Reisebericht Südwesten USA

von AnniBunny am 21.05.

3 Wochen Roadtrip

Eine dreiwöchige Reise durch den Südwesten der USA, California, Arizona, Utah, Nevada mit Städten und vielen Nationalparks, Wüste, Hitze und vielem mehr.... Die Pazifikküste, Hollywood, endlose Strecken, all das erwartet dich hier...


Ankunft Los Angeles

Um 07.30 Ortszeit sitzen wir nach laaaaaangen Flügen endlich in LA in unserem Hotel.

Schon die Fliegerei war eine Tortour... Von Hamburg über Frankfurt und Charlotte nach LA. In Frankfurt gab es die vorerst letzte Zigarette und dann ab in die Sicherheitskontrollen. Wir wurden ausgequetscht wer wann und wo unsere Sachen gepackt hat, wo genau wir hin wollen, was wir da vor haben usw. mein Feuerzeug musste ich gleich da lassen und mir wurde gesagt, dass das zweite, welches ich extra im Koffer gelassen hatte, mir auch bestimmt noch weggenommen würde... ist aber nichts passiert.

Der neunstündige Flug nach Charlotte war super, es gab für jeden in der Rückenlehne des Vordermannes einen Fernseher, in dem man zwischen verschiedenen Filmen, Serien und Musik wählen konnte, teilweise liefen diese sogar in deutsch! Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, das englische Buch für die Schule zu lesen, aber das konnte ich später ja immer noch erledigen.

Nach 11 Stunden Nichtraucherdaseins bin ich einfach aus der Flughafentür rausgehuscht und habe mich meiner Sucht hingegeben. Und schon ging es weiter, 3 Stunden einchecken und weitere fünf Stunden fliegen. Doch erst einmal eine weitere Sicherheitskontrolle. Was sollten die denn nach dem Verhör in Frankfurt bitte sehr jetzt noch zu bemängeln haben? Naja, wie sich herausstellte hatte Papa sein Taschenmesser die ganze Zeit im Handgepäck mit sich herumgetragen. Das musste er jetzt also auch hier lassen. War ein GEO-Werbegeschenk, also nicht ganz so tragisch.

Im Flugzeug war nicht ganz so viel Platz wie im letzten, schlafen konnte ich nicht. Als ich irgendwann doch eingedämmert war und wieder aufwachte, kam unter mir die „City“ zum Vorschein. Solche Größenverhältnisse kann man sich gar nicht vorstellen. Ich habe zwei Baseball-Plätze entdeckt, die ganz winzig kaum zu erkennen waren. Normal sind die Dinger ja schon recht groß. Die Stadt streckte sich bis zum Horizont und wer weiß wie weit noch dahinter. Wahnsinn..

Ich weiß bis heute nicht, wie, aber irgendwie ging ab der Landung alles recht schnell. Gepäck holen, in den (richtigen!) Shuttle einsteigen, zum (richtigen!) Autoverleih fahren, ein Auto mieten (dummerweise eines mit nach Kotze riechender Fußmatte, sonst aber absolut top), zum (richtigen!!!!!) Hotel fahren, dieses ein paar mal auf der Suche nach dem Parkplatz umkreisen, diesen auch noch finden, ein Heidengeld für eine Nacht zahlen, das angeblich schon weggegebene Zimmer irgendwie doch noch ergattern und – nach einer letzten Gute-Nacht-Zigarette – endlich ab in die Federn !!

Aufenthalt Los Angeles

Erstmal ein LA Sightseeing. Waren zu aller erst in Santa Monica am Strand. Papa hat sich aus Versehen in eine Einbahnstraße hineinmanövriert, die bei einem Parkhäuschen endet, bei dem man 7 Dollar für ein bisschen Parken zahlen muss. Der Stadtverkehr ist extrem, siebenspurige Straßen sind keine Seltenheit, die Straßen sind unglaublich voll, alle hupen und mittendrin wir vier, keinen Plan von tuten und blasen, vor allem keinen Plan, wo wir sind und wo genau wir hinwollen (man muss zu Florians Verteidigung sagen, er hat die Stadtkarte sehr gut gelesen, nur kann man manchmal nicht links abbiegen, wenn man in der rechtesten von sechs Spuren ist). Papa ist ein wenig verzweifelt und gereizt, nachdem wir wie wild auf ihn einreden, dass er hier falsch ist und er nicht umdrehen kann, da wir uns in einer Einbahnstraße befinden, er belabert den Typ vom Kassenhäuschen ein bisschen, schildert ihm dass er eigentlich gar nicht geplant hatte, hier rauszukommen und der Typ erlaubt ihm, einfach bis zum Ausgang des Parkplatzes durchzufahren, ohne die sieben Dollar zu zahlen.

Naja... wann ist man denn schon mal wieder so dicht am Strand? Ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe ich immer noch wenn ich daran zurückdenke, aber wir haben uns dann einfach ganz dreist hinter einen Schulbus gestellt, so dass man unser Auto, das ohnehin aussah wie jedes zweite (ein silberner Van) nicht mehr sieht und sind zum Meer geschlendert.

Der Pazifik!

Dann mit etwas nasser Hose und sandigen Füßen weiter nach Beverly Hills. Davor noch schnell ein Sandwich essen. Es gab insgesamt zwei Toastscheiben, je zu zwei Dreiecken geschnitten. Klingt, als würde das einen ausgehungerten Magen kaum füllen können. Dieses bisschen Brot war allerdings etwa vier bis fünf Zentimeter hoch mit Thunfisch gefüllt. Nach dem ersten Brot war mit schlecht. Das zweite habe ich am Abend noch herunterwürgen können. Es hat wirklich gut geschmeckt, aber das war eindeutig zu viel Thunfisch für einen Tag.

Nachdem wir in Beverly Hills dann erfolgreich eine Parklücke gefunden und uns hineingequetscht hatten (Papa verdient meinen allergrößten Respekt, die Lücke war kaum größer, als das Auto), musste ein kleiner Bummel sein. Die böse und gierige Parkuhr tickte unaufhaltsam und Papa hetzte und im Walking-Tempo durch den Rodeo-Drive.

Karin und ich wollte noch in einen Prada- Gucci- Dolce&Gabbana- oder Dior-Laden reingehen, aber ich hatte nasse Hosenbeine und meine Gammel-Flip-Flops an und sie wollte allein nicht. Sie hätten uns sofort wieder rausgeschmissen, da bin ich mir sicher. Die Klamotten waren sowieso nicht schön.

Weiter ging es nach Hollywood! Darauf hatte ich mich am meisten gefreut.. an mir ist ja schließlich eine große Schauspielerin verloren gegangen.. *gg*

Wieder das gleiche „Theater“: Parklücke finden, reinquetschen, ein kleines Vermögen hinein werfen, Ungutes Gefühl, des vielen rausgeschmissenen Geldes wegen verdrängen und ab geht die Post!

In diesem Fall nicht. Die Parkuhr war kaputt. Jetzt fühlt man sich erst recht blöd.. Aber das war uns ganz egal. Voller Leichtsinn und Übermut trödelten wir trotzdem den Walk of Fame entlang. Dabei entfernten wir uns auch einmal versehentlich so weit vom Auto, dass wir es nicht mehr sehen konnten. Ein kleines Glücksspiel ist so was, ein bisschen Nervenkitzel hat aber noch niemandem geschadet, uns auch nicht. Von jetzt an blieb immer mindestens einer beim Auto, während die anderen sich alles ansahen. Während Papa schwitzend tausend Tode starb waren Karin und ich gemütlich shoppen.

Dann ging es wieder raus aus der Lücke, um festzustellen, dass keine zwanzig Meter weiter eine etwas kleinere, aber freie, erlaubte und funktionierende Parklücke war. Also wieder rein und doch zu Fuß zum Kodak Theatre und Mann’s Chinese Theatre. Nach ablauf der Parkuhr sind Florian und Papa wieder zum Auto geflitzt, um falls dann doch zufällig ein Polizist um die Ecke käme doch noch einen weiteren ¼ Dollar in die Uhr zu werfen. In der Zeit brachten Karin und ich unsere Souvenir-Shopping-Tour zuende. Dann noch eine Runde durch Beverly Hills, die Nebenstraßen mit den Häusern der Reichen begaffen, den „4-way-Stop“ kennen lernen, und dann erst mal wieder zurück. Aber wir haben fürs erste alles wichtige mitgenommen, der Sunset-Boulevard lag sogar auf unserer Strecke. Das einzige was mir jetzt noch fehlte war ein bisschen mehr vom Strand, sowie die Hollywood-Buchstaben. Ersteres wurde auf die letzten Tage, die wir wieder in LA verbringen würden verschoben und zweiteres haben wir ganz klein entdeckt, bei dem Blick durch ein anderes Gebäude.

Aufenthalt Los Angeles mit Ausflug nach San Diego

Geschlafen von 20-8 Uhr, also geschlagene zwölf Stunden! Auf der Fahrt nach San Diego, die viel Länger war, als sie auf der Karte aussah, ist mir so einiges aufgefallen.

  1. Jeder läuft mit Flip-Flops rum. Männlich, weiblich, schöne Füße, ganz furchtbar hässliche Füße, fette Beine, dürre Beine – einfach jeder!
  2. Jeder läuft mit einem Pappbecher voll Starbuck’s Kaffe rum. Wer im Auto sitzt hat erst recht einen in der Hand.
  3. Niemand fährt nur Auto. Man telefoniert, sucht irgendwas auf der Rückbank, isst oder trinkt. Einen Raucher am Steuer habe ich allerdings noch nicht gesehen. Ich weiß nicht, wie die Leute das schaffen überhaupt täglich den Verkehr durchzustehen und dann auch noch mit einem Starbuck’s-Kaffee in der einen und dem Handy in der anderen Hand.
  4. Überall läuft diese schreckliche Endlosmusik, in jedem Hotel, Kaufhaus oder sonst was.

Nachdem wir gestern irgendwie einen normalen Supermarkt entdeckt und dort das erste Mal umsonst geparkt hatten, konnten wir unsere teuer erstandenen Lebensmittel heute auch frühstücken. Das Frühstück wurde zu einer Art Ritual, wir aßen, was wir eben noch da hatten, geschmolzenen Philadelphia auf öliger Wurst oder fast flüssigen Käse auf ungetoastetem Toastbrot. Dazu meist Wasser aus Gallonenflaschen, denn die Säfte waren irgendwie nicht so ganz das wahre.

Für die etwa 120 Meilen brauchten wir geschlagene vier Stunden. Die Straßen wurden immer schlechter und Papa und Florian haben die ganze Zeit gemeckert, dass so was in Deutschland ja schon lange repariert worden wäre und schwupps: die Straße auf der wir gerade fuhren wurde repariert. Folge: Drei von vier Spuren wurden gesperrt und wir standen recht lange im Stau. Noch ein paar kleinere Staus auf den Freeways 401 und 8, aber dann waren wir in San Diego. Papa muss ja überall wo er ist in den Zoo, also hat er es sich auch hier nicht nehmen lassen. Unser Glück. Nach der langen Fahrt haben uns auch die 21 Dollar pro Nase nicht mehr abgeschreckt und schon waren wir im schönsten Zoo der Welt. Unglaublich viele Tiere und noch viel, viel mehr Pflanzen. Tannenwäldchen, Kakteen, Urwaldpflanzen, hier war einfach alles vertreten. Hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Immerhin vier Stunden waren wir da. Nachdem ich genug gejammert hatte sind wir tatsächlich noch in San Diego zum Strand gefahren. Im Wasser war ich allerdings nicht. Dafür waren wir am Arsch der Welt. Eine liebe Frau hat uns dann haargenau erklärt, wo wir sind und wie wir wieder zum Freeway 8 Richtung „north“ kommen. Die Tanknadel war langsam nicht mehr ganz so motiviert und sank. So mussten wir also doch mal tanken. An jeder Ausfahrt war mindestens eine Tankstelle, das ging schon seit etwa 2 ½ Stunden so, die konnte man immer schon vom Freeway aus erkennen. Naja, genau die beiden Ausfahrten, die wir raus sind gab es keine. Bei der zweiten Ausfahrt sind wir dann einfach nicht wieder rauf gefahren, sondern sind auf den Landstraßen weitergefahren, irgendwo hier musste ja mal eine Tankstelle kommen. Irgendwannkam dann auch eine. Papa hat die Kreditkarte reingesteckt und wollte direkt drauf los tanken, doch der Automat wollte die Karte gar nicht. Dann hat er’s mit Bargeld versucht, aber keines gefunden. Papa wird ja schnell mal genervt und nervös wenn irgendwas mal gar nicht klappt, also hat er sich Florian samt seinen Englisch Kenntnissen gekrallt und in den in den Laden rein gezerrt. Als die beiden wieder raus kamen hatte Papa im Vorraus gezahlt und wieder ein Lächeln auf den Lippen. Also den Tankpinökel geschnappt, in den Tank gesteckt und – immer noch nichts! Irgendwann kam dann die Frau von drinnen mit dem fetten, bösen Grinsen auf dem Gesicht und drückt den Start-Knopf an der Säule.

Ein Start-Knopf an der Tanksäule!! Wozu soll denn so was bitte gut sein?!

Toll, danach hat sich der Tank von ¼ auf ½ voll gefüllt. Das heißt, dass sich die Prozedur schon bald wiederholen wird. Feierabendbierchen reingeschüttet, ein paar Chips reingestopft und ab ins Bett.

Bestimmt findest du bei uns einen USA Reisepartner.

AnniBunny

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