Reisebericht: HUA HIN – unsere Alternative zum nass-kalten europäischen Winter.

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Boeschenstein

ein Reiseführer

aus Dübendorf

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Letztes Jahr – 2010 – legten wir auf unserer Rückreise von Neuseeland erstmals  einen längeren Zwischenhalt in Thailand ein. Wir verbrachten damals  1 ½ Monate in HUA  HIN - einem recht gepflegten Badeort an der Küste des Golfes von Siam. Die kleine Stadt mit etwa  65‘000 Einwohnern liess uns nicht mehr los.So entschlossen wir uns, dem nass-kalten europäischen Winter hier in angenehmer Wärme zu entgehen. Via Helsinki flogen wir unserem Ziel entgegen.    4 ½ Monate – 1. November bis 15. März – genossen wir ein äusserst angenehmes Klima mit Tages-Temperaturen von 27° bis 30°. Nachts kühlte es bis gegen 23° ab. Die Klimaanlagen brauchten wir nur ganz selten, höchstens mal für eine Stunde vor dem zu Bett gehen und dies auch erst ab der zweiten Februarhälfte.

Das gemietete Haus im Horizon Resort – nur 2,5 km vom Stadtzentrum – bot uns jeden erdenklichen Komfort. Wir nutzten den schön angelegten Garten, bummelten abends durch die - zu Ehren des königlichen  Geburtstages (5. Dez.) -  festlich beleuchtete Stadt. Ab und an genossen  wir mit unserem Bekannten aus Basel die vielfältige thailändische Küche. Max lernten wir vor Jahren  in Kroatien kennen. Er  schwärmte dort  im Sommer 2009  von seinem Aufenthalt in Hua Hin und steckte uns richtig an.  Auch er verbringt die Wintermonate hier. Seine Thailand-Eindrücke findet man unter    www.csdesign.ch                 

Für jede Kleinigkeit ein Tuk Tuk  zu bestellen wird auf die Dauer mühsam und  auch kostspielig. Ich überwand meine Bedenken, negierte die Einsprüche meiner Gattin. Jetzt muss ein Roller her – damit ist man doch mobiler !!   Vor  55  Jahren sass ich zum letzten Mal auf so einem Ding.  Damals war es die VESPA meines Vaters. Doch nach den ersten Fahrversuchen hier im geschlossenen Resort, ging es dann jeden Tag etwas flotter. Die Touren wurden weiter.

Da der weitere Bericht  über Hua Hin  weitgehend mit unserer Familie zusammenhängt, will ich hier ein paar m.E. interessante Fakten  auflisten:  Als erstes die medizinische Versorgung im neuen BANGKOK HOSPITAL HUA HIN. Dieses  gehört  zur Spitalgruppe des Bangkok Dusit Medical Services Konzerns. In den vergangenen Jahren wuchsen  die Bangkok Krankenhäuser  zu einer der führenden medizinischen Einrichtungen Thailands heran und gehören zur  renommiertesten und besten Institution im Lande. Bangkok Krankenhäuser bieten ein breites Spektrum medizinischer Dienstleistungen an.  Aus leider eigener Erfahrung weiss ich – sehr gute Ärzte, kompetente Pflege, freundliches englisch, mit Glück sogar deutsch sprechendes Personal. 

Das Market Village befindet sich an der Petchakasem Road, ca.1.5 km südlich von Hua Hin Zentrum. Das moderne Gebäude bietet auf 3 Etagen zahlreiche Restaurants und Shops jeder Art, Viele große Modemarken haben hier ihre Boutiquen. Levi's, Lee, and Lacoste are a few of the top stores located in the Market Village. Lewi‘s Lee ,  Lacoste, Arrows, Esprit, Benetton,  Schuhe bekannter Marken wie Geox, Pierre Gardin, Clark  usw. Mehrere Banken bieten im 3. Stock ihre Dienste an. Auf dem gleichen Stockwerk gibt es dutzende Shops für  elektronische Geräte – Computer, Fernseher, Radios, Mobile-Telefone  und viel Zubehör. 

In der Lebensmittelabteilung von Tesco Lotus sind zahlreiche westliche Lebensmittelmarken für Urlauber und Residenten zu finden, ebenso eine Bäckerei/Konditorei.   Wohneinrichtungen, Einbauteile für Küche und Bad, elektrische Haushalt-Apparate usw. findet man in grosser Auswahl im HomePro – 1. Stock.

Obschon die Mehrzahl der Thais Buddhisten sind und Weihnachten eigentlich nicht kennen, werden des Umsatzes  wegen Konzessionen an die westlichen „Farangs (Ausländer) gemacht. Kitschige Weihnachtsdekorationen  und alte amerikanische Weihnachtschnulzen  sollen das Geschäft ankurbeln.

Dann ein paar Preisbeispiele:  (Basis  100. --THB  =    2.40/  SFr  3.10 /Febr. 2011) Rollermiete 3000.--THB monatlich,   1 Ltr. Benzin  30.--THB.

Essen  2 Pers. mittleres Preisniveau:  Vorspeise Springrolls (7 Stück)  80.--THB,  Chicken-Satay (5 Stück)  80.--THB, Hauptgang Fisch White Snapper  180.--THB,  Beilagen frisches  Gemüse-Mix an Austernsauce (Blumenkohl, grüne Bohnen, Karotten, Broccoli, Kohl, Zwiebeln, usw.)  80.--THB,  den obligaten Reis  30.--THB.   Wohlgemerkt für 2 Personen!!!

Noch günstiger sind die Garküchen oder Take a way:  Ganzes Hähnchen vom Grill gut gewürzt  90.--THB, kräftige Nudelsuppe mit Fleisch  60.--THB,  Pah Tai (Nudelgericht mit Ei)  40.--THB. Früchte:  Ananas Stück 30.--THB, Bananen 7-8 Stück  40.--THB, Mango Stück 40.--THB, Papaya Stück 70.--THB.Textil:  Mass-Anzug Jacke/Hose (Kaschmir-Stoff) innerhalb  3 Tagen fertig  3500.-- THB,  Masshemd  1200.--THB, ab 3 Stck  1000.--  THB,  Hemden ab Stange  ab 350.--THB, Freizeit-Hose  ab 400.--THB,  Markenschuhe GEOX  2800.--THB,     Elektronische Artikel sind preislich gleich oder sogar höher wie in Deutschland oder der Schweiz (z.B. Computermaus LOGITECH Wireless  1200.--THB) Mit andern Worten – was man im mittel-europäischen  Winter in an Heizkosten, Autokosten und  -versicherung, Winterkleider, Winterstiefel, Telefon usw. sparen kann,  reicht hier schon bald zum Leben.Dazu kommt  die angeborene Freundlichkeit der Thais und der Respekt vor dem Alter.  Papa genannt zu werden ist eine Ehrbezeugung. Wie bereits erwähnt, beinhaltet der weitere Bericht auch einiges über unsere Familie. Trotzdem sind darin auch Informationen, die andere interessieren könnten. (Ausflüge, Touristen-Attraktionen, Strände)

EIm Bildteil ist auch ein Foto mit Seltenheitswert.  Es ist völlig ungewiss, wann unsere ganze Familie mit Enkelkindern wieder so beisammen ist. Die eine Familie und die Enkel aus Wellington/Neuseeland, der zweite  Sohn mit Gattin auf der Durchreise in die Philippinen, der Dritte im Bunde, als Schneesportlehrer im Winter eigentlich unabkömmlich. Die letzte Aufnahme auf der unsere ganze Familie vereint zu sehen war, stammt von meinem  60. Geburtstag  1998!!! 

Zuerst reiste der Älteste aus Neuseeland mit seiner Familie an.  Für unsere Enkelkinder war das Resort mit dem Pool ein wahres Paradies. Temperaturen, die die Kinder kaum  kannten,  steigt doch das Thermometer in Wellington auch im Sommer kaum über 22° und das Wasser kommt  im besten Fall auf 16° bis 17°. Hier entdeckten und  lernten unsere Enkel das freie Schwimmen.

Der Strand vom Zentrum Hua Hin bis Takiap erstreckt sich über 6 km.  Das Wasser nicht immer ganz rein, jedoch der Strand wunderschön zum Wandern. Auf dem Weg sind  einige Strandbuden, wo es Kleinigkeiten zum Essen gibt. Thaifrauen bieten Fusspflege – übrigens recht gute –  und Massagen an. Fliegende Händler verkaufen Textilien, Schmuck, gefälschte Uhren und vieles mehr.

Khao Takiap, gehört zwar zu Hua Hin, präsentiert sich jedoch als eigenständiges Fischerdorf. Auf dem ins Meer ragenden Felskopf steht eine Tempel-Anlage und direkt am Strand eine goldene Buddha-Statue. Auf dem Fels – auch „Monkey-Mountain“ genannt –   bewegen sich viele wildlebende  Paviane. Da diese  oft bissig sind,  nicht ganz ungefährlich. In den zahlreichen „Buden“ – Restaurant  wäre zuviel gesagt – kriegt man die frischesten Fische und Meeresgetier.in ausgezeichneter Qualität. 

Bei den vorgängig erwähnten Essens-Preisen, ist es fast unsinnig, sich selber Arbeit zu machen und die eigene Küche zu verschmutzen. Auswärts essen ist die Regel (übrigens auch für Thais). So ist unser Favorit ein offenes, überdachtes Restaurant ca. 5 Automin. von unserem Resort entfernt.       www.minifarmgroup.com   Das Essen ist  zwar nicht immer ganz „thaistyle“ was die Schärfe betrifft, jedoch von bester Qualität, Das Lokal wurde sogar mit einem Award ausgezeichnet. Die Bedienung sehr freundlich und unsere 3-jährige Ava war Aller Liebling. Es scheint, dass blonde, blauäugige Kinder  für die Thais spezielle Glücksbringer sind, denn alle – auch Fremde wollten die Kleine  immer berühren. 

Ein durchaus interessantes Ausflugsziel, vor allem mit Kinder, ist der in der Nähe von Takiap angelegte  ADVENTURE PARK.  www.huahinsafari.com  Zwar ist alles auf Touristen ausgelegt und nicht ganz billig. Es lohnt sich,  hier den Preis für eine Familie oder  wie in unserem Fall gar ganze Gruppe, aus zu handeln. Die   Alternative  zum  preislich  überrissenen  Gesamtpaket  bietet  sich  der   ½  stündige   Elefantenritt  und  die  Krokodil- und Schlangen- Show an.  Der  offizielle  Preis  ist  dann immer noch 1500.--  Baht pro Person und 1000.--  Baht für  ein  Kind.  Nach  kurzer  Diskussion  einigten  wir  uns  jedoch auf den Preis von  1000.--THB  pro Erwachsenes und je  500.--THB pro Kind.

Das Spektakel begann mit einer Foto-Session. Man setzte  uns einen sechs Monate alten Tiger auf den Schoß , ein Bild wurde geschossen.  Dieses sollten wir dann später für 250 Baht kaufen!! Also war es gut, dass wir auch selbst Bilder machten.  

Dann folgte zweifelsohne der Höhepunkt: Wir ritten auf einem Elefanten. Man sitzt  dabei auf dem Rücken des Tieres auf einer durchaus bequemen “Sitzbank”, während der Führer im Genick des Elefanten hockt und laufend  Kommandi  gibt. Auf die Gewichtsverteilung ist aber zu achten, will man nicht seitlich abrutschen, denn rauf und runter führt der Ritt entlang eines Trampelpfades und sogar durchs Wasser. Elefantenreiten ist wirklich eine interessante und spassige Sache.  Das muss man einfach erlebt haben. Insgesamt war schon das Reiten den Eintrittspreis wert.

Die Schlangen-Show , wie auch die Krokodil-Show  ist reines Touristen-Theater. Man hat es bezahlt, also schaut man sich‘s an. Übrigens – am Kopf des Krokodiles gibt es einen Punkt, den der Domteur berührt und damit das gefährliche  Gebiss blockiert. Eine zweite Berührung löst die Blockade und das Reptil kann wieder zuschnappen..

Eine weitere interessante Tagesexkursion  führt zum Hua Hin Hills Vineyard  etwa  45 km  Richtung Pala-Au Wasserfall. Vorbei an einem Monument mit grossen Buddha-Statuen  empfiehlt  sich der Besuch der Künstler-Kolonie BAAN SILLAPIN.  Die Hua Hin Artist Group unterhält dort eine  Kunstausstellung. Im Schatten eines grossen Baumes und in umliegenden Ateliers werden in Form eines  Kunstmarktes  Bilder,  Kunsthandwerk und Antiquitäten  angeboten.  Eine weitere interessante Tätigkeit ist eine "Kunst-Klasse unter dem Baum“ Bei diesem  Kunstunterricht werden  Interessierte unter der Anleitung von professionellen Künstlern ein wenig  in die Malerei eingeführt.  Der Unterricht ist gratis. in in

Nach weiteren 15 km erreichten wir die  Tempel-Anlage  WAT HUAY MONKOL. Das dortige Denkmal gilt  Luang Phor Tuad. Er ist der legendäre Southern Thai Mönch und  enorm beliebt bei den Thais. Luang Phor Tuad wird im Königreich und auch anderswo mit geschehenen Wunder n in Zusammenhang gebracht. Die riesige Statue Luang Phor Thuad, sie  wurde von Königin Sirikit von Thailand in Auftrag gegeben,  ist auf einem Sockel und über eine grosse Treppe erreichbar.  In vier Nischen stehen kleinere Statuen von Luang Phor Thuad. Auf diese kleben Gläubige  Blattgold.

Wer die dreiköfigen Elefanten am Fusse des Sockels drei Mal umrundet, anschliessend zwischen den Beinen  durchgeht  und auch noch etwas für die Armen  spendet, dem winken in Zukunft viele Kinder, Glück und Erfolg. Wat Huay Mongkol gilt als ein heiliger Ort, ist aber  auch ein Erholungsgebiet  und eine Besucherattraktion geworden – besonders an Sonn- und Feiertagen..

Die letzte Station dieses Ausfluges war Hua Hin Hills Vineyard   Der Weinberg steht auf einem früheren Elefanten Korral wo früher wilde, asiatische Elefanten lebten. Das Gelände, das zur Mehrheit aus Schiefer und lehmigem Sand besteht ist hervorragend zur Kultivierung der Weintraube geeignet. Siam Winery begann im Jahr 2003 diesen Weinberg zu entwickeln, nachdem zuvor erfolgreich Experimente in der nahe gelegenen königlichen Versuchsanstalt durchgeführt wurden. Heute wacht eine deutsche Kellermeisterin über die gute Pflege und Qualität des Weines,

Die ganze Anlage mit den Weinbergen, umfasst ca.  1,6 Mio. qm.  Die Sala,  ein kleines Restaurant mit guter Küche, ist ein bezauberndes thailändisch inspiriertes Pavillon mit lokalen Elementen und zeitgenössischem Designs, Es dient auch für Degustationen und für Informationen über Weinbau und Weinkunde. Hua Hin Hills Vineyard ist einen Ausflug wert.

Für uns Eltern und Grosseltern ein besonderes Erlebnis:  Weihnachten im Kreise der ganzen Familie.  Ein „Weihnachtsbaum“  aus Papier und an die Wand geklebt, leuchtende Kinderaugen, aber auch glückliche Erwachsene.

Ein nächster Strandabschnitt  soll hier beschrieben werden.  TAKIAB-BEACH. Dieser liegt hinter dem Felsvorsprung „Monkey-Mountain“ Der feinsandige Strand erinnert ein wenig an Rimini:  Hunderte, mehrreihig aufgestellte Liegestühlen und Sonnenschirme  dicht an dicht – für 50.--THB pro Tag  inkl. 1-3 Sonnenschirme je nach Sonnenstand.  Dahinter jeweils  die dazugehörenden Strandbuden. Unzählige „fliegenden Händler“, die Textilien, Taschen, Uhren anbieten – Brauchbares und Unnötiges.  Massage- und Fusspflege-Angebote im Dutzend.

Grosse und kleine Kinder  können sich auf dem Wasser, auf Pferderücken oder sonst am Strand vergnügen. Der Möglichkeiten gibt es viele.

Der letzte Tag im Jahr   ist nicht nur Silvester, es ist auch der Geburtstag unseres ältesten Sohnes  und wie es der Zufall will – auch von unserem „Basler Max“. So feierten wir zusammen  im Garten mit Aperitiv  und kleinen Snacks. Die Enkel beanspruchten den Opa und die Onkels  und  Alle hatten ihren Spass.

Am Abend dann in die Stadt – zum Nachtmarkt und zum Geburtstags- und  Silvesteressen. Auch das Feuerwerk fehlte nicht.

Für unsere Kinder ging der Aufenthalt in Hua Hin langsam dem Ende entgegen. Uns bleiben Fotos und schöne Erinnerungen.

Für uns ging es auch bald auf zu neuen Abenteuern – mit dem EASTERN & ORIENTAL EXPRESS  nach Kuala Lumpur. 

Nach unserer  Rückkehr aus Kuala Lumpur  liessen wir die  noch verbliebenen  1 ½ Monate  in Hua Hin ruhig angehen.   Keine grosse Aktivitäten mehr.  Wir genossen unseren Garten,  bummelten durch die Stadt,  tätigten Einkäufe.

Gedanken zum Weltgeschehen  aufgezeichnet 24. Februar 2011

Dank Internet konnten  wir  auch das „Weltgeschehen“ mit verfolgen und uns darüber eigene Gedanken machen.  Auch wenn dies nicht unbedingt zu einem Reisebericht gehört – es gibt Situationen, da MUSS man Stellung beziehen. Ich stehe  weder politisch noch wirtschaftlich in einer Verantwortung muss auch auf niemanden  Rücksicht nehmen;  gerade darum erlaube ich mir eine dezidierte Meinung: 

Die Politik, und auch Wirtschaftinteressen, sind  flüchtig wie die Begegnung mit einer Prostituierten. Politik  verglich  man schon In der griechischen Antike mit Hetären, Kurtisanen und Huren.

Das  Beispiel Libyen ist zwar ein „Tagesgeschehen“, hat  jedoch im Prinzip dauernde Gültigkeit  und  steht im Weltgeschehen  leider allzu oft für politisches  Verhalten   und wirtschaftlicher  Interessenswahrung.

Was sich „Weltgemeinschaft“  in Bezug auf den Despoten Ghadhafi  leistet, ist gelinde ausgedrückt  blamabel.  Hier nur ein paar wenige aus einer ganzen Reihe von Beispielen:

Wir schreiben den 24. Februar 2011: Ghadhafi hält nur noch eine einzige Stellung – den Stützpunkt Bab al-Asisija  in Tripolis. Doch die internationale Gemeinschaft findet  für ihr Vorgehen immer noch keinen gemeinsamen Nenner.  Die Gewalt wird zwar verurteilt, doch bleibt der Tyrann Staatsoberhaupt und man verzichtet offiziell auf Rücktrittsforderungen.

Die EU prüft  ein Waffenembargo !!!  Dies nachdem die EU jedes Jahr für mehrere  hundert Millionen  Euro  Waffen an Ghadhafi lieferte.  Auch Schweizer Politiker  tun sich schwer und berufen sich auf einen Volksentscheid  von 2009  bei  dem  70%  der Stimmenden ein generelles Waffenexportverbot ablehnten.  Es sind und bleiben aber Waffenlieferungen an den „Terroristen“ der nach letzter Veröffentlichung sogar den Befehl für den „“Lockerbie-Anschlag“ persönlich  erteilt haben soll.

Immer wieder wird die Wichtigkeit Libyens als Handelspartner betont.  2010  betrug der Export der Schweiz  ganze  110 Millionen SFr. Der Import – hauptsächlich Oel (2010  noch 11%) -  fiel um über 32 % auf 485 Millionen. Das sind gerade einmal  0,2% des schweizerischen Handelsvolumens. Im Januar 2011 brach der Export nach Libyen um weitere 94%  ein -  auf nur noch 2 Millionen SFr  !!  Wo bleibt da die Wichtigkeit ?!

Auch die Arroganz eines Herrn Sarkozy. Noch im September 2010 empfing er  Ghadhafi  mit allen Ehren in Paris. Hoffierte diesem Tyrannen, schloss Verträge und tätigte Geschäfte. Jetzt verlangt  eben dieser „Staatsmann“ von der EU  sofortige Sanktionen. Wirtschafts- Finanz- und Handelsbeziehungen sollen bis auf Weiteres sistiert werden. Sogar Einreisesperren in die EU  verlangt Sarkozy.  Wie war dies doch  2010, als die Schweiz eine solche gegen den Ghadhafi-Clan durch setzte. Allen voran zeterten Sarkozy und Berlusconi gegen diese Massnahmen!!

Wie verlogen verhält sich Silvio Berlusconi.  Eben noch nannte er  Ghadhafi  einen Freund. Jetzt meint Berlusconi  hinter vorgehaltener Hand, dass dieser Irre (Ghadhafi) noch mit Raketen gegen Rom schiessen könnte.  Rom weigert sich EU-Sanktionen mitzutragen. Aussenminister  Frattini ruft in Brüssel zur Zurückhaltung und Nichteinmischung auf.  Was für eine Heuchelei !  Vielleicht der Grund, weshalb das offizielle Rom die Brutalität und die Massaker  bisher nicht  klar verurteilte.

Das Ganze nennt sich dann  Diplomatie und Politik !

Wenn ich mit meiner Meinung jemandem auf die Füsse trete, geschieht das mit Absicht.  Aber die Gedanken sind frei !  Argumente  zum Für und Wider muss jeder für sich gewichten.



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