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Reisebericht: Bienvenidos a Colombia! - Kolumbien 2008

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Don Martino

ein Abenteurer

aus Traunstein

Aufrufe: 8952

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(12 Bewertungen)

Chefin: 5 Sterne


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Bienvenidos a Colombia!

Der Reiz von Südamerika lässt sich nur äußerst schwierig in wenigen Worten zusammenfassen. Es ist mehr eine Erfahrung oder ein Gefühl… ich denke, man kann es eigentlich nur nachvollziehen, wenn man selbst diesen faszinierenden Kontinent besucht, erlebt und erfahren hat. So lässt mich diese tiefe Faszination nach meinen Reisen nach Peru, Bolivien, Venezuela und Ecuador einfach nicht mehr los.

Das Kribbeln im Bauch beginnt.... Flughafen München

„Ich fahre dieses Jahr nach Kolumbien!“ – Gerade nach haarsträubenden Nachrichten über die politische Situation im Land und den angespannten Beziehungen zu den Nachbarländern im März dieses Jahres, erhielt ich zum größten Teil nur großes Unverständnis als Reaktion. Fahr da bloß nicht hin! Eine große Boulevardzeitung titulierte sogar mit der Überschrift „Droht ein schmutziger Nuklearkrieg in Südamerika?“

Im Laufe der Reise durfte ich viele interessante, herzliche und gastfreundliche Menschen kennenlernen, die mir dieses bezaubernde Land näher gebracht haben. Es war schon äußerst skuril… am Abend meiner Ankunft in Bogota hatten sich die Staatschefs von Nicaragua, Ecuador, Venezuela und Kolumbien wieder ganz lieb… sie fiehlen sich in die Arme nachdem ein paar Tage vorher ziemliches Säbelgerassel durch die Weltpresse ging. Nicht nur in Bayern ticken die Uhren anders...

Blick auf den Monserrate, Hausberg von Bogota

Die dreiwöchige Reise führte mich von München über Madrid in die kolumbianische Hauptstadt Bogota. IBERIA überzeugte hier wieder mit einem äußerst herzlichen Service und einer kreativen Menüabfolge…. Pasta oder Pollo... leider kommt man in diese Richtung nur sehr schwer an dieser Fluggesellschaft vorbei. Und immer wieder beschäftigt mich während eines Fluges die Frage: Ist der Beruf des Flugbegleiters wirklich ein solcher Traumjob? Wenn es so wäre, müsste man es doch an der Ausstrahlung und Begeisterung des Personals spüren…

Beim Anflug auf das Hochplateau von Bogota sieht man bereits unzählige Gewächshäuser. Man glaubt es kaum; nach den Niederlanden ist Kolumbien der zweitgrößte Schnittblumenexporteur der Welt. Nachdem die Hauptstadt von Osten her durch eine steil ansteigende Bergkette begrenzt wird, gehört der Landeanflug in die Kategorie „spannend“. Am Flughafen selbst geht es dann los mit der südamerikanischen Freundlichkeit. Einen solch charmanten Empfang bei der „Imigration“ habe ich noch an keinem Flughafen erlebt. Als das Personal in meinen Reiseunterlagen meinen Tourverlauf registriert hat, waren diese völlig begeistert und brachten ihrer Freude darüber Ausdruck. Da kann man dann schon über den völlig stillosen Nadeldruckerstempelersatzeindruck hinwegsehen…

Blick auf das Zentrum Bogotas

Bogota selbst zähle ich jetzt zu den schönsten südamerikanischen Hauptstädten die ich bisher gesehen habe. Vom Hausberg „Monserrate“ bekommt man einen Überblick über die Ausdehnung dieser Stadt. München kommt einem im Vergleich da eher als Dorf vor…

Die Stadtflucht ist wie auch in den anderen südamerikanischen Metropolen ein großes Problem und so wächst die Stadt ständig weiter. Zu einem beeindruckenden Erlebnis meines Aufenthalts in Bogota gehörte sicherlich der Besuch des Sozialprojektes „Exito verde“ im Vorort Ciudad Bolivar. Hier werden den Menschen über das Thema Recycling einfache Werte („Du bist wertvoll!“) vermittelt; ein ganz spannendes und interessantes Projekt! Am heutigen Tage brachten die Menschen hier wieder „Müll“ zur Sammelstelle. Über ein Punktesystem kann man dann in regelmäßigen Abständen den gelieferten Abfall gegen Sachen wie z.B. Kleidung etc. eintauschen. An diesem Nachmittag waren viele Kinder vor Ort, die aus Abfall ganz tolle Sachen bastelten. Es war äußerst erstaunlich mit wie viel Kreativität und Liebe hier gearbeitet wird. Ich selbst habe selten einen solch offenen und herzlichen Empfang von Kindern erlebt. Es ist hier sehr auffällig, mit welchem Selbstbewusstsein und Unvoreingenommenheit einem die Kleinen begegnen. Es ist ein richtiges Gänsehautfeeling, wenn sich dann ein kleiner Knirps von dir mit den Worten „Felize dias“ verabschiedet. Hand aufs Herz – das macht bei uns niemand.

Sozialprojekt "Exito Verde", Ciudad Bolivar

Unter anderem Erkunden wir die Hauptstadt per Rad. Sonntags sind hier einige wichtige Straßen für Radfahrer gesperrt und so machen sich die Touris und natürlich unzählige Einheimische auf ihren Drahteseln auf den Weg durch die Häuserschluchten. Die Qualität der Räder unseres Verleihers war ziemlich „südamerikanisch“ (ich will hier keine Vorurteile schüren…). Startpunkt, wie wird es anders sein, ist der Plaza Bolivar, der in (fast) jeder südamerikanischen Stadt das Ortszentrum ziehrt. In diesen Tagen findet in Bogota ein großes internationales Theaterfestival statt und so kreuzen wir mit unseren Drahtesel den Festumzug durch die Stadt. Die Stimmung ist unbeschreiblich, die Farbenbracht der Kostüme der Akteure ist faszinierend.

Es geht nichts über ein kräftiges Frühstück...

Ein Synonym mit dem man Kolumbien unter anderem auch noch gut beschreiben kann: Kolumbien ist das Land der Säfte. Bitte nicht falsch verstehen, Kolumbien ist ein Saftladen. An fast jedem Straßeneck, Geschäft und Restaurant werden die verschiedensten Säfte angeboten. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so wahnsinnig fruchtige, frische, leckere, einfach unbeschreibliche Säfte getrunken zu haben. Jeder Mango-Maracuja-Saft aus der Tüte vom heimatlichen Supermarkt muss sich hier Lichtjahre weit geschlagen geben.

Plaza Mayor, Villa de Leyva

Ungefähr drei Autostunden nördlich von Bogota erreicht man Villa de Leyva. Dieser Ort aus dem 16. Jahrhundert wurde als Sommerfrische reicher Encomenderos gegründet. Der koloniale Flair ist bis heute erhalten. In dieser Idylle kann der Urlaub so richtig gut gehen… Ich sage nur: gemütliches Cafe unter Arkaden am Plaza Mayor – fast keine Touristen – angenehme Temperaturen – traumhafter Sonnenuntergang… was will man mehr!? Diesmal erkunden wir die Umgebung nicht auf Drahteseln sondern auf ziemlich drahtigen Pferden. Ich muss gestehen, dass ich nach ca. 10 Minuten aufgrund Überladungserscheinungen meines Tragetieres mit dem „klangvollen“ Namen Domina das Pferd wechseln musste… Ich kann jetzt nicht von großer Reiterfahrung sprechen… aber auf solch eigenwilligen Cavallos bin ich noch nie gesessen.

Villa de Leyva

Die Tour führt uns weiter an den „Paso del Angel“. Eine Wanderung führt uns ein Stück durch das Andenhochland bei dem wir einen schmalen Grad überschreiten, den „Paso del Angel“… naja, ich würde eher sagen „Angelito“. Die Landschaft hier erinnert mich ganz stark an Ecuador. Gegen Nachmittag erreichen wir dann Zipaquira.

Salzkathedrale von Zipaquira

Hier befindet sich ein großes Salzbergwerk. In mühevoller, jahrelanger Arbeit wurde hier die größte Untertagekathedrale der Welt geschaffen. Die Ausmaße der Salzkathedrale lassen sich nur sehr schwer beschreiben; es ist einfach beeindruckend. Die bläuliche Beleuchtung der Innenräume dieses in über 100 Metern Tiefe liegenden Bauwerks erzeugt eine faszinierende Stimmung. Am Abend kehren wir nach äußerst geruhsamen Tagen im Hochland wieder zu einem Zwischenstopp in die Hauptstadt zurück. Am Abend treffen wir uns mit einem Universitätsprofessor. Der deutsche Politikwissenschaftler lehrt seit vielen Jahren an der Uni in Bogota internationale Beziehungen und gibt uns an diesem interessanten Abend einen Einblick in die aktuelle Situation des Landes. Ich denke, einen Durchblick werde ich nie richtig bekommen; aber es wird vieles klarer und so bekommen wir einfach auch einen absoluten Perpektivenwechsel auf das kolumbiansiche Image der Europäer.

Was es auf den Märkten so alles zu kaufen gibt...

Die nächsten Tage würde ich ganz einfach mit „ab ins Paradies“ beschreiben. Über Medellin geht’s mit dem Propellerflugzeug nach Nuqui. Nuqui ist ein 3000 Seelenort direkt an der Pazifikküste der ausschließlich per Flugzeug oder Schiff erreichbar ist. Nach frühlingshaft frischen Temperaturen in Medellin bläst uns beim Aussteigen am „Nuqui International Airport“ eine max. Luftfeuchtigkeit bei 35 Grad ins Gesicht…. Von einer Klimazone in die nächste und dass in nur 45 Minuten… Der Betreiber der Lodge, die uns die nächsten drei Nächte beherbergen wird, holt uns mit dem Schiff ab. Die Bootsfahrt führt uns eine knappe Stunde an der Küste entlang in Richtung Süden. Jeder strahlt und freut sich einfach über die Schönheit dieses Fleckchens Erde. Die Eco-Lodge „El Cantil“ liegt paradiesisch direkt auf einer kleinen Anhöhe am Pazifik und dichtem tropischen Regenwald dahinter. Der Regenwald wird seinem Namen in den nächsten Tagen noch gerecht… aber zum Glück nur in der Nacht. Man ist hier wirklich "weit weg vom Schuss". Ich würde die Unterkunft mal so beschreiben: „Sie überzeugt durch schlichte Eleganz und freundlichen Service“. Ich fühle mich hier willkommen. Während der Reise habe ich nirgends so gut geschlafen wie dort… Das Rauschen des Meeres wiegt einen in den Schlaf und am Morgen wird man von dem Gesang der Vögel des Regenwaldes sanft geweckt. Das mag jetzt zwar ziemlich kitschig klingen; aber es ist tatsächlich so!

Eco-Lodge "El Cantil", Nuqui

Die Ausflüge der nächsten Tage führen uns stundenlang am Strand entlang oder durch den Regenwald um die bekannten Giftpfreilfrösche zu Gesicht zu bekommen. Diese kleinen bunten Frösche in roter, blauer, gelber oder grüner Farbe sind nur äußert schwer zu entdecken… diese Tour gleicht mehr einem „Ostereiersuchen“ im Dschungel. Meine Erkenntnis nach der ersten Tour ist, dass der Pazifikküstenkolumbianer offensichtlich erst ab 40 Grad leicht, fast nicht ersichtlich zu schwitzen beginnt und mit einem Wasserverbrauch von 0,2 Litern auf 5 Stunden Wanderung auskommt… Ich dagegen erreiche völlig ausgezuzelt unsere Unterkunft… was man hier in sich reinschüttet… es tritt umgehend an der Körperoberfläche wieder aus ;-) Apropos, die selbst hergestellte Limonade hier ist unschlagbar!

In den Tagen in Nuqui „begleiten“ uns immer wieder (allerdings in einem äußerst dezenten Abstand) Soldaten der Marine-Infanterie. Diese fünf jungen Mannen wurden dafür abgestellt den Strandabschnitt zu bewachen, nachdem es ein paar Monate vorher hier offensichtlich Probleme mit den Guerillas gegeben hat. Nachdem wir derzeit zu den einzigen Touristen in der Gegen gehören, bieten wir so eine willkommene Abwechslung für sie. Ich denke, ich muss hinzufügen, dass diese Gegend grundsätzlich „problemfrei“ ist und gut zu bereisen ist. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt irgendwie unsicher gefühlt und ich bin davon überzeugt, dass wäre auch ohne unsere olivgrünen Freunde so gewesen.

Leider viel zu früh müssen wir nach drei Nächten das Paradies wieder verlassen. Eine über fünf stündige Verspätung unseres Flugzeuges in Nuqui lässt uns das Warten lernen. Aber so etwas gehört einfach zu Südamerika. Komischerweise macht es hier auch niemanden etwas aus… wenn ich mir nur vorstelle, dass sich Menschen bei uns in Deutschland maßlos aufregen können, wenn sie an der Kasse im Supermarkt hinter fünf weiteren Kunden anstehen müssen, freue ich mich doch jedesmal wieder, eine gute Portion südamerikanischer Gelassenheit mit nachhause zu bringen. Ich hoffe nur, dass sie diesmal auch wieder ziemlich lange „hält“ ;-)

Über den Dächern Medellins

Leider viel zu spät erreichen wir somit Medellin. Der Ruf der Stadt ist geprägt vom Medellin-Kartell und seinem ehemaligen Boss Pablo Escobar. Medellin ist spannend und fasziniert mich. Leider bleibt hierfür nur wenig Zeit. Wir erkunden die Stadt mit der Metro. Ich finde das öffentliche Nahverkehrssystem sehr interessant. Eine Metro wird hier über eine Hochbahn durch die Stadt geführt. Von zwei Punkten aus wird jeweils eine ganz neue Seilbahn mit in das Verkehrskonzept integriert und die höherliegenden und v.a. ärmeren Regionen dieser Millionenmetropole leichter ans Stadtzentrum anzubinden. Die Medelliner hüten ihre Metro wie ihren Augapfel. Beim Einsteigen in die „Metrocable“ werde ich freundlich darauf ingewiesen, während der Seilbahnfahrt ja nichts zu trinken und zu essesn. Es ist hier wirklich alles „gschleckt“ sauber! Nur nicht bröseln... ;-) Der Abschluss unseres leider viel zu kurzen Aufenthalts in Medellin führt uns in den Figuren Park von Botero. Dieser zeitgenössische Künstler hat durch seine Gemälde und Statuen Weltruhm erlangt. Ich finde den Skulpturenpark witzig… sicherlich sehr unqualifiziet von mir, aber nachdem der Künstler die ganze Welt „leicht“ dicklich sieht, schauen diese Bildnisse sehr skuril aus…

"hombre y cavallo"

Der Weg führt weiter in Richtung Süden in die Nähe von Pereira. Die nächsten Tage verbringe ich in der Zona Cafetera auf der Kaffee-Finca „Valencia“. Ein eleganter Ort in traumhafter Lage, ned gspinnat… einfach zum wohlfühlen. Es gehört natürlich zum Pflichtprogramm, hier einiges über die Herstellung von Kaffee zu erfahren. Kaffe ist das wichtigste (legale) Exportprodukt Kolumbiens und seine herausragende Qualität ist weltweit bekannt. Ich selbst bin jetzt nicht der große Kaffeetrinker, aber wenn man schonmal hier ist, lässt man sich das schon schmecken. Er ist natürlich ziemlich stark… wahrscheinlich reicht man hier üblicherweise statt einem Keks oder Amarettini eine Tablette Beta-Blocker…

Finca Valencia

Zu einem Highlight dieser Tage gehört sicherlich unsere Canopy-Tour. Auf einer weiter entfernten Kaffee-Plantage „fliegen“ wir an Drahtseilen hängend über die Kaffeefelder. Man wird hier in einem Sitz-/Klettergurt hängend an einem Drahtseil eingeklinkt und rauscht dann in bis zu 70 Metern Höhe zum nächsten „Hügel“. Es ist superspitzenmäßig und ich wachse selber über mich hinaus… bin nämlich sonst nicht schwindelfrei. Es ist affenstark!

Abendstimmung in der Zona Cafetera

Ein äußerst skuriles Bild bieten uns die Wachspalmen im Valle de Cocora. In diesem Nationalpark wächst der Nationalbaum Kolumbiens, der bis zu 90 Metern hoch wird. Mann muss sich vorstellen, man befindet sich bei uns im Alpenvorland und plötzlich schießen lauter Palmen in die Höhe… schaut sehr witzig aus! Eine Wanderung führt uns hinauf in den Bergnebelwald. Schön ist es da!!!

Wachspalmen im Valle de Cocora

Wir verabschieden uns am Abend nach drei Tagen von den Einheimischen beim Tejo-Spielen. Dieses Spiel lässt sich schwer beschreiben; leider hab ich hierüber kein Bildmaterial. Man wirft mit sog. Tejo-Steinen (aus Metall, ca. 2 Kilo schwer) aus bis zu 20 Metern Entfernung auf eine mit ziemlich schwerem Lehm gefüllte Kiste. Ziel ist es, den Stein möglichst in die Mitte der Kiste zu treffen. Nachdem bei diesem Spiel Schwarzpulver mit im Spiel ist, gibt’s, wenn man richtig trifft, eine gscheidn Schnoazara. Ich bin selbst erstaunt, als der Abend mit einem Sieg in Höhe von 2 : 1 für Alemania endet.

Südamerikanischer Straßenverkehrs auf der Passstraße "La Linea"

Auf dem Weg in den Süden müssen wir den Bergpass „La Linea“ übewinden. Diese Straße ist legendär; es gibt hierüber viele Fernsehreportagen in denen über die Kinder berichtet wird, die sich mit ihren Seifenkisten von LKWs auf diesen 3.300 m hohen Pass ziehen lassen und dann eine halsbrecherische Abfahrt vornehmen. Bei unserer Überquerung können wir diesen „Mythos“ nicht erleben; die Policia kontrolliert hier mittlerweile auch ziemlich stark. Es ist erstaunlich welche Schrottkisten hier diese Passtrasse emporschnaufen… Südamerikanischer Straßenverkehr pur und so gehört es auch obligatorisch zu einer Südamerikareise, dass man mindestens einmal eine Autopanne hat. Ein Platten am Vorderreifen unterbricht unsere Fahrt für knapp zwei Stunden… das geht hier einfach nicht so schnell ;-) Die Tatacoa-Wüste in der Nähe von Villa Vieja war im Pliozän (vor 3 bis 5 Mio Jahren) Teil eines Meeres und wurde von gewaltigen prähistorischen Tieren bevölkert. Die Desierto Tatacoa erinnert an eine Mondlandschaft. Im Laufe der Jahre haben Wind und Sonne tolle Formationskünste geleistet.

"Desierto Tatacoa "

Mit San Augustin erreichen wir den südlichsten Punkt unserer Reise. San Augustin ist das archiologische Zentrum Kolumbiens und gehört zu den bedeutensten Grabungsstätten Südamerika. Ich tue mich allerdings sehr schwer, diese Tragweite in diesem Ausmaß zu schätzen… Im Reiseführer steht das so drin: In San Augustin hinterlies eine weitentwickelte Kultur der Nachwelt monumentale Grabstätten und hunderte von Steinskulpturen…“ (Zitat Ende)… Naja, es ist schon interessant die „Stoamandl“ zum ansehen aber irgendwie haben mich da andere Orte schon mehr fasziniert.

Der Rio Magdalena

Dafür ist der zweite Pferdeausflug dieser Reise um so schöner. V.a. sind die Cavallos diesmal robuster und charakterlich gefestigter ;-) Ich habe mit Madonna zumindest ein äußerst sympatisches Pferd, dass meinen Anweisungen, soweit ich den Autopiloten überlisten kann, zuverlässig Folge leistet, mich nicht abwirft und in einem gemütlichen aber teilweise auch sportlichen Tempo durch diese traumhafte Landschaft trägt.

Archäologische Ausgrabungen in San Augustin

Der Rio Magdalena, der größte Fluss Kolumbiens führt vom Süden aus durch das ganze Land bevor er an der Nordküste ins Karibische Meer mündet. Das erste Teilstück des Flusses in der Nähe von San Augustin eignet sich hervorragend zum Raften und so gehört dieses ziemlich nasse Abenteuer auch zu unserem Programm. Wir werden äußerst professionell betreut und bekommen, zum Glück, auch Neoprenanzüge. Nachdem ich mich in einen solchen Wasserschutz gezwengt habe kann ich mir gut vorstellen, wie sich eine Weißwurst fühlt, bevors as zreisst ;-). Leider existiert über dieses adrenalinreiche Abenteuer kein Bilddokument. Ich wollte meine jmt-Digi-Cam nicht den Fluten opfern ;-)

Sonnenuntergang in der Karibik

Von Neiva fliegen wir über Bogota nach Santa Marta an die Karibik. Neben einem erneuten „Kimazonenwechsel“ ist die Mentalität der Menschen dort im Norden auch wieder komplett anders. Wir werden am Flughafen mit einem Chiva-Bus abgeholt. Begleitet von einer Musikgruppe fahren wir vom Aeropuerto durch die Stadt zu unserem Hotel. Die Küstenregion ist für ihre überquellende Lebensfreude bekannt und so erzeugene wir ausgelassene Stimmung, als wir mit unserer „Musikkiste“ durch die nächtlichen Gassen dieser Karibikstadt fahren.

Ankunft in Santa Marta... nach unzähligen Cuba libre sowie karibischer Musik...

Der nächste Tag führt uns zum Tayrona Nationalpark. Von einem kleinen Dorft geht es durch das Hinterland des Nationalparks zum Pueblito, einer ehemaligen Indianersiedlung, die lange vergessen war. Der Weg ist anspruchsvoll und verlangt einiges an Trittsicherheit. Vom Pueblito geht die Wanderung bis zum karibischen Meer. Die Aussicht beim Abstieg ist ensationell. Die Nacht verbringen wir in Hängematten an einem Campingplatz.

Tayrona N.P.

Die letzte Etappe der Reise steht an. Mit dem Bus geht’s nach Cartagena de Indias. Die Stadt unmittelbar an der Küste war in der Kolonialzeit das Tor von und nach Europa. Die historische Altstadt wurde in den vergangenen Jahren grundlegend saniert und somit erinnern zahlreiche schöne historische Bauten im Stadtzentrum an die koloniale Geschichte. Der Ort hat unbeschreibliches Flair! Mit einem Sundowner auf der historischen Stadtmauer im Cafe del Mar klingen die Abende hier stimmungsvoll aus… bzw. da fangen sie erst an ;-). Ich denke, es gibt nirgends so gute Pina Colada…

Cartagena

Nach 21 Tagen in einer „anderen“ Welt heisst es leider Abschiednehmen. Von Cartagena aus geht es mit dem Flugzeug über Bogota zurück nach Europa. In Cartagena haben wir noch das abschließende Vergnügen in eine Sichtkontrolle unseres kompletten Gepäcks zu kommen. Da muss alles raus incl. der „wohlriechenden“ Dreckwäsche… aber die habens ja so gewollt! ;-)

Abendstimmung in Cartagena am "Cafe del Mar"

Zum Glück ist der Schnee, der eine Woche vorher ein weißes Osterfest in der bayerischen Heimat beschert hat bei meiner Ankunft in München wieder verflogen… Die Eindrücke dieser Reise werden noch lange nachklingen. Ich bin mir sicher… Kolumbien will ich wiedersehen! Dieses Land hat ein anderes Image verdient!

Urteile nicht über ein Land, dass Du nicht besucht hast.

Urteile nicht über Menschen, denen Du nicht persönlich begegnen durftest.

Komme selbst - erlebe, erfahre und spüre es!

Du wirst es lieben!

Bienvendios a Colombia!

Don Martino, 03/2008

Hilfreiche Informationen zum Land www.kolumbien-blog.com



Kommentare

 

Makkez sagt dazu...

Muy bien informe !

Gracias

makkez

 
 

 

Pinaykitty sagt dazu...

Wow, das sieht und klingt echt toll. Da kriegt man richtig Lust nach Kolumbien zu reisen. Mal sehen wie es nächstes Jahr bei mir aussieht

 
 

 

doneduardo sagt dazu...

Hola

Sollte es noch Zweifel gegeben haben, jetzt sind sie verflogen. Meine nächste Reise steht fest. Hoffendlich vergeht die Zeit bis dahin schnell.

Gruß Steffen

 
 

 

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Weltenbummler sagt dazu...

Ja was soll man noch sagen? Da liest man und erwartet dass die Paradiesvögel auch in mein Fenster zwitschern

 
 

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