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Reisebericht: Hveravellir

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Meggiie

eine Bewanderte

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Es ging ganz in der Früh los und unsere beiden Guides, Oli und Gunni haben uns mit ihren perfekt ausgerüsteten Super Jeeps abgeholt. Oli hat auf seinem Jeep unter anderem eine Schaufel und Bretter festgeschnallt, falls "man mal stecken bleibt", wie der hochlanderfahrene Profi schulterzuckend auf meine Frage hin geantwortet hat. Dann ging's los, durch den þingvellir Nationalpark, vorbei am þingvellirvatn, den größten See Island, in dem sich an diesem herrlichen Frühlingstag die Sonnenstrahlen gebrochen haben und die schneebedeckten Berge aussen herum gespiegelt haben. Es war ein atemberaubender Anblick. Die Straße hat uns weiter am Geothermalgebiet von Geysir vorbeirgeführt, weiter zum Gullfoss, der trotz der Sonnenstrahlen noch teilweise gefroren war und sehr wenig Wasser geführt hat, was daran liegt, wie uns Gunni erklärt hat, dass der Fluss Hvitá ein Gletscherfluss ist und bei kalten Temperaturen eben weniger Eis schmilzt und Gullfoss demzufolge weniger Wasser führt. Nach diesen Erklärungen sind wir wieder in den Super Jeep geklettert und es ging die Kjölur Route, die auch als F35 ( F steht für Fjall = Berg) bekannt ist, weiter. Nach ca. 15 Minuten hat diese aber einfach aufgehört und nur noch ein breiter Schotterweg lag vor uns. Für unsere beiden Isländer war das aber ganz normal und sie sind aus den Autos gehüpft, um Luft aus den Reifen zu lassen, da die Straße, wie sie uns ankündigten, in wenigen Minuten mit Schnee und Eis bedeckt sein würde und der geringe Reifendruck dann wie Schneeschuhe wirken. Die beiden behielten Recht. Wenige Kilometer später war die Straße komplett verschwunden und ein einziges Schneemeer lag vor uns. Die Sicht auf die Berge und die Gletscher Langjökull und Hofjökull war fantastisch. Die Sonne hat sich in den Eiskristallen direkt gespiegelt und wenn man im gemütlich warmen Jeep gesessen ist, konnte man sich kaum vorstellen, dass der eiskalte Wind draußen die -8 Grad in gefühlte -15 Grad verwandeln würde. Nach ungefähr einer ungefähr 2-stündigen Fahrt durch das Hochland, das einem landschaftsmäßig irgendwie an den Mond erinnert, aber wunderschön ist, sind wir in Hveravellir, dem Thermalgebiet, in dem sich ausser 3 Holzhütten und einem seehr einladendem heißen Pool keine Spuren von Zivilisation befinden. Es war schon richtig unwirklich, nach dieser stundenlangen Fahrt durchs "Nirgendwo", so etwas, wie ein Haus zu sehen. Hveravellir ist gigantisch. Auf kleinen Holzstegen kann man durch das Thermalgebiet gehen, ohne Angst zu haben, sich die Füße im kochenden Wasser zu verbrennen. Wir sind dann ziemlich schnell in den Pool gehüpft und haben dabei ein leckeres Viking Bier genossen. Da es draussen -10 Grad hatte, musste man sich im Gegensatz zu den deutschen Bade-Sessions keine Sorgen machen, dass das Bier warm wird. Das heiße Wasser kommt aus einer natürlichen Quelle und wird mit einem einfachen Rohr in den Pool geleitet. Von oben kommt ein kalter Quellbach, von dem aus auch ein Rohr in den Pool geleitet wurde. Also kann man sich die Temperatur je nach Bedarf "einstellen". Das Gefühl in diesem Naturpool zu sitzen, während vor einem nichts als Weite ist, die schneebedeckten Berge, die dirket orange in der Abendsonne schimmern, im Hintergrund, ist einfach unbeschreiblich. Der warme Wasserdampf, der nach oben steigt, lässt die Haare richtig steif gefrieren und es war schon eine ganz schöne Ueberwindung, den Pool für das Barbecue-Abendessen wieder zu verlassen. Die Holzhütte war auch richtig schnuckelig und Hveravellir ist ein Ort, an dem man einfach mal zur Ruhe kommen kann, weil man um sich rundum nur Natur hat. Einfach ein Ort, wo man seinen Gedanken mal so richtig freien Lauf lassen kann. Es ist auch sehr Praktisch, zum Abspülen nimmt man sich einfach einen Eimer, hält ihn ein paar Sekunden unter das Rohr mit dem heißen Wasser. Hier konzentriert man sich eben auf das Wesentliche und Handy, Computer, etc. gehen einem hier nicht im Geringsten ab. Nach dem Essen, haben wir die Abendsonne ( die sogar jetzt, Anfang Mai, sogar um 2 Uhr nachts noch am Horizont geschimmert hat) im Pool genossen, bevor wir, müde von dem heißen Wasserdampf, ins Bett gefallen sind. Am nächsten Tag ging es nach einem leckeren Frühstück die Kjölur-Straße wieder zurück in die Zivilisation



Kommentare

Tolltolltoll

 

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Sandwanderer sagt dazu...

Danke für den tollen Bericht. So ein paar Tage abseits von der Zivilisation können unglaublich gut tun. Das merke ich ganz oft im Skigebiet Ratschings Jaufen - nur die Berge, der Schnee und ich.

 
 

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