gulkana" zurück. Kurze Pause. Am Parkplatzrand stehen zwei "Alte" Feuerwehrautos. Inzwischen ist die Sonne wieder rausgekommen. Mit dem Taschenmesser, pulle ich die dicksten Steinchen, aus dem Reifenprofil meines Autos heraus. Da haben sich so einige festgesetzt. Weiter nach "Delta" hinauf. Die Abzeigung zum "Denali Hwy", ist nach einer weiteren Stunde erreicht. Zwischenzeitlich gab es an einer Straßenbaustelle eine kleine Zwangspause. Über mehrere Meilen hinweg, geht es brav hinter dem "Pilotcar" hinterher.

Nach der Kreuzung geht es noch weiter in die Berge hinauf. Tolle Fernsicht auf die "Alaska-Range". Die Spitzen sind bzw. schon wieder Schneebedeckt. Davor liegt eine riesige Sumpffläche, mit einigen Seen dazwischen. Kurz vor dem Pass, liegt der "Tangle Lakes" Campground. Von hier ab ist die Straße die früher der einzige Zugang für Autos zum "Denail" war, nicht mehr geteert. Da ich ja noch nach "Fairbanks" fahre, sollte die neue Route deutlich komfortabler sein.





Es geht auf das Wochenende zu. Der Platz ist sichtlich voller als ich es bisher gewöhnt war. Es findet sich aber noch ein gutes Plätzchen. Hier oben gibt es fast keine Bäume mehr. Somit ist der gesamte Platz etwas "Nackt". Man kann wirklich "allen" Nachbarn beim Essen zusehen. Zum Platz gehört auch ein See mit einer Anlegestelle für Boote. Von der in der Nähe liegenden "Infrastruktur", steigt in regelmäßigen Abständen ein Helikopter auf. Es ist mal gerade früher Nachmittag. Gutes Wetter und ausreichend Zeit um noch etwas in die Landschaft raus zufahren.

In dem Infokasten am Eingang des Platzes, sind glücklicherweise einige Trailinformationen ausgelegt. Mit dem Auto, geht es knapp zwei Meilen die Straße zurück. Der ausgeschilderte Ausgangspunkt für eine Tour in die Berge, ist schnell gefunden. Parkmöglichkeiten stehen ausrechend zur Verfügung. Eine Familie inkl. Kinder ist fleißig beim Bickbeeren sammeln. Immer dem Pfad folgenden, geht es in die "Wildnis" hinein. Die tieferen Stellen im Sumpf sind alle mit Kunststoffmatten ausgekleidet. Trotzdem quillt das Wasser zwischen meine Wanderschuhe noch recht hoch hervor.

Laut Karte sollte der Weg rechts vor dem Berg vorbeiführen und an einem See enden. Stattdessen geht es diesen immer weiter hinauf. Da hat es wohl eine kleine Änderung gegeben. Ist aber auch nicht so wichtig. An einem markanten Stein, scheint der Trail Augenscheinlich zu ende. Etwas zu kurz für meine Vorstellung. Man könnte eigentlich noch auf die Spitze mit der Steinpyramide vorstoßen. Könnte aber etwas feucht werden. Mal ausprobieren. Diverse Pfade, schlängeln sich durch das hier enger liegende Dickicht. Für einen Elch sicherlich kein Hindernis. Ich dagegen tue mich etwas schwerer. Immer wieder lande ich in einer Sackkasse. Ein Ende oder die Umgehung der "Wildnis" ist nicht auszumachen. Entmutigt mache ich mich auf den Rückweg.

Zurück am Zeltplatz, gibt es zur Entschädigung einen Kaffee mit trockenen Schokoplätzchen. Bis zum Abendbrot kann ich dann mal wieder etwas in meinem Buch weiterlesen. Nach dem Essen geht es noch einmal auf dem "örtlichen" Trail am See entlang. Ein netter Abendspaziergang. Mit guter Stimmung geht es in Bett. In der Nacht, kann ich mal einen kurz Blick auf den sternenklaren Himmel werfen. Lange kann man es in der kalten Nachluft aber nicht aushalten. Schnell geht es wieder in den warmen Schlafsack zurück.



Tag 9

"Quartz Lake"

Vor dem Morgengrauen, hat es leider wieder Angefangen zu regen. Keine Besserung in Sicht. Das Frühstück lasse ich ausfallen. Ein paar Kekse müssen rechen. Das Zelt schmeiße ich so nass wie es ist, in den Kofferraum vom Auto. Ich bin nicht der Einzige, der etwas improvisieren muss. Auf der Rückfahrt, gibt es somit auch keine "Aussicht" mehr.

Der Gasthof und die dazugehörige Tankstelle an der Kreuzung zum "Richardson Hwy", hat auch schon mal besser Tage erlebt. Sieht alles sehr abgewirtschaftet aus. Ich will Heute noch nicht die gesamte Strecke bis nach "Fairbanks" fahren. Mal sehen wo ich noch einen Zwischenstopp einlegen kann. Ein Motel währe auch nicht schlecht. Mit dem nassen Zelt im Auto, aber auch keine so gute Idee.

Auf der Weiterfahrt, komme ich das erste Mal direkt an der über 1200 Kilometer langen "Trans-Alaska-Pipeline" vorbei. Kurze Pause. Auch kann man von hier, so einige Gipfel der naheliegenden "Alaska-Range" ausmachen. Es ist allerdings sehr windig geworden, im gegenzug hat aber der Regen aufgehört.

In "Delata Junction" angekommen, muss ich eine Endscheidung treffen. Motel oder Camping. Der einzige mögliche Anbieter, hat allerdings erst gegen Abend wieder geöffnet. Keiner hier. Warten wäre auch etwas zu langweilig. Der "Ort" selbst hat nur wenig Infrastruktur anzubieten. Allerdings mal einen Supermarkt. Der nächste Campingplatz liegt direkt an der Straße und ist eher für Wohnwagen geeignet. Also weiter. Es soll ja noch einen kleinen Park auf dem weiteren Weg nach Norden geben. Tatsächlich ist die Abzeigung auch schon in sichtweite.





Die Region um den "Quartz Lake", trumpft gleich mit zwei Campgrounds auf. Einen etwas abseits gelegener am "Lost Lake" und einer in der direkten Nähe zum Hauptsees. Mit entsprechende Bootsanleger bzw. Vermietung. Auch steht hier eine kleine Rangerhütte. Ausreichend freie Plätze stehen auch zur Verfügung. Für den Nachmittag, bietet sich eine Tour zwischen den Seen an. Sieht vielversprechend aus. Mit Regenjacke und ohne Kamera mache ich mich auf den Weg. Nach einiger Zeit, es regnet mal wieder leicht, komme ich an einen weiteren See. Ein fulminanter Bieberbau steht in dessen Mitte. Die Eigentümerfamilie ist aber nicht zu sehen.

Die nächste Etappe, führt mich steil auf einen kleinen Berg hinauf. Von hier aus kann man ein Teil der Landschaft inkl. See gut überblicken. Momentan gibt es nichts Aufregendes zu entdecken. Unter einem großen Baum mache ich es mir gemütlich. Die Äste schützen etwas vor dem Regen. Nach einiger Zeit ist eine Bewegung am Seerand auszumachen. Tatsächlich ist ein Elch, zwischen einen der vielen Baumschneisen auszumachen. Nach eine paar Umwegen, geht er in den See hinein. Hat es aber nicht sonderlich eilig. Leider alles sehr weit weg. Keine absolute Besserung des Wetters in Sicht. Also dann mal auf der anderen Seite vom Berg, wieder hinab zum "Quartz Lake". Hier im dichten Laubwald, ist der Weg nicht so breit ausgebaut. Die nassen Gräser durchnässen alles unterhalb der Gürtellinie inkl. der Schuhe. Dumm gelaufen. Entlang des Sees, geht es zum Zelt zurück. Weitere Aktivitäten werden erst einmal zurückgestellt. Mal zur Abwechslung etwas lesen und hoffen, dass der nächste Tag freundlicher wird.



Tag 10

"Fairbanks"

Das Wetter ist nicht so wirklich besser geworden. Momentan regnet es aber mal nicht. Trage gleich nach dem Aufstehen das Zelt zum See hinab. Dort kann es unter einen überdachten Picknickplatz wenigstens relative trocknen. Noch kurz das Auto holen und dann schnell das Frühstück zubereiten.

Netterweise klart es immer mehr auf. Selbst die Sonne kommt so langsamem hinter einigen Wolken hervor. Packe alles zusammen und fahre zum Ausgangspunkt der gestrigen Wanderung. Diesmal mit Kamera. Mache mich noch einmal auf einen Teil des Wegs. Bis zum Aussichtsberg hinauf. Habe diesmal aber kein Glück. Auch nach einer längeren Wartezeit, ist nichts auszumachen. Also denselben Weg wieder zurück. Ein paar Streifenhörnchen huschen über den Weg. Obwohl recht einsam, keine "wilden" Tiere weit und breit zu sehen.

Nächstes Ziel ist der "Nord Pol". Fast jedenfalls. Der Ort kurz vor Fairbanks, hat nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sondern der Weihnachtsmann ist hier auch beheimatet. Fast der ganze Ort, hat sich darauf ausgerichtet. Natürlich dürfen die entsprechenden Geschäfte dazu nicht fehlen. Kurzer stopp und dann weiter bis nach "Fairbanks".

Die Straße ist inzwischen wieder mehrspurig. Der Verkehr nimmt sichtlich zu. Einmal quer durch die Stadt. Mein favorisierter Campingplatz, liegt am anderen Ende. Gegebenenfalls gibt es mehrere Alternative. Das Wetter ist inzwischen wieder optimal. Heiterer Sonnenschein. Das nennt man mal Abwechslung. Der private Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck. Die Preise sind dem auch entsprechend. Dafür gibt es aber gratis Duschen und eine offenes WLan-Netz.



Das mit dem Duschen wird auch so langsam Zeit. Seit "Valdez", gab es hierfür keine Möglichkeit. Also nach dem Zeltaufbau, gleich mal unter die Dusche. Schön warm. Zusätzlich kann eine Rasur auch nicht schaden. Für den Nachmittag plane ich eine ausgiebige Stadtbesichtigung.

Zu Fuß mache ich mich auf den Weg. Am Anfang geht es entlang der Hauptstraße zum "Pioneer Park". Freier Eintritt und neben einem alten Raddampfer, ein paar historische angehauchte Gebäude. Die Ausstellung im innere vom Dampfer, ist aber recht interessant. Als nächstes Ziel, steht "Downtown" auf dem Programm. Die etwas indirekte Rute führt mich durch diverse Stadtteile. Das "Zentrum" ist eine Mischung aus neuen Glasbauten und einige alten Holzhäusern, sowie viel hässliche Betonbauten.

Erwähnenswert ist das neue Kulturzentrum. Eine sehr ansprechende Ausstellung sowie eine gute Filmdokumentationen, kann man hier gratis anschauen. Im Zentrum gibt es auch einen Markt. Auf dem weiterem Weg durch die Stadt, kommt man noch an so machen interessanten Gebäude vorbei. Auf dem Rückweg, langsam tun mir auch schon die Füße weh, komme ich noch an einem Mega-Kinokomplex vorbei. Die Popkorntüten sind noch um vieles größer als unser größten. Einen Besuch verschiebe ich aber auf später, falls mir die alternativen ausgehen sollten.

Zurück auf dem Platz, brauche ich dringest eine Pause. Ein Kaffee kann auch nicht schaden. Im Officebereich gibt es einen "Aufenthaltsraum". Gute Gelegenheit meine Akkus zu laden und mal die aktuellen Nachrichten abzurufen. Nach dem Abendessen, gibt es noch einmal eine kleine Platzrunde.



Tag 11

"Fairbanks"

Großer Ausflugstag und gutes Wetter. Für den Vormittag, steht als erstes der Besuch beim "Gold Dredge No.8" auf dem Programm. Dieser liegt etwas außerhalb der Stadt. Auf dem Weg dorthin, kommt man auch an der offiziellen "Trans-Alaska-Pipeline" Gedenkstätte vorbei.

Habe nicht so auf die Zeit geachtet und laut Reiseführer, gibt es nur zwei "Dredge"- Führungen pro Tag. Eine individuelle Besichtigung des Geländes, ist leider nicht möglich. Zur "Winter"-Zeit, fängt die erste Führung erst eine Stunde später als üblich statt. An dem kleine Holzschuppen am Eingang des Geländes, kann man die recht üppige Eintrittsgebühr von 35 Dollar, auch mit der Kreditkarte bezahlen. Bis zum Start der Tour, sind es aber noch ca. 30 Minuten. Bin fast der Erste hier am Morgen. Mal schauen wer sonst so noch kommt.

Kurz vor dem offiziellen Beginn, kommt ein Bus nach dem anderen, auf den ausrechend großen Parkplatz angefahren. Obwohl aus einigen Bussen nur sehr wenige Gäste aussteigen, kommt eine durchaus stattliche Menschenmenge zusammen. Der Altersdurchschnitt des Einzelnen, dürfte aber weit über 60 Jahr liegen. Zur Einführung gibt es noch einmal einen Überblick über die "Trans-Alaska-Pipeline". Danach geht es zum "Bahnhof" hinüber. Hier wartet schon eine Schmalspurzug (mit ausrechenden Waggongs) auf uns. Jeder findet einen freien Platz.

Nach ein paar Sicherheitshinweisen, geht es auch mit viel ruckeln Los. Während der Fahrt, kann man sich auf Monitore an der Decke, weitere Hintergrund-Infos zum Goldabbau aus dieser Gegend anschauen. Die musikalische Untermalung fehlt ebenso wenig, wie die historische Kostümierung des Begleitpersonals. Es folgen einige Stopps die Leben und Arbeitsweisen, des industriellen Goldabbaus zeigen. Dies hat wenig mit Goldwaschen und Lagerfeuerromantik zu tun. Knochenharte und monotone Arbeit bei geringem Lohn.





Auf halber Strecke, kommt dann das eigentliche Ziel des Tages in Sicht. Der "Gold Dredge No.8". Ein riesiges Monster, das im Wasser schwimmt. Nach den technischen Erklärungen, wird uns von einigen Personen, dass Goldwaschen mit der Pfanne vorgeführt. Danach dürfen wir auch aussteigen und zu Fuß zu den Gebäudekomplexen hinüber gehen. Jeder bekommt sein kleines Säckchen mit "Goldstaub" darin ausgehändigt. Die Waschplätze sind großzügig ausgelegt und überdacht. Mit entsprechender Unterstützung/Anleitung, machen sich ein paar hundert Touristen daran, aus dem "Dreck" etwas Gold auszuwaschen. Auch ich habe nach einiger Zeit meine paar Körner, mehr schlecht als recht separiert. Eine kleine Filmdose liegt als provisorisches Transportgefäß bereit.

Danach steht "Schoppen" mit Kaffee und Keksen auf dem Programm. Die diversen Gebäude beherbergen Produkte rund ums Gold. Und wer noch eine neue Jacke braucht, wir hier sicherlich auch noch fündig. Weglaufen kann man ja leider nicht. Kekse stehen aber reichlich zur Verfügung und schmecken auch ausgezeichnet. Natürlich kann man sein "eigenes" Gold, auch gleich gegen einen "kleinen" Aufpreis, zu bzw. in "Schmuck" weiterverarbeiten lassen.

Die verbliebene Zeit nutze ich, um mir den "Dredge" mal etwas näher anzusehen. Mann darf diesen sogar von innen besichtigen. Nach dem auch wirklich Allen genügend Zeit zum Geld ausgegeben zur Verfügung gestellt wurde, geht es mit dem Zug wieder zum Ausgangspunkt zurück. Ein netter Abschied der gesamten Betriebsmannschaft, gehört natürlich auch noch zum Programm.

Auf dem Rückweg in die Stadt, mache ich noch einen etwas längeren Halt bei den "Crames Filed's". Eine Zwischenstation für Zugvögel. Es gibt ausreichend Beobachtungsposten und einige Wander- / Lehrpfade um die Felder herum. Eine Farm darf natürlich auch nicht fehlen. Die kurzen Pfade im Gelände, machen einen sehr gepflegten Eindruck. Diverse Schulklassen sind hier auch unterwegs. Die Vögel treffen aktuell in kleine Gruppen ein und machen sich sogleich auf Nahrungssuche im Gras auf.

Nach ein paar Runden durchs Gelände, geht es mit dem Auto weiter zum "Museum of the North" der "University of Alaska". Dieses liegt etwas außerhalb der Stadt, auf einem kleinen Berg, direkt auf dem Campusgelände. Eine eigene "kleine" Stadt, mit entsprechender Versorgung und Unterkünfte für die Studenten. Das Museum ist ein neues sehr futuristisch gestaltetes Gebäude. Neben den Eintritt (10 $), muss man für die Videovorführung extra bezahlen (5 $). Der Film über die die "Aurora borealis" und deren physikalischen Entstehung, ist sehr beeindruckend und sollt man sich auf jeden Fall ansehen. Daneben gibt es natürlich auch noch die Exponate über Flora und Fauna, den Ureinwohner sowie der Besiedlung durch die Weißen von Alaska. Alles sehr gut und verständlich arrangiert.

Nach einer kleinen Runde durchs Campusgelände, geht es zum Campingplatz zurück. Der kleine Aufenthaltsraum, ist heute leider abgeschlossen. Kann mich also somit ganz der umliegenden Natur widmen. Noch ein oder zwei kurze Spaziergänge durch die "Gegend" und es ist auch schon wieder Zeit zu Bett zu gehen. Mal schauen ob ich in dieser Nacht, auch das eine oder anderer Polarlicht, hier im "Norden" sehen kann.

Stelle mir den Wecker für kurz nach Mitternacht. Schlaftrunken geht es zur festgesetzten Zeit in die kalte Nacht hinaus. Leider hat sich in der Zwischenzeit, der komplette Himmel mal wieder zugezogen. Kein einziger Stern ist zu sehen. Pech gehabt. Dann gehe ich halt mal wieder schlafen.



Tag 12

"Denali"

Düsterer Morgen. Aufgrund dessen das bald Wochenende mit anschließenden "Thanksgiving" ansteht, ist der zügige Besuch vom "Denali"-Nationalpark, so langsam anzuraten. Wenn ich nur an die vielen Urlauber, bei meinem letzten USA Besuch zu diesem Wochenende zurückdenke, wird mir "angst und bange". Mal lieber etwas auf die Tube drücken. Aber ein Frühstück sowie der Einkauf von frischen Lebensmitteln, sollten noch möglich sein. Von "Fairbanks" aus, geht es auf dem "George Parks Hwy", wieder in Richtung Süden zur Küste hinab.

Dieser Highway ist nicht ganz so verlassen. Manchmal sieht man tatsächlich das ein oder andere Auto bzw. LKW. Nach einiger Zeit quere ich einen größeren Fluss. Auf der anderen Seite liegt eine kleine Ortschaft ("Nenana"). Ein Tankstop ist auch mal wieder zwingend notwendig. Mal in den Ort fahren und schauen, was es sonst noch zu sehen gibt. Am Ende der Straße, liegt ein fast verlassener Bahnhof. Gleise und eine Eisenbahnbrücke gibt es auch dazu. Auf dem Weg zur Brücke, kündigt sich durch lautes Pfeifen ein Zug an. Mal gespannt was da so kommt. Nach einiger Zeit, schiebt sich langsam der Personenzug von "Fairbanks" nach "Anchorage" über diese hinüber. Wie kommt der jetzt hier zum Bahnhof. Sieht fast nach einem Nebengleis aus. Nach mehreren Minuten, habe die Zeit für inzwischen für einen Positionswechsel genutzt, kommt er dann doch noch um die Kurve. Der Bogen und das dazugehörige Gefälle, muss schon entsprechend groß gewesen sein. Der Zug hält kurz am Bahnhof und macht sich dann weiter zum "Denali" auf.

Zum Mittag erreiche auch ich den Parkeingang. Vorher ist man schon an der "Infrastruktur" vorbeigekommen. Hotels, Shops und Tankstellen, gibt es hier zu Genüge. Die administrativen Gebäude des Parks, liegen sehr weit auseinander. Der hilft nur ein Auto. Als Erstes geht es zur zentralen Campingregistrierung. Immer der Beschilderung folgend. Bekomme noch so gerade einen "Platz", hier unten im Zentralbereich, für drei Nächte bis Samstag zugeteilt. Die "guten" Plätze in den Bergen, sind aller bereits belegt oder reserviert. Ist halt typisches "Thanksgiving" Wochenende. War aber so auch zu erwarten. Zusätzlich zu den Übernachtungsgebühren (76 $ für 3 Nächte) muss auch noch die relative günstigen Eintrittsgebühren (10 $) gezahlt werden. Die Quittung muss man auf Nachfrage, jederzeit gegenüber einem Ranger vorweisen können.





Glücklicherweise darf man sich den eigentlichen Zeltplatz, innerhalb des Campgrounds selbst aussuchen. Hier "unten" gibt es alle Annehmlichkeiten der westlichen Hemisphäre. Sprich Supermarkt, Duschen und eine Waschsalon. Und am Abend gibt es ein Rangerprogramm im örtlichen Amphitheater. Jetzt muss ich mich aber noch um die Busreservierung zum "Elison Center" kümmern. Mit dem eigenen Auto darf man nur die paar geteerten Kilometer (13 Meilen), bis zum "Savage River" in den Park hinauffahren. Lohnt sich aber auf jeden Fall. Dahinter geht es nur noch mit dem Schuttelbus weiter. Diese starten vom Eingang ab. Details zu der komplizierten Reservierung und der wenigen noch freien Plätze im Hochsommer, stehen im jeden guten Reiseführer. Das entsprechende Gebäude, steht an einer anderen Stelle im Park. Also mit dem Auto dorthin. Eine große Wandtafel zeigt die noch freien Kapazitäten und dazugehörigen Uhrzeiten der nächsten drei Tage an. Ist noch alles "Grün". Sehr erstaunlich. Ich entscheide mich für den übernächsten Tag. Auch diese nicht ganz billige Tagestour (34 $), wird mit der "Karte" bezahlt. Fertig, kann mir jetzt in Ruhe einen freien Zeltplatz suchen.

Es stehen mehrerer "Loops" zu Auswahl. Versuche es mal mit dem mittleren Ring. Hauptsache mein potenzieller Nachbar, hat keinen nervigen Generator dabei, der den ganzen Abend vor sich hin dröhnt. Nachdem das Zelt steht geht es zur weiteren Planung über. Gutes Wetter, sprich etwas Sonnenschein. Mit festen Schuhwerk und etwas Wasser geht es auf die örtlichen Trail's. Zur "Schlittenhunde" Vorführung komme ich etwas zu spät. Das Betreten des Geländes ist nach dem Beginn der Veranstaltung, aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Schade, aber vielleicht ja Morgen.

Durch die Wälder geht es wieder zurück. Am "Denali"-Bahnhof, hat sich inzwischen der Gegenzug aus "Anchorage" eingefunden. Die Abfahrt des Zuges warte ich noch ab. Danach geht es auf diversen Pfaden, durch das herbstliche Gelände. Zum Kaffee bin ich wieder zurück. Kurze Pause. Danach geht es zu Fuß zum Visitor-Center rüber. Komme dabei direkt unter der großen Eisenbahnbrücke durch. Im Visitor-Center gibt es alle wichtigen Informationen zur aktuellen Lage und Wetter im Park. Eine kleine Ausstellung rundet das Ganze ab. Die obligatorischen Filme, werden in einen der anderen Parkgebäude vorgeführt.

Nach dem Abendbrot geht es zum Rangerprogramm. Dies liegt nicht allzu weit von meinem Platz entfernt. Neben dem Ranger, haben sich noch ein paar weitere Besucher eingefunden. Nach der Begrüßung, geht es wie schon viele aus der Presse vorab erfahren hatten, um den ersten tödlichen Unfall im Park. Ein Camper, der sich unvorsichtigerweise einem Bären viel zu dicht genährt hat, wurde von diesen getötet. Somit werden alle Besucher noch einmal auf die notwendigen Sicherheitshinweise, für den Aufenthalt im Nationalpark hingewiesen. Danach widmen wir uns den unterschiedlichen Gesteinen des Parks und deren "spannenden" Geschichten. Im Dunkeln geht es wieder zurück. Hoffentlich kommt da jetzt kein Bär zwischen den Büschen hervorkommt. Wobei es anscheinend hier im Park mehr Unfälle mit Elchen gibt. Noch alle Lebensmittel gut im Auto verstauen und hoffen, das es anderswo interessanterer Dinge für die Bären gibt als mein Zelt. Gute Nacht.



Tag 13

"Denali" / "Mt. Healy Overlook"

Habe mir Heute die "Besteigung" zum "Mt. Healy Overlook" auf 1.066 Meter vorgenommen. Nicht das beste Wetter, aber wenigsten trocken. Rucksack packen und auf geht's. Vorsorglich fahre ich mit dem Auto bis zum Hauptgebäude. Man kann ja nie wissen. Parkplätze stehen am frühen Morgen, noch ausreichend zu Verfügung. Kurz noch den Wetterbericht checken und los geht es. Die Beschilderung ist vorbildlich. Verlaufen sollte man sich hier nicht. So langsam geht es den Berg hinauf. Der Weg wird anspruchsvoller. Relative schnell bin ich aber schon am ausgeschriebenen Ausblick. Der auch entsprechend beeindruckend ist. Der weitere inoffizielle Weg, schlängelt sich noch etwas über diverse Bergkämme in die Berge hinauf. Warum nicht. Es ist zwar extrem windig hier, aber sonst steht auch nichts auf dem Programm. Mal schauen, ob ich bis ganz nach oben komme.

Immer dem Pfad folgend, geht es weiter hinauf. An einem Felsmassiv scheint der Weg zu enden. Rückblickend kann ich in weiter ferne, weitere Wanderer ausmachen. Wie jetzt um die Felsen herum? Nach einer kurzen Pause, versuche ich es mit der unteren Alternative. Geht gut voran. Auf der anderen Seite, stoße ich wieder auf den inzwischen nur noch marginal erkennbaren Pfad. Durch eine kleine Schulter, geht es nun steil zum Pas hinauf. Mit jedem Meter wird es windiger. Oben angekommen, kann man sich fast nicht auf den Beinen halten. Die "letzte" Etappe zum Gipfel lasse ich ausfallen. Das bringt heute nichts mehr. Also wieder auf denselben Weg zurück.

Unterwegs sehe ich noch ein Murmeltier. Wieder unten angekommen, schlage ich einen größeren Halbkreis durch das Gelände, bis ich kurz vor dem "Healy Overlock", wieder auf dem alten Weg bin. Der "Abstieg" ins Tal, ist dann nur noch eine Sache von Minuten. Inzwischen kommen mir aber relative viele Leute entgegen. Kurz nach dem späten Mittag, bin ich wieder beim Auto zurück. Jetzt währe eine Dusche nicht schlecht. Gut das es hier alles gibt. Nicht ganz umsonst, aber in einem sehr guten Zustand.





Zeitlich passte der Besuch der Eisenbahnbrücke zum erwartenden Erscheine des Zuges. Etwas Geduld muss ich aber mitbringen. Fast Pünktlich, fährt dieser über die alte Stahlbrücke in den Park hinein.

Danach geht es mit dem Auto, über die Parkstraße zum "Savage River" hinauf. Unterwegs gibt es eine Menge zu sehen. Das Farbenspiel der "Heide" ist sehr beeindruckend. Im oberen Bereich der frei zugänglichen Parkstraße, haben sich die Fotoprofis mit ihren Megateleskopen breitgemacht. An jedem noch so kleinem Wasserlauf, der die Straße kreuzt, haben sie Stellung bezogen. Mit viel Geduld und wahrscheinlich noch mehr Glück, sollte da schon was vor die Kamera kommen.

Am "Savage" Campground, gibt es einen kurzen Lehrpfad durch das Gelände. Ein netter Abschluss für den Tag. Langsam fahre ich wieder Zurück. Kurz vor der Zufahrt zum Parkhauptquartier, hat man noch einmal einen tollen Blick auf die alte Eisenbahnbrücke.

Für den Abend, stehe noch ein Besuch beim Rangertalk auf dem Programm. Thema: "Das Jahr der Elche". Danach geht es auch gleich zu Bett. Es ist nicht nur sehr kalt geworden, sondern ich muss ja auch Morgen früh pünktlich am Busterminal erscheinen.



Tag 14

"Denali" / "Elsion Center"

Viel zu früh klingelt der Wecker. Fix frühstücken und den schon gepackten Rucksack ins Auto legen. Hier am Besucherterminal, stehen am frühen Morgen, schon deutlich mehr Autos. Habe allerdings auch nicht die allererste mögliche Tour gebucht. Bin ja schließlich im Urlaub. Selbst für diesen Tag, gibt es noch einige Restkarten am Schalter. Pünktlich fährt mein Bus vor. Ungefähr die halbe Kapazität, steigt in den Bus ein.

Unser Fahrerin eine ganz lustige. Bei den obligatorischen Sicherheitshinweisen, hören alle aufmerksam zu. Danach geht es auch schon los. Die schon bekannt Strecke, kann man jetzt noch einmal in Ruhe betrachten. "Oben" angekommen, gibt es bei dem ersten größeren Flussbett, schon den ersten Halt. Fotografen stehen am Wegesrand. Dies deutet auf mögliche Aktivitäten hin. Tatsächlich stehen zwei Elchkühe und ein stattlicher Bulle, ganz in der Nähe zur Straße. Der Bulle schenkt uns kein Interesse. Seine Aufmerksamkeit ist gerade wo anderes. Die Kühe dagegen, knabbern gemütlich an ein paar grünen Ästen und gegeben sich sichtlich desinteressiert.

Alle im Bus befindlichen Insassen, springen hektisch auf die linke Seite hinüber. Gut das der Bus nicht so leicht umkippen kann. Durch die geringe Entfernung, ist auf den meisten Pocket- Kameras sogar etwas zu erkennen. Leider ist es momentan noch zu dunkel, um wirklich scharfe Bilder zu machen. Und raus aus den Bus und ein Stativ aufstellen, darf man natürlich nicht. Schade aber wir habe noch eine lange Strecke vor uns.

Aktuell werden neune Wasserdrainagen unter der Straße verlegt. Dafür müssen hunderte von Gräben quer zur Straße ausgebaggert werden. Alle paar hundert Meter (Und das auf 40 Meilen), schlägt der alte Bus hart auf. Nachdem wir die Piste erreicht haben, wird es etwas besser. Ab hier dürfen keine Autos mehr fahren. Nur noch die Shuttlebusse.





Nach eine paar weiteren Meilen, könne wir das erste Mal einen Grizzly sehen. Ein weiterer sollte noch folgen. Leider ist diese auf dem Rückzug und ist schnell in einem kleinen Tal verschwunden. Auf der Weiterfahrt mit diversen kurzen Stopps und kleineren Pause, gibt es noch ein Karibu und den besagten Bären in der Ferne zu sehen. Trotz mangelnden Teleobjektiven mit hoher Brennweite, machen sich alle munter ans knipsen.

Nach einer langen Fahrt, erreichen wir schlussendlich das "Elsion Center". Uns steht es nun frei, nach einer Pause, mit demselben Bus wieder zurückzufahren oder später einen anderen mit freien Kapazitäten zu nutzen. Ich entscheide mich für einen längeren Aufenthalt. Im Center gibt es wenig zu sehen. Viel Besucher nutzen die Möglichkeit, die Besteigung des örtlichen "Overlocks" wahrzunehmen. Bei guter Fernsicht auf dem "Mt. McKinley", sicherlich eine sehr zu empfehlende Aktion. Leider und nicht ganz überraschend, hat sich dieser für Heute in den Wolken verzogen. Selbst mit vielen Gebeten und sonstigen Beschwörungen, ist da nichts zu bewegen. So kann es halt kommen. Mal sehen, ob ich mir eine Postkarte als Ersatz kaufe.

Auf dem unter dem Center befindlichen Rundweg, kann man dafür eine Vielzahl von "Präriehunden" sehen. Recht possierliche Tierchen. Und gut zu fotografieren. Langsam wird es aber auch für mich Zeit, wieder zurückzufahren. Einfach bei Schalter des Disponenten, den Rückfahrtwunsch anmelden und sich auf den nächsten freien Bus einteilen lassen. Jetzt in der Nebensaison, ist das kein großer Akt.

Gemütlich geht es wieder zurück. Ein paar kleine Pausen und viel Landschaft. Unterwegs sammeln wir noch die Passagiere, eines defekten Busses ein. Hatten schon einen anderen liegengebliebenen gesehen. Dessen Gäste, wurde aber schon alle mitgenommen / gerettet. Liegt das jetzt an der langen Saison, das die Busse anfangen ausfallen oder gehört das mit zum Abenteuer. Am späten Nachmittag, sind wir alle wieder zurück. Ein recht anstrengender Tag. Die weiteren Wetteraussichten sehen nicht so gut aus. Es ist extrem zugezogen. Gegen 6 Uhr fängt es an zu regnen. Besserung nicht in Sicht. Zwischendurch kann ich mal kurz ein Abendbrot zubereiten. Der Rest des Abends wird mit lesen verkürzt.



Tag 15

"Denali State Park"

Große Weiterfahrt. Ich muss meinen Platz räumen. Als alternative geht es zum "Denail State Park" weiter. Der Highway nach "Anchorage", führt direkt durch Ihn hindurch. Also kein Umweg für mich. Fast alles trocken, aber kein Sonnenschein. Tiefe Wolken und eine düsterer Stimmung. Vor dem Start muss aber noch genügend Zeit, für einen kurzen Besuch der Duscheanlage sein.

Der "kleinere" State Park, ist auch schon bald erreicht. Interessanter Weise, sind die Schilder aus nördlicher Richtung kommend, fast nie vorhanden. Da hilft nur ein Blick in den Rückspiegeln. Verpasse also auch fast meine Abzeigung. Kurz wenden und wieder zurück. Gut das momentan auf dem Highway kein Verkehr herrscht. Heute sind mit bereits eine Vielzahl von Wochenendurlaubern entgegengekommen. Auf einer kurzen Stichstraße, geht es in den dichten Wald hinein. Der größere Campground ist gut besucht.





Es gibt aber noch ein paar freie Plätze. Der Regen hat hier den Boden aber ziemlich stark zugesetzt. Alles etwas matschig. Eine bessere Alternative, fällt mir aber so spontan auch nicht ein. Brauchbare Motels, sind in weitem Umkreis nicht vorhanden. Wenn überhaupt eins. Also Zelt aufbauen und das Beste hoffen. Der Regen lässt nicht lange auf sich warten. Gegen frühen Nachmittag, klart es dann endlich wieder auf. Die Wolken hängen aber noch tief an den Berghängen. Muss mich aber mal etwas bewegen. Meine inzwischen wieder trockene Wanderschuhe an und mal sehen, was es so hier an Wanderwegen gibt.

Ein recht beachtlicher Weg, führt um den hier angrenzenden See herum. Also dann mal los. Leider ist der Pfad durch den Wald, inzwischen zu der reinsten Matschbahn transformiert worden. Meine armen Schuhe. Gummistiefel wären jetzt deutlich besser. Mühsam bahne ich mir meinen Weg. Unterwegs treffe ich noch eine paar unerschrockene Backcamper. Diese haben ihre Zelte auf kleine Pontons, direkt am See aufgestellt. Auf der anderen Seeseite, wird es etwas besser. Der breitere Weg ist fester und deutlich weniger schlammig. Nach ca. 2 Stunden bis ich wieder zurück. Etwas lesen und vor dem Abendbrot, noch ein kleiner Besuch des am Highway liegenden Veteranendenkmals. Morgen geht es ja glücklicherweise weiter.



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