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Reisebericht: Mit dem Rucksack durch Südindien

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lpsick

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Mit dem Rucksack durch Südindien

Es gibt viele Gründe für eine Reise nach Indien: Meditation, Massage, Strandurlaub, Kultur, Wandern und Trekking

Indien wird von vielen angeflogen, um im Ashram zu meditieren, an Jogakursen teilzunehmen oder eine 1- bis 2-wöchige tägliche Massage zu erhalten oder auch, um sich eine neue Brille anfertigen zu lassen. Der Ashram ist eine Art indisches Kloster, in dem viele Westeuropäer und Amerikaner nicht nur übernachten, sondern auch an Meditationen teilnehmen. In Südinden ist besonders der berühmte Ashram von Bhagwan Rajeesh in Pune und der Sri Aurobino Ashram von Pondicherry erwähnenswert. Ein Aufenthalt im Ashram kostet ab ca. 15 Euro am Tag, alles inklusive – Meditation, Joga, Verpflegung, spartanische Übernachtung. Andere Reisende entspannen an den vielen Stränden der Westküste, genießen das - besonders für Vegetarier - leckere Essen oder den frischen Fisch, der auch in einigen Restaurants nach eigenen Vorstellungen zubereitet wird. Und andere besuchen einige der vielen Tempel oder Paläste, schauen den Pilgern bei ihren Waschungen zu, nehmen an Prozeduren der Gläubigen teil. Wiederum andere beobachten Tiere in einem der vielen Wildreservate, machen Trekkingtouren oder aber auch nur Wanderungen durch die, in den Bergen gelegenen Tee- und Kaffeeplantagen, wandern durch alte Städte, die noch heute durch die frühere Kolonialzeit der Portugiesen, Franzosen und anderer Nationen geprägt sind.

All das kann man allein organisieren, sich einen Fahrer mit Auto für eine Teilstrecke mieten oder aber auch die gesamte Reise durch einen Guide nach den individuellen Wünschen und Vorstellungen organisieren lassen, der sich dann um alles kümmert. Das Reisen mit dem Bus ist teilweise extrem anstrengend, da die Straßenverhältnisse katastrophal sind. Leider ist man oftmals auf den Bus angewiesen, da es auf einigen Strecken keine Zugverbindungen gibt oder der Zug nur zu unpassenden Zeiten in der Nacht oder ganz früh morgens fährt. In jedem Fall ist das Zugfahren sehr empfehlenswert da man herumlaufen, die Toilette benutzen, etwas zu Essen und zu Trinken kaufen kann. Oftmals kann man sich zum Schlafen oder auch nur zum Relaxen hinlegen. Wenn man über Nacht fährt ist es sehr empfehlenswert, dass man seinen Rucksack am Gestänge des Sitzes einschließt.

Absolute Höhepunkte einer Reise durch Süd-Indien sind Hampi und die Backwaters im indischen Staat Kerala. So wirbt der Staat mit den Worten „Gods own country“. Nicht ohne Grund, denn der Staat Kerala unterscheidet sich dadurch positiv von den anderen indischen Staaten, dass es hier so gut wie keinen Analphabetismus gibt und die Menschen unglaublich freundlich und wenig „schlitzohrig“ sind. Deswegen ist es angeraten für jeden, der zum ersten Mal Indien bereist, dass er Trivandrum oder den häufig nicht so bekannten internationalen Flughafen von Kochi anfliegt. Wer will kann dann lieber von Mumbai, früher Bombay genannt, aus zurückfliegen und einen so genannten Gabelflug buchen. Wer trotzdem Mumbai anfliegt, kann von dort mit der Fähre und anschließend mit dem Bus in den kleinen Fischerort Murud fahren, um sich zu akklimatisieren. Die abwechslungsreiche Reise dauert ca. 5 Stunden.

Indien ist ein faszinierendes Land mit vielen Gegensätzen und verschiedenen Gesichtern, deren Menschen geprägt sind vom tiefen Glauben unterschiedlicher Richtungen. Ein Land, von dem viele sagen: Entweder du liebst das Land oder du hasst es. Aber das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Wer nach Indien reist sollte strikt keinen Salat und kein Eis essen, damit es keine Magen-Darmprobleme gibt. Das Essen ist eigentlich immer würzig aber nicht immer scharf. Wenn man darauf achtet, dass man kein oder aber nur wenig Chili und/oder Peperoni isst, lernt man die indische Küche lieben.

Erschwert wird eine Reise, wenn man krank wird, z.B. durch ein entzündetes Trommelfell. Entstehen kann eine solche Entzündung durch eine leichte Erkältung, die man sich schnell durch die Klimaanlage im Hotel zuziehen kann. Für umgerechnet nur 5 Euro behandelt einen ein Arzt hervorragend im Krankenhaus in der Hauptstadt von Goa bei Panjim. Wenn man von den einfachen medizinischen Geräten, der kargen und schmutzigen Optik der Räume und den Behandlungsräumen in denen alle bei der Behandlung zuschauen und –hören können absieht, wird man bestens versorgt und medizinisch betreut.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch Indiens negativen Seiten. Die vielen Bettler, Schlepper, Leute, die einem auf recht aufdringliche Art und Weise etwas verkaufen wollen, die aufdringlichen Blicke der Männer, wenn sie Europäerinnen sehen, der Gestank durch Abgase und Müll in den Straßen, das nervige Hupen der motorisierten Verkehrsteilnehmer, das Trommeln der Trommelverkäufer an den Stränden von Goa und Kerala, das Spucken und Pinkeln der Männer auf die Straße, das hauptsächlich morgens stattfindende laute Räuspern und Befreien vom Schleim und dass die Inder ihren Müll überall hinwerfen.

Vorurteile – Tatsachen über Inder

Inder betteln schon als Neugeborenes, Schulmädchen tragen oftmals "Affenschaukel" mit Schleifen und die einfachsten Rechenoperationen führen sie mit dem Taschenrechner aus. Diese Vorurteile kann man beliebig fortsetzen: Inder telefonieren, schreien und singen gern. Die Lautstärke des Fernsehers stellen sie so laut ein, dass es fast schon schmerzt. Das Lärmempfinden ist nur gering ausgeprägt. Sie wiederholen sich gern, was vielleicht auch daran liegt, dass sie oft durcheinander reden. Inder können nicht in der Reihe anstehen und drängeln gern vor. Indische Frauen machen sich gern hübsch durch Schminke und Kleidung.

Inder laufen gern barfuß und Busfahrer lenken so auch gern den Bus. Im Straßenverkehr halten sie sich an keine Verkehrsregeln, hupen, auch wenn es nicht nötig ist, fahren im Dunkeln ohne Licht, schnallen sich im Auto nicht an, da sie ja ihrer Meinung nach keinen Unfall haben, tragen nicht gern einen Helm beim Motorradfahren und schon gar nicht beim Fahrradfahren. Sie halten eine Flasche beim Trinken nicht an den Mund und trinken Kaffee genau so gern wie Tee. Whisky und Rum verachten sie nicht. Das Essen, das möglichst sehr „spicy“ ist, nehmen sie am liebsten mit den Händen zu sich. Wenn sie gehen, fassen sie sich gern an den Händen und Männer legen den Arm gegenseitig auf die Schulter, auch wenn sie nicht schwul sind. Feiern wird bei ihnen groß geschrieben, sie sind sehr gläubig und rauchen nicht viel. Inder spucken auf die Straße und benutzen auf der Toilette kein Klopapier. Obwohl sie ein nur gering ausgeprägtes Umweltbewusstsein haben, sparen sie am Strom durch Energiesparlampen. Kricket ist indischer Volkssport, so wie bei uns Fußball. Wenn sie mit dem Kopf von rechts nach links schütteln, meinen sie damit auch „Ja“. Inder sind freundlich und hilfsbereit.



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