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Reisebericht: Dominikanische Republik: Einmal Paradies und nie zurück, bitte!

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rasi

eine Powerfrau

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Zwischen Gott und Freiheit liegt das atemberaubende Land

Selten ruft ein Dominikaner "dios, patria, libertad", aber der Wahlspruch der katholisch geprägten Nation steckt ihren Angehörigen in den Knochen.

Die Einwohner dieses betörenden Inselstaates im Atlantik leben Religion - welche auch immer - und Freiheit in einer Welt aus hohen Bergen und traumverlorenen Stränden, deren Süden das Karibische Meer küsst: Willkommen in der Dominikanischen Republik!

Santo Domingo mit Salz im Meer und Schinken

Nach guten neun Stunden setzt uns eine 747 butterweich in Santo Domingo ab, wonach uns angenehme 28 Grad Celsius und so eben erträgliche 80 Prozent Luftfeuchte umfangen. Wir schreiben einen Tag im Februar, wohlgemerkt, der hier zu den besonders trockenen und sonnigen sowie kalten Monaten zählt.

Dann lieber 100-prozentig feucht und ab in die 26 Grad des Karibischen Meers! Nachdem wir dem Jetlag vorübergehend davon geschwommen sind, wandeln wir zum Schinkenmuseum, einem kleinen Restaurant neben dem etwas größeren Museum des Christoph Columbus.

In diesem kulinarischen Tempel hängen trockene Delikatessen etwa zwei Jahrzehnte unter der Decke, wo ihnen die salzige Luft der Karibik sanft ihren einmaligen Geschmack verpasst. Ein Presidente befeuchtet unsere trockenen Gaumen, und mit diesem Bier beginnt offiziell unser persönliches Abhängen, wie Karl meint.

Wie versteckt man sich auf einer Insel?

Stets vermeiden wir jene Touristen, die während ihrer endlosen Liveberichte pseudo-lässig das grauenhafte "DomRep" in ihre billigen Handys bellen. In der Dominikanischen Republik, auf Hispaniola gelegen, gibt es dazu zahllose Fluchtpunkte von nicht ausdrückbarer Schönheit.

So raffen wir uns auf zum Wagen und genießen einen legalen Joyride jenseits des Gewöhnlichen, entlang des Karibischen Meers zur Villa Serena in Boca Chica. Dieses friedliche Hotel liegt wenige Minuten von einem sündig schönen Strand mit kleinem Hafen, von dem aus man ein wenig in See stechen kann - wenn man kann. Für eine Weltmeisterschaft im Segeln reichten die Bedingungen in 2012 allemal.

Ein wenig Indiana Jones in Westindien

Am nächsten Tag fahren wir die Straße zurück und gemütliche drei Stunden weiter zum Rancho Platon, knapp 40 Kilometer von Barahona. Der südliche Westen der Republik mit seinen reizvollen Bergen und sanften Hügeln scheint Lichtjahre entfernt von den mit Massentourismus gefluteten Stränden des Ostens der Insel.

Das Hotel bei Paraíso liegt recht hoch, liebevoll von Mutter Natur umzingelt: Bäumen, Flüsse, Wasserfälle - erwähnten wir "Allrad" und "Antrieb"? Mehrere natürliche Pools und Fälle bilden einen organischen Teil dieser Residenz im Grünen und Blauen.

Geborgen in einem der wenigen, eleganten Räume mit modernem Ambiente in rustikalem Stil entspannen wir. Dazu passen die einlullenden Geräusche des omnipräsenten Wassers und die ruhige Bewegung der atmenden Flora.

Am Nachmittag reiten wir durch die ursprüngliche Natur, queren kleine Flüsse und durchstreifen die umliegenden Dörfer in den Bergen. Karl macht auf dem Rücken seines Braunen fraglos die bessere Figur von uns beiden, während wir die schroffe Anmut der Landschaften und die saftigen Farben des tropischen Lebens trinken.

Reparatur mit Charme

Am Morgen lockt uns wieder die Straße - wir zünden unseren benzinsüchtigen Gaul und hören nur ein schlichtes "Klack". Doch im gemächlichen Chaos der Karibik gehen Uhren anders - falls sie gehen - und irgendwie klappt alles zur rechten Zeit: Aus dem Nichts steht Pepe vor uns.

Er lächelt mit der offenen Herzlichkeit, die viele Dominikaner auszeichnet. Mit seinen großen Händen klappt er die Haube des Motorraums auf und betrachtet das unwillige Aggregat.

Dann hockt er sich und meditiert vor sich hin. Was genau in seinem Hirn vor sich geht, entzieht sich unserer Kenntnis. Plötzlich greift er zwischen die Zündkabel unseres Renners, setzt sich darauf hinters Steuer, und sofort wiehert unsere große Herde von Pferden los. Karl lächelt nonchalant und bedankt sich in makellosem Spanisch mit einigen Scheinen, die wohl Pepes Monatsgehalt verdoppeln. Armut hat die Republik fest im Griff, was der aufmerksame Reisende am Rande der großen Städte und auf dem Lande sofort bemerkt - falls er will. Noch baff von Pepes kreolischen Reparaturkünsten, überlasse ich Karl das Steuer. Im Seitenspiegel wird der winkende Pepe schnell kleiner.

Samana

Sechs Stunden später treffen wir nahe Santa Bárbara auf der Halbinsel Samana im Nordosten der Republik ein. Das Casa Marina Bay versinkt in einem Meer aus Palmen, das die an Nadelwald gewöhnten Augen ungemein verwirrt. Ein auffällig stilles und sehr flaches Meer über angenehmem Grund erlaubt uns, ewig in seine blaue Endlosigkeit hinein zu laufen.

Am Morgen mault Karl, er könne kein Wasser mehr sehen - was auf einer nur gut zehn Kilometer breiten Peninsula Probleme bereitet. Wir machen dennoch eine Expedition ins wilde Outback, wo wir ein bizarres Glück im Albtraum erleben.

Lange haben wir nicht mehr derartiges Elend erblickt. Irgendwann schaue ich weg und google via Satellit, denn auf dem Lande lauern noch viele Löcher im Mobilfunk. Über zehn Prozent der Dominikaner sind nicht hinreichend ernährt, so sagt die Datenbank.

Dennoch berührt uns nahezu überall der natürliche Frohsinn der Insulaner. Prompt geraten wir ins Gespräch mit einer Familie, die uns unbedingt einen Besuch des Playa el Valle empfiehlt.

Karl verdreht zwar die Augen, aber wir machen einen schnellen Abstecher dorthin. Nach einem etwas länglichen Trip durch dichten Wald umhüllt uns die herrliche Einsamkeit eines seltsam dunklen Strands, der sich an der nördlichen Küste der Halbinsel versteckt. Auch die sonst vorhandenen Palmen sind dies hier einmal nicht - statt ihrer brechen klobige Felsen die Perspektive.

Um zwanzig vor sieben erinnert uns der prächtige Untergang der tropischen Sonne an den Rückzug zur Basis, wo wir eine Nacht voller Sterne in himmlischer Stille verbringen. Fernab der wenigen größeren Städte fehlen Licht und Lärm, um die Romantik zu verschmutzen.

Back to reality?

Am nächsten Morgen liebt Karl den Atlantik wieder, zumindest in der ruhigen Bucht von Samana. Diese Sympathie teilt er mit vielen Buckelwalen (hier ein netter Bericht), die dort von Mitte Januar bis Mitte März für Nachwuchs sorgen, was sie auch heute nicht unterlassen. So brechen wir erst am Nachmittag auf nach Puerto Plata, der größten Metropole der Nordküste.

Wir lassen Samana mit Bedauern hinter uns: Diese Halbinsel ist die wohl ruhigste Region der Republik. Rasch hatten wir hier vergessen, mit Hispaniola eine Hochburg des Tourismus der Karibik zu bereisen. Diesen Fakt ruft uns die Tour entlang der Nordküste aber flugs ins Gedächtnis zurück. Besonders durch Cabrera zischen wir, so schnell es Verkehr und Gesetz gestatten.

Danach umschmeichelt uns bald wieder die Lässigkeit der Antillen, wo selbst die Zeit in den bescheidenen Orten am Meer Pause macht. Schleichend nagt die salzige Luft des Atlantiks den Putz von den Wänden der Häuser, zwischen denen sich die Menschen ohne Hast bewegen - der Gedanke an unseren Abflug erschreckt uns.

Wind, Wellen, Cabarete!

Um Karl aufzumuntern, biege ich bei Cabarete ab zum Strand. Hier ruft das Mekka der Karibik für Wind- und Kitesurfer sowie Wellenreiter, von denen einige Bereiche der Küste höchstes Können fordern.

Eigentlich sollten wir unbedingt El-Choco besuchen, ein dem Schutz der Natur gewidmetes Gebiet, das hier fast ans Meer grenzt. Bald ein Drittel der Fläche des Landes verteilt sich auf mehrere solcher Areale, deren unerhörte Schönheit wir nicht mehr erkunden können.

Stattdessen geht es wieder auf die Straße zurück und mit hohem Tempo Richtung Puerto Plata. In dessen Umland könnten wir eigentlich die grandiosen Villen vergangener Magnaten bewundern, die einst mit Zuckerrohr ihr Vermögen machten. Wir fürchten jedoch, dass der nette Kapitän unseres Heimflugs unser historisches Interesse nicht teilt.

Fazit

Karl kaut in Gedanken versunken an einer Spezialität aus dem Schinkenmuseum, während sie durch ein kleines Fenster blickt. Hinter uns versinkt Hispaniola in einem Schleier aus Bläue, als sich unser Jet gen Osten in die aufziehende Nacht bohrt.

Melancholisch resümiere ich die vergangenen Tage: Genügend Zeit wollen wir uns nächstes Mal nehmen, um Fauna und Flora dieser vielfältigen Nation besser kennenzulernen - und mehr Vertreter der gut zehn Millionen Dominikaner.

Pepe mit seinem Charme und dem entwaffnenden Lächeln kommt mir in den Sinn - und zaubert mir prompt meine gute Laune zurück.



Kommentare

 

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365days sagt dazu...

Wow das klingt echt atemberaubend. Sicher einen Urlaub wert.

 
 

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