Reisebericht Côte d'Azur

von Rolf F. am 08.03.

Unsere Reise im Frühjahr

Es war eine gute Idee: Urlaub in der Vorsaison. Das Quartier war nicht teuer und es war oft schon sommerlich warm! So jedenfalls haben wir es als wirklich nicht sonnenverwöhnte Mitteleuropäer empfunden.
Wie üblich bei unseren Frankreichtouren haben wir uns für Hin- und Rückfahrt jeweils ein paar Tage Zeit genommen, sodass diese kein Stress, sondern wesentlicher Bestandteil unseres Frankreichurlaubs wurden.


Die erste - und längste - Etappe führte uns quer durch Deutschland in das Elsaß hinein, und weiter südlich praktisch immer in Nähe der Schweizer Grenze durch die Franche-Comté bis nach Pontarlier. Am nächsten Tag hatte uns beinahe der Winter wieder eingeholt, denn in den Höhenlagen des Jura lag immer noch beachtlich viel Schnee. Die Bewohner mancher Häuser konnten wegen der Schneeberge nicht aus ihren Fenstern schauen!

Im Jura herrschte noch der Winter

Die nächste Nacht verbrachten wir in dem schön gelegenen und schmucken Kurort Aix-les-Bains. Auf der Weiterfahrt hielten wir in Grenoble, benutzten die attraktive Seilbahn, um über die Izère auf die Bastille zu gelangen, von wo wir den schönen Blick auf die Stadt und die schneebedeckten Alpengipfel genossen. Von Grenoble aus hielten wir uns an die berühmte "Route Napoléon". Diese hatte der abgesetzte Imperator benutzt, als er von Elba kommend, erneut seine Anhänger um sich scharte, um es noch einmal zu versuchen. Wir wissen ja, das endete dann mit Waterloo und der Verbannung auf Helena. Auf dieser sehr attraktiven Gebirgsroute waren wir immer wieder erstaunt: in wie wenigen Tagen hatten die Truppen Napoléons zu Fuß und zu Pferde diesen Weg bergauf geschafft, für den wir in umgekehrter Richtung mit dem Auto immer noch zwei Tage gebraucht haben! Auf jeden Fall: Sehenswert die Parkanlage des Schlosses in Vizille, dem Tor zum Süden! Im Schutz der mächtigen Festung von Sisteron verbrachten wir die letzte Nacht, bevor wir unser Quartier in Théoule bezogen.

Schloßpark in Vizille

Dort waren wir begeistert: Vom Wetter, vom herrlichen Meerblick, vom Anblick des roten Esterel-Gebirges. Und diese Begeisterung hielt an, schließlich hatten wir die nächsten fast zwei Wochen Gelegenheit, all die weltberühmten Orte an einer der mondänsten Küsten der Welt kennenzulernen. 
So führten uns die nächsten Tage westlich über Saint Raphael nach Saint Tropez, und östlich über das nahe gelegene Cannes nach Nizza. In der wunderschönen Altstadt von Nizza haben wir natürlich Socca probiert, die - ähnlich wie unsere Eierkuchen - aber nur aus Kichererbsenmehl gebackene Nizzaer Spezialität. In der Umgebung von Nice haben wir uns die (für Touristen wohl obligatorische) Besichtigung des hoch auf dem Felsen thronenden herausgeputzten kleinen Künstlerdorfes Eze nicht entgehen lassen. Ebenso begeisternd ob seiner Lage an einer malerischen Bucht ist Villefranche-sur-mer.

Saint Raphael

In Antibes, zwischen Cannes und Nice gelegen, haben wir das Picasso-Museum im Grimaldi-Schloß besichtigt, und haben hervorragende Galettes (eigentlich in Nordfrankreich üblich) genossen.

In Antibes

Beeindruckend war der Tagesausflug ins alpine Hinterland zu den Gorges du Verdon, der tiefsten und größten durch einen Fluß in den Fels eingeschnittenen Schlucht Europas. Dieser Grand Canyon du Verdon macht dem Menschen die Allmacht und erhabene Größe der Natur so recht deutlich.

Grand Canyon

Auch ein Besuch in der Welthauptstadt des Parfüms, in Grasse mit seinen vielen traditionsbewußten Parfümerien, stand auf unserem Programm.
Einen "Ruhetag" gönnten wir uns mit einem kleinen Schiffsausflug von La Napoule aus zu der größeren der beiden Cannes vorgelagerten Inseln, Sainte Marguerite. Nach der Besichtigung des dortigen Forts wanderten wir geruhsam über die ruhigen Inselwaldwege, u.a. unter mächtigen Eukalyptusbäumen, und hatten auch Zeit, uns in einer menschenleeren Bucht zu sonnen, ganz natürlich, natürlich!

Monaco

Einer der letzten Ausflüge während unseres Aufenthaltes galtMonaco. Wer an der Côte d'Azur ist, will schließlich auch das kleine Fürstentum kennenlernen. Man staunt, wie eng bebaut dieses kleine, aber durch seine Lage zwischen Meer und Gebirge begnadete Fleckchen Erde bebaut ist, und trotzdem in seinen baulichen Details, mit seinen vielen Gärten, Parks und Grünanlagen, durch Sauberkeit und Schönheit auffällt. Über die Macht des Mammons in diesem Paradies allerdings will ich mich nicht auslassen!

Lebendige und belebende Statuen

Unser Weg führte uns schließlich auch an die äußerste Ostecke der französischen Küste, nachMenton. Auch dieses Städtchen hat es uns angetan. Schließlich hängen dort die Bäume auf den öffentlichen Plätzen und Straßen voller Mandarinen, Zitronen und Orangen - und wir waren im März dort! Jährlich Ende Januar/ Anfang Februar wird in Menton das "Fête des citrons" gefeiert mit einem Umzug, dessen Wagen und Figuren - jeweils zu einem anderen Thema - nur aus Südfrüchten gebildet werden.

In Menton

Auf der (unvermeidbaren) Heimreise sahen wir uns noch einige Schönheiten der Provence an: Aix-en-Provence, das Dorf Roussillon mit seinen rötlichen Ockerfelsen, Gordes, Fontaine-le-Vaucluse, Vallon-la-Romaine, ...

Aix-en-Provence

Dabei wurde klar: die Provence hat einen längeren Aufenthalt verdient und wurde in die Liste zukünftiger Reiseziele aufgenommen.

Über Lons-le-Saunier, Belfort und das Elsaß, wo wir die letzte Nacht in Kaltenhouse verbrachten, erreichten wir dann wieder Deutschland und damit den Alltag ...

Lons-le-Saunier - auf der Heimreise

Zum Trost blieb uns: Für den September war schon der nächste Urlaub in Frankreich geplant!

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Rolf F.

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